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Ich bin zu spät nochmal Mama geworden

Mein Mann möchte keine generell Betreuung, wie ein Au-Pair. Er findet so etwas nicht nötig, weil er ja alles im griff hat und sich selber viel kümmern kann. Außerdem will er niemand fremdes mit bei uns wohnen haben.

Wenn es aber um Instrumente geht, dann gibt es bei meinem Mann kein nein. Und wenn sie morgen eine Geige oder Trompete haben möchte, dann bekommt sie das.

Mein Mann hat mir sehr deutlich gesagt, wie mit der Instrumente-Lautstärke-Situation umzugehen ist. Ich habe drei Möglichkeiten: 1. Die Lautstärke aushalten. 2. Das Haus verlassen. 3. Sie hört auf, aber dann muss ich sie beschäftigen, Ausflüge machen etc.
War das bei euch schon immer so, dass dein Mann gesagt hat wo es langgeht und du dann hinterhergedackelt bist?
 
Mein Eindruck ist, dass du unter einer Depression leiden könntest.

Deshalb fühlst du dich auch so belastet und gestresst und dir ist alles zu laut und zu viel.

Kannst du dir vorstellen, mal eine Reha zu machen?
Und zusätzlich eine Gesprächstherapie bei einem Therapeuten?

Ich glaube nämlich nicht, dass sich ansonsten irgendetwas längerfristig an deinem Zustand verändern wird.

Und aus diesem Zustand möchtest du doch raus?

Ich versuche schon seit längerer Zeit einen Platz bei einem Therapeuten zu bekommen.

Ist deine Tochter nach der Schule/Hausaufgaben immer zu Hause?
Trifft sie sich regelmäßig mit Freunden?

Sie ist sehr oft nach der Schule zuhause, aber das ist nicht immer schon um mittags. Sie nimmt fast jeden Tag an den Nachmittagsangeboten teil oder geht zum Chor. Außer donnerstags und freitags, da hatte sie bis vor kurzem immer Proben für ein Schul-Theaterstück, aber das ist jetzt vorbei.

Sie trifft sich nicht so oft mit Freunden und wenn, dann nicht bei uns zuhause.

Vielleicht ist das ja auch der Schlüssel: Sie sollte mehr mit Freundinnen und "an der frischen Luft" sein als mit deinem Mann zusammen oder vor sich hinzumusizierend. Im Sportverein z. B. - da kann sie sich auch auspowern.

Was sagst du zu dem vorgeschlagenen Test auf Hochbegabung? Außer "Ja, das stand schon mal im Raum." Und???

Und die Frage nach dem Verhältnis zu deinem Mann ist auch nach meiner diritten Frage nicht wirklich beantwortet. Beschreib doch mal, wie das abläuft zwischen euch.

Man muss dir alles aus der Nase ziehen, du bleibst vage. Fast als wolltest du gar nicht, dass sich etwas ändert, sondern nur mal jammern. Wäre ja auch okay, aber dann sag das doch.

Der Test steht im Raum, aber scheitert aktuell daran, dass sie keine Lust dazu hat. Es bringt nichts das zu machen, wenn sie nicht mitzieht.

Mein Mann ist mittlerweile ziemlich genervt von meinem Verhalten. Er ist ja sowieso der Meinung, dass ich übertreibe und mich nicht so anstellen soll. Immer wenn ich anspreche, dass es mir zu laut ist, wenn sie immer ihre Instrumente spielt, dann macht er komplett zu. Er wirft mir dann vor, ich würde erwarten, dass sie still auf einem Stuhl sitzen und warten soll bis meine Ruhezeit vorbei ist.

Tatsächlich teile ich diesen Eindruck.

Dass ihr da eingezogen seid, als ein weiteres Kind noch kein Thema war, konnte ich mir beinahe selbst denken...aber dann wurde das Kind ja Thema. Da müsstet ihr euch ja was überlegt haben, wo ihr es lasst, wenn es größer wird.

Ich kenne Leute, die eine wie von dir beschriebene Wohnsituation hatten, als sie ein Kind bekamen. Die sind dann schlicht umgezogen, weil die Wohnsituation, die für ein Paar toll war, einfach nicht passend für eine Familie zu machen war.
Also, irgendwas muss euch doch durch den Kopf gegangen sein und ihr müsst es besprochen haben?!?

Oder hattest du das subjektive Gefühl, es wäre schön, nochmal schwanger zu sein und du hast dabei gar nicht an die 20 Jahre danach gedacht? Das kann ich mir aber auch nicht wirklich vorstellen, du hast ja bereits Kinder großgezogen.
Kann es sein, dass es gar nicht so um die tagtägliche Belastung geht, sondern um das Verantwortlichkeits-Gefühl? Denn selbst, wenn dein Mann sich viel kümmert, weißt du, dass du noch viele Jahre Verantwortung für deine Tochter haben wirst. Und man nimmt ja immer Anteil am Leben der Kinder, wenn es ihnen schlecht geht, wenn es ihnen gut geht, was halt so los ist. Ich kann mir schon vorstellen, dass man da in deinem Alter eigentlich lieber mehr nur an sich selbst oder den Partner denken möchte. Aber jetzt ist es halt so, wie es ist. Stell dir vor, euer Wunsch hätte sich damals nicht erfüllt. Vielleicht hättest du dem jahrelang nachgetrauert und wärst jetzt auch nicht glücklicher.

