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Alles steuert auf Trennung zu. Zwischen Hoffnung und Trauer.

Was sie stört oder ihr zu viel ist, kann sie nicht genau sagen.

Ein Gefühl mit Worten zu erklären und mit der Ratio zu begreifen ist schwer möglich.

Sie vermisst eher den Flow und Lebensstil von früher, den wir mit getrennten Wohnungen hatten.

Da ist es doch. Das fehlt ihr, das ist der zu ihr passende Lebensstil.

Das Lebensgefühl.

Da ging es eurer Beziehung gut.

Öfter ausgegangen, uns abgeholt haben, essen waren, Leute getroffen. Tun wir noch immer gern, aber weniger. Statt 4-5mal pro Woche eher 2-3 mal. Ich denke das wird in der warmen Jahreszeit wieder mehr und ist in meinen Augen kein Grund, wieder auseinander zu ziehen.

Wenn du es so formulieren magst...
Was ist denn in deinen Augen ein Grund, etwas an eurer Wohnsituation zu verändern?
Dass es deiner Frau wieder gut gehen kann?
Und damit eurer Beziehung?

Wir haben schon vor dem Zusammenziehen 5-6 Tage jede Woche beieinander verbracht, was gut funktioniert hat und harmonisch war.
Für mich ist das schwer zu begreifen, vor allem weil das lange unsere gemeinsamen Pläne waren und wir immer gesagt haben: „Wenn wir zusammen wohnen, dann…“
was sich für sie verändert hat,

Sie wollte ja nicht weg von dir, sie wollte ja bei dir sein.
Das Gefühl der offenen Tür genügt.
Die Möglichkeit, durch diese gehen zu können, lässt einen umso lieber bleiben.

Wer liebt, lässt frei.


gemeinsam zu träumen und Zukunftspläne zu schmieden.
zusammengezogen. Ein Schritt, der für mich mit viel verbunden war. Ich hatte mir das schon länger gewünscht
sie war eher zögerlich und unsicher
wollte es erst nicht
Als wir uns dann dafür entschieden haben denn Schritt zu machen

Du schreibst sehr oft "wir", wo dieses Wir aus sehr viel Ich (also deine Person, deine Wünsche, deine Vorstellungen) bestand und ihrer Anpassung, ihrem Entgegenkommen, ihrem Nachgeben.

Nun könnte man sagen, ja wieso macht sie das, wenn es nicht ihren eigenen Wünschen entspricht?

Lässt Liebe einen klar sehen?
Da war wohl diese Brille etwas, das euch nun Probleme bereitet.
Den anderen glücklich machen wollen. Glücklich sehen wollen. Etwas für ihn von eigenen Vorstellungen abrücken. Und schwupps, ist eine innere Stimme überhört, weggeschoben.
Und Dinge nehmen ihren Lauf, die so gut gemeint waren, erst Freude bereiteten, doch dann...
Das Erwachen tut weh.
Sie hat sich überfordert. Dir zuLiebe verlaufen. Nicht mehr auf sich gehört, die Augen verschlossen. LaLaLa, ich kann das, ich schaffe das, es wird schon gut gehen.

Ging es nicht.

Wo ihr aus Liebe reingefallen seid, blind und taub, kommt ihr mit Liebe wieder raus. Diesmal sehend und hörend.
Dazugelernt. Klüger.
Milder? Einander nicht zu viel abfordernd? Sich selbst nicht zu viel abfordernd?

für meine Freundin war das Zusammenziehen rückblickend schon ein riesiger Schritt. Einer, der sie an ihre Grenze gebracht hat.
Als wir uns dann dafür entschieden haben denn Schritt zu machen, waren wir beide sehr glücklich und haben es als Start in unsere gemeinsame Zukunft gesehen, der nach und nach damit verbunden ist unsere gemeinsamen Träume zu realisieren. Kinderwunsch, Familie, ein Zuhause aufbauen.

Sie folgte dir, du gingst voraus.
Sie ließ sich mitreißen. Hinreißen.
Du warst so hinreißend, dass sie ihre Grenzen übersah, vergaß, verdrängte und nur wünschte und wollte.

