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Jeder ist seines Glückes Schmied, stimmt das?


. Ich hab die Ausbildung zu Ende gemacht, hatte auf dem Papier auch einen guten Abschluss, fühlte mich aber absolut nicht in der Lage, in diesem Beruf zu arbeiten.

Bürokauffrau aus gesundheitlichen Gründen. Diese Umschulung schloss ich auch auf dem Papier ziemlich gut ab, aber schon in den Praktika merkte ich, dass ich das nicht bin, was ich schon die ganze Zeit fühlte. Ich habe mir aus diesen Zweifeln heraus und auch durch mein geringes Selbstwertgefühl immer erst auf den letzten Drücker nicht die besten Praktikumsstellen gesucht.

Deshalb kam ich auch nie in diesem Beruf unter, weil ich bei den wenigen Vorstellungsgesprächen damals überhaupt nicht von mir überzeugen können, ich war ja selbst nicht von mir überzeugt.


Hallo
Kann ich absolut nachvollziehen. Wir sind das, was wir selbst von uns unbewußt glauben und diese Glaubenssätze definieren die Welt, in der wir leben.

Ich habe 1998 in 2 Jahren Vollzeitausbildung den staatlich geprüften Maschinenbautechniker als Klassenbester mit einem Notendurchschnitt von etwa 1,9 gemacht, und als Auszeichnung sogar einen Meisterpreis, damals 3000DM dafür vom Freistaat erhalten.
Mit den Bewerbungen hab ich abgewartet, bis ich das Zeugnis hatte, da hatten alle anderen aus dem Lehrgang schon eine feste Stellenzusage und in die Bewerbung schrieb ich z.B. rein, dass ich doch erstmal eine Stelle antreten wolle, in die ich langsam hinein wachsen könne usw.
Vom Selbstvertrauen her war ich damals sozusagen so groß mit Hut ( und jetzt darfst du dir mal vorstellen, dass ich dir den Abstand zwischen meinem Daumen und Zeigefinger zeige)
Für jeden Personalchef dürfte sich das so gelesen haben, dass ich mir selbst absolut nichts zutrauen würde.
Dementsprechend fand ich dann auch irgendwann ein Job, war zwar am Computer, aber total unterhalb meiner Qualifizierung.

Ich weiß ja nicht, was du angegangen bist, um deine Aufarbeitung anzugehen und zu klären, bei mir war es jedoch so, dass in einer späteren Lebenskrise, ich das angegangen bin, und eine Gesprächstherapie durchgezogen habe.
In der Zeit hab ich so einiges erkannt und seitdem habe ich kein Problem mehr, dass ich mein Licht unter irgendeinen Scheffel stelle.

Gru Jim
 
Hallo Jim,

ich weiß nicht, ob du es gelesen hast. Seit meinem 16. Lebensjahr befand ich mich mich immer wieder in Therapien, wie schon beschrieben.

Es freut mich für dich, dass du durch einige einzige Therapie dein Problem bekämpfen konntest.

Mir ist das nicht gelungen. Es gab sogar einige Therapien, die mir eher geschadet haben. Ansonsten habe ich durch das ganz normale Leben einiges weiter entwickelt, allerdings doch begrenzt, d. h. es führte nicht zu einem halbwegs zufriedenen Leben. Aber es führte zu einem Leben, was ich einfach lebe, ohne wie früher in die Suizidalität abzugleiten.

Ich habe mich arrangiert, ich lebe, ich lebe irgendwie. Immer mal wieder gibt es gute Momente, trotz alledem.

Liebe Grüße
 
Hallo Jim,

ich weiß nicht, ob du es gelesen hast. Seit meinem 16. Lebensjahr befand ich mich mich immer wieder in Therapien, wie schon beschrieben.

Es freut mich für dich, dass du durch einige einzige Therapie dein Problem bekämpfen konntest.

