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Habt ihr selbst schon ein Buch veröffentlicht- Erfahrungen und Tipps?

Man braucht Kontakte. Darum geht es, wenn man was veröffentlichen will.

Also nochmal aus dem Autoren-Nähkästchen geplaudert ...

Ein Kontakt ist nur die halbe Miete. Sie hilft, dass jemand das Manuskript bzw. einen Auszug daraus überhaupt anschaut. Entscheidender ist, ob man a) bereits hohe Auflagen verkauft, sprich: bekannt ist und/oder b) eine hohe mediale Präsenz vorweisen kann (TV, Internet, social media, eigene YouTube-Kanäle, Newsletter etc.).

In den letzten Jahrzehnten haben viele kleinere Verlage mit großen fusioniert bzw. wurden aufgekauft. Das hat dazu geführt, dass häufig nur noch Bücher neu ins Sortiment aufgenommen werden, von denen erwartbar mindestens 10.000 Stück verkauft werden können. Auch dies führt dazu, dass viele Neuautor:innen gleich ins Selfpublishing gehen. Zudem sind die Konditionen viel schlechter als noch vor 20 Jahren. Wenn man 5 % vom VK-Preis angeboten bekommt, ist das normal inzwischen. Oder gleich einen Knebelvertrag (Einmalzahlung, keine weiteren Provisionen, auch bei Rechteverkäufen ins Ausland). Es lohnt sich hier wirklich, eine/n Agentin/en zu haben, der sich auskennt! Hat mir viel Geld eingebracht bzw. Sicherheit gegeben.

Ein Teil der Wahrheit ist sicher das: Ob ein Buch gut ist oder nicht entscheidet wenig über den Verkaufserfolg. Es gibt viele sehr gute Bücher, die nicht verlegt werden oder nur wenig verkauft. Denn bei der Masse an Neuerscheinungen jährlich (man gehe nur mal auf die Frankfurter oder Leipziger Buchmesse!) ist es logisch, dass niemand alles anschauen kann – keine Agentin, kein Lektor, kein Buchhandelsvertreter, keine Buchhändlerin und schon gar nicht die potentiellen Leser:innen oder Kaufenden. Es ist nicht wie im Musikgeschäft, dass da mal ein Sender probeweise ein Lied spielt und Millionen hören es. Wo werden denn noch Bücher einem großen Publikum vorgelesen? Selbst Buchbesprechungen in Zeitschriften werden wenig gelesen oder sind so dürftig/kritisch, dass es wenig bringt.

Eins meiner Bücher wurde z. B. in Zeitschriften mit Millionenauflage ganzseitig mit Farbbildern besprochen (weil es wirklich gut war und immer noch ist!) aber im Ergebnis nicht viel verkauft. Auf der Buchmesse bekam eine Boxerin, die schon als junge Frau "über ihr Leben" geschrieben hatte, viel mehr Aufmerksamkeit als alle anderen Neuerscheinungen dort und wurde von Buchhandlungen geordert, die das auch ins Schaufenster stellten, weil es ein Hingucker war. Nur mal als Beispiel wie das funktioniert.
Oder auch die Erfahrung: Ein bekannter TV-Mensch bezeichnete eins meiner Bücher als das Beste, was dazu auf dem Markt ist oder so ähnlich. Der Verlag ließ rasch eine Nachauflage drucken, weil er auf viel Verkauf hoffte. Brachte aber wenig, außer, dass ich glücklich war, weil ich den klugen Mann sehr schätze.

Kurzum: Wer ein Buch schreiben möchte, sollte das tun. Und dann sein Bestes geben, es unter die Leute zu bringen, wie auch immer. Aber das Ziel des Schreibens sollte das Schreiben selbst sein. Wenn man zu sehr auf möglichen Erfolg fixiert ist, wird man nur enttäuscht (also in 98 % der Fälle mindestens).
 