Sie schenkte dir deinen Traum, glaubte, es sei auch ihrer. Wünschte, dass es so sei. Und übersah dabei etwas. Das euch nun einholt.
Die Realität.
Dieser Traum, das ist nicht sie. Nicht auf diese Weise, in diesem Maße.
Es fehlt die für sie so wichtige offene Tür. Ein Gefühl.
Wie sollte sie das mit Worten so transportieren, dass du das nachempfinden könntest? Verstehen?
Wo du doch anders bist, anders fühlst als sie?

Was ein Mann zwischen seinen Beinen fühlt, wird eine Frau nie nachempfinden. Und umgekehrt ebenso. Da helfen alle Worte und Erklärungsversuche nur begrenzt. Logisch, oder?

Ist es in der Liebe denn immer nötig, alles zu verstehen?
Sie ist, wer sie ist. Wie sie ist. Mit dem, was sie braucht, damit es ihr gut geht.
Nur wenn es ihr gut geht, kann es euch, eurer Beziehung gut gehen.
Gilt auch für dich; das wollte sie zu sehr. Dass es dir gut geht.
Jetzt gilt es einen wirklichen Konsens zu finden. Ohne dass einer zuviel aufgibt.


Sie möchte zurück zu mehr Leichtigkeit, weniger Verbindlichkeit. Am liebsten wieder getrennte Wohnungen,
keine konkreten Pläne. Einfach ein schönes Leben führen, reisen, genießen. Und irgendwann – vielleicht – weitersehen.

Ich denke, sie will zurück zu diesem völlig anderen Lebensgefühl.
Zu einer Art, auf die eure Beziehung sehr gut funktionierte. Sich gut anfühlte.

Der Rest ist vielleicht nötige Erholung. Durchatmen. Aufatmen. Tief Luft holen.

Mir ginge es so.

Vielleicht dann auch vorsichtig geworden.
Zögerlich. Aus Angst, dass mir die Luft wegbleibt. Zugeschnürt wird.

Diese Enge jetzt, das kann viel Vertrauen kosten.
Das muss sich zeigen.
Und dann braucht es da Klärung und Lösungsideen.

Bei der Wohnungssuche habe ich viele eigenen Wünsche hintenangestellt, damit es für sie passt, Hauptsache, wir schaffen das zusammen.

So wichtig war dir das Zusammenziehen.
So wichtig war dir, dass sie diesen riesigen Schritt in deine Richtung macht.
So viel wie möglich tun, damit sie nicht zurückzuckt. Zuckerchen, versüßen.

Ich frage mich: Wenn es jetzt nicht klappt, wann dann? Und wie dann?

Wie klappte es (Was ist dieses "es"?) denn vor dem Zusammenzug?
Was wünscht du dir?
Was wünscht sie sich?
Und wie ist das anders umsetzbar als in einer gemeinsamen Wohnung?


Ich hatte liebe Bekannte, da lebte sie in der 3. Etage eines Mehrparteienhauses, er in der 2.

Ich habe Freunde, da hat sie in seinem Haus eine eigene Wohnung, fast ungenutzt. Weil sie bei ihm ist.

In der gleichen Straße, 10, 30 km entfernt, das alles kann sein.
Mit 50 km fand ich es anstrengend, aber machbar.

Es gibt so viele Möglichkeiten.
Bekommt einer keine Luft, geht Beziehung nicht lange gut. Da stirbt etwas.

Es muss doch einen Weg geben.

MUSS es nicht.
Es kann auch zu spät sein.
Kommt in Bewegung und findet es heraus.
Sonst ist es eh klar.




Glaub es oder nicht, aber fehlende Unabhängigkeit ist nicht das Problem, eher ist es so, dass wir wenn ich im Umfeld vergleiche, relativ viel Freiräume und Freiheiten haben und das ist auch gut so. Während der 5,5 jährigen Beziehung haben wir beide zeitweise im Ausland gelebt, ich einmal für zehn und einmal für drei Monate und sie für sechs. Wir haben beide unser eigenes, selbstbestimmtes Leben, gehen beruflich unserer Wege, haben neben einem gemeinsamen, verblendeten Freundeskreis auch jeder unseren eigenen genauso wie eigene Aktivitäten, denen wir nachgehen.