Mir ist das nicht gelungen. Es gab sogar einige Therapien, die mir eher geschadet haben. Ansonsten habe ich durch das ganz normale Leben einiges weiter entwickelt, allerdings doch begrenzt, d. h. es führte nicht zu einem halbwegs zufriedenen Leben. Aber es führte zu einem Leben, was ich einfach lebe, ohne wie früher in die Suizidalität abzugleiten.

Ich habe mich arrangiert, ich lebe, ich lebe irgendwie. Immer mal wieder gibt es gute Momente, trotz alledem.

Liebe Grüße
Hallo
Während der Therapie hab ich zeitgleich auch noch das Buch "Sorge dich nicht, lebe" gelesen.
Dazu kam dann noch "So gewinnt man Freunde" vom gleichen Autor.
Ich denke, das alles so in Kombination mit der Gesprächstherapie, einem passenden Therapeuten, der mich einfach mit den richtigen Fragen zum Nachdenken brachte trug alles dazu bei, dass ich an den Kern dieses falschen Glaubenssatzes in mich rangekommen bin und erkannte, dass es nicht an mir lag, wie meine Eltern mich behandelten und damit löste sich dann alles auf.

Da hab ich wohl ein riesiges Glück gehabt, dass das sozusagen so eingeschlagen hat.
Es fing ja schon damit an, dass zwischen der Überweisung vom Hausarzt und dem ersten Termin gerade mal 6 Tage vergingen.

Was ich für mich noch erkannt habe ist, dass es nicht der Therapeut ist, der einen da sozusagen heilt. Es ist man selbst, die Erkenntnisse die man da halt gewinnt. Der Therapeut kann nur anleiten, heilen oder befreien tut man sich also selbst.

Eine meine Erkenntnisse die ich später noch hatte war, dass man für alles was war, was ist und was kommt im Leben genau drei Wahlmöglichkeiten hat, wie man damit umgeht.

1) Man knabbert weiterhin daran
2) Man verändert es
3) Man akzeptiert es

Die Nr. 1 finde ich persönlich am ungünstigsten. Man leide und beklagt etwas, aber bewahrt halt alles im Stillstand.
Die Nase im Gesicht ist da ein schönes Beispiel. Da schaust in den Spiegel und bist unzufrieden über den Zinken, den du im Gesicht hast und leidest darunter, was Mutter Natur dir da schenkte. Denkst, jeder schaut nur auf deine Nase und der Tag ist versaut, wenn du die siehst oder sogar, wenn du nur daran denkst.

Dann sollte man wirklich überlegen, ob man nicht nach Stuttgart fährt und sich ne neue Nase machen läßt. Kostet ein paar Euro, aber man verändert (2) es.

Und wenn es sich nicht verändern läßt, dann bleibt noch es zu akzeptieren, dass man diese Nase hat und dann ist es auch gut.
Es geht dabei aber nicht darum etwas sich schönzureden. Es geht um die absolute Akzeptanz einer Sache, es bedingungslos anzunehmen, egal wie es ist. Und dann ist das gut so und macht einem keine Problem mehr.

Ich hoffe, ich konnte es einigermaßen verständlich erklären, was ich da meine.

Bzgl. der Vergangenheit, den Folgen der Kindheit, das liegt im Unterbewußtsein begründet, welche Glaubenssätze wir da gewonnen haben. Wenn wir also daran knabbern und leiden, dann spricht nichts dagegen, den Kampf aufzunehmen und das zu bereinigen. Denn wenn das bereinigt ist, dann wird man frei von diesen Hemmnissen und die Leichen, die sonst immer wieder an der Kellertüre rumpeln, die kann man dann aussegnen und zur Ruhe betten. Die Dämonen, die man mit sich rumträgt vertreiben und man kann innerlich dann seinen Frieden finden.

Und es lohnt sich dass man diesen Kampf führt. Der kann viel Kraft kosten, aber wenn der geschafft ist, dann kommt man an eine Energie ran, die kann man sich vorher überhaupt nicht vorstellen. Dann wird es plötzlich möglich, sich zu nehmen, wie man ist, und man kann sich ohne Angst oder ständig zu hinterfragen auch auf Beziehungen oder Freundschaften einlassen.

