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Ich bin ein schlechter Mensch momentan

Also denkt ihr, ich habe es noch verdient zu leben? Ich glaube, ich denke zu sehr schwarz-weiß und weil ich halt nicht weiß bin, bin ich automatisch schwarz...

Natürlich hast du es verdient zu leben. Jeder Mensch - JEDER - macht Fehler. Manche schlimmer, manche weniger schlimm. Auch Mörder haben eine zweite Chance verdient, manche werden geläutert und führen dann ein besseres Leben. Manche auch nicht.

Konzentriere Dich auf das, was jetzt zählt, tue Gutes, lebe im Jetzt und hör auf mit diesem Gedankenkarussell. Wenn Du das Ganze ständig gedanklich wiederholst, kannst Du nicht abschließen.
Sage Dir: ich habe Fehler gemacht. ist so, ist passiert und ich kann es nicht ändern. Aber ich werde diese Fehler nicht mehr machen und mich ändern.
 
Naja, es war schon viel Schlimmes, lügen, verheimlichen, unzuverlässig sein... Das Problem ist, selbst wenn ich gute Dinge tue, kann ich nicht aufhören zu denken, dass ich so schlecht bin, dass ich es nicht verdiene zu leben... Dass ich eine Schande für meine Familie bin...

Dann reflektiere wieso es dazu kam.
Weshalb hast du gelogen/verheimlicht?
Worin warst du unzuverlässigt?
 
Supida gib uns doch mal ein Beispiel.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass du wirklich böse und gemein warst. Du gehst so hart mit dir ins Gericht, als hättest du etwas ganz Schlimmes verbrochen. Vielleicht redest du dir ein, dass es ganz schlimm war?
 
Supida gib uns doch mal ein Beispiel.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass du wirklich böse und gemein warst. Du gehst so hart mit dir ins Gericht, als hättest du etwas ganz Schlimmes verbrochen. Vielleicht redest du dir ein, dass es ganz schlimm war?

Ich bin z. B. unentschuldigt nicht zur Arbeit gekommen, habe Familie und Freunde angelogen... Vor 2 Jahren hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass ich die Kontrolle verloren hatte, weil ich mit der Situation Umzug/Praktikum/Anmeldung Bachelorarbeit überfordert war. Hab Dinge gesagt und gemacht, die ich gar nicht wollte. Hatte auch Dissoziationen. Und dann ist es irgendwie zur Gewohnheit geworden...
 
Sprich, du hast eine psych. Erkrankung, wie du selber einsiehst.
Da kann man nur raten, daß du dir Hilfe holst.
Und zwar nicht hier, sondern draußen mußt du einen Halt für dein Karussel suchen.
 
Also denkt ihr, ich habe es noch verdient zu leben?
Ich denke, das kann hier niemand verbindlich sagen, da wir deine Delikte nicht kennen. Einen Folterer, Lustmörder oder Kinderquäler würde ich anders beurteilen, als einen harmlosen Bankräuber.
Da du nicht mit der Sprache rausrückst, musst du den Frieden mit dir ganz alleine finden.
Fang ein Leben ohne Delikte an und Spende als symbolische Reinigung einen Geldbetrag an den Tier-/Kinderschutz. Zum Beispiel.
 
Naja, es war schon viel Schlimmes, lügen, verheimlichen, unzuverlässig sein... Das Problem ist, selbst wenn ich gute Dinge tue, kann ich nicht aufhören zu denken, dass ich so schlecht bin, dass ich es nicht verdiene zu leben... Dass ich eine Schande für meine Familie bin...
Soll ich dir was verraten? Jeder Mensch lügt. Wer anderes behauptet werfe den ersten Stein.
Würde sich jeder deshalb erhängen, die Taue würden ziemlich knapp.

Was waren deine Motive/Gründe dies zu tun? Wolltest du Menschen damit schaden?
 
Mein Eindruck ist, dass Du vor einiger Zeit angefangen hast zu erkennen, wie wenig Du im Grunde "im Griff" hast, nicht einmal Dich selbst. Du stellst schockiert fest, dass Du Dich von Situationen stressen und beeinflussen lässt und Du durch Deine Ängste mit Lügen und Wegducken den Weg des geringsten Widerstands suchst. Mit anderen Worten: Du bist eben doch nicht der/die Superheld:in, die/der Du vielleicht gerne wärst. Manche Dinge fallen Dir schwer, manche überfordern Dich und andere erfordern so viel Aufwand, dass Du sie nicht "unterbringst". Und dann sind da noch die lieben Mitmenschen, die gerne ihre eigene Welt bestätigt sehen wollen und die Dir ihre Zuneigung und ihre Aufmerksamkeit nur schenken, wenn sie etwas dafür bekommen. Ein wenig zu lügen scheint da der schnellste Weg zum Erfolg zu sein und manchmal klappt es ja auch. Und so heilt der Zweck immer wieder die Mittel.

Wenn da nur nicht dieser Anspruch an Dich selbst wäre, es doch "besser" machen zu müssen, was immer dieses "besser" auch sein mag. Verzeih mir, wenn mir Deine innere Haltung sogar etwas arrogant vorkommt, denn warum glaubst Du, dass Du all das "besser" beherrschend würdest oder solltest, wie viele andere Menschen? Und nur, weil es nicht "von alleine" läuft, siehst Du Dich zu drastischeren Mitteln gezwungen, denn diese Welt macht Dich "schwarz", obwohl Du "eigentlich weiß" bist?