Und jetzt ist da stattdesssen der goldene Käfig. Der so schön glänzte, so verlockend war.
Und nun die Luft nimmt, die Flügel stutzt, ...
Zerstörerisch wirkt.

Ich finde getrennte Wohnungen nicht generell schlecht und eine gute Lösung, wenn es beide Seiten möchten.
Langfristig sehe ich mich aber nicht in diesem Modell, ich wünsche mir ein gemeinsames Zuhause und für mich gehört das über kurz oder lang einfach zum Beziehungsleben dazu. Für meine Freundin eigentlich auch, sagt sie. Sie hat auch schon viele Jahre lang mit einem ehemaligen Partner zusammen gelebt.

Was damals, irgendwann mal passte, muss heute nicht mehr passen. Sie ist schließlich auch nicht mehr bei diesem damaligen Partner.
Und der Mensch verändert sich, entwickelt sich.

Wenn du das eine brauchst und sie das andere, dann wird wohl nur eine schmerzhafte Trennung bleiben.

In der Theorie keine schlechte Idee, aber in der Praxis? Wir alle kennen die aktuelle Lage am Wohnungsmarkt. Auch eine kleine Wohnung muss erstmal gefunden und dann bezahlt werden. Selbst eine Einzimmerwohnung schluckt da ordentlich Geld, wenn es nicht das letzte Loch am A**** der Welt ist.

Und doch gelang es euch die jetzige Wohnung zu finden...
Und vorher, jede für sich eine Wohnung zu finanzieren.

Das ist ja, dass wir eigentlich Schritte Richtung Familiengründung machen wollten und das auch so zusammen geplant haben.

Familie geht nur klassisch?

Spontaner Gedanke:
Hat sich in dir, in deinem Denken, vielleicht etwas verändert?
Ist da Leichtigkeit abhanden gekommen, die deine Frau nun an dir vermisst?
Offenheit, Freiheit im Denken?

Was meine Freundin jetzt nicht mehr will, sondern erst ein paar weitere Jahre ohne langfristige Pläne verbringen.

Überaus vernünftig. Erst bahnte es sich an, jetzt steckt ihr in einer Krise.

Ich glaube, daran würde auch ein Rückzugsort für sie nichts ändern.

Es würde dir nicht gefallen, was sich verändern würde. Trifft das nicht mehr zu?
 
Ich könnte mir vorstellen, dass der Knackpunkt auch die "Familienplanung" ist... Da sie mit 40 Jahren noch kinderlos ist, hatten Kinder für sie scheinbar keine Priorität, keinen nennbaren Stellenwert. Wahrscheinlich bist Du diejenige welche? Sie als neu entdeckte Lesbe mag diese Verantwortung vielleicht in dieser neu entdeckten Lebensweise nicht eingehen, zu viel Commitment? Das meine ich auf keinen Fall abwertend, bitte nicht falsch verstehen! Aber so ein Kind bedeutet doch eine Menge mehr als nur ein Zusammenziehen und eine andere Lebensweise ausprobieren.

Habt ihr mal geschaut, wie es aussieht, wenn ihr aus dem Alltag "ausbrecht"? 2, 3 Wochen Urlaub, abseits von Alltagsstress, gute gemeinsame Qualitytime?

Aber letztendlich müsst ihr schauen, ob ein gemeinsames Paarleben dauerhaft funktioniert. Das kann ja durchaus in getrennten Wohnungen stattfinden. Und dann solltet ihr euch zusammensetzen und wirklich offen und ehrlich das Thema Kinderwunsch durchsprechen. Denn wenn ihr jetzt, so schon die Leichtigkeit fehlt, dann wirkt ein Kind vielleicht wie ein Mühlstein.
 
