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Warum melden sich Mitglieder aus der Familie, Verwandtschaft sowie Freunde und Bekannte nicht auch einmal von sich aus?

Interessant wie manche davon ausgehen man habe sonst kein Leben.
Mal anders gefragt, wie hilfreich ist so eine Aussage, wenn man halt das Pech hat immer wieder auf solche Menschen zu treffen?
Richtig, gar nicht.
Man ist auch nur ein normaler Mensch. Der eben einfach Leute in seinem Leben möchte, die nicht nur nehmen, sondern auch mal geben. So wie das in Freundschaften normal sein sollte.
 
Man ist auch nur ein normaler Mensch. Der eben einfach Leute in seinem Leben möchte, die nicht nur nehmen, sondern auch mal geben. So wie das in Freundschaften normal sein sollte.

Das ist der springende Punkt. Wenn ich an Menschen gerate, die erwarten, dass immer ich mich um die Kontaktpflege bemühe, während sie gar nicht aktiv werden, dann habe ich das Gefühl, dass sich die anderen auf meine Kosten ein schönes bequemes Leben machen wollen. Und das ist ein richtig beschissenes Gefühl.

Inzwischen habe ich über die besagte gute Freundin und Nachbarin meines Partners so einiges erfahren. Die Frau stammt ursprünglich aus einem anderen Bundesland (500 km von hier) und ist vor ein paar Jahren hierher gezogen. Die Beiden haben davor eine Wochenendbeziehung geführt, so wie mein Freund und ich. Während bei uns die Fahrerei recht ausgeglichen war und wir uns gerne gegenseitig besucht haben, lief es in der Ex-Beziehung dieser Frau anders. Ihr Ex musste fast jedes Wochenende zu ihr fahren. Sie hat generell keinen Bock, lange Auto zu fahren und auf öffentliche Verkehrsmittel hat sie noch weniger Bock. Wenn ihr Ex nicht dazu bereit gefahren, fast jede Woche zu ihr zu fahren, wären die Beiden niemals ein Paar geworden.

Irgendwann ist die Frau hierher gezogen, hat sich mit ihrem Partner eine Wohnung genommen, aber die Beziehung ging dann irgendwann in die Brüche. Auch als Single ist sie ein sehr bequemer Mensch. Ihre Verwandten und Freunde aus der alten Heimat sind immer mal wieder für ein paar Tage zu Besuch bei ihr. Umgekehrt besucht sie diese Leute gar nicht.

Hier in der Gegend umgibt sie sich hauptsächlich mit Menschen, die entweder schnell verfügbar sind oder aktiv den Kontakt zu ihr suchen. Z. B. muss sich die Frau nicht großartig um ihre beste Freundin bemühen, weil sie mit ihr im gleichen Büro sitzt. Die Beiden sind automatisch viel zusammen. Den besten Kumpel meines Freundes sieht sie auch öfters, ohne wirklich was dafür tun zu müssen. Er wohnt im Haus gegenüber, sie begegnet ihm oft zufällig draußen. Und die anderen Freunde von hier melden sich immer wieder von selbst bei ihr oder kommen spontan zu Besuch.

Mir ist aber auch klar, dass nicht jeder Mensch mit dieser Tour weit kommt. Diese Frau kann sich das herausnehmen, weil sie sehr gut aussieht, charmant ist und eine tolle Ausstrahlung hat. Eine nicht ganz so hübsche Frau mit weniger Charisma könnte sich das nicht erlauben und würde mit dieser Einstellung sehr einsam werden.

Der besagte beste Freund meines Partners ist auch so bequem, kommt aber bei anderen Menschen bei weitem nicht so gut an wie diese Frau. Vor allem nicht beim anderen Geschlecht. Der Mann erwartet nämlich, dass interessierte Frauen grundsätzlich ihn als Erste ansprechen, ihn nach seiner Handynummer fragen und nach dem Nummerntausch den Kontakt zu ihm suchen und nach Dates fragen. Tja, zu dumm nur, dass selbst im Jahre 2020 die meisten Frauen immer noch vom Mann umworben werden möchten und keine Lust haben, die aktive Rolle einzunehmen. Und darum ist dieser Mann schon sein ganzes Leben lang Single.
 
Sehr interessant, du kennst also jeden, der hier schreibt, persönlich und weißt genau, dass wir alle "kein Leben" haben? Ahhh ja. Du merkst nicht, wenn du dich im Ton vergreifst, oder?

Wenn das nicht so wäre, würde man ja nicht so ungesund abhängig von diesen Menschen sein.
 
