Kann es sein, dass es gar nicht so um die tagtägliche Belastung geht, sondern um das Verantwortlichkeits-Gefühl? Denn selbst, wenn dein Mann sich viel kümmert, weißt du, dass du noch viele Jahre Verantwortung für deine Tochter haben wirst. Und man nimmt ja immer Anteil am Leben der Kinder, wenn es ihnen schlecht geht, wenn es ihnen gut geht, was halt so los ist. Ich kann mir schon vorstellen, dass man da in deinem Alter eigentlich lieber mehr nur an sich selbst oder den Partner denken möchte. Aber jetzt ist es halt so, wie es ist. Stell dir vor, euer Wunsch hätte sich damals nicht erfüllt. Vielleicht hättest du dem jahrelang nachgetrauert und wärst jetzt auch nicht glücklicher.
Es ist doch schonmal richtig toll, dass sie so selbstständig ihre Schule macht und anscheinend ja auch ein aufgewecktes, kluges Mädchen ist, dass viele Interessen hat. Die vielen Fragen lassen sich doch heute mit anderen Mitteln abdecken. Es gibt tolle, kindgerechte Filme dazu auf Youtube oder bei den Öffentlich-Rechtlichen. Es gibt Bücher und es lässt sich fast alles googeln.
Das mit den Instrumenten würde ich versuchen, auf technische/organisatorische Art zu lösen. Entweder versuchen, einen Raum irgendwie schallzudämpfen. Oder sie übt nur zu bestimmten Zeiten, in denen du rausgehst oder dir Kopfhörer aufsetzt. Oder sie setzt Kopfhörer auf. Also das sollte doch zu machen sein.
Wenn du das Gefühl hast, mental überlastet zu sein, kann tatsächlich auch eine Therapie oder ein Coaching oder eine Selbsthilfegruppe helfen. Da musst du halt gucken, was für dich passen könnte.