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Ich bin zu spät nochmal Mama geworden

TE, warum fühlst du dich überfordert?
Deine Tochter ist doch aus dem gröbsten raus
Heute spricht man von mental load– also mentaler Belastung . Heute in unserer multipolaren Welt wird diese Belastung viel eher anerkannt und sie ist eben auch real existent. Wer das kennt, weiß, wovon ich spreche.
Wenn der Vater nun belastbarer als du ist, heißt das nicht, dass er ein besserer Mensch ist. Er hat einfach ein anderes Nervensystem. Vielleicht kannst du mit deinen Gegebenheiten Frieden schließen. Du hast ein weltoffene und gesundes Kind, also muss eine Menge bei euch richtig laufen.
D.h., aber noch lange nicht, dass alles perfekt sein muss.
Du musst es aber niemandem recht machen. Du musst keine immer entspannte Supermutti sein um für
Du hast der Welt offenbar ein tolles und selbstbewusstes, gesundes Mädchen geschenkt: darauf solltest Du stolz sein.
Diese Sätze sollte man meiner Meinung nach voll und ganz würdigen. Eine andere Aussage, die hier im Faden vorkam, dass es genug Kinder auf der Erde gebe, wird durch unsere rückläufige Geburtenrate im eigenen Land und alle damit verbundenen Konsequenzen konterkariert, die ich hier sicherlich niemand erklären muss.

Zum Abschluss noch ein paar pragmatische Überlegungen:
So langsam kommt deine Tochter in ein Alter, wo man gerne auf Ferienfreizeiten geht. Wäre das für sie und für euch eine Option?
Es gibt auch die Möglichkeit, ein Au-Pair für eine gewisse Zeit anzustellen. Dafür braucht man allerdings die entsprechenden Räumlichkeiten, in denen das Au-Pair dann wohnen kann. Monatliche finanzielle Belastung sind in Deutschland so um die 300 € sowie die Kosten für Kost und Logis. Du könntest dann eine junge Person oder gegebenenfalls auch eine ältere oder eine im Großelternalter aussuchen, die sie nicht nur betreut, sondern als Muttersprachlerin dein Kind zum Beispiel in Englisch, französisch oder Spanisch begleitet. Dadurch wird dein Kind im späteren Leben große Vorteile haben.
Vielleicht lässt du dein Kind früher los als andere Eltern. Aber dass Klammern der Eltern auch nicht so gut sein soll, ist allseits bekannt. Dein Kind wird dafür früher selbstständig.
 
Ich verstehe das ehrlich gesagt auch nicht ganz, das Kind ist 9 Jahre alt!
Das braucht doch wohl hoffentlich keine 24 Stunden -Betreuung mehr, sondern wird zur Schule gehen, und auch Freunde und Hobbys haben.
Ich hätte mit 9 Jahren alles andere gewollt, aber bestimmt keine Eltern, die mir den ganzen Tag hinterherlaufen und mich keinen Augenblick allein lassen.

Deshalb, liebe TE, kann es sein, daß du ein bisschen überfürsorglich bist? So daß du unbewusst versuchst, das Kind nicht selbständig werden zu lassen?
Kann deine Tochter z.B. allein ihre Hausaufgaben machen, oder sitzt du die ganze Zeit daneben und machst dir Aufgaben im Grunde selbst?

Wenn ja, dann solltest du das ganz schnell abstellen, und glaube mir: ein Kind fühlt sich sehr viel besser, wenn es auch mal was alleine schafft, anstatt immer nur mit Mamas Hilfe und Begleitung.
Das stärkt auch sehr das Selbstbewusstsein eines Kindes, wenn es seine Schulsachen und andere Dinge selbst erledigen kann.
Und du hättest dann auch mehr Zeit und Ruhe für dich selbst, also win-win für euch beide...

Ich bin nicht überfürsorglich. Wir erziehen sie generell zur Selbstständigkeit und das merkt man auch im Alltag. Sie macht ihre Hausaufgaben überwiegend alleine. Wir müssen sie an ihre Aufgaben im Haushalt nicht 10 mal erinnern. Wir müssen nicht ständig nachgucken, ob sie wirklich ihre Schulsachen gepackt hat oder wirklich ihre Sporttasche dabei hat usw. Wir achten schon sehr darauf ihr nicht alles abzunehmen.

Du fühlst dich vllt nicht als Teil des Teams?
Warum nicht?
Möchtest du das ändern?

Nutzt du diese Zeit auch?
Machst etwas mit Freundinnen?
Gehst deinen Hobbies nach?

Was ist das , was deinen Alltag so anstrengend macht ?

Bedrückt es dich , dass andere denken, du seist die Oma deiner Tochter?

Ich nutze die Zeit auch für mich und mache etwas alleine oder mit Freundinnen. Das sind jedoch immer nur Momente. Und dann komme ich nach Hause und es wird wieder anstrengend.