Ich versuche es!
Wir sind ein (weibliches) Paar und seit Herbst 2019 zusammen. Meine Freundin ist 40, ich bin 31 Jahre alt.
Für mich ist es die erste langjährige Beziehung, davor hatte ich nur kürzere Beziehungen, maximal ein Jahr. Für sie ist es die erste mit einer Frau. Schon bald fühlte es sich für uns beide wie ein „Ankommen“ an. Endlich etwas, das sich richtig anfühlt. Vertraut, sicher, frei, weil wir ganz wir selbst sein können, uns in unserem Leben verwirklichen und doch auch viel miteinander teilen. Wir durften viele schöne Momente zusammen erleben, haben auch schon sehr schwierige Zeiten gemeistert und mit der Zeit angefangen, gemeinsam zu träumen und Zukunftspläne zu schmieden.

Und genau da wird es jetzt schwer. Denn diese Träume beginnen sich aufzulösen.

Vor etwa einem Jahr sind wir zusammengezogen. Ein Schritt, der für mich mit viel verbunden war. Ich hatte mir das schon länger gewünscht, sie war eher zögerlich und unsicher und wollte es erst nicht. Als wir uns dann dafür entschieden haben denn Schritt zu machen, waren wir beide sehr glücklich und haben es als Start in unsere gemeinsame Zukunft gesehen, der nach und nach damit verbunden ist unsere gemeinsamen Träume zu realisieren. Kinderwunsch, Familie, ein Zuhause aufbauen.

Aber für meine Freundin war das Zusammenziehen rückblickend schon ein riesiger Schritt. Einer, der sie an ihre Grenze gebracht hat. Alles Weitere, Kinder, langfristige Planung, ist ihr zu viel. Sie möchte zurück zu mehr Leichtigkeit, weniger Verbindlichkeit. Am liebsten wieder getrennte Wohnungen, keine konkreten Pläne. Einfach ein schönes Leben führen, reisen, genießen. Und irgendwann – vielleicht – weitersehen.
Was sie stört oder ihr zu viel ist, kann sie nicht genau sagen. Wir haben schon vor dem Zusammenziehen 5-6 Tage jede Woche beieinander verbracht, was gut funktioniert hat und harmonisch war.

Für mich ist das schwer zu begreifen, vor allem weil das lange unsere gemeinsamen Pläne waren und wir immer gesagt haben: „Wenn wir zusammen wohnen, dann…“ Für mich ist das nach wie vor so und es ist schwer zu verstehen, was sich für sie verändert hat, dass es für sie jetzt anders ist.
Bei der Wohnungssuche habe ich viele eigenen Wünsche hintenangestellt, damit es für sie passt, Hauptsache, wir schaffen das zusammen. Und jetzt zu hören, dass selbst das gemeinsame Wohnen zu viel ist und eigentlich nicht das, was meine Freundin will… das trifft mich. Ich frage mich: Wenn es jetzt nicht klappt, wann dann? Und wie dann?

So stehen wir also da und wollen in komplett gegensätzliche Richtungen und während wir versuchen, das zu verstehen und das irgendwie zu lösen, wird die Stimmung zwischen uns schlechter und schlechter.
Seit Monaten entfernen wir uns merklich voneinander. Es ist nicht laut, aber spürbar. Weniger Nähe, viel mehr Streit. Oft um Kleinigkeiten. Und dieser wachsende Abstand tut weh. Wir schlafen kaum noch miteinander, unsere Gespräche enden öfter in Missverständnissen als in Verbindung. Die Art wie wir streiten hat ein Niveau erreicht, dass es in jahrelanger Beziehung nie gab. Sehr verletzend und hässlich. Und doch gibt es zwischendurch diese Momente voller Vertrautheit und Liebe, dass ich denke: Es muss doch einen Weg geben. Das, was wir haben, ist so gut. Das wirft man nicht einfach weg.

Zum ersten Mal von Trennung gesprochen haben wir in der Zeit um Weihnachten/Silvester. Wir sind beide unglücklich, wie es jetzt ist und für uns beide müsste es in andere Richtungen gehen, damit das wieder wird.
Die Vorstellung einer Trennung ist aber so hart, dass ich mir das gar nicht näher vorstellen kann und will.

Hallo liebe Lo.

Das tut mir leid zu lesen. Da sind zwei Menschen, die sich lieben und doch hat einer Angst vor der Nähe und der Intensität, obgleich er sie gleichzeitig ja wünscht.

