Irgendwo und hier habe ich unsere damalige Geschichte schon näher erläutert. Als wir zusammen kamen, war ich der ausgesprochene Favorit meiner Schwiegereltern. Schon beim ersten Wochen-End-Besuch eroberte ich sie sozusagen im Sturm. Mein Schwiegervater, eher ein schwieriger Zeitgenosse, interessierte sich sehr für mein Studium, verwickelte mich in ein sehr intensives Gespräch.
Ich erfuhr dann später, dass meine Freundin und ihre Mutter dieser ersten Begegnung in ihrem Hause mit einem gewissen Bangen entgegengesehen hatten. Doch wir beide kamen uns erstaunlich schnell näher und fanden einen guten Draht zueinander.
Für meine spätere Schwiegermutter war ich ohnehin der Wunschkandidat. Sie entstammte einer Beamtenfamilie und die Aussicht, dass ihre Tochter einen studierten Mann erwählt hatte, nährte durchaus ihre nicht geringe Eitelkeit. Und so taten beide alles, dass wir zusammenkamen. Mein Schwiegervater wurde nicht sehr alt, sondern starb bereits zwei Jahre nach unserer Heirat. Er hatte wenige Tage vor seinem Tod von mir erfahren, dass wir unser erstes Kind erwarteten.
Meine Schwiegermutter überlebte ihn gerade mal um 10 Jahre. Und ab diesem Zeitpunkt begann die für mich erkennbare Distanzierung meiner Ex. Im Nachhinein war mir irgendwann klar, dass ich in erster Linie der Kandidat meiner Schwiegereltern war. Meine Ex formulierte diesen Umstand mal mit den Worten, sie sei ja verheiratet wurden.
Dass passte zwar nur bedingt zu ihrem im Allgemeinen ganz entschiedenen Auftreten, lieferte für mich dann aber durchaus einen plausiblen Grund.
Dass wir gleichwohl viermal Eltern wurden, das allerdings verstehe ich auf diesem Hintergrund nur bedingt. Und so passte es dann auch, dass die Mutter unserer Kinder auszog und die Kinder beim mir zurückließ.
Aber auch das war -aus ihrer Sicht- nicht ohne Logik.
Burbacher