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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Gibt es vielleicht es etwas, was du von mir in Bezug auf Schuld wissen möchtest?

Ja. Ich erkläre Dir zunächst mal den Hintergrund meiner Frage.

Das Gute ist gut, weil es so sein soll. Der Mensch, der Gutes denkt und tut, sagt: So soll es sein.

Der Mensch, der Böses denkt und tut, sagt: So soll es sein. Und er sagt dazu: Es ist gut so.

Das Beispiel zeigt, dass sich das Gute von dem Bösen aus der Sprache heraus nicht unterscheidet. Was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist z.B. das Wissen um Pflichten. Pflichten anderen Menschen gegenüber sowie Pflichten sich selbst gegenüber. Und dann zeigt sich ein zweites Kriterium des Menschseins: Die Freiheit

Der Mensch kann auf Grund seiner freien Willensentscheidung ablehnen, seine Pflichten zu erfüllen. Und dann kann er sagen: "So soll es sein. Es ist gut so." Man könnte als zur Schuld sagen, dass sie die Erkenntnis voraussetzt, dass bisherige Entscheidungen falsch waren und eben nicht gut, wie man es ehemals empfunden und vor sich selbst behauptet haben mag.

Fall 1: Empfindest Du Deine bisherigen Entscheidungen als falsch, hast Du auch die Erkenntnis von Schuld.
Fall 2: Empfindest Du Deine bisherigen Entscheidungen als richtig, hast Du auch keine Erkenntnis von Schuld.

Was ich von Dir wissen möchte: Welche Erkenntnis hast Du bezüglich Deiner evt. möglichen Schuld bzw. Deiner Entscheidungen, die Dich in der Summe dahin gebracht haben, wo und wie Du heute lebst?
 
Eine mehr oder minder harte, aber auch eine sehr gute Frage, Nordrheiner.

Ich werde ein bisschen Zeit benötigen, um die Frage halbwegs gut beantworten bzw. formulieren zu können.
 
Habe lange überlegt, wie ich deine Frage beantworten soll. Grundsätzlich gibt es (für mich) drei Möglichkeiten: "Zersplitterung", "Freestyle" oder "Potential".

Habe mich für die dritte Variante entschieden.
 
Ich denke, ich kann nur bzw. muss doch kombinieren.

Insofern:

[...]

Das Gute ist gut, weil es so sein soll. Der Mensch, der Gutes denkt und tut, sagt: So soll es sein.

Der Mensch, der Böses denkt und tut, sagt: So soll es sein. Und er sagt dazu: Es ist gut so.

[...]

Alles ordnet sich also einer gewissen Struktur unter: Entweder, sich rechtfertigen zu können, oder einfach zu tun, was man will.

Beides dürfte zutreffend sein.

---

Wie unterscheidet man tatsächlich zwischen gut und böse - bei anderen, bei sich selbst?

Ich denke, dass das insofern schwierig zu beantworten ist, weil zumindest eine gewisse Restsubjektivität nicht auszuschließen ist. Resultierend daraus, dass die Menschen dieser Welt nicht alle gleich sind, sondern recht unterschiedliche Wahrnehmungsspektren bzw. Bewusstseinsgrade haben. Natürlich zusammenhängend damit, dass Menschen verschiedene familiäre Prägungen, kulturelle Prägungen und sonstige Sozialisierung und Konditionierung hinter sich haben.

So mag also vielen Menschen etwas als gut erscheinen, was anderen als böse erscheint, und andersherum.

Gibt es tatsächlich einen fixen Maßstab/Maßstäbe dafür, was gut oder böse ist?
 
Wie unterscheidet man tatsächlich zwischen gut und böse - bei anderen, bei sich selbst?

Ich denke, dass das insofern schwierig zu beantworten ist, weil zumindest eine gewisse Restsubjektivität nicht auszuschließen ist. Resultierend daraus, dass die Menschen dieser Welt nicht alle gleich sind, sondern recht unterschiedliche Wahrnehmungsspektren bzw. Bewusstseinsgrade haben. Natürlich zusammenhängend damit, dass Menschen verschiedene familiäre Prägungen, kulturelle Prägungen und sonstige Sozialisierung und Konditionierung hinter sich haben.

So mag also vielen Menschen etwas als gut erscheinen, was anderen als böse erscheint, und andersherum.

Gibt es tatsächlich einen fixen Maßstab/Maßstäbe dafür, was gut oder böse ist?