Also, gib nicht auf und geh das an.
Gruß Jim
 
Resilienz. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Resilienz_(Psychologie)

Alle nur eine Frage der psychischen Widerstandskraft. Und diese erlernt mensch wo? Natürlich im Elternhaus.

Nein. Eine schlechte Kindheit ist nicht immer die Wurzel allen Übels und sollte nicht immer als Entschuldigung für alles dienen. Eine schlechte Kindheit ist aber immer auch ein Hinweis auf den Ursprung des eigenen Verhaltens.
 
Resilienz. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Resilienz_(Psychologie)

Alle nur eine Frage der psychischen Widerstandskraft. Und diese erlernt mensch wo? Natürlich im Elternhaus.

Nein. Eine schlechte Kindheit ist nicht immer die Wurzel allen Übels und sollte nicht immer als Entschuldigung für alles dienen. Eine schlechte Kindheit ist aber immer auch ein Hinweis auf den Ursprung des eigenen Verhaltens.

Da finde ich den Beitrag, den ich mal fand ganz passend:

Sich selbst neu interpretieren

Bleibt die Vergangenheit ungeheilt, so wird sie unser Leben zerstören. Sie begräbt unsere einzigartigen Gaben, unsere Kreativität und unsere Talente unter sich. Wenn diese Teile von uns nicht zum Zuge kommen, dann stagnieren sie in uns: Wir benutzen sie gegen die Welt, anstatt in Harmonie mit ihr. Wir glauben, wir seinen wütend auf die Welt, wir müssten die Welt ändern und würden unsere Träume verwirklichen, wenn nur die Welt anders wäre. Aber wir sind es, die sich verändern müssen. Wir sind böse auf uns selbst, weil wir nicht beharrlich sind, weil wir die guten Kräfte in uns nicht ehren und wir uns und nicht die Erlaubnis geben, uns so zum Ausdruck zu bringen, wie wir es ersehnen. Wir glauben, wir grollen unseren Eltern, dass sie uns in frühen Jahren unterdrückt haben. In Wirklichkeit grollen wir uns selbst, weil wir dies Unterdrückung immer noch fortsetzen. Es ist, als hätte uns jemand vor langer Zeit in einen Käfig gesperrt, und obwohl der Käfig schon seit vielen Jahren offen ist, kämpfen wir gegen seine imaginären Wände. Der Käfig besteht aus unseren selbstauferlegten Begrenzungen, unseren Selbstzweifeln und unserer Angst. Uns wurde beigebracht, dass es harte Arbeit sei, unsere Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Wir haben vielleicht nicht verstanden, dass es noch schwieriger ist, Tag für Tag in dem Wissen zu leben, dass wir es erst gar nicht versuchen. Unsere Sehnsucht, die der Schlüssel zur Erfüllung unseres ganzen Potentials ist, erlischt. Stille Verzweiflung baut sich langsam in uns auf, die sich in unserem Körper als Krankheit und in der Psyche, als Wut niederschlägt. Wenn wir nicht bereit sind, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen, dann schleppen wir unsere Verzweiflung und Wut einfach mit in die Zukunft. Die Kraft, die Vergangenheit klar anzusehen und die Aspekte zu sich zurückzuholen, die sie weggegeben haben, liegt in Ihnen.

( … )

Die Kraft, die sie brauchen, ist da, aber sie steht ihnen nur zur Verfügung, wenn ihre Sehnsucht nach Veränderung größer ist als ihre Neigung, alles beim alten zu lassen. Es ist immer leichter, anderen für den Zustand ihres Lebens die Schuld zu geben. Wenn wir den Kontakt zu uns selbst verlieren, dann verlieren wir auch den Kontakt mit unserer Göttlichkeit. Weil wir uns selbst nicht vertrauen, meinen wir, wir könnten auch anderen Leuten nicht vertrauen. Bei manchen Menschen ist der Schmerz der Vergangenheit so groß, dass sie glauben, sie könnten nur damit fertig werden, wenn sie andere dafür anklagen oder ihn verdrängen. Sie müssen die Vergangenheit liebevoll annehmen, wenn sie die Gegenwart verändern wollen. Wollen sie ihre Träume und Sehnsüchte verwirklichen, dann müssen sie die Verantwortung für alles übernehmen, was sich in ihrem Leben ereignet.