Der Alltag wird einerseits oft anstrengend durch ihre vielen Fragen. Im Moment dreht sich bei ihr alles um Politik. Was bedeutet links und rechts. Wie war das damals mit Hitler usw. Sie stellt manchmal Fragen auf die ich selbst keine Antwort habe, weil ich nicht soo sehr im Thema bin.

Außerdem hat sie sehr laute Hobbys. Sie spielt z.B. Schlagzeug. Wenn man das stundenlang am Tag quasi neben sich hört, dann kann man irgendwann nicht mehr.

Kann es vielleicht sein, dass Du Dir nicht nur ein weiteres Kind gewünscht hast, sondern nach den beiden Töchtern einen Sohn? Und das nagt in Dir bewusst oder unbewusst?

Nein. Um das Geschlecht ging es nie.

Hallo Kati63,
also dass "Schule ein Selbstläufer" ist, darüber kannst du erstmal froh sein, es könnte auch ganz anders sein, und dass sie sehr selbständig ist.
Vor kurzem sah ich eine Doku über ein Kind, was ganz ähnlich beschrieben wurde wie deines, vor allem wegen den vielen Fragen. Es kam heraus, dass es hochbegabt ist. Eventuell trifft das auch auch euer Kind zu. Wenn sie fordernd ist, ist sie intellektuell vielleicht unterfordert... Aber das nur nebenbei.
Das mit den Äußerungen von außen: Damit musstest du rechnen und nun lernen, damit umzugehen.

Du hattest in deinem ersten Beitrag geschrieben, dass mit ein Grund war, weil es heute, im Gegensatz zu damals viel mehr Unterstützung u.ä. gäbe.
Profitiert ihr denn nun davon?

Hochbegabung steht im Raum, aber ist bisher nicht getestet.

Wir würden wahrscheinlich von den vielen Angeboten profitieren, wenn wir anders arbeiten würden. Wir haben ja generell das Privileg uns die Arbeitszeiten individuell anzupassen.

Heute spricht man von mental load– also mentaler Belastung . Heute in unserer multipolaren Welt wird diese Belastung viel eher anerkannt und sie ist eben auch real existent. Wer das kennt, weiß, wovon ich spreche.
Wenn der Vater nun belastbarer als du ist, heißt das nicht, dass er ein besserer Mensch ist. Er hat einfach ein anderes Nervensystem. Vielleicht kannst du mit deinen Gegebenheiten Frieden schließen. Du hast ein weltoffene und gesundes Kind, also muss eine Menge bei euch richtig laufen.
D.h., aber noch lange nicht, dass alles perfekt sein muss.

Diese Sätze sollte man meiner Meinung nach voll und ganz würdigen. Eine andere Aussage, die hier im Faden vorkam, dass es genug Kinder auf der Erde gebe, wird durch unsere rückläufige Geburtenrate im eigenen Land und alle damit verbundenen Konsequenzen konterkariert, die ich hier sicherlich niemand erklären muss.

Zum Abschluss noch ein paar pragmatische Überlegungen:
So langsam kommt deine Tochter in ein Alter, wo man gerne auf Ferienfreizeiten geht. Wäre das für sie und für euch eine Option?
Es gibt auch die Möglichkeit, ein Au-Pair für eine gewisse Zeit anzustellen. Dafür braucht man allerdings die entsprechenden Räumlichkeiten, in denen das Au-Pair dann wohnen kann. Monatliche finanzielle Belastung sind in Deutschland so um die 300 € sowie die Kosten für Kost und Logis. Du könntest dann eine junge Person oder gegebenenfalls auch eine ältere oder eine im Großelternalter aussuchen, die sie nicht nur betreut, sondern als Muttersprachlerin dein Kind zum Beispiel in Englisch, französisch oder Spanisch begleitet. Dadurch wird dein Kind im späteren Leben große Vorteile haben.
Vielleicht lässt du dein Kind früher los als andere Eltern. Aber dass Klammern der Eltern auch nicht so gut sein soll, ist allseits bekannt. Dein Kind wird dafür früher selbstständig.

Mein Mann möchte keine generell Betreuung, wie ein Au-Pair. Er findet so etwas nicht nötig, weil er ja alles im griff hat und sich selber viel kümmern kann. Außerdem will er niemand fremdes mit bei uns wohnen haben.
 
Mein Mann möchte keine generell Betreuung, wie ein Au-Pair. Er findet so etwas nicht nötig, weil er ja alles im griff hat und sich selber viel kümmern kann. Außerdem will er niemand fremdes mit bei uns wohnen haben.
Das ist ja alles gut und schön, dass er das nicht möchte. Deine Bedürfnisse nach Entlastung sind aber eben andere und doch wohl gleichberechtigt.

Vielleicht solltest du mal dein Problem angehen, mit deinem Mann nicht reden zu können. Warum ist das so? Kann er dir intellektuell nicht folgen? Besitzt er keine Empathie? Ist er zu dominant und erkennt nicht an, dass du andere Ressourcen hast als er? Ist ihm gar egal, wie es dir geht?

