Ich war einige Jahre bei FriendScout 24. Habe verschiedene Profile ausprobiert, mit leicht veränderter Darstellung. Ich habe fast nie eine Anfrage bekommen. Vielleicht 1 x im Jahr. Auf meine Mails habe ich zu 98% keine Rückmeldung erhalten. Ich habe viel Zeit verbraten und hatte nach 6 Jahren insgesamt 3 intensivere Mailkontakte. Ein Date gab es nie.
Ich wollte wissen, woran es liegt und habe mir ein paar weibliche Profile gemacht. Kein Foto und dazu ein total dümmlicher Text. Pro Tag bekam ich im Schnitt 10 Anfragen! Manchmal war das Postfach nach 5 Tagen voll.
Im realen Leben lagen meine Chancen bei etwa 50%, wenn mich jemand interessierte. Im Internet lagen meine Chancen bei Null.
Naja, ich denke, das ist halt einfach das Ding mit Angebot und Nachfrage. Ist doch das gleiche wie wenn Du ein Haus verkaufen willst: Wenn es in München oder Hamburg steht, wirst Du es los und bekommst auch noch einen super Preis dafür, egal was für eine "Bruchbude" es ist und wenn es aber in einer nicht so begehrten Gegend steht bekommst Du es kaum los, egal wie hübsch und hochwertig es ist.
Der "Versuch", den Du mit dem weiblichen Profil gemacht hast, den könntest Du ebensogut auch mit einem Haus auf einem Immobilienportal machen: Gleiches Haus einmal in München und einmal in Hof und dann schauen, wo Du mehr Anfagen bekommst.
Aber hättest Du dann ein objektives Urteil über den Zustand und die "Wertigkeit" Deiner Immobilie? Nein- eben nicht!
Und genauso ist es halt mit Datingportalen. Da regieren eben auch Angebot und Nachfrage und natürlich ist ein "seltenes Gut" attraktiver als etwas, das es im Überfluss gibt. Das sagt aber nichts über den realen "Wert" aus.
Wie bei der Immobilie auch: In München kriegst Du die letzte Bruchbude für einen Hammerpreis weg und in Hof kriegst Du ein tolles Haus unter Umständen nicht mal zum Spottpreis weg.
Man darf bei Datingportalen einfach nicht den Fehler machen, aus der Tatsache, dass man dort nicht erfolgreich ist, abzuleiten, man wäre weniger wert, oder weniger attraktiv. Umgekehrt darf man (oder frau) auch nicht aus Erfolgen auf Datingportalen ableiten, man wäre ein total super "fang". Es gibt genug Leute, die auf solchen Portalen total absahnen, aber langfristig doch mehr Frust ernten und dann doch wieder allein sind, weil sie eben zwar die erste Hürde gut nehmen können, aber die weiteren Hürden, die zum Aufbau einer guten Beziehung gehören nicht schaffen.
Also ob man auf solchen Portalen erfolgreich ist oder nicht hat weniger mit der eigenen Beziehungsfähigkeit zu tun oder mit der Tatsächlichen Wirkung auf das andere oder gleiche Geschlecht.
In den allermeisten Fällen ist es halt das Angebot.
Ist doch ganz normal.
Als Mann ist man einfach besser bediehnt, wenn man es im RL versucht und noch besser ist man bedieht, wenn man an Orte geht, wo ein Frauenüberschuß herrscht (ZB im Chor oder im Tanzkurs).
Attraktivität ist etwas, das stark subjektiv empfunden wird und auch vom Kontext abhängig ist- sonst würde niemand für ein neues Iphone stundenlang anstehen.
Und etwas, das knapp ist, ist allein schon deswegen auch interessanter. Auch Attraktivität eines Menschen ist von so vielen äußeren Umständen abhägig, dass man nicht den Fehler manchen sollte, sich einzureden sie wäre objektiv messbar und man wäre deswegen mehr oder weniger wert oder wäre in einer gewissen Schublade oder auf einem gewissen Level, wo es kein Entrinnen gibt: Das brignt einem in der Realität nämlich nicht das Geringste.
Und die allermeissten Leute werden in ihrem Leben oft die Erfahrung mgeacht haben, dass sie- je nachdem in welchem Kreis sie sich bewegen unterschiedlich gut ankommen und unterschiedlich wahrgenommen werden.
Im gegensatz zu einer Immobilie hat man bei der Partnersuche ja die Möglichkeit, seinen "Standort" zu verändern: Also wenn deine Immobilie nunmal in Hof steht, dann kannst Du nicht viel dagegen tun, aber bei der Partnersuche kann man halt schon was machen und kann selber entscheiden, ob man lieber die "Immobilie in München" ist, die selten und begehrt ist (wenn man eben zB dort sucht, wo Frauenüberschuss ist) oder ob man sich daran aufreiben will, dass man eben die Immobilie in Hof ist, die einfach nicht weggeht, weil man eben der Suche auf Portalen zu viel Bedeutung beimisst.
ich denke, man muss das einfach sachlich betrachten. Nehmen wir an, ihr Männer würdet Anfragen von 100 Frauen bekommen und folglich nur einen ganz kleinen Teil beantworten können und von diesen 100 wenn überhaupt nur eine für eine Beziehung in Betracht ziehen können...würde das bedeuten, der Rest der Frauen wäre "Schrott von der Resterampe"? Wohl kaum, oder?