( … )

Debbie Ford ~ Schattenarbeit
 
Hallo,

ich wollte nur nochmal sagen, dass ich mir dessen schon bewusst bin, dass nur ich selbst mein Leben verändern kann, oder eben akzeptieren, die Vergangenheit "aufarbeiten" oder los lassen.

Die Welt wird sich für mich nicht verändern. Das ist mir klar.

Ich gebe auch niemanden anderes die Schuld für mein Leben, auch nicht meinen Eltern, die auch nur so sein konnten, wie sie eben waren.

Das Schwierige für mich ist, dass ich mir selbst die Schuld dafür gebe, dass ich es nicht besser hinbekommen habe bis jetzt. Und zwar nicht für andere, sondern für mich. Dass es mir so schwer fällt, zufrieden zu sein, das ich immer noch so einen Mangel spüre, obwohl ich trotzdem immer weiter mache.

Aber irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass es teilweise gar nicht richtig gelesen wird, was ich schreibe.

Es geht mir auch nicht darum, hier zu jammern. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass manche mir hier fast missionarisch klar machen wollen, dass man, wenn man den "richtigen" Weg einschlägt, irgendwann die "Befreiung" erlebt. Oder die richtige Therapie macht, oder das richtige Buch liest.

Der Mangel ist in mir. Und ich komme alleine sehr schlecht zurecht, trotzdem versuche ich es natürlich.

Und nochmal, ich klage andere nicht an. Ich misstraue auch anderen nicht. Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinen Freunden.

Ich habe keinen Partner, keinen Freund. Das fehlt mir total. Aber auch rein praktisch ist es nicht so einfach, mit 57 jemanden kennen zu lernen.

Egal, trotzdem freue ich mich, dass hier so rege geantwortet wurde und vielleicht noch wird.

Ich schließe daraus, dass ich mein Leben zuerst mal akzepieren muss, wie es ist. Ohne Schuldgefühle, ohne Zorn.

Liebe Grüße
 
Die Welt wird sich für mich nicht verändern. Das ist mir klar.
Du hast vollkommen richtig erkannt, dass die Veränderung nur in dir geschehen kann.

Aus meiner Erfahrung her weiß ich das, denn bei mir änderte sich alles!
Die Traurigkeit war vorbei, da wo vorher Dauerstress war, war plötzlich Gelassenheit. Ich spürte das in mir drin, dass mich Sachen, die mich vorher immer ins Wanken brachten nicht mehr zum Wackeln brachten.
Ängste verschwanden und ich merkte, dass es mir wesentlich besser ging und die Welt um mich herum war nicht mehr grau und finster.

Gruß Jim
 
Was ich dir damit sagen möchte ist, gib nicht auf. Es lohnt sich und der Preis ist sozusagen dann der Himmel.
Denn vorher ist das, als ob man in seiner eigenen Hölle gefangen ist und immer wieder die gleichen Zurückweisungen, Schuldgefühle usw. spürt.

Gibt es denn niemanden in deinem Freundeskreis, der für dich als Partner in Betracht käme?
 
Nee, in meinem Freundeskreis sind alle in Partnerschaft und Familie, eine Freundin ist Single, aber die will einen Mann, keine Frau.

Ich wollte dich mal fragen, was du denn sonst noch so in deinem Leben machst, außer hier im Forum rumzuhängen? Also ich meine, wie sieht denn dein alltägliches Leben, dein Tag so aus?

Mit konkreten Dingen, Lebenswelten kann ich besser was anfangen.

Liebe Grüße
 

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