Es ist doch schonmal richtig toll, dass sie so selbstständig ihre Schule macht und anscheinend ja auch ein aufgewecktes, kluges Mädchen ist, dass viele Interessen hat. Die vielen Fragen lassen sich doch heute mit anderen Mitteln abdecken. Es gibt tolle, kindgerechte Filme dazu auf Youtube oder bei den Öffentlich-Rechtlichen. Es gibt Bücher und es lässt sich fast alles googeln.

Das mit den Instrumenten würde ich versuchen, auf technische/organisatorische Art zu lösen. Entweder versuchen, einen Raum irgendwie schallzudämpfen. Oder sie übt nur zu bestimmten Zeiten, in denen du rausgehst oder dir Kopfhörer aufsetzt. Oder sie setzt Kopfhörer auf. Also das sollte doch zu machen sein.

Wenn du das Gefühl hast, mental überlastet zu sein, kann tatsächlich auch eine Therapie oder ein Coaching oder eine Selbsthilfegruppe helfen. Da musst du halt gucken, was für dich passen könnte.

Wir können uns nicht einfach mal eben nochmal ein Haus kaufen. Sie hat ja ihren eigenen Bereich. Das ist ja so gesehen eine ganze eigene Etage. Es konnte niemand vorhersehen, dass sie Instrumente spielt und es mir zu laut ist. Es ist aber definitiv nicht nur meine eigene Meinung dazu. Ich habe Freundinnen, die schon nicht mehr zu Besuch kommen wollen.
Es ist ja schön und gut, wenn ich Kopfhörer aufsetze. Ich spreche nur nicht von 2 Stunden Instrumente üben pro Woche, sondern von mehreren Stunden am Tag.

@Kati63
War irgendein Beitrag/Tipp bisher dabei, der hilfreich für dich ist?

Ein paar schon.

War das bei euch schon immer so, dass dein Mann gesagt hat wo es langgeht und du dann hinterhergedackelt bist?

Nein. Das ist bei uns nicht so. Er macht nur beim Thema Instrumente keine Kompromisse und verwöhnt sie da sehr. Das ist in anderen Bereichen nicht so.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wäre es denn eine Option, dass du wieder in ein Angestelltenverhältnis wechselst und außer Haus arbeitest? Oder dass du dir außerhalb von zu Hause einen Raum mietest, um zu arbeiten?

Die "Ansagen" deines Mannes finde ich schon krass, allerdings nur, weil daraus so klar hervorgeht, dass ihr nicht auf Augenhöhe seid.

Wenn er sich allerdings seinerseits tatsächlich so enorm bei der Kinderbetreuung einbringt wie du sagst, kann das natürlich auch Ausdruck eines ähnlichen Unverständnisses sein, wie das, das hier viele von uns verspüren nach deinen Schilderungen.

Ich kann mir schon vorstellen, dass er sich ohnmächtig und vielleicht auch genervt fühlt von deinen Klagen. Einmal mehr, da du noch nicht einmal verbalisieren kannst, wo genau dein Problem liegt. Und du willst dem ja anscheinend auch nicht auf den Grund gehen, das mal therapeutisch aufzuarbeiten.
So wirst du selbst mit den 246. Tipp hier nicht weiterkommen. Du musst schon selber aktiv werden und zwar mit jemandem vom Fach, nicht in einem Laienforum.
 
Du magst den Lärm nicht.
Also muss das Schlagzeug raus. Es gibt immer die Möglichkeit einen Übungsraum anzumieten.
Wenn auch das nicht geht, dann gibt's kein Schlagzeug mehr. Du leidest darunter.
 
Du magst den Lärm nicht.
Also muss das Schlagzeug raus. Es gibt immer die Möglichkeit einen Übungsraum anzumieten.
Wenn auch das nicht geht, dann gibt's kein Schlagzeug mehr. Du leidest darunter.
Es gibt - vom Ehemann angeordnet - nur 3 Möglichkeiten: 1. Kati erträgt den Lärm, 2. Kati geht, 3. Lärm endet, dann muss Kati sich aber alternativ ums Kind kümmern. Keine der 3 Lösungen ist für Kati akzeptabel.
Es gibt E-Drums, die keinen Lärm machen. Der Spieler hört die Töne über Kopfhörer.
Vielleicht wäre das eine Lösung.
Theoretisch wäre das eine, wurde auch schon mehrfach genannt. Allerdings gehört die nicht zu den 3 Optionen des Mannes, dem Kati sich offenbar (und warum auch immer - das lässt sie trotz zig Nachfragen leider unbeantwortet) unterordnen muss.

