Ich beziehe mich hier ausdrücklich auf die sogenannten öffentlich rechtlichen Anstalten. Da fällt mir schon seit langem auf, dass Themen und Personen geradezu ein "Standbein" in den Sendern und Sendungen haben.
Schalte ich morgens das ARD/ZDF - Morgenmagazin an und taucht dann ein bekanntes Gesicht, egal zu welchem Thema auf, dann kann ich sicher sein, dass die Persönlichkeit, die mich da ansieht, im Laufe des Tages durch die verschiedenen Formate des Senders durchgereicht wird.
Da lächelte mich dann ein Herr Bosbach in freundlicher Manier an und äußerst die Ansichten, die ich nun zum x-ten Male von ihm gehört habe. Von ihm weiß ich inzwischen so ziemlich alles, weiß, dass er an einer todbringenden Krankheit leidet, dabei gleichwohl immer aussieht, als komme er gerade aus einem Fitness-Studio.
In den Mittagsmagazinen der beiden Sender begegnet mir der freundliche Herr dann wieder, und es besteht die Chance, ihn am Abend in einer der Talkshows bei Anne Will oder Markus Lanz wieder zu treffen.
Hat irgendein Vatikanvertreter oder sogar der Papst höchst selbst sich zu einem aktuellen Thema geäußert, dann erscheint da nicht selten ein Herr mit leuchtenden Augen und sich überschlagender Stimme, um den Heiligen Vater zu loben und zu preisen, als handelte sich um Gott persönlich.
Was dieser Herr für die Katholiken besorgt eine Frau Käsmann für die Protestanten. Tritt sie in die Öffentlichkeit, mit was auch immer, kann ich sicher sein, dass sie mir über Tage ins Angesicht blickt, sobald ich meinen Fernseher einschalte.
Ich sehe eine Claudia Roth mal Bierkrug schwenkend, mal giftig kommentierend, immer aber mit ganz viel Emotion, dass ich das nicht ganz ernstgemeinte Stoßgebet nach dem Hirn vom Himmel in denselben senden möchte.
Ach, beinah hätte ich sie vergessen: Die sogenannten "Fernsehstars", von denen ich schon länger nichts mehr gehört oder gesehen habe. "Lebt der eigentlich noch?" "Was macht sie eigentlich?"
Ich muss nicht lange fragen, nicht zweifeln. Da erscheinen sie dann, erzählen mir zum x-ten Male, was ich ohnehin schon wusste.
Da überkommt mich dann tiefe Wehmut, wenn ich mir vorstelle, dass ich Helmut Schmidt nie mehr leibhaftig im TV sehen werden, denn zu sagen hatte unser Altkanzler wirklich was.
Burbacher