Hast du schon mal über eine Mediation nachgedacht? Vielleicht wäre das ja ein Weg für eine bessere Verständigung zwischen euch beiden.

Und wenn der Verdacht auf Hochbegabung im Raum steht, dann würde ich das asap testen lassen. Eine solche Diagnose erfordert ein Umdenken in vielerlei Hinsicht und könnte zu einem echten game changer werden. Wobei ein lediglich breit interessiertes Kind nicht unbedingt ein besonderer Indikator für Hochbegabung ist. Das sind viele.
 
Zuletzt bearbeitet:
Außerdem hat sie sehr laute Hobbys. Sie spielt z.B. Schlagzeug. Wenn man das stundenlang am Tag quasi neben sich hört, dann kann man irgendwann nicht mehr.
Hast du mal über Ohrstöpsel nachgedacht? Inzwischen gibt es ganz gute, die auch nicht komplett abdichten, sondern einfach nur etwas abdämpfen. Eine Kollegin von mir nutzt die zB auch in Teamsitzungen, um die Reize etwas zu reduzieren. Sie nutzt diese hier: https://www.loopearplugs.com
 
Der Alltag wird einerseits oft anstrengend durch ihre vielen Fragen. Im Moment dreht sich bei ihr alles um Politik. Was bedeutet links und rechts. Wie war das damals mit Hitler usw. Sie stellt manchmal Fragen auf die ich selbst keine Antwort habe, weil ich nicht soo sehr im Thema bin.
Das sehe ich ähnlich wie @früher-vogel, das könntest du auch als Bereicherung für dich selbst zu sehen versuchen.
Im Gegensatz zu früher muss man ja gar nicht alles entweder selbst wissen oder mühsam nachschlagen, die technischen Möglichkeiten sind ja indessen ganz andere.
Sie wird doch sicher nicht von dir erwarten, dass du jede Frage selbst zu beantworten weißt?
Außerdem hat sie sehr laute Hobbys. Sie spielt z.B. Schlagzeug. Wenn man das stundenlang am Tag quasi neben sich hört, dann kann man irgendwann nicht mehr.
Das ist keine Altersfrage, das wäre mir auch mit 25 mordsmäßig auf die Nerven gefallen.
Ist es nicht möglich, den Raum, in dem sie übt, schallschutztechnisch aufzurüsten?
Ich hätte vermutlich vor Anschaffung des Schlagzeugs überlegt, wo kann das Kind spielen und wie beplankt man zum Beispiel die Wände, dass nicht alle anderen Räume auch beeinträchtigt sind.
Und soweit ich weiß, gibt es indessen Übungsschlagzeuge, die nur der Übende über Kopfhörer selbst hört?

Was sind ihre anderen lauten Hobbys?
Hochbegabung steht im Raum, aber ist bisher nicht getestet.
Ja, unbedingt testen. Das kann ein Gamechanger für alle Beteiligten sein.
 
Mit Schallschutz oder den bereits erwähnten Kopfhörern sollte das heutzutage kein Problem mehr sein. Als ich Kind war, hatte der Nachbarsjunge im Reihenhaus neben uns im Keller seinen Probenraum. Unglaublich, was Eierkartons an Decke und Wänden da an Schall geschluckt haben. @Kati63: Wo spielt eure Tochter?
 
Mit Schallschutz oder den bereits erwähnten Kopfhörern sollte das heutzutage kein Problem mehr sein. Als ich Kind war, hatte der Nachbarsjunge im Reihenhaus neben uns im Keller seinen Probenraum. Unglaublich, was Eierkartons an Decke und Wänden da an Schall geschluckt haben. @Kati63: Wo spielt eure Tochter?
Mein Sohn hat auch Schlagzeug gelernt und jahrelang gespielt. Ein Kellerraum wurde eigens zu diesem Zweck isoliert, ich glaube mit Dämmplatten o.ä.
 
Ich denke, Kinder zu bekommen hat in jedem Alter seine Herausforderungen. Und die sind wiederum von Frau zu Frau unterschiedlich.

Ich selber bin 50 und meine jüngere Tochter ist 9 Jahre alt. Merken tue ich, dass ich körperlich nicht mehr so fit bin wie in jungen Jahren. Dafür bin ich wesentlich gelassener als bei meiner älteren Tochter.

Aber egal wo die Gründe liegen, dass es dir aktuell nicht gut geht - du musst für dich eine Lösung finden. Wenn du Entlastung brauchst, dann solltest du die auch bekommen. Vielleicht ist deinem Partner einfach nicht bewusst, wie es dir geht. Wenn du wieder besser drauf bist, dann profitiert auch euer Kind davon und die Beziehung.
Auch junge Mütter brauchen öfter Unterstützung, lass dir da bloß nicht einreden egoistisch gewesen zu sein, weil du in "dem" Alter noch ein Kind bekommen hast.
Den richtigen Zeitpunkt für ein Kind, den gibt es nicht. Hauptsache das Kind wird geliebt und gut versorgt.
 

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