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Ich bin zu spät nochmal Mama geworden

Habt ihr vielleicht einen Kellerraum oder Dachboden, den man gut isolieren könnte?

Permanenten Lärm würde ich auch nicht ertragen.

Haben wir leider beides nicht.

Du wiederholst dich. Deine Tochter fragt viel, aber du musst doch nicht aus dem Stand alles sofort beantworten können? Ich verstehe einfach nicht, warum du ihr da keine Grenzen setzen kannst.

Wenn sie sich noch nicht gut alleine beschäftigen kann, schick sie doch zu deinem Mann, er scheint ja verfügbar zu sein.

Du wiederholst auch permanent die "Belastung", sagst aber gleichzeitig, dein Mann kümmert sich viel.

Wenn dein Mann das Schlagzeug toll findet, du es aber nicht aushalten kannst, musst du das mit deinem Mann klären.

Ich werde nicht schlau aus dem Ganzen.

Ich würde deinem Mann klar sagen, dass du mehr Ruhe braucht und sie zum Musizieren und zum Schlagzeug spielen woanders hingehen soll.

Deine Tochter scheint wissbegierig zu sein, was ich positiv und nicht ungewöhnlich finde. Wenn du auch nicht alles beantworten magst/kannst, könntest du ihr, um nur ein Beispiel zu nennen, bei der Frage nach Anne Frank ihr das "Tagebuch der Anne Frank" besorgen. In dem ist ausführlich beschrieben, wo sie sich versteckt haben usw. Es gibt einiges an kindgerechter Literatur zu ihren Fragen.

Ihr könntet auch eine bestimmte Zeit am Tag ausmachen, die nur ihr gehört und du für sie da bist und wenn es nur 30 Minuten sind.

Ich finde auch, du wiederholst dich sehr oft, wie überlastet du bist, obwohl der Papa sich hauptsächlich um eure Tochter kümmert.

Auf viele Vorschläge, die zu deiner Verbesserung oder einer Veränderung beitragen könnten, gehst du nicht wirklich ein.

Ich wiederhole mich, weil offensichtlich der Kern des Problems nicht rüberkommt. Ich bin NICHT hauptsächlich überlastet von meiner Aufgabe als Mutter oder von den Aufgaben, die mit Kind im Alltag anfallen. Ich bin überlastet von der gesamten Situation. Ich stehe morgens auf, bin genervt und das geht dann so bis zum Abend. Es ist mir alles zu laut, zu viel, zu hektisch. Ich werde von allen Seiten in die Ecke gedrängt, dass ich mich nicht so anstellen soll, es ist nun mal so, Kinder sind so, es ist doch alles nicht so schlimm usw. Das weiß ich, aber ändert nichts an meiner Gefühlslage. Ich weiß nicht, was ich machen soll.

Mein Mann hat mir sehr deutlich gesagt, wie mit der Instrumente-Lautstärke-Situation umzugehen ist. Ich habe drei Möglichkeiten: 1. Die Lautstärke aushalten. 2. Das Haus verlassen. 3. Sie hört auf, aber dann muss ich sie beschäftigen, Ausflüge machen etc.
Was soll ich machen? Die Instrumente aus dem Fenster werfen? Es ist ja schön und gut, dass man sich Kopfhörer kaufen kann. Die bringen dann auch etwas, wenn man z.B. arbeiten will. Ich kann hier teilweise tagsüber, aber auch nicht telefonieren oder mal fernsehen. Besuch empfangen ja, aber nur mit der Geräuschkulisse.

Dieses Genervt-Sein von allem klingt so, als könnte dir ein bisschen Abstand vielleicht gut tun.
Kannst du mal eine Kur oder einen Urlaub machen, um ein paar Tage / Wochen raus zu kommen? Erfahrungsgemäß hilft das, auch wieder die schönen Seiten zu sehen. Vielleicht hilft dir das auch, zu verstehen, was die aktuell fehlt bzw. was in der aktuellen Situation weiterhelfen könnte.
Oder der Papa macht mal ein paar Tage Urlaub mit der Tochter und du hast Zuhause deine Ruhe? Die Sommerferien sind ja nicht mehr ewig hin.

Das haben wir schon öfters gemacht bzw. kam schön öfters vor. Das funktioniert auch immer sehr gut. Ich habe eine Auszeit, bin entspannt etc. Es hat nur jedes Mal den gleichen Effekt. Wenn dann der Alltag auch nur 2 Stunden wieder normal läuft, dann ist meine Erholung vollständig verschwunden.
 
Mein Eindruck ist, dass du unter einer Depression leiden könntest.

Deshalb fühlst du dich auch so belastet und gestresst und dir ist alles zu laut und zu viel.

Kannst du dir vorstellen, mal eine Reha zu machen?
Und zusätzlich eine Gesprächstherapie bei einem Therapeuten?

Ich glaube nämlich nicht, dass sich ansonsten irgendetwas längerfristig an deinem Zustand verändern wird.

Und aus diesem Zustand möchtest du doch raus?
 
Vielleicht ist das ja auch der Schlüssel: Sie sollte mehr mit Freundinnen und "an der frischen Luft" sein als mit deinem Mann zusammen oder vor sich hinzumusizierend. Im Sportverein z. B. - da kann sie sich auch auspowern.

Was sagst du zu dem vorgeschlagenen Test auf Hochbegabung? Außer "Ja, das stand schon mal im Raum." Und???

