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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Dein Punkt 3.



Sagte ich nicht, dass Menschen immer das tun, was sie für richtig halten?

Das klingt logisch und leicht. Wenn es denn so leicht wäre...
Aber es ist nicht immer so, dass Menschen immer das tun, was sie für richtig halten. Oft auch wissen wir Menschen, was wir tun sollten - tun es aber nicht.

Auch ist zu berücksichtigen: Wir Menschen unterscheiden uns z.B. bei den Kriterien, nach denen wir richtig und falsch festmachen. Viele Menschen handeln nach moralischen Vorstellungen. Aber wir wissen, dass sich Moral ändert. So ist "heute" moralisch richtig, was "morgen" moralisch falsch ist - und umgekehrt.

Und dieser Gedanke führt uns zu der Frage: Gibt es einen Maßstab, der moralisch unabhängig ist, zeitübergreifend, unwandelbar ? Was denkst Du?
 
Ich denke schon, dass es einen Maßstab gibt. Jeder Mensch trägt ihn in sich. Man kann ihn ignorieren, den Maßstab, aber das stört den Maßstab wenig.
 
Im Übrigen würde ich es wohl ähnlich machen.

Es übersetzt sich "Schuld" für mich immer noch mit "besseren und schlechteren Wegen".

Wenn ich denn nun erkenne bzw. erkannt habe, dass ich auf einem falschen Pfad bin, dann liegt es an mir, entsprechende Kurskorrektur(en) vorzunehmen.

Und sollte ich andere verletzt bzw. geschädigt haben, dann liegt es an mir, mich zu ent-schuld-igen. Und das mag der schwierigste Part sein. Denn ich muss dann zugeben, dass ich keines Falls unfehlbar bin, sondern noch eine Menge an mir zu arbeiten habe.
 
Und solltest du mich fragen, ob es einen Gott gibt, so würde ich sagen: Ja, gibt es.

Nur sind die Vorstellungen davon aus meiner Sicht oftmals verwirrt.

Ich GLAUBE, ja, an einen Gott der Vernichtung und der Liebe.

Es geschehe dein Wille.
 
Natürlich hast du Recht, Nordrheiner. Es ist durchaus ein Verschulden, wenn Menschen nicht für das Glück ihrer selbst und aller anderen sorgen.

Hast du eine Idee, warum das so sein könnte?
 
Natürlich hast du Recht, Nordrheiner. Es ist durchaus ein Verschulden, wenn Menschen nicht für das Glück ihrer selbst und aller anderen sorgen.

Hast du eine Idee, warum das so sein könnte?

Dafür gibt es unzählig viele Gründe, die alle theoretisch in Frage kommen. Ich zähle nachstehend einige auf. Damit erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

1) Allgemeine Gründe
- sie sind unwissend und machen sich nicht schlau
- sie sind undiszipliniert, lassen sich gehen bzw. sie lassen sich von den Gefühlen treiben. Die Bequemlichkeit scheint ein starkes Gefühl zu sein. Es sagt: "Bleib sitzen, um das Glück kannst Du Dich später immer noch kümmern"

2) Tendenz zur Nekrophilile (zu lebensfeindlichem Leben)
Ein anderer wichtiger Grund - nicht für sein Glück zu sorgen - ist die übermässige Beschäftigung mit toten Gegenständen (z.B. PC, Handy...), welches zu einer Vergötterung der Technik führt. Man lebt sein Leben mit den Menschen immer weniger und mit den toten Geräten immer intensiver. Dadurch verliert der Mensch immer mehr den Bezug zum eigenen realen Leben. "Maschinen und Geräte kritisieren Dich nicht, auch wenn Du versäumst, Dein Leben zu leben."

