In mir melden sich da mehrere Stimmen zu Wort:
Die Vernünftige sagt "das gehört zu Sekretariatsaufgaben dazu, in kleiner Kanzlei vermutlich als Selbstverständlichkeit gesehen, ebenso wie Kaffeekochen und Spülen.
Beider Verhalten war nicht richtig.".
Die Feministin ruft da gleich "Sexismus!".
Die Aufsässige schreit " Ja, genau, lass dir das nicht gefallen!".
Die Angepasste meint "Er sitzt am längeren Hebel, unüberlegt gehandelt. Zudem entstammt er einer Generation, der völlig selbstverständlich von ihren Sekretärinnen der A... hinterhergetragen wurde und vermutlich hielt ihm zuhause die Frau den Rücken frei. Er ist es nicht gewohnt sich selbst um solche Banalitäten kümmern zu sollen.".
Insgesamt scheint es mir unterschiedliche Vorstellungen zu geben, was zu deinem Aufgabenfeld gehört. Du empfindest viele deiner Tätigkeiten als "Drecksarbeit".
Für die Kanzlei wiederum scheint die Übernahme dieser Tätigkeiten selbstverständlich, sonst hätte es dazu im Vorfeld Klärungsbedarf gegeben, also wäre dies beschrieben und nachgefragt worden.
Was ist denn die "Drecksarbeit"?
Druckerpapier, Büromaterial, besorgen und verstauen?
Kaffee kochen und spülen?
Das wird bei Sekretärinnen, Steuerfachangestellten sehr häufig vorausgesetzt.
Wer sollte diese Tätigkeiten deiner Meinung nach ausführen?
Ein Unternehmen denkt wirtschaftlich.
Die Zeit eines Anwalts ist teurer als deine Zeit.
So betrachtet erscheint das nur logisch.
Betrachtest du es aus feministischer Sicht, wirst du argumentieren, dass in der Regel jeder 2 Hände hat und sich seinen Kaffee selbst kochen kann.
Bei zu schweren Lasten könntest du um Hilfe bitten.
Wenn dieser Geschäftsführer das Bedürfnis hat, dich vor versammelter Mannschaft abzukanzeln, sagt das etwas über ihn aus.
Eine ruhige Antwort, dass du ein klärendes Gespräch unter 4 Augen begrüßt hättest statt es auf diese Weise hier einfließen zu lassen, wäre auch für ihn auch ein Affront gewesen, doch besser als sich auf der gleichen emotionalen Ebene wie er zu bewegen.
Da sind wohl zwei Hitzköpfe aufeinandergetroffen.
Wenn die Aufgabenstellung für dich so gar nicht passt, solltest nach etwas anderem suchen. Vorfall hin oder her. Bist du noch in der Probezeit? Dann wird dir die Entscheidung vielleicht abgenommen