Genau!
Ich hatte nämlich auch nicht geschrieben, dass man eine Ausbildung oder gar ein Studium braucht. Das wurde von dem zitierten User irgendwie falsch verstanden. Ich bin der Meinung, dass man Kontakte braucht. Die Autorin von Harry Potter kannte sicher jemanden, der sie wo reingebracht hat. Sei es einen Literaturagenten, jemanden, der einen Verlag hat oder sonst was. Ich kenne ihren Werdegang nicht.

Meine Aussagen beziehen sich aber auch auf den deutschsprachigen Raum. Im englischsprachigen Raum gelten womöglich andere Regeln.
Mein Fehler, ich hätte genauer lesen sollen.
 
Danke EmmaB für die prägnante Zusammenfassung aller Möglichkeiten! Ich habe auch schon gemerkt, dass es wirklich unendlich viele Neuautoren und solche dies gerne werden wollen gibt! Viele Verlage schreiben leider auch schon auf ihrer Webseite, dass sie im Moment keine neuen Manuskripte annehmen können. Das entmutigt dann leider schon. Selbstverlegen hab ich auch schon drüber nachgedacht- nur bin ich mir hier nicht sicher, ob ich wirklich alles alleine hinkriege....

Ich denke Schrieben kann eins ehr schönes Hobby sein. Während andere den Kopf beim Sport frei bekommen, machen das eben einige beim Schreiben. Auf die ein oder andere weiße schrieben viele Menschen (Tagebuch, Gedicht oder eben in der Schule/uni,...). Denke da kann man dann schon mal interessiert daran sein, den nächsten Schritt zu machen.
Kann mir schon vorstellen, dass da viele Verlage einfach auch überfordert sind mit so vielen Einsendungen. Ich würde es dennoch bei klassischen Verlagen versuchen und mich dann weiter umsehen was es noch für Optionen gibt und welche für dich in Frage kommen.
Wenn du es nicht alleine hinbekommst, such dir Verlage, die Hilfestellungen anbieten. Sind dann sogenannte Dienstleistungsverklage a la Novum Verlag etc. Da wird dir dann die Hilfe angeboten, die du brauchts. Brauchst du sie nicht, musst du sie auch nicht in Anspruch nehmen. Verbindet ein wenig den Selbstverlag mit dem klassischen Verlag.

Selbst wenn die von Hobby Schriftstellern auf eigene Kosten veröffentlicht werden, enden die Meisten als Taschenbuch für 99Cent bei Rudis Reste Rampe auf dem Wühltisch.
Da muss ich Knirsch recht geben, erfolgreiche Schriftsteller, Autoren machen das mit Ausbildung, Studium und als Beruf.

Da ist aber auch immer die Frage, was ist das Ziel des Autors? Ist wirklich immer nur der finanzielle Erfolg das Ziel?
Ich denke das ist eher nur in den seltensten Fällen so. Nur weil man sich einbildet mit dem Schreiben viel Geld zu verdienen, sollte man das nicht in Angriff nehmen. Das kommt dann eher von ganz alleine und man kann es nur selten erzwingen.
Denke viele Menschen schrieben sich einfach etwas von der Seele und schauen dann was man daraus machen kann.

Ich will in meinem Leben ein Buch veröffentlichen. Habe schon ein paar Ideen.

Die Idee ist das leichteste. Man muss es dann auch umsetzen und dann kommt natürlich noch die Veröffentlichung🙂

Nun, die Harry Potter Autorin hat zwar studiert, aber soviel ich weiß, fachfremd und sie hat Weltruhm erlangt.

Und sie wurde auch von zig Verlagen im Vorhinein abgelehnt. Sie ist halt hartnäckig geblieben und irgendwie hat es dann funktioniert. Wie genau sie das gemacht hat weiß ich nicht.


Aber das Ziel des Schreibens sollte das Schreiben selbst sein. Wenn man zu sehr auf möglichen Erfolg fixiert ist, wird man nur enttäuscht (also in 98 % der Fälle mindestens).

