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Gescheiterte Ehe, bevor sie überhaupt begann

@Pheila, danke für deine besonnenen Worte besonders im ersten Abschnitt.

@ImmerMeer, okay also dein Psychologe - warum bekomme ich wohl hie und da gesagt, dass mir langsam eine Lesebrille stehen würde *grübel 😀 .

Du schreibst: "Dass meine Liebe und all die Anstrengung nicht gereicht haben, um alles geradezubiegen.". <- Dieser Anspruch an sich selbst kommt mir so wahnsinnig vor. Als würdest Du nicht nur Verantwortung sondern auch die Person gleich mit Schultern. Irgendwo in deinen früheren Beiträgen liest man von einer Unruhe ob Du deinem Kind genug geben könntest. Das schlägt in die selbe Kerbe.

Vor noch 3 Jahren stand ich vor einer heftigen inneren Wahl/Qual. Gehe ich in eine Beziehung und übernehme die Verantwortung für ihr Leben oder nicht. Ich habe die Verantwortung für ihr Leben nicht übernommen. Der Gedanke sie im Stich gelassen zu haben, hat mich lange gequält. Sie war nicht in der Lage es so zu sehen. Weiß nicht, ob sie es heute könnte.

Geht es bei Dir in eine Ähnliche "Härte" / Richtung?

Ich hatte speziell dazu was geschrieben, aber irgendwie scheine ich es gelöscht zu haben ;-). Ja, also - ich bin da pragmatisch: Was mein Mann nicht leistet, muss ich eben leisten. Wer sonst?

Und mir ist bewusst, dass das ein Punkt ist, an dem ich arbeiten muss - weniger übernehmen und abnehmen ... weniger einnehmend sein. Sicher habe ich ihn teilweise durch meine Art unfähiger gemacht, als er ansosnten vielleicht gewesen wäre. Weil ich ungeduldig war und das, was er auf seine Art hätte machen können, schneller und besser machen wollte. Also - das reflektiere ich, da bin ich dran.
 
Also ich finde auch, dass es eine vollkommen korrekte Entscheidung war sich von ihm zu trennen, wenn er noch so Kind sein will, bzw ist, denn das hätte auf lange Sicht nichts gebracht bzw hätte einen nicht weitergebracht.
Vorallem weil man da in komplett unterschiedliche Richtungen geht.

Gut, dass ich ihn richtig eingeschätzt habe. Nun aber was du tun könntest. An sich nichts. Das liegt nicht in deiner Hand, aber zumindest dass "deine" Angelegenheiten weiterkommen. Also theoretisch kann man da noch mit sanfter Hand reden, aber was anderes als dass man ihn ins kalte Wasser schmeißt bleibt nicht übrig.

An sich macht es auch immer mehr Sinn wieso er denn so früh ein Kind wollte, um sein eigenes "Kindsein" zu bewahren. Deswegen schließt er ja auch nicht die Uni ab. Hat halt Schiss.
Aber zwingen kann man ihn da nicht, sein Leben und wie das weiterläuft liegt in seiner Hand, checkt der aber scheinbar nicht richtig.
Also ich würde auch mit "gut zureden" aufhören, weil es zu nichts führen wird.
Einzige Lösung für einen Fortschritt es brachial anzugehen, auch wenn ihn das in eine Art "Schocksituation" bringt. Anders lernt er es nicht. Ich glaube da ist eine Menge davor falsch gelaufen, aber die Dinge sind ja nunmal wie sie sind.
 
Was haben seine Eltern eigentlich zu eurer Eheschließung gesagt? Hast du ein gutes Verhältnis zu ihnen? Dann könntest du sie fragen, was mit deinem Mann los ist, wenn du an ihn nicht rankommst.
Sie müssten auch darauf vorbereitet sein, wenn du vorhast sie für den Kindesunterhalt dranzukriegen.
 
Gut, dass ich ihn richtig eingeschätzt habe.

------------- zitat ----------

Wie willst du ihn richtig einschätzen. Du kennst ihn doch gar nicht.
 
Er meint, er würde zu seinem Eheschwur stehen, würde mich lieben ... er ignoriert völlig, dass ich in der Zeit mit ihm so viel gelitten habe.

