°grisou°
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Das hat nach meiner Meinung nicht nur was von Entmündigung, sondern es IST Entmündigung. Und gar nicht selten von Leuten, die es für eine absolute Zumutung und Freiheitsberaubung halten, wenn sie zum Wohl anderer während einer Pandemie eine Maske tragen sollen. Diese Leute findet man nach meiner Erfahrung meist ganz vorne an der Front, wenn es darum geht, anderen zu sagen, wie sie zu leben haben.Ich find es falsch, unter dem Vorwand, Transgender vor einer nur eventuell falschen Entscheidung "schützen" zu wollen, die Hürden für eine GA noch höher legen zu wollen. Das hat was von Entmündigung. Und das womöglich auch noch von Personen, die selber keine Transgender sind und daher gar nicht nachvollziehen können, was das bedeutet.
Ich muss nicht vor mir selbst geschützt werden. Ich habe durchaus gelernt, die Verantwortung zu übernehmen und mit meinen Entscheidungen zu leben. Ich habe ein Recht auf meine Fehler. In meinem Job habe ich mit der Frage nach der Entscheidungsfreiheit häufiger zu tun. Wie weit lassen wir einem Schizophrenen das Recht, sich nicht behandeln zu lassen, keine Medikamente zu nehmen? Oder die Frage nach Suizid. Das sind ethische Entscheidungen, über die wir auch Menschenrechte definieren.
Ich habe noch nie gute Erfahrungen mit Menschen gemacht, die meinen, sie müssten mich retten oder mir helfen. Die hatten nie gute Absichten. Wenn ich heute sage, den Tansmenschen muss man aber vor sich selbst retten, kommt morgen einer und sagt mir, er müsse mich vor mir selbst retten. Wenn ich mich im falschen Körper fühlen würde, wollte ich dann ein Jahr nach den Vorstellungen eines Therapeuten leben? (Danke für Deine Schilderungen, Wintergarten.). Wie wollen denn wir, dass man in so einer Situation mit uns umgeht?
Ich habe diese Videos schon vor einer Weile gesehen und damals wahrgenommen, wie viel an Leid und Schmerz in der Community herrscht. Wie an manchen Stellen gerade die Leute anfeindet werden, die es öffentlich machen, dass sie es bereuen. Logisch natürlich, wenn man sich permanent in der Öffentlichkeit rechtfertigen muss. Hier braucht es , denke ich, nicht mehr Druck, sondern mehr Offenheit. Luft zum Atmen.
Es gibt Menschen, die die OP bereuen. Natürlich. Das ist so, wenn man Entscheidungen trifft. Man kann immer nur Entscheidungen nach besten Wissen und Gewissen treffen. Davon dann aber mit vermeidlicher Logik abzuleiten, es sei eine Modeerscheinung, ist Quatsch. Dahinter stehen so viele verschiedene Gründe, die man sich im Einzelnen anschauen müsste, um zu einem klaren Ergebnis zu kommen. Alles andere ist populistische Hetze unter dem Deckmantel von "wir meinen es doch nur gut".