Für Dich würde sich "getrennte" Wohnungen wie eine Trennung anfühlen?

Ja, möglich, dass ihr erst durch das Zusammenleben bewusst geworden ist, was das alles bedeutet, ebenso das Tragen der Verantwortung für ein Kind innerhalb der Beziehung.

Vielleicht müsst ihr euch gar nicht trennen, sondern einfach Kompromisse schließen. Manchmal können Rückschritte dazu dienen, Fortschritte zu machen. Vielleicht hat sich nicht einmal die Frage "ob Beziehung" für sie verändert, sondern "lediglich" die Vorstellung vom "wie".

Für Dich muss sich das anfühlen wie Ablehnung, wobei es sich für mich jetzt nicht zwingend so liest. Ihr seid beide traurig. Und vielleicht fühlt sie sich auch schuldig, weil sie etwas zugesagt hat, was ihr jetzt über den Kopf wächst und sie Dir nicht wehtun will. Bevor sie den Schmerz aushält und die Verantwortung für ihr vorschnelles Handeln übernimmt, lieber vorzeitig aus der Nähe aussteigt.

Weißt Du, wie ich das meine?

Ihr solltet zusammen reden. Sprich sie ruhig auf die Punkte an. Manchmal hilft es, wenn der Partner einfach etwas ausspricht, was er wahrnimmt, weil der andere es "einfach nicht kann".
 
Das ist aber auch so eine Sache "Liebe macht nie Schluss"; Menschen aber schon, wenn sie keinen Bock mehr haben.

Wieso haben wir so eine Wortwahl, "keinen Bock"- bedeutet das nicht : keine Lust?

Hier in diesem Thread hat sich jemand etwas ausgemalt, was leider nicht klappt, obwohl man es versuchte. Erwartungen wurden nicht erfüllt, die Enttäuschung ist groß. Es ist natürlich nachvollziehbar, dass man weint und trauert.
 
Hallo Lo.,

das erinnert mich sehr an meine Themen in meiner Beziehung.
Hier fiel ja schon die Idee einer Paartherapie, ich hoffe, ich habe deine Antwort darauf nicht überlesen, aber wäre das für dich vorstellbar?

Ich selbst bin mit meinem Partner in Bezug auf ähnliche Themen diesen Weg gegangen. Ob er uns langfristig hilft, kann ich dir noch nicht sagen und natürlich ist es auch eine Geldfrage (aber es klingt für mich so, als würdet ihr finanziell besser dastehen als mein Partner und ich), aber bisher finde ich die Termine sehr gut und hilfreich. Auch wenn wir selbst zu zweit gut sprechen können, ist es mit einer dritten Person nochmal anders, so ist es manchmal leichter in Themen tiefer reinzugehen, sie bohrt auch mal nach, hinterfragt lebensgeschichtliche Bezüge usw.
Wenn du Fragen dazu hast, kannst du mir auch gerne eine Nachricht schicken.

Lg
 
Ein Gefühl mit Worten zu erklären und mit der Ratio zu begreifen ist schwer möglich.
Das mag stimmen, aber das ist doch Knackpunkt jeder menschlichen Beziehung. Etwas zu fühlen und es einem anderen mit Worten verständlich zu machen. Es ist nicht unmöglich, zumindest wenn man die eigenen Gefühle selbst versteht.
Wenn du es so formulieren magst...
Was ist denn in deinen Augen ein Grund, etwas an eurer Wohnsituation zu verändern?
Dass es deiner Frau wieder gut gehen kann?
Und damit eurer Beziehung?
Sicher ist es ein guter Grund, dass meine Freundin wieder glücklich ist und sich wohl fühlt.
Ob es unserer Beziehung dann besser geht, steht auf einem anderen Blatt. Denn zu dieser Beziehung gehören zwei Menschen dazu
Wer liebt, lässt frei.
Mit Kalendersprüchen kann ich wenig anfangen.
Du schreibst sehr oft "wir", wo dieses Wir aus sehr viel Ich (also deine Person, deine Wünsche, deine Vorstellungen) bestand und ihrer Anpassung, ihrem Entgegenkommen, ihrem Nachgeben.
Nein, das stimmt einfach nicht.
Ich finde deine Interpretationen und Unterstellungen sehr unfair, weil sie nicht zur Realität passen.
Meine Freundin würde über deine Zeilen aus vollem Herzen lachen, weil das so ein absolut falsches Bild von ihr, mir und unserer Beziehung zeichnet.
Meine Freundin ist zum Glück der unangepassteste Mensch der Welt, so kenne und liebe ich sie.
Schon krass, was darein interpretiert wird, dass ich mir schon früher vorstellen konnte, zusammenzuziehen als sie, während sie das nicht wollte und auch Zweifel hatte.