3) Inzestuöser Grund
Ein anderer wichtiger Grund ist die möglicherweise vorhandene inzestuöse Beziehung zur Mutter. Dazu schrieb Erich Fromm:

"Jedes Kind braucht eine Person (i.d.R. Mutter), die es bemuttert, ohne dass Gegenliebe oder Leistung erwartet wird. Das Kind ist hilflos und braucht daher bedingungslose Zuwendung.
Auch der Erwachsene ist in vielerlei Hinsicht hilflos. Er kann zwar arbeiten und Aufgaben erfüllen, Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen, jedoch auch der Erwachsene ist Risiken und Gefahren des Lebens ausgesetzt, denen er mal mehr mal weniger hilflos gegenübersteht. Was wäre unter diesen Umständen natürlicher, als dass er sich leidenschaftlich nach einer Macht sehnt, die ihm Sicherheit, Schutz und Liebe gewährt?

Dieser Wunsch ist nicht nur eine Wiederholung einer Sehnsucht nach einer Mutter, er entsteht, weil genau die gleichen Bedingungen, die das Kleinkind veranlassen, sich nach der Mutter zu sehnen, fortbestehen, wenn auch auf einer anderen Ebene.

Wenn diese Menschen – Männer wie Frauen – eine „Mutter“für den Rest ihres Lebens finden könnten, dann gäbe es in ihrem Leben keineTragödie und kein Risiko mehr. Ist es da verwunderlich, dass der Mensch sich so unwiderstehlich getrieben fühlt, dieser Fata Morgana nachzujagen?

Der Mensch ist „verurteilt“, mit Ungewissheit und Risikozu leben. Er muß sich auf seine eigenen Anstrengungen verlassen. Nur die Entwicklung seiner eigenen Kräfte verschaffen ihm ein gewisses Maß an Stärke und Furchtlosigkeit.

Wie in der Kindheit, so wird auch der Erwachsene zwischenzwei Tendenzen hin und her gerissen: Einerseits möchte er ans Licht kommen, sich entwickeln, frei sein. Andererseits strebt er zurück in den Mutterschoß . Einerseits sucht der Mensch das Abenteuer und andererseits die Sicherheit und Geborgenheit. Einerseits lockt ihn das Abenteuer der Unabhängigkeit, andererseits sucht er Schutz und Abhängigkeit."

Im übertragenen Sinn können auch Gruppen zu „Müttern“werden. (Parteien, Religion, Rasse, Volk)
Und werden zu angeblichen Garanten von Schutz und Liebe.(Beispiel: Die Mitglieder der Mafia nennen ihre Organisation „Mama“)

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Viele Menschen sind Träumer, Zögerer und Zauderer, Bedenkenträger .. und sie bleiben es. Sie erinnern mich an einen frommen Mann, der nach seinem Tode in den Himmel kam. Da stand er vor 2 Türen. Auf der ersten Türe stand: "Paradies" und auf der zweiten Türe stand "Vortrag über das Paradies". Er ging durch die zweite Türe.

Wir Menschen brauchen schon Mut zum Leben. Und auch mangelnder Mut ist ein Grund, sein Leben nicht zu leben und somit unter den eigenen Möglichkeiten zu bleiben.


 
Erscheint mir einigermaßen fremd, bzw. für die meisten Menschen eher nicht versteh-/anwendbar. Ich denke eher, dass es um Gefühle geht.

Geht es nicht immer Gefühle? Wer rechnet sich schon zu Tode oder baut unendlich hohe Türme, wenn es nicht um ein Gefühl geht? Ohne Gefühle würde ja das schönste Gemälde, die schönste Stadt oder die schönste Landschaft keinen Sinn machen.

So ähnlich ist es aber wohl ganz allgemein. Lasse einem Menschen alles, aber entziehe ihm seine Gefühle. Dann wird er vielleicht trotzdem die größten und unvorstellbarsten Dinge bauen, aber weiß nicht mehr, warum er das tut.

Was ich sagen will, ist, dass wenn du das Gefühl des Menschen aus der Formel streichst, jegliche Diskussion und jegliches Leben sinnlos ist.
 
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