Ja das stimmt zu 100%🙂
Man sollte sich nicht hinsetzen, alles auf eine Karte setzen und dann von Reichtum und Erfolg träumen. Einfach schreiben weil einem das Schreiben etwas gibt. (Flucht aus dem Alltag, sich Probleme von der Seele schrieben, seiner Fantasie freien Lauf lassen,...)
Dann hat man ja meist schon mit dem Schreiben an sich seine Ziele erreicht, eine Veröffentlichung ist dann nur noch was on top.
 
Wenn du es nicht alleine hinbekommst, such dir Verlage, die Hilfestellungen anbieten. Sind dann sogenannte Dienstleistungsverklage a la Novum Verlag etc.

... da sollte man sich aber im klaren sein, dass diese "Hilfestellung" dann viele tausend Euros kosten kann. Aus meiner Sicht sind solche "Verlage" meistens nur Geschäftsleute, die mit den Illussionen von Autor:innen Geld verdienen möchten. Das ist okay, wenn sie klar kommunizieren, was sie machen und anbieten, aber es als "Verlag" zu kaschieren, wenn man in Wirklichkeit ein Büro ist, das Texte redigiert, setzt, gestaltet und zur Druckerei gibt um dann die fertigen Bücher auszuliefern, falls die jemand bestellt, dann ist das kein Verlag. Denn der macht alles das umsonst und zahlt den Autor:innen Geld, anstatt ihnen eine Rechnung zu schicken.

 
Ich habe selbst kein Buch publiziert, kenne aber einige Leute, die das haben, versucht haben und vieles mehr. Und ich hatte in meiner Studiumszeit mit Publikationen zu tun, nicht als Autorin, aber ich habe da Einiges mitbekommen.
Was ich dir sagen kann: Du musst dir klar machen, was du willst....
Hey Knirsch! Danke für dein ehrliches Kommentar! Klingt ja ganz schön wild, was du da erzählst. Aber auch interressant. Ja was ich denn will sollte ich mir wirklich überlegen. Natürlich gibt es schlussendlich irgendwo die kleine Hoffnung, doch Autor zu werden... obwohl mir bewusst ist, dass das eher ein Traum ist und wohl nicht die Realität.


och , man weiß nie
ich war früher in einem Kinderforum unterwegs, da hat auch der Schreiberinnen dort mal probeweise Kapitel rumgeschickt,
was man denn davon halten würde...
und irgendwann wurde es halt das erste Buch und dann auch gedruckt.
Mittlerweile ist sie eine der erfolgreichsten Kinder-Fantasy-Autorinnen.
ursula poznanski, erebos
schön dass es auch positive Beispiel gibt! Das motiviert zumindest ein wenig!

Also nochmal aus dem Autoren-Nähkästchen geplaudert ...

Ein Kontakt ist nur die halbe Miete. Sie hilft, dass jemand das Manuskript bzw. einen Auszug daraus überhaupt anschaut. Entscheidender ist, ob man a) bereits hohe Auflagen verkauft, sprich: bekannt ist und/oder b) eine hohe mediale Präsenz vorweisen kann (TV, Internet, social media, eigene YouTube-Kanäle, Newsletter etc.).
Kurzum: Wer ein Buch schreiben möchte, sollte das tun. Und dann sein Bestes geben, es unter die Leute zu bringen, wie auch immer. Aber das Ziel des Schreibens sollte das Schreiben selbst sein. Wenn man zu sehr auf möglichen Erfolg fixiert ist, wird man nur enttäuscht (also in 98 % der Fälle mindestens).
Leider steige ich da halt total bei Null ein. Ich kenne niemanden der mit dem Business was zu tun hat oder schonmal selbst was verlegt hat. Kenne wohl auch niemanden, der sich bei Marketing und Werbung auskennt. Da brauche ich also definitiv Hilfe von Außen. Und ja- berühmt bin ich leider auch noch nicht. Aber deinen letzten Satzu finde ich totzdem schön und nehme ich mir mit- das Ziel des Schreibens sollte dann noch das Schreiben selbst bleiben!