Interessant wie manche davon ausgehen man habe sonst kein Leben.
Mal anders gefragt, wie hilfreich ist so eine Aussage, wenn man halt das Pech hat immer wieder auf solche Menschen zu treffen?
Richtig, gar nicht.
Man ist auch nur ein normaler Mensch. Der eben einfach Leute in seinem Leben möchte, die nicht nur nehmen, sondern auch mal geben. So wie das in Freundschaften normal sein sollte.

Freunde haben auch ein eigenes Leben, werden eingespannt von Beruf, Beziehung, neue Freundschaften. Einmal Umzug und schon ist es nicht so leicht.
 
Freunde haben auch ein eigenes Leben, werden eingespannt von Beruf, Beziehung, neue Freundschaften. Einmal Umzug und schon ist es nicht so leicht.

Ja, sowas haben wir alle mal.
Doch wenn der Hauptteil der Leute in deinem Leben IMMER irgendwas anderes hat, das ihn davon abhält den Kontakt mit dir zu pflegen, dann würde es dir langfristig auch vergehen, Sil.

Und das hat nix mit kein eigenes Leben haben zu tun, wie du es sagst. Sondern damit, dass der andere dich langfristig einfach nicht gut behandelt.
 
Mit ungesund abhängig hat das nichts zu tun.
Eher damit dass so ein Verhalten irgendwann unangenehm auffällt.
Mich würde ja echt mal interessieren wie es dir ginge, wenn 99 Prozent der Menschen um dich herum so wären wie hier mehrfach geschildert.

Hallo Drogank,

danke auch Dir für Deine Antwort.

Vor allem, wenn man dazu noch selbst ein eher nachdenklicherer Mensch ist.
Dann gelte ich als "schwierig".

Spaßgesellschaft gut und schön.

Ein Sport-Experte sagte mal im letzten Jahr den Satz, der für viel Aufsehen gesorgt hat. Ich bin jedoch der Meinung, dass er mit der nachfolgenden Aussage völlig Recht hätte.

Er sagte:
"Erstens, wenn Menschlich- und Ehrlichkeit nicht mehr zählen, dann bin ich hier falsch."
Und 2.:
"Es ist schwierig, Mensch zu bleiben."

Hat er Recht?

Muss man sich all denen, die sich nie von sich aus melden, anpassen, verbiegen?
Nur, um denen zu gefallen?

Ich WILL keine Rolle spielen. Auch ich will gerne mal so akzeptiert werden, wie ich bin.

Bisher habe auch die Personen in meinem Leben immer so genommen, wie sie sind. ihnen zugehört, ihnen Mut gemacht.

Nur, wer hörte von anderer Seite zu, und wenn, dann heißt es sofort, ich ziehe diese runter. Was ich persönlich für absolut nicht so empfinde. Nur, weil auch ich mal was loswerden möchte.

Ich bin auch gerne in geselliger Runde, habe früher extrem viel gelacht. Muss aber dazu sagen, dass ich damals auch eine Menge an persönlichen Problemen dort überspielt habe.

Heute, nachdem ich viele negative Erfahrungen in meinem Leben gemacht habe, bin ich nicht mehr der Mensch, der ich früher in den Runden gewesen bin.
Das will aber keiner sehen.

Und dann bin ich immer diejenige, die um den Kontakt kämpft?

Von der anderen Seite kommt nur eine Reaktion und das war es.
Dann muss ich wieder sehen, dass der Kontakt nicht einschläft.

Es ist nicht einfach, seine Mitte zu finden.

Nur, geht es in Zukunft so weiter in der Gesellschaft, sehe ich "meine Gruppe", die genau so denkt wie ich, immer einsamer werden.

Und das darf nicht passieren.

Liebe Grüße

Anja
 
Mit ungesund abhängig hat das nichts zu tun.
Eher damit dass so ein Verhalten irgendwann unangenehm auffällt.
Mich würde ja echt mal interessieren wie es dir ginge, wenn 99 Prozent der Menschen um dich herum so wären wie hier mehrfach geschildert.

Meine Freunde melden sich auch selten, bin ihnen trd. nicht böse 🙂
 
Sil, du bist soweit ich weiß verlobt. Als ich meinen Freund und meinen jetzigen Freundeskreis noch nicht kannte, gab es Zeiten, in denen sich monatelang kein Mensch bei mir meldete. Ich kann mich wirklich gut alleine beschäftigen und habe meine Hobbys immer alleine gepflegt, wenn ich keine Gleichgesinnten hatte. Aber der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht Kontakte - der eine mehr, der andere weniger. Ich fand das nicht schön, wenn ich mal ein halbes Jahr am Stück oder noch länger von niemandem kontaktiert wurde. Und ich denke nicht, dass man in so einem Fall von Abhängigkeit oder "nicht alleine sein können" sprechen kann.
 

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