Solange sie wesentliche Informationen zurückhält, kann ihr hier m. E. nicht konstruktiv weitergeholfen werden, und die User zerbrechen sich leider unnützerweise den Kopf. Es bleibt ein Jammerthread, zu dem jeder gerne sagen kann "Aaaarme Kati!"
 
Zuletzt bearbeitet:
#92 wurde leider erst wieder zeitverzögert freigeschaltet, daher dazu jetzt noch Anmerkungen:

Ich würde die Option mit dem E-Schlagzeug deinem Mann als Lösung vorschlagen. Wenn er daran interessiert ist, dass wieder Entspannung im familiären Miteinander einkehrt, gäbe es keinen Grund, sich dem zu verweigern.
Einwände seitens der Prinzessin würde ich gar nicht gelten lassen, denn ob sie weiter Schlagzeug spielt, stünde ja gar nicht zur Debatte. Es geht nicht non- stop nur um sie, sie hat sich genauso einzuordnen. Und das hätte ich auch schon längst deinem Mann klargemacht. (Wenn er so weiter macht wird sie später im Leben durch eine harte Schule der Erkenntnisgewinnung müssen.) Die Principessa steht hier anscheinend auf einem Sockel und legt fest, was in der Familie zu gelten hat. Sorry, das geht gar nicht - wieso lässt du das zu?! Dafür würde ich sogar einen handfesten Ehekrach riskieren.
Das Schlagzeugproblem lässt sich daher auch recht einfach lösen - altes konventionelles verkaufen, neues kopfhörergeeignetes zulegen, kurze Empörung, dann widerwillige Akzeptanz - und diese Diskussion würde ich auch zu Ende führen, nicht immer wieder mal zaghaft anklopfen. Zur Not stünde es eines Tages einfach da.. und dann hieße es einfach nur noch " Friss oder stirb"! Ich würde mir weder vom Mann und erst recht nicht von der Tochter auf der Nase herumtanzen lassen.

Bleibt das andere Problem bzgl. der fordernden Persönlichkeit des Kindes. Dass sie sich der Testung verweigert würde ich ebenfalls nicht hinnehmen. Wenn du den Eindruck hast, dass das nicht im Rahmen des Üblichen ist, gehört auch das hinterfragt. Auch hier würde ich nicht um generöse Genehmigung einer unreifen 9-jährigen bitten, die nach dem Lustprinzip entscheidet, sondern mir Unterstützung durch Kindertherapeuten suchen, die auch Sturköpfe aufzuschließen vermögen. Du musst dafür allerdings deinen Mann als Sparringspartner gewinnen, denn wenn er auf Seiten der Tochter mitzickt ist das chancenlos. Er würde zwar ihren kindlichen Wünschen entsprechen, ihr aber rational damit keinen Gefallen tun, da ihr ja eine möglicherweise ganz andere wichtige Förderung verwehrt bliebe. Das wäre einfach nur dumm. Um ihn zu überzeugenen würde ich ihn ebenfalls (ohne die Tochter) zu einem Beratungsgespräch beim Kinderpsychologen schleppen. Wenn zudem du und dein Seelenwohl ihm etwas bedeuten und ihm die Gunst seiner Prinzessin nicht deutlich mehr am Herzen liegt, gibt es keinen rationalen Grund, sich dem zu verschließen. Ansonsten würde ich mal nachhorchen, ob er für die Prinzessin sogar eine Trennung von dir in Kauf nähme. Dann wüsstest du zumindest, wo du für ihn stehst.

Dass du keinen Therapeutenplatz bekommst halte ich für eine Mär, da du selbständig und damit ja wahrscheinlich privat versichert bist. Wir haben lediglich ein Problem bei kassenfinanzierten Stunden. Als Privatzahler bekommst du jederzeit und auch superfix einen Platz. Einen Mangel an Therapeuten gibt es nämlich nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Für mich wirkt die Tochter psychisch gesund und pflegeleicht.

Aber ich denke auch, dass dein Mann sie wie eine Prinzessin behandelt, ihr mehr Grenzen setzen muss und er mehr auf deine Gefühle achten sollte.

Es ist kein Problem das Schlagzeug spielen zu verbieten und Alternativen zu suchen.

Wenn mein Kind in meinem Haus Schlagzeug spielen würde...würde ich irre werden.

Wenn er das Mädchen stark dir gegenüber bevorzugt und sie seine Nr 1 ist....ist es ein Problem.
 
@Rose:
Das wäre mir neu. Ich habe mit diesem Thema beruflich seit vielen Jahren zu tun und für Privatzahler immer sehr zeitnah einen Platz gefunden. Nur nicht unbedingt beim Wunschtherapeuten. Liegt womöglich auch an der Region, wenn du andere Erfahrungen gemacht hast. Ich spreche für das Rheinland
 
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