Ausschlaggebend für den Umzug war am Ende sie. Ganz sicher nicht aus Entgegenkommen oder um Wünsche zu befriedigen, die nur ich hatte und sie nicht teilt. Wir wollten das beide.
Nun könnte man sagen, ja wieso macht sie das, wenn es nicht ihren eigenen Wünschen entspricht?

Lässt Liebe einen klar sehen?
Da war wohl diese Brille etwas, das euch nun Probleme bereitet.
Den anderen glücklich machen wollen. Glücklich sehen wollen. Etwas für ihn von eigenen Vorstellungen abrücken. Und schwupps, ist eine innere Stimme überhört, weggeschoben.
Und Dinge nehmen ihren Lauf, die so gut gemeint waren, erst Freude bereiteten, doch dann...
Das Erwachen tut weh.
Sie hat sich überfordert. Dir zuLiebe verlaufen. Nicht mehr auf sich gehört, die Augen verschlossen. LaLaLa, ich kann das, ich schaffe das, es wird schon gut gehen.
Nochmal klar und deutlich: nein.
Wir sind keine Teenager, wir waren vor dem Umzug mehrere Jahre zusammen, haben viele gute, aber auch schwere Zeiten zusammen erlebt und die rosarote Brille längst abgelegt.
Wir sind beide mündige Erwachsene, die noch dazu beide liebend gerne ausgiebig miteinander sprechen und diskutieren. Das ganze ist nicht halb so gefühlsgesteuert gelaufen, wie du dir vorstellst.

Was schon zutrifft, denke ich, dass ihre Vorstellung anders war als die Realität und jetzt viel Überforderung da ist.
Vielleicht dann auch vorsichtig geworden.
Zögerlich. Aus Angst, dass mir die Luft wegbleibt. Zugeschnürt wird.

Diese Enge jetzt, das kann viel Vertrauen kosten.
Das muss sich zeigen.
Und dann braucht es da Klärung und Lösungsideen.
Oh Gott, mehr Pathos und Drama ging nicht?
So wichtig war dir das Zusammenziehen.
So wichtig war dir, dass sie diesen riesigen Schritt in deine Richtung macht.
So viel wie möglich tun, damit sie nicht zurückzuckt. Zuckerchen, versüßen.
So wichtig war mir, dass es meiner Freundin gut geht, sie sich wohl fühlt, es für sie passt.
Wäre es das nicht jedem?
Wie gesagt, Ausgangslage:
- Wir wollen beide zusammenziehen.
- Ihrerseits gibt es mehr Bedenken und Unsicherheiten als meinerseits. Ich finde es nicht ungewöhnlich, dass zwei Partnerinnen da unterschiedlich ticken.
- Sie hatte viele konkrete Vorstellungen, Bedingungen, No Gos was Lage, Wohnung, etc. betrifft.
- Ich selbst hatte nicht so genaue Vorstellungen und fand es für mich dann einfacher Kompromisse einzugehen oder auch auf Punkte zu verzichten, die ich gut gefunden hätte, aber mir weniger wichtig waren, als meiner Freundin ihre Punkte. Auch das finde ich nicht ungewöhnlich. In anderen Themen ist es dann auch mal umgekehrt, dass es meiner Freundin weniger wichtig ist und sie kompromissbereiter.

Ehrlich gesagt bin ich schockiert, wie man jemanden solche Absichten unterstellen kann. Ich hätte sie mit "Zuckerchen" gelockt und durch meine Kompromissbereitschaft manipuliert, mit ihr zusammenzuziehen?
Das hast du nicht wortwörtlich geschrieben, aber zusammen mit dem "Ton" deines gesamten Textes finde ich deine Äußerungen sehr deplatziert.
Und jetzt ist da stattdesssen der goldene Käfig. Der so schön glänzte, so verlockend war.
Und nun die Luft nimmt, die Flügel stutzt, ...
Zerstörerisch wirkt.
Goldener Käfig? Verlockend? Luft nimmt? Flügel stutzt? Zerstörerisch wirkt?
Welchen Film fährst du bitte? Sprichst du hier von eigenen Erfahrungen, die du auf mich projizierst oder was ist los?
Was damals, irgendwann mal passte, muss heute nicht mehr passen. Sie ist schließlich auch nicht mehr bei diesem damaligen Partner.
Und der Mensch verändert sich, entwickelt sich.

Wenn du das eine brauchst und sie das andere, dann wird wohl nur eine schmerzhafte Trennung bleiben.
Das stimmt.
Spontaner Gedanke:
Hat sich in dir, in deinem Denken, vielleicht etwas verändert?
Ist da Leichtigkeit abhanden gekommen, die deine Frau nun an dir vermisst?
Offenheit, Freiheit im Denken?
Hat es sich sicher. Ob Leichtigkeit abhanden gekommen ist, kann ich nicht beantworten, ich finde, dass es noch immer Leichtigkeit in unserem Leben und unserer Beziehung gibt, aber durch die schlechte Stimmung zwischen uns weniger als früher.
Es würde dir nicht gefallen, was sich verändern würde. Trifft das nicht mehr zu?
Nein, das trifft genauso wenig zu wie viele andere deiner merkwürdigen Mutmaßungen.
 
Ich könnte mir vorstellen, dass der Knackpunkt auch die "Familienplanung" ist... Da sie mit 40 Jahren noch kinderlos ist, hatten Kinder für sie scheinbar keine Priorität, keinen nennbaren Stellenwert.
Kann man so nicht sagen.
Sie hatte in ihren 20ern bis in die 30ern den Fokus stark auf ihre Arbeit und Berufung, aber wollte immer Kinder haben. Dass es keine Priorität hatte, stimmt teilweise. Es kamen Chancen und Gelegenheiten beruflicher Natur dazwischen, die sie ergriffen und das priorisiert hat. Dann hat es mit Partnern nicht gepasst. Eine Mischung aus vielen verschiedenen Gründen.

Als wir uns kennenlernten war es auch durch den Altersunterschied so, dass ich noch keinen deutlichen Kinderwunsch hatte (ich war Mitte 20), während sie mir als wir zunächst nur freundschaftlich verbunden waren, bereits sehr klar sagte, dass sie sich eine feste, langanhaltende Beziehung und vor allem eine Familie mit Kindern wünscht. Als sich zwischen uns dann romantische Gefühle anbahnten, war das auch einer der Knackpunkte, der mich verunsicherte. Möchte sie das sehr bald, in ein, zwei Jahren angehen? Passt es dann zusammen, wenn das für mich zu früh wäre? Sie hat das dann zerstreut, weil sie keinen Druck spürte, schnelle Schritte machen zu müssen, aber sie sagte mir, um fair und transparent zu sein, schon, dass es zu ihrem Lebensplan gehört.
Sie als neu entdeckte Lesbe mag diese Verantwortung vielleicht in dieser neu entdeckten Lebensweise nicht eingehen, zu viel Commitment?
Sie ist keine neu entdeckte Lesbe. Ich bin die erste Frau, mit der sie in einer festen Beziehung lebt, aber lesbische Erfahrungen, Dates, Sex hatte sie schon in ihrer Jugend und immer wieder zwischendurch. Klassisch bi halt.
Unsere Beziehung ist auch nicht mehr so neu, wir sind seit 5,5 Jahren zusammen. Das ist kein Experiment oder ein Ausleben von irgendeiner neu erkannten Vorliebe. Ich finde das schon etwas abwertend, würde man eine 5,5 Jahre alte Hetero-Beziehung denn als "Ausprobieren" abstempeln? Was mit neu entdeckter Lebensweise gemeint ist, weiß ich auch nicht. Wir sind keine Außerirdischen, die auf einem anderen Planeten leben als Heteros. Wir kochen auch nur mit Wasser.
Habt ihr mal geschaut, wie es aussieht, wenn ihr aus dem Alltag "ausbrecht"? 2, 3 Wochen Urlaub, abseits von Alltagsstress, gute gemeinsame Qualitytime?
Wir waren erst im Januar fast drei Wochen auf Reisen. Das war wunderschön, sehr entspannt und toll. Viel Harmonie und Spaß, wenig Spannungen und Konflikte. Meine Hoffnung war, diese gute Stimmung zwischen uns auch mit in den Alltag nehmen zu können, aber dem war nicht so.
Aber letztendlich müsst ihr schauen, ob ein gemeinsames Paarleben dauerhaft funktioniert. Das kann ja durchaus in getrennten Wohnungen stattfinden. Und dann solltet ihr euch zusammensetzen und wirklich offen und ehrlich das Thema Kinderwunsch durchsprechen. Denn wenn ihr jetzt, so schon die Leichtigkeit fehlt, dann wirkt ein Kind vielleicht wie ein Mühlstein.
Kann in getrennten Wohnungen stattfinden, wenn sich das für beide gut anfühlt.
Offen und ehrlich über alles zu sprechen ist auch mein großer Wunsch.
 