Und die Frage nach dem Verhältnis zu deinem Mann ist auch nach meiner diritten Frage nicht wirklich beantwortet. Beschreib doch mal, wie das abläuft zwischen euch.

Man muss dir alles aus der Nase ziehen, du bleibst vage. Fast als wolltest du gar nicht, dass sich etwas ändert, sondern nur mal jammern. Wäre ja auch okay, aber dann sag das doch.
 
Man muss dir alles aus der Nase ziehen, du bleibst vage. Fast als wolltest du gar nicht, dass sich etwas ändert, sondern nur mal jammern. Wäre ja auch okay, aber dann sag das doch.
Tatsächlich teile ich diesen Eindruck.

Dass ihr da eingezogen seid, als ein weiteres Kind noch kein Thema war, konnte ich mir beinahe selbst denken...aber dann wurde das Kind ja Thema. Da müsstet ihr euch ja was überlegt haben, wo ihr es lasst, wenn es größer wird.

Ich kenne Leute, die eine wie von dir beschriebene Wohnsituation hatten, als sie ein Kind bekamen. Die sind dann schlicht umgezogen, weil die Wohnsituation, die für ein Paar toll war, einfach nicht passend für eine Familie zu machen war.
Also, irgendwas muss euch doch durch den Kopf gegangen sein und ihr müsst es besprochen haben?!?

Oder hattest du das subjektive Gefühl, es wäre schön, nochmal schwanger zu sein und du hast dabei gar nicht an die 20 Jahre danach gedacht? Das kann ich mir aber auch nicht wirklich vorstellen, du hast ja bereits Kinder großgezogen.
 
Ich finde, dass fast alles von dem, was du schreibst, auch auf jüngere Mütter zutreffen kann. Ich würde es nicht allein aufs Alter schieben. Dieses Überfordert-Sein kenne ich auch von jüngeren Müttern. Oder von solchen, die noch ein drittes bekommen haben und dann an ihre Grenzen gekommen sind.

Bitte schau, was DIR gut tut.
Stärke deine Resilienz.
Nimm Druck raus.
Hol dir Hilfe.
Nimm dir Zeit nur für dich. Vielleicht brauchst du das jetzt einfach mehr als früher.
Vielleicht ist es auch eine hormonelle Geschichte.
Wenn du glücklicher bist, wirkt sich das auf alle Familienmitglieder positiv aus. Dann kannst du auch den Krach und die Fragen zwischendurch ertragen und dem vielleicht sogar etwas Positives abgewinnen oder es mit Humor nehmen.
 
Kann es sein, dass es gar nicht so um die tagtägliche Belastung geht, sondern um das Verantwortlichkeits-Gefühl? Denn selbst, wenn dein Mann sich viel kümmert, weißt du, dass du noch viele Jahre Verantwortung für deine Tochter haben wirst. Und man nimmt ja immer Anteil am Leben der Kinder, wenn es ihnen schlecht geht, wenn es ihnen gut geht, was halt so los ist. Ich kann mir schon vorstellen, dass man da in deinem Alter eigentlich lieber mehr nur an sich selbst oder den Partner denken möchte. Aber jetzt ist es halt so, wie es ist. Stell dir vor, euer Wunsch hätte sich damals nicht erfüllt. Vielleicht hättest du dem jahrelang nachgetrauert und wärst jetzt auch nicht glücklicher.

Es ist doch schonmal richtig toll, dass sie so selbstständig ihre Schule macht und anscheinend ja auch ein aufgewecktes, kluges Mädchen ist, dass viele Interessen hat. Die vielen Fragen lassen sich doch heute mit anderen Mitteln abdecken. Es gibt tolle, kindgerechte Filme dazu auf Youtube oder bei den Öffentlich-Rechtlichen. Es gibt Bücher und es lässt sich fast alles googeln.

Das mit den Instrumenten würde ich versuchen, auf technische/organisatorische Art zu lösen. Entweder versuchen, einen Raum irgendwie schallzudämpfen. Oder sie übt nur zu bestimmten Zeiten, in denen du rausgehst oder dir Kopfhörer aufsetzt. Oder sie setzt Kopfhörer auf. Also das sollte doch zu machen sein.

Wenn du das Gefühl hast, mental überlastet zu sein, kann tatsächlich auch eine Therapie oder ein Coaching oder eine Selbsthilfegruppe helfen. Da musst du halt gucken, was für dich passen könnte.
 
Ich wiederhole mich, weil offensichtlich der Kern des Problems nicht rüberkommt. Ich bin NICHT hauptsächlich überlastet von meiner Aufgabe als Mutter oder von den Aufgaben, die mit Kind im Alltag anfallen. Ich bin überlastet von der gesamten Situation. Ich stehe morgens auf, bin genervt und das geht dann so bis zum Abend. Es ist mir alles zu laut, zu viel, zu hektisch. Ich werde von allen Seiten in die Ecke gedrängt, dass ich mich nicht so anstellen soll, es ist nun mal so, Kinder sind so, es ist doch alles nicht so schlimm usw. Das weiß ich, aber ändert nichts an meiner Gefühlslage. Ich weiß nicht, was ich machen soll.

Ich bin verwirrt. Deine Überlastung hat nichts zu tun mit deiner Aufgabe als Mutter, aber die Gesamtsituation ist doch dadurch entstanden, dass du nochmal Mutter geworden bist???

Das ist doch der Kern des Problems?

Ich würde dir zumindest zu einer Beratung bei Caritas oder Diakonie raten, wenn du nicht bereit für eine Psychotherapie bist.
 

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