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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Du kennst mich ja ein bisschen, Nordrheiner, und wirst es mir (vielleicht) verzeihen.

Insofern gehe ich mit und erhöhe um eine "philosophische" Aussage von George Bernard Shaw:

Die meisten Menschen fürchten die Freiheit, weil sie Verantwortung mit sich bringt.
 
Auch das ist aus meiner Sicht ein sehr, sehr guter Punkt.

Welche Pflichten und Freiheiten hat der Mensch tatsächlich?

Der Herr Shaw hatte eine gute Beobachtung gemacht.

Aus meiner Sicht: Der Mensch hat Angst vor der Freiheit, weil er um die Fehlerhaftigkeit seiner Entscheidungen weiß.
Der Mensch weiß, dass er in der Lage ist, seine Freiheit zum eigenen Schaden zu nutzen.

Der Mensch hat die Pflicht, sein ganzes Menschsein zu erkennen. Dazu gehört das Streben nach Bildung. Auch der Wille sowie die Fähigkeit, sich weiterzubilden, unterscheidet ihn vom Tier.

Du kennst die Paradiesgeschichte? Dort steht, dass Gott den Himmel, die Erde .... schuf. Am Ende seines Schaffens heißt es: Und siehe, es war gut.

Man könnte auch sagen: So soll es sein

Der Mensch bekam die Freiheit, dieses von Gott gewollte Sein zu übernehmen oder abzulehnen. So wollen viele Menschen anders sein. Sie haben die Freiheit, ihren eigenen Weg zu gehen, über ihr Leben frei zu bestimmen, ohne nach Gott zu fragen. Diese Menschen wollen ein anderes Sein leben und sie sagen: So ist es gut. So soll es sein.
Diese Suppe schmeckt mir nicht.
 
Ich sehe es natürlich nicht identisch, aber auch nicht vollkommen gegensätzlich. Ich denke, dass ich zumindest in etwa verstehe, was du meinst. Bei "allen Sachen Gott", wird es eben immer ein bisschen schwierig.
 
Der Mensch kann auf Grund seiner freien Willensentscheidung ablehnen, seine Pflichten zu erfüllen. Und dann kann er sagen: "So soll es sein. Es ist gut so." Man könnte also zur Schuld sagen, dass sie die Erkenntnis voraussetzt, dass bisherige Entscheidungen falsch waren und eben nicht gut, wie man es ehemals empfunden und vor sich selbst behauptet haben mag.

Auch das aus meiner Sicht ein sehr, sehr guter Punkt. Ist es aber nicht so das schwierigste im Leben überhaupt, sich selbst und/oder anderen zuzugestehen, dass man Fehler gemacht hat und macht?
 
Auch das aus meiner Sicht ein sehr, sehr guter Punkt. Ist es aber nicht so das schwierigste im Leben überhaupt, sich selbst und/oder anderen zuzugestehen, dass man Fehler gemacht hat und macht?

In unserer Gesellschaft gehört es zum geschickten Verhalten, möglichst keine Fehler und keine Schwächen zu haben, weil Du dann schnell in irgend einer Weise benachteiligt werden kannst. Wie sagte so schön der Alkoholkranke: Jeder sieht, wenn ich betrunken bin und lacht darüber. Keiner sieht, wenn ich Durst habe.

Aber wonach dürstet es uns? Wenn uns von Grund auf Gerechtigkeit wirklich wichtig ist, dann stört uns die Ungerechtigkeit in der Welt - jedoch unsere eigene Ungerechtigkeit empfinden wir als das Schlimmste.

Aus meiner christlichen Sicht sehe ich das ganzheitlich. Der Mensch kann nicht sauber sein, wenn er sich immer nur das Gesicht wäscht, aber nicht den ganzen Körper. Ähnlich ist es mit unserem Herzen.

Es ist eine Frage der Erkenntnis. Wenn Du aus dem Dunkel in die warme Sonne möchtest, dann ist Dir klar, dass Du den Wintermantel ausziehen mußt. Es fällt leicht, sich im Sommer bis auf die Badehose auszuziehen und schwimmen zu gehen. Bist Du unter Deinen Kleidern schmutzig, dann willst Du auch den Schmutz los werden. So legt der Mensch alles ab, was ihn hindert dorthin zu gelangen und das zu tun, was er tun möchte, wie er sein möchte. Der Mensch erkennt: So will ich sein - aber ich bin anders.

Ohne Schulderkenntnis gibt es auch kein Schuldbekenntnis. Ohne Schuldbekenntnis gibt es auch keine wirkliche Änderung. Will ich ohne Schuld sein, ein sauberes (reines) Herz haben, dann sehe ich es als eine Notwendigkeit an, mich ganz "zu waschen" und nicht nur das Gesicht. Nur wenn der Menschen ein reines Herz haben möchte, wird er auch alles tun, dieses zu bekommen. Will er vor den Menschen als sauber da stehen, reicht ein Wintermantel.

Ist das verständlich?
 
In gewisser Weise zumindest, verstehe ich das. Ich meine, wenn ein Mensch nicht schädlich sein will, muss er im Grunde nur gar nichts tun, bzw. tot sein. Jemand, der tot ist, schadet anderen Menschen nicht. Eigentlich nicht.

Wenn man aber lebt bzw. leben will, dann sollte man eigentlich und zumindest dazu fähig sein, für sein eigenes Auskommen zu sorgen. Und ich denke, dass das die meisten Menschen auch tun, können und wollen.

Sehr viel schwieriger wird es aus meiner Sicht aber dann, wenn man wirklich seinen Mitmenschen und der Welt begegnet. Und wenn ich ganz ehrlich bin, sehe ich da eine Menge Probleme.
 
Der Mensch hat nicht Schuld, weil er anders ist, als andere es sich wünschen.
Der Mensch hat Schuld, weil er anders ist, als er sein soll und dieses Anderssein auch noch "gut" nennt.

Um das zu beurteilen, sucht sich der Mensch den Maßstab aus, der ihm zur Beurteilung hilft.

"Ich bewundere Esel, doch nur die vierbeinigen, denn sie kennen ihren Weg und gehen ihn unbeirrt, während sie sich oft weigern, den Weg der Menschen zu gehen. Wie anders verhält es sich doch mit den Menschen, die andere einen Esel nennen, ihren Weg sehen, ihn aber nicht gehen wollen..."
(Zitat von Rose von der Au)
 
Individualität macht jeden Menschen anders. Führt dann nicht auch Individualität zwingend zu Schuld?

Wie kann man denn tatsächlich wissen/entscheiden, wie ein Mensch sein soll?
 
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