Ja, er sagte immer, er bräuchte Zeit ... aber wenn ich ihm Zeit gab, änderte sich nichts ... Dann hat er sich wieder zurückgelehnt und alles laufen lassen. Unter Druck kam es zu winzigen Vorwärzbewegungen ... aber das war mir zu anstrengend - und da kam ja meistens auch Gegenwehr von ihm. So stell ich mir keine Beziehung vor.

Reifen lassen, sich in eine Rolle einfinden bzw. seinen Platz im Leben finden, Angst überwinden - das sind sicher essenzielle Themen für ihn. Aber die Art, wie er meinte, da eine Entwicklung zu erreichen, war, zu warten - und nichts zu tun. Sich in seine Wohnung zurückzuziehen und vor allem zu verschließen, was ich an ihn herantrage. Ich sehe seine Verzweiflung - aber ich sehe auch, dass da grundsätzlich kein Wille ist, etwas dahingehend zu ändern, dass auch ich in dieser Beziehung ein lebenswertes Leben führe und mich nicht nur ausgenutzt fühle und die alleinige Verantwortung für alles trage.

Übrigens hat er ja schon vor unserem Kennenlernen sein Studium nicht weitergemacht ... da hatte er auch schon Angst, sich danach Arbeit suchen zu müssen. Das hat er mir nur verheimlicht und vorgeschoben, dass er gerade noch eine Arbeit (mit der er etwas Geld verdient hat) fertigschreibt.

Er verschließt sich seit Monaten vor jedem Gespräch ... er wollte keine Eheberatung, keine Trennungsberatung, nichts. Nur seine Ruhe. Ich gebe meinem Partner in einer Beziehung gern Freiheiten - ich brauche sie ja genauso ... aber nur mal vorbeizuschauen, wann man gerade Lust hat - und alles schwere dem anderen zu überlassen, ihn damit allein zu lassen - das ist für mich kein Dauerzustand. Leider war es das bei uns.

Das mit dem Update übers Leben mit Kind ist eine schöne Idee ... ich werde es mal versuchen ... wobei ich bezweifele, dass er die Mails liest. Er hat unheimlich viel Kraft, wenn es darum geht, sich abzuschotten. Naja, aber einen Versuch ist es trotzdem wert - auch für mich eine Übung, wieder neutral mit ihm umzugehen ... Hoffen, dass er zurückschreibt, werde ich nicht. Er ist sooo sehr in seiner Hassspirale gefangen, dass so etwas nicht drin ist. Ich denke, er investiert seine Gedanken und seine Kraft in Möglichkeiten, mir eins auszuwischen ... Zumindest ist es das, was er bisher rüberbringt. Positive, lösungsorientierte Regungen gab es nicht.

Naja - zu der Elternschaft: Ich habe mir ja sehr gewünscht, dass er die Regeluzng, sein Kind alle 2 Wochen zu sehen, weiter umsetzt - wir hatten das ja mit dem Jugendamt angebahnt. Aber wie ich es schon oft erlebt habe, meldete er sich einfach nicht mehr - und dann kam eben der nächste Knaller (Vaterschaftsanfechtung). Übrigens, obwohl unser letztes Gespräch davor friedlich ablief. Wahrscheinlich hat es ihn schon wieder völlig aufgebracht, dass ich nun über das Jugendamt den Unterhalt erstreite, weil er ihn nicht zahlen will.

Mit dem Kind läuft es sehr ähnlich wie mit der Ehe: er sagt, er wolle ihm ein guter Vater sein - aber seine Taten sprechen andere Worte. Er tut alles dafür, aus der Unterhaltssache rauszukommen und möglichst keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Vater sein heißt für ihn: wenn ich Lust habe, besuche ich das Kind mal, hab ein paar schöne Stunden mit ihm und gehe dann wieder meiner Wege.
Er wirkt sehr unreif für seinen Wunsch, den er vorgab. Du kannst ihm alle Türen zu seinem Sohn offen halten. Für dich ist ein Traum nach Familie mit ihm verpufft, leider, so traurig. Kopf hoch, lebe dein Leben mit deinem Fernbleiben von ihm und starte dein Leben mit deinem Sohn, und hoffentlich bald mit einem neuen Partner. Dein Sohn und du; ihr bildet eine Einheit, unabhängig des ehemaligen oder zukünftigen Partners. Das sollte dir ausreichend die Kraft zum Leben geben. Alles Gute dir mit deinem Sohn.
 