Nach meiner Meinung befindest Du Dich auf der richtigen Spur, wenn Du gut und böse einmal nicht aus
moralischer Sicht betrachtest, sondern zunächst den Unterschied nur im Anders-Sein und im Anders-Handeln siehst. Von menschlicher Ebene aus können wir zunächst nur sehen: Das X ist so und das Y ist anders. Was davon jetzt moralisch als gut oder böse zu bezeichnen ist, kann an dieser Stelle noch nicht gesagt werden.

Das beste Mittel, um zu einer weiterführenden Erkenntnis zu gelangen, ist die Vernunft. So ist es durchaus vernünftig, Regeln für das Zusammenleben zu entwickeln und als Gesetze zu veröffentlichen. Wer gegen das Gesetz eine andere Person bestiehlt oder ermordet, handelt anders (anders als es gewollt ist). Dieses Anders-Handeln bezeichnen wir moralisch als böse. Das Gesetz ist wieder wandelbar. So gab und gibt es Gesellschaften, in denen unter Strafe steht, was bei uns erlaubt ist und was bei uns verboten ist, ist dort völlig in Ordnung. Auch hier - in diesem Vergleich - erkennen wir, dass es abstrakt immer nur um das Sein und das Anders-Sein geht, um das Handeln und um das Anders-Handeln. Mal wird das Handeln als gut bezeichnet, mal das Anders-Handeln.

Von daher ist Deine Frage "Gibt es tatsächlich einen fixen Maßstab/Maßstäbe dafür, was gut oder böse ist?" völlig berechtigt. Ich möchte die Frage unmoralisch formulieren: Gibt es einen objektiven fixen Maßstab dafür, nach dem das Sein als gut oder schlecht beurteilt werden muß und das Anders-Sein als gut oder schlecht?

Ich lenke Dein Augenmerk auf das Wörtchen "muß". Nein, außer sterben müssen müssen wir gar nichts. Der Mensch ist frei zu entscheiden, ob er das Sein als gut und das Anders-Sein als schlecht einstufen möchte.
Aber sollten wir?

Und mit dieser Frage kommen wir nur über Erkenntnis weiter. Das Erkennen, was wir sollten.

Ein frühchristlicher Theologe formulierte:
"Das Böse ist immer, mag es auch noch so intelligent geplant sein, Zeichen mangelnder Einsicht".

Die mangelnde Einsicht führt also beim Menschen dazu, dass er anders ist als er sein sollte, dass er anders handelt als er handeln sollte.

Der fixe Maßstab, nach dem Du fragst, ist also das So-Soll-Es-Sein. Einer solchen Aussage schenken wir Glauben, weil es uns jemand so mitteilt oder wir erkennen es zunehmend selber, weil wir uns nach Einsicht bzw. um Erkenntnis bemühen.
 
Vielleicht nicht so wichtig, und ich habe es schon lange nicht mehr geschrieben, aber ja, meine persönliche Moral ist:

Niemand anderem absichtlich körperlichen und/oder geistigen Schaden zufügen.

Das ist nicht viel, aber auch nicht so wenig. Und im Zweifel hast du dann sowieso alles falsch gemacht und stehst inmitten des Gefechtsfeuers der Meinungen.

~~~

Weiters denke ich, dass es auch viel mit Überheblichkeit und Ignoranz zu tun hat, zu meinen, dass man selbst richtig handeln würde, die anderen aber falsch.

Um das weitgehend zu klären, bedürfte es schon einer ehrlichen Auseinandersetzung.
 
Zu Deiner Aussage: "Niemand anderem absichtlich körperlichen und/oder geistigen Schaden zufügen." gehört auch der Umgang mit sich selbst.

Wenn wir aufhören nach Erkenntnissen zu suchen, obwohl wir es doch könnten, ist das in meinen Augen so, als ob wir einem Kind der 5. Klasse verwehren, mehr zu lernen, damit es in die 6. Klasse versetzt werden kann.
 
Es ist wohl auch ganz so, dass zumindest ein paar Menschen "ihre dunklen Machenschaften betreiben", weil sie nicht herausgefordert werden, sich nicht rechtfertigen müssen.

Das wird sich ändern. Es ist schon jetzt nicht mehr so wie vor 100, 60 oder 20 Jahren.

Heutzutage verstehen schon 8-Jährige eine Menge über Psychologie, die Welt und wie das Leben tatsächlich läuft. Darüber würde ich mir nichts vormachen.
 
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Auch das ist aus meiner Sicht ein sehr, sehr guter Punkt.

Welche Pflichten und Freiheiten hat der Mensch tatsächlich?
 
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