Aus meiner Sicht sind solche "Verlage" meistens nur Geschäftsleute, die mit den Illussionen von Autor:innen Geld verdienen möchten.
Ich hab mir das jetzt auch mal ein wenig angesehen und finde es ist schon eine Alternative, über die es sich nachzudenken lohnt. Wenn ich sowieso jemanden finden muss für Lektorat, Cover, Druck, Vermarktung..... warum dann nicht gleich alles in einem bei einem Dienstleistungsverlag? Fände es da zumindest gut, einen professionellen Ansprechpartner an meiner Seite zu haben. Sich mal in Kontakt zu setzten und über die Angebote zu informieren, kann nicht schaden.
 
Ich hab mir das jetzt auch mal ein wenig angesehen und finde es ist schon eine Alternative, über die es sich nachzudenken lohnt. Wenn ich sowieso jemanden finden muss für Lektorat, Cover, Druck, Vermarktung..... warum dann nicht gleich alles in einem bei einem Dienstleistungsverlag? Fände es da zumindest gut, einen professionellen Ansprechpartner an meiner Seite zu haben. Sich mal in Kontakt zu setzten und über die Angebote zu informieren, kann nicht schaden.
Diese Verlage unterstützen dich nicht.
Die veröffentlichten einfach alles, Hauptsache du bezahlst für diese Dienstleistung.
Denen ist es völlig egal ob dein Buch verkauft wird.
Die leben von den Gebühren, die von den Autoren bezahlt werden.
 
Du kannst auch Bücher bei Amazon veröffentlichen ( "Mit Kindle Direct Publishing können Sie eBooks und Taschenbücher kostenlos im Selbstverlag veröffentlichen und Millionen Leser auf Amazon erreichen. "). Und natürlich gibt es einige Autorinnen, die bereits erfolgreich Bücher veröffentlichen und da nichts extra studiert etc haben. Manche sind auf You Tube unterwegs, zb " Maren Vivien Haase".

Gelernt haben muss man da nichts. Es gibt viele erfolgreiche Schriftsteller die was ganz anderes gelernt haben und als Quereinsteiger erfolgreich sind, andere haben in der Richtung etwas studiert und keinen Erfolg beim Schreiben. Man braucht halt Talent, Ideen, Glück, Hartnäckigkeit und muss einiges beachten damit so ein Buch anschliessend auch gut lesbar ist und sich nicht wie ein Schulaufsatz anhört mit Rechtschreibfehlern, Wiederholungen, Grammatikfehlern usw (Lektorat).
 
... da sollte man sich aber im klaren sein, dass diese "Hilfestellung" dann viele tausend Euros kosten kann.

Und sind diese "Hilfestellungen" sonst gratis?
Wenn ich jetzt mein Buch selbst veröffentliche und zu einem Lektor gehe, bezahle ich dann nichts oder weniger für seine Leistung?
Ich finde es gibt ja überall Vor- und Nachteile, die Bezahlung ist aus meiner Sicht aber kein Nachteil. Selbst bei klassischen Verlagen bezahlt man für die erbrachte Leistung des Verlags. Nur dann bezahlt man es eben über Tantiemen.
Sicherlich möchte jeder bei einem klassischen Verlag unterkommen. Da muss man dann keine Vorleistungen bringen und jemand macht alles für einen. Aber man muss halt auch ehrlich sagen, das ist sehr unwahrscheinlich. Dennoch sollte man es probieren. Aber soll man es dann einfach sein lassen?

Die leben von den Gebühren, die von den Autoren bezahlt werden.

Und die anderen machen es aus purer Liebe zur Literatur? Unterm Strich bezahlt immer der Autor dafür. So ehrlich muss man schon sein. man kann sicherlich sagen, ich würde es lieber ganz alleine machen oder ich würde es dann einfach sein lassen, wenn ich nicht bei einem klassischen Verlag unterkomme - finde nur das muss dann jeder für sich entscheiden.

Am wichtigsten ist sicherlich der Punkt, den @Werner anspricht - alles muss offen kommuniziert werden und man darf dann keine Menschen über den Tisch ziehen.
 

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