Was haben seine Eltern eigentlich zu eurer Eheschließung gesagt? Hast du ein gutes Verhältnis zu ihnen? Dann könntest du sie fragen, was mit deinem Mann los ist, wenn du an ihn nicht rankommst.
Sie müssten auch darauf vorbereitet sein, wenn du vorhast sie für den Kindesunterhalt dranzukriegen.

Von seinen Eltern hat er ja seine Gesprächsunfähigkeit gelernt. Sie weisen alles von sich, sagen, er solle das klären, reagieren inzwischen auf keine Mail o.ä. mehr. Wenn ich eine gute Beziehung zu ihnen hätte, wäre ich andere Wege gegangen - dann hätte ich sicherlich nicht den Unterhalt übers Jugendamt geltend gemacht, sondern das persönlich mit ihnen besprochen - ob sie ihren Enkel unterstützen wollen. Normalerweise tun Großeltern das ja gern.

Sie wollen einfach ihre Ruhe - wie mein Mann. Ich schrieb ja schon, dass sie m.E. einen großen Beitrag dazu leisten, dass er nicht arbeiten geht, da sie ihm monatlich sehr, sehr viel Geld zahlen - dafür, dass er nichts tut - außer eben es verprassen.
 
Ich frage mich, warum ich nicht oder nur so schlecht verarbeiten kann, was passiert ist.
Jetzt schaue ich wieder ständig in mein Mailfach und warte auf eine Antwort von ihm ... sie wird nicht kommen ... genausowenig wie das zugehörige Wunder, das ich erwarte ... warum kann ich nicht umdenken?

Ich werde zunächst alle Sätze von Dir so noch mal zitieren, damit ich meine Antwort besser formulieren kann:

wir hatten viele Pläne ... haben gemeinsam eine Wohnung gemietet, in die ich eingezogen bin und mein Mann nachkommen wollte - das hat er nie getan.

Hier ist also eine gemeinsame Wohnung gewesen, in die Dein Mann nicht eingezogen ist. (1. Fakt)

Ich wurde geplant schwanger ... er wollte gern ein Kind mit mir - hat er zumindest immer gesagt ... aber er hat sich immer mehr zurückgezogen ... hat mich bei nichts unterstützt. Eheberatung usw. habe ich vorgeschlagen, haben wir teils auch versucht ... aber irgendwie meint er, ich wäre sein größter Feind, weil ich von ihm erwartet habe, dass ich nicht ewig allein die Miete für die gemeinsame Wohnung zahlen muss ... und mich allein ums Kind kümmern.

Ein schwangeres Kind - der Wunsch, dass er ein Kind mit Dir wollte war vorhanden - er zog sich aber zurück ( 2. Fakt)
Das Baby ist jetzt 5 Monate ... er hat immer gesagt, er wolle sich um den Kleinen kümmern ... aber er tut es nicht ... sieht ihn höchstens 1x/Monat. Er sitzt seit 2 Jahren an zwei Hausarbeiten, die noch zum Studienabschluss fehlen ... eine hab ich irgendwann für ihn geschrieben ... die andere schreibt er nicht. Obwohl er eine abgeschlossene Ausbildung hat, sucht er sich keine Arbeit. Nicht einmal nen Nebenjob.

Er sitzt an Hausarbeiten, aber bringt diese nicht zuende; eine Hausarbeit schriebst Du für ihn (3.Fakt)

Ich habe mich im Februar von ihm getrennt ... seitdem geht es mir besser. Mein Selbstbewusstsein ist wieder gestiegen - ich mache viel mit Freunden usw. Halte nach einem neuen Partner Ausschau.

Aber es tut unendlich weh.

Habe mir jetzt vorgenommen, