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Alles steuert auf Trennung zu. Zwischen Hoffnung und Trauer.

Bei "wir lieben uns wirklich sehr" wurde ich schon ein bisschen stutzig, denn was bringt denn diese gewaltige Schwere mit sich?
"Wir lieben uns wirklich sehr" macht dich stutzig? Aber wir lieben uns nunmal sehr. Kann mir vorstellen dass das schwer oder schwülstig klingt, aber ich habe derzeit auch immer wieder schwere und schwülstige Gefühle durch unsere Beziehungssituation.
 
Manchmal ist es nicht so einfach,dass man sieht ob eine Beziehung nun eher gut oder nicht gut tut.
Und man sieht die Vergangenheit und wenn es nicht gut läuft,hofft man auf eine Besserung.
Und das ist im Grunde genommen auch gut so.
Wenn man sich liebt,gibt man nicht einfach so auf.
Und trotzdem ist vllt irgendwann das Ende einer Beziehung gekommen,wenn sie mehr schmerzt,als uns glücklich macht.
Danke, ich fühle mich von deinem Text sehr verstanden. Vieles trifft zu, wir sind beide nicht bereit aufzugeben und loszulassen, obwohl vieles so schwierig und kompliziert ist.
 
Manchmal können auch getrennte Wohnungen ein Weg zu einer besseren Beziehung führen. Insbesondere wenn man nicht mehr so wirklich alltagskompatibel ist, was oft mit veränderten Bedingungen z.B. im Job zusammenhängt. Seh ich z.B. bei meiner Schwester und ihrem Mann. Da funktionierte das Zusammenleben irgendwann überhaupt nicht mehr. Es gab ständig Zank und Streit. Seitdem sie ausgezogen ist, haben sich die Streitereien in Luft aufgelöst und sie verstehen sich wieder blendend.
Danke, dass du das ansprichst. Wie ich schon geschrieben habe, ist das bei uns auch ein Knackpunkt.

Ich finde getrennte Wohnungen nicht generell schlecht und eine gute Lösung, wenn es beide Seiten möchten.
Langfristig sehe ich mich aber nicht in diesem Modell, ich wünsche mir ein gemeinsames Zuhause und für mich gehört das über kurz oder lang einfach zum Beziehungsleben dazu. Für meine Freundin eigentlich auch, sagt sie. Sie hat auch schon viele Jahre lang mit einem ehemaligen Partner zusammen gelebt.
Was sie an unserem Zusammenleben konkret stört, kann sie nicht genau sagen oder will es nicht. Das ist nicht so ganz klar.
 
Sie hat auch schon viele Jahre lang mit einem ehemaligen Partner zusammen gelebt.
Was sie an unserem Zusammenleben konkret stört, kann sie nicht genau sagen oder will es nicht. Das ist nicht so ganz klar.
Das ist aber wichtig,dass ihr das beleuchtet,was sie da genau stört.
Ich finde es noch etwas anderes,wenn man sich entscheidet,nicht zusammen zu ziehen,als wenn man schon zusammen wohnt und dann wieder auseinander ziehen möchte.
Das heißt doch, irgendwas stört einen.
Oder man wünscht sich etwas.
Mehr Rückziehmöglichkeiten?
Mehr Ruhe?
Gibt es Streit über die Haushaltsführung?
 
Das ist aber wichtig,dass ihr das beleuchtet,was sie da genau stört.
Ich versuche dem seit Monaten auf den Grund zu gehen. Sie sagt, sie stört nichts in dem Sinn oder an dem Zusammenwohnen mit mir. Sie vermisst eher den Flow und Lebensstil von früher, den wir mit getrennten Wohnungen hatten. Obwohl wir da auch 5-6 Tage pro Woche miteinander waren. Der Unterschied ist, dass wir mehr unterwegs waren und generell weniger Zeit in den beiden Wohnungen verbrachten. Öfter ausgegangen, uns abgeholt haben, essen waren, Leute getroffen. Tun wir noch immer gern, aber weniger. Statt 4-5mal pro Woche eher 2-3 mal. Ich denke das wird in der warmen Jahreszeit wieder mehr und ist in meinen Augen kein Grund, wieder auseinander zu ziehen. Aber mehr ist aus ihr nicht hinauszubekommen. Ich denke, dass sie es selbst nicht so genau weiß, denn sie ist selbst auch verzweifelt, weil sie es nicht besser erklären kann, warum sie unglücklich ist.

Rückzugsmöglichkeiten und Zeit alleine zu Hause hat sie mehr als ich. Sie arbeitet viel von zu Hause aus. Ich gar nicht und habe auch Nachtschichten und Wochenenddienste, da hat sie dann Zeit für sich. Ich bin hingegen fast nie mal alleine zu Hause, was mich aber nicht so sehr stört oder ich mich dann einfach innerhalb der Wohnung zurückziehe. Was mir ausreicht.
Mit Haushalt sind wir sehr unterschiedlich, aber es gibt keinen Streit darüber, weil wir uns schon gut genug kennen und akzeptieren, wie die andere tickt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Lo,
vielleicht wäre eine zusätzliche kleine Einzimmerwohnung für euch genau passend?
Ihr würdet noch gemeinsam in der Hauptwohnung zusammen leben, aber zwischendurch könnte sich deine Partnerin auch mal für ein paar Tage in die kleine Wohnung zurückziehen…
Womöglich wäre das ein umsetzbarer Kompromiss?
Und eure Liebe könnte weiter bestehen und ihr müsst euch nicht trennen…
 
Hallo Lo,
vielleicht wäre eine zusätzliche kleine Einzimmerwohnung für euch genau passend?
Ihr würdet noch gemeinsam in der Hauptwohnung zusammen leben, aber zwischendurch könnte sich deine Partnerin auch mal für ein paar Tage in die kleine Wohnung zurückziehen…
Womöglich wäre das ein umsetzbarer Kompromiss?
Und eure Liebe könnte weiter bestehen und ihr müsst euch nicht trennen…
In der Theorie keine schlechte Idee, aber in der Praxis? Wir alle kennen die aktuelle Lage am Wohnungsmarkt. Auch eine kleine Wohnung muss erstmal gefunden und dann bezahlt werden. Selbst eine Einzimmerwohnung schluckt da ordentlich Geld, wenn es nicht das letzte Loch am A**** der Welt ist.
Ich weiß auch nicht, ob es den Kern unseres Problems löst. Das ist ja, dass wir eigentlich Schritte Richtung Familiengründung machen wollten und das auch so zusammen geplant haben. Was meine Freundin jetzt nicht mehr will, sondern erst ein paar weitere Jahre ohne langfristige Pläne verbringen. Ich glaube, daran würde auch ein Rückzugsort für sie nichts ändern.
 
Hi Lo.,

das tut mir sehr leid, wie es bei euch gerade läuft.

Du schreibst, dass es dein Wunsch war zusammen zu ziehen und dass sie es erst nicht wollte. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass sie das dann irgendwann so mit gemacht hat, weil du es dir so sehr gewünscht hast.

Für mich ist das schwer zu begreifen, vor allem weil das lange unsere gemeinsamen Pläne waren und wir immer gesagt haben: „Wenn wir zusammen wohnen, dann…“ Für mich ist das nach wie vor so und es ist schwer zu verstehen, was sich für sie verändert hat, dass es für sie jetzt anders ist.

Ich glaube nicht, dass es für sie jetzt anders ist, du hast geschrieben, sie wollte es von Anfang an nicht. Es waren deine Pläne, nicht Eure. Vielleicht wollte sie dich nicht verlieren und hat sich dann irgendwann selber was anderes eingeredet.

Ich an Deiner Stelle würde mit ihr reden und ihr sagen, dass du merkst, dass sie nicht glücklich ist und derzeit eigentlich nicht mit dir zusammen leben möchte. Und du bist ja mit der jetzigen Situation und den Streits auch nicht glücklich . Dann würde ich vorschlagen, wieder auseinander zu ziehen. Ohne Vorwürfe, ohne eine Trennung auszusprechen oder irgendwas zu entscheiden, wie es dann mit Euch weitergeht. Du wirst sie ja nicht zwingen wollen, mit dir zusammen zu leben, wenn sie das nicht möchte. Denn du liebst sie ja und möchtest, dass sie glücklich ist. Trennen möchtest du dich auch nicht, also mach es auch nicht.

Und dann warte erstmal ab, was das dann mit dir macht, was du fühlst. Und auch sie muss für sich schauen. So wie es jetzt ist, funktioniert es nicht. Es kann sein, dass in ihr ein innerer Widerstand ist und sie deswegen mit allem hadert und hinterher doch merkt, dass sie dem Neuen einfach keine Chance gegeben hat. Vielleicht kommt nach einiger Zeit bei ihr doch der Wunsch nach einem Zusammenleben mit dir aus dem eigenen Inneren heraus und nicht, weil sie überredet wurde oder es dir zuliebe macht aus Angst, dich sonst zu verlieren.

Oder aber du merkst irgendwann, dass du diese Unverbindlichkeit nicht möchtest und deine Gefühle nehmen ab und du möchtest irgendwann die Trennung und kannst sie auch durchziehen.
Ich würde es jetzt noch nicht entscheiden und eine Trennung übers Knie brechen. Aber so weiter leben würde ich auch nicht wollen.
 
Du schreibst, dass es dein Wunsch war zusammen zu ziehen und dass sie es erst nicht wollte. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass sie das dann irgendwann so mit gemacht hat, weil du es dir so sehr gewünscht hast.
Das stimmt nicht so ganz.

Was stimmt ist, dass ich mir das schon früher vorstellen hätte können. Sicher schon zwei, drei Jahre eher. Ich konnte aber auch verstehen, dass meine Freundin es noch nicht wollte und für sie noch weiter weg war. Es war okay. Das Thema kam dann aber immer wieder auf in verschiedenen Situationen, ich habe meine Wohnung wegen meines längeren Auslandaufenthalts aufgegeben und mein Hab und Gut auch bei ihr eingelagert und wir haben besprochen, dass wir nach meiner Rückkehr zusammenziehen. Haben wir nicht gemacht, aber immer wieder darüber geredet. Nicht nur von mir ausgehend. Dabei hat sich herauskristallisiert, dass ich das Zusammenziehen positiver und entspannter sehe und bei ihr schon Restzweifel da sind. Wir haben über die Zeit viel darüber gesprochen, wie wir es uns überhaupt vorstellen könnten, welcher Stadtteil, wie die Wohnung beschaffen sein muss, sie war es auch, die automatische Suchmaschinen auf Wohnungsportalen eingerichtet hat, weil ihre Ansprüche und Bedingungen konkreter waren als meine und ich mir eher vorstellen konnte, auf bestimmte Dinge zu verzichten. Haben das Thema aber auch über lange Zeit ruhen gelassen. Es war nicht permanent Thema und ich habe auch keinen Druck gemacht. Sie wusste schon, dass ich es mir wünsche und ich bereit für den Schritt bin, aber denke nicht, dass sie sich gedrängt gefühlt hat.

Ausschlaggebend war dann, dass die perfekte Wohnung angeboten wurde, die die meisten unserer Vorstellungen erfüllt hat und vor allem zu den Wünschen meiner Freundin gepasst hat. Sie hat die Anzeige entdeckt und war dann eher die Euphorische und diejenige, die aktiv geworden ist, dass wir die Wohnung anschauen und auch bekommen. Was nicht heißt, dass alle Zweifel weggeblasen waren, aber es hat zu dem Zeitpunkt eher Aufregung und Freude überwogen.

Außerdem ist meine Freundin eine 40 jährige, erwachsene Frau und zum Glück sehr starke Persönlichkeit. So eine große Entscheidung, wie zusammenziehen würde sie nicht mir zuliebe treffen und einfach eben mal mitmachen, wenn sie es selbst überhaupt nicht will.

Was natürlich sein kann, dass sie es sich anders vorgestellt hat und sie konkrete Dinge stören, die sie mir so nicht sagen kann oder will. Ich habe immer wieder gefragt, aber es kommt nichts Konkretes.
Ich an Deiner Stelle würde mit ihr reden und ihr sagen, dass du merkst, dass sie nicht glücklich ist und derzeit eigentlich nicht mit dir zusammen leben möchte. Und du bist ja mit der jetzigen Situation und den Streits auch nicht glücklich .
Stimmt, wir sind beide nicht glücklich und wollen das für uns beide nicht.
Du wirst sie ja nicht zwingen wollen, mit dir zusammen zu leben, wenn sie das nicht möchte. Denn du liebst sie ja und möchtest, dass sie glücklich ist. Trennen möchtest du dich auch nicht, also mach es auch nicht.
Trifft alles zu. Die Idee wieder in getrennten Wohnungen zu leben, gibt es ja schon und kam von ihr. Ehrlich gesagt ist es einfach schwer sich nicht abgelehnt zu fühlen, wenn sie das gemeinsame Wohnen so unglücklich macht und das wieder abbrechen will. Für mich wäre es ein großer Rückschritt und das Gefühl, nicht gereicht zu haben oder nicht gut genug zu sein stark präsent. Ich weiß nicht, ob ich das so locker wegstecken kann und einfach zurück auf den Statusquo gehen kann, den wir vor dem Zusammenziehen hatten.

Außerdem geht es nicht nur um die Wohnsituation, sondern auch die Perspektive, unsere gemeinsamen Zukunftspläne noch einige Jahre auszusetzen und dann weiterzuschauen, was wir dann überhaupt wollen. Ich weiß nicht, ob ich das mitmachen will und kann. Ich weiß einfach sehr klar, was ich möchte und in den letzten Jahren mit meiner Freundin haben wir da immer sehr transparent kommuniziert. Wir wollten beide einiges für uns erreichen (beruflich und persönlich) und zusammen erleben. Haben für uns eine Art "Timeline" festgelegt, wenn ich meine Wunschanstellung bekomme und eine Zeitlang in der Position gearbeitet habe, wenn sie ein bestimmtes Großprojekt abschließt, wenn wir gemeinsam wohnen, dann Familiengründung.
Jetzt ist das alles der Fall und es könnte so sein, wie wir uns gewünscht haben. Grade bei der Kinderplanung hat man auch nicht unbegrenzt Zeit und für ein lesbisches Paar ist das ohnehin mit mehr Vorlauf und Aufwand verbunden, als für ein heterosexuelles Paar.
 

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