Die Wahrheit und die Realität ist, dass es überhaupt nicht um "gut" oder "böse" geht, sondern ob der von Dir verursachte "Schaden" irgend jemand interessiert. Wenn Du die Arbeit schwänzt, dann müssen Deine Kollegen mehr tun und das kann einfach nerven. Also wünsche auch ich mir Kollegen, die mich nicht einfach hängen lassen und wer seinen Teil nicht erfüllt, muss gehen. Aber wenn Du krank bist, dann kann das jedem passieren. Es ist nur die Frage, ob sich das wieder ändert und wann.

Wenn Du lügst, dann ist das ein guter Hinweis auf mehrere Missstände: was glaubst Du fehlt Dir, was kannst Du nicht oder nicht rechtzeitig? Warum fühlst Du Dich nicht stark genug, dazu zu stehen? Was müsstest Du können oder haben, um nicht mehr lügen zu müssen? Wenn Du Dich um die Beantwortung dieser Fragen drückst, wirst Du früher oder später als "nicht belastbar" aussortiert.

Einen ganz wichtigen Punkt habe ich von meiner Oma gelernt: in 100 Jahren spricht wahrscheinlich niemand mehr darüber, womit Du und ich uns heute abmühen. Das hat auch sein Gutes, denn Du darfst und kannst Dir Deine Fehler, Dein Lügen und Deine Schwächen vergeben. Sonst bist Du Dir selbst gegenüber ein schlechter Freund und ein noch schlechterer Lehrer. Würde ein Lehrer das tun, was Du tust, würde er mit Schimpf und Schande von der Schule fliegen (müssen), denn ein Lehrer sollte unterstützen, Türen öffnen, Selbstbewusstsein stärken und Talente fördern. Aber Du trampelst auf Dir herum. Was ist daran sinnvoll? Was ist daran klug? Eben! Rein garnichts!

Was würde ein guter Freund tun, wenn er feststellt, dass sein Freund "feststeckt"? Würde er nicht mit zupacken? Würde er nicht mit einem Lächeln auf den Irrsinn dieser Welt schauen und Dir Mut machen, weil morgen auch noch ein Tag ist, an dem Du neue Entscheidungen treffen kannst? Und würde ein Freund nicht Verständnis zeigen, weil jeder Mensch manche Dinge (noch) nicht kann und vielleicht Alternativen aufzeigen? Manches kann ich nicht oder nur mittelprächtig und so geht es vielen Menschen um mich herum. Weder Du noch ich tragen die Verantwortung der Welt auf unseren Schultern. Es reicht, wenn hin und wieder etwas klappt und Du dafür Geld bekommst. Sei also nicht so arrogant und glaube, dass an Dir die Welt genesen sollte. Wenn es mal soweit kommt, dann schauen wir mal. Aber bis dahin sei Dir ein guter Freund oder eine gute Freundin und kümmere Dich um einen der wichtigsten Menschen in Deinem Leben: um Dich. Vergib Dir Deine Macken und das nicht nur 10 mal, sondern 999 Mio. mal.

Schau Dir Deine Glaubenssätze an und finde heraus, wie Du zu ihnen gekommen bist. Dann übernimm dafür die Verantwortung und entwickle sie weiter und passe sie der Realität an und nicht umgekehrt! Deine Gedanken bauen mit an der Realität, die Du wahrnimmst. Dazu brauchst Du den Mut, nicht weiter auf Dich einzuschlagen, nur weil Du das Gefühl hast, das tun zu müssen. Du brauchst den Mut, zu Dir selbst zu stehen wie Du bist und nicht, wie Du glaubst sein zu müssen und Du musst Deine eigenen Entscheidungen treffen.

Ein Nachteil des Erwachsenseins ist, dass sich Deine Mitmenschen oft garnicht so sehr für Deine Probleme interessieren, weil sie selbst genug davon haben. Wenn Du als Kind mit Problemen Aufmerksamkeit bekommen hast, dann funktioniert das nun einfach nicht mehr so gut. Du musst nur Deine Strategie ändern, nicht mal so viel von Dir selbst. Ja, das nervt und macht Mühe. Aber lieber schlecht gefahren, als gut gelaufen, oder? Dass Du Dich als schwarzes Schaf siehst, interessiert nicht wirklich. Also lerne Schritt für Schritt der Mensch zu sein, der Du sein möchtest und das mit dem Fliegen und dem roten Cape schlag Dir aus dem Kopf. Etwas weniger tut es durchaus. 😊 Sei freundlich zu Dir. Damit fangen viele guten Veränderungen an.
 
Mir hilft Tagenbuch schreiben um mehr neutral auf die Dinge zu blicken.
Jeder Mensch hat Hilfe verdient, aber man sollte auch einen Willen haben sich ändern zu wollen.
Schritt für Schritt

Du bewertest wohl alles was du denkst und tust? So wirst du nie frei leben können, so lebst du nur in deiner Klageband und bist dein eigener Richter und arbeist jedes Mal deine Prozesse durch, willst du so weiterleben? Finde dich selber und da gibt es kein schlecht oder gut sondern nur Akzeptanz.
Akeptier dein Leben gerade den sonst kämpftst und richtest du über dein Leben. Es hört sich im ersten Moment S**** an, aber Akzeptanz stoppt alles
 

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