Aber offensichtlich gefällt ihr das Zusammenwohnen im Moment nicht.
Wenn sie nicht damit rausrückt warum, finde ich das unfair.
Will sie denn wieder ausziehen?
Was meint sie dazu?
Vielleicht hat sich ja auch ihre Meinung bezüglich Familie bzw. Kinderwunsch geändert.
Hast Du sie da schon mal gefragt?
 
Für Dich würde sich "getrennte" Wohnungen wie eine Trennung anfühlen?
Nicht automatisch.
Wir haben ja jahrelang getrennt gewohnt in einer Beziehung gelebt.
Ich finde es auch generell okay, sich bewusst für getrenntes Wohnen zu entscheiden, wenn beide Partner das möchten.
Für mich wäre es emotional schwierig, weil es schwer wäre, es nicht als Ablehnung des Zusammenlebens mit mir zu verstehen. Ich empfände es schon als "Rückschritt" und vielleicht sogar als Scheitern.
Vielleicht müsst ihr euch gar nicht trennen, sondern einfach Kompromisse schließen. Manchmal können Rückschritte dazu dienen, Fortschritte zu machen. Vielleicht hat sich nicht einmal die Frage "ob Beziehung" für sie verändert, sondern "lediglich" die Vorstellung vom "wie".
Wenn ich nur wüsste, welche Kompromisse das sein könnten. Der Gedanke mit den Rückschritten, die nötig sind, um Fortschritte zu machen, muss ich mir durch durch den Kopf gehen lassen.
Für Dich muss sich das anfühlen wie Ablehnung, wobei es sich für mich jetzt nicht zwingend so liest. Ihr seid beide traurig. Und vielleicht fühlt sie sich auch schuldig, weil sie etwas zugesagt hat, was ihr jetzt über den Kopf wächst und sie Dir nicht wehtun will. Bevor sie den Schmerz aushält und die Verantwortung für ihr vorschnelles Handeln übernimmt, lieber vorzeitig aus der Nähe aussteigt.

Weißt Du, wie ich das meine?
Ich weiß, wie du es meinst. Ich weiß aber nicht genau, ob es zutrifft. Partiell vielleicht. Wir sind wirklich beide traurig. Anders als von einigen Leuten hier gibt es zwischen uns auch kaum gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen, auch nicht Gedanken in die Richtung, dass eine von uns die Böse ist. Eher Ratlosigkeit und Hilflosigkeit.
Ihr solltet zusammen reden. Sprich sie ruhig auf die Punkte an. Manchmal hilft es, wenn der Partner einfach etwas ausspricht, was er wahrnimmt, weil der andere es "einfach nicht kann".
Ich werde es versuchen. Danke!
 

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