DU scheinst hier aber auch nicht alles zu verstehen : Es gibt jede Menge junge Menschen, die neben der Schule jobben und trotzdem gut mitkommen und erholt sind !!!! Wie schwer ist es, das zu begreifen ???
Ich kenne einige Kinder, die das gerne ( in einem gewissen Rahmen ) tun, einfach um finanziell unabhängiger zu sein oder um zu sparen etc.
Sicher arbeiten sie nicht jeden Tag stundenlang nach der Schule, sondern gelegentlich. Und z.B 150€ mehr sind für Teenies durchaus ok.
Jetzt verstanden ?
Zuza
Zwischen mitkommen und seinen schulischen Verpflichtungen nachkommen ist aber immer noch ein großer Unterschied.
Ich sage ja an sich gar nichts dagegen, habe ich auch nicht anders gemacht.
Aber es ging darum, dass man seinem Kind etwas bieten kann. Und darunter verstehe ich unter anderem, dass es seinen schulischen Verpflichtungen vollständig nachkommen kann ohne, dass es z.B. auf ein Handy verzichten muss.
Denn, was viele vergessen ist, dass die Schule nicht nur aus Hausaufgaben und Tests besteht. In jedem Fach wird jede Stunde mündlich ausgefragt. In jedem Fach sind jeden Tag unangekündigte schriftliche Abfragen möglich. Und das völlig unabhängig davon, ob man an diesem Tag schon ausgefragt wurde, eine Stegreifaufgabe/Ex, eine Kurzarbeit oder gar eine Schulaufgabe geschrieben hat. Es dürfen lediglich an einem Tag nicht mehr als eine Kurzarbeit/Schulaufgabe geschrieben werden. Es gibt allerdings keine Begrenzung auf die Woche und es ist nicht gerade selten, dass 4 Kurzarbeiten/Schulaufgaben in einer Woche geschrieben werden. Dennoch darf an jedem Tag ausgefragt und Stegreifaufgaben geschrieben werden.
Wie schon wo anders geschrieben: Wir hatten bis zu 10 Schulstunden an einem Tag. Das sind 10 Fächer, in denen zu 100% mindestens einer der Schüler abgefragt wird, wenn nicht sogar mehrere oder gar alle (Stegreifaufgabe). Wenn man 3 Tage hintereinander 8-10 Stunden Unterricht hat bleibt da wenig Zeit, ich denke dem sollte mir jeder zustimmen können.
Und jetzt kommt es ganz auf die Einstellung des Schülers an. Entweder reicht es mitzukommen und halbwegs gute Noten zu schreiben. Oder man will in der Schule wirklich etwas erreichen.
Die erstere Gruppe hat es natürlich leicht.
Ich gehörte zur letzten Gruppe und habe mich jeden einzelnen Tag auf alle Stunden am nächsten Tag vorbereitet. Das heißt, ich habe nach 9 Stunden Unterricht auf alle 10 Fächer am nächsten Tag gelernt. Ich habe jedes mal allein meine Hausaufgaben gewissenhaft gemacht. Und dann war der Tag rum. An den Wochenenden wurde dann durchgehend auf die bevorstehenden Kurzarbeiten und Schulaufgaben gelernt. Es gab keine freie Minute, stand nicht mindestens eine 13 (1-) auf dem Zettel war ich unzufrieden. Und wenn ich mal eine freie Minute hatte, dann ging die für meine damalige Beziehung drauf.
So lange bis ich nebenbei arbeiten ging. Dann wurden keinerlei Hausaufgaben mehr angefertigt, höchstens abgeschrieben. In dem einen Fach habe ich bereits auf das nächste gelernt, war also in den Unterrichtsstunden nie anwesend, weil ich immer nur nachgeholt habe, was die anderen in den vorherigen Stunden gelernt haben. Für meine Beziehung hatte ich keine Zeit mehr, sie ist gescheitert. Die Noten wurden schlechter. Somit habe ich zum Abschlussjahr hin wieder mit dem Arbeiten aufgehört. Ich hatte mein Ziel, einen Schnitt von mindestens 1,x.
Es gibt eben auch solche Kinder, die sich in der Schule wirklich anstrengen, die dort sehr viel Leistung erbringen.
Das wollen nur besonders die Erwachsenen nicht sehen. Wenn ich mich in meiner damaligen Klasse umschaue, dann fallen mir da auf die Schnelle mindestens 2 weitere Leute ein, die genauso viel gelernt haben wie ich und noch ein paar weitere, die das nicht ganz so extrem gemacht haben. Das ist also eindeutig keine Seltenheit.
In Haupt- und Realschulen ist das eher seltener, dass man sich so dermaßend ins Zeug legt. Auf dem Gymnasium oder ähnlichen Schulen ist das schon häufiger.
Sicher, solche "Streber" wie ich sind nicht die Mehrheit. Aber besonders wenige sind wir jetzt auch nicht.
Wenn ein Kind jetzt nicht so der "Strebertyp" ist wie ich und es daher akzeptieren kann seine schulischen Pflichten nicht (vollständig) nachzukommen, dann ist das ja okay. Dann soll es ruhig arbeiten gehen.
Aber das Thema war immer noch: Kann man dem Kind mit H4 was bieten?
Und darunter verstehe ich, dass das Kind sich eben auch
vollkommen auf die Schule konzentrieren kann, wenn es das möchte, ohne großartige Einbußen im Lebensstandard zu haben.
Das bedeutet nicht, dass ich die Arbeit nebenher verteufle. Wenn es das Kind so will, dann ist das auch okay.
Aber besonders bei H4 wird der Lebensstandard beeinträchtigt, wenn man nicht an allen Ecken und Enden spart oder das Kind nicht arbeiten geht, weil es sich eben auf die Schule konzentrieren möchte.
Von Urlaub usw. brauchen wir erst gar nicht reden, denn Urlaub ist kein Urlaub, wenn man Verwandte besucht. Im Urlaub will man doch seine Ruhe und nicht mit der Sippschaft ständig auf einem Haufen hocken. Sicher, man kann untertags was unternehmen. Aber wenn man abends zurück kommt, dann sind die immer noch da. Das erfüllt für mich zumindest nicht den Sinn des Urlaubs. Man kommt raus, ja. Aber einen richtigen Urlaub hat man nicht.
Und deshalb sage ich eben ganz klar, dass das Kind
kein schlechtes Leben hat, aber man dem Kind nicht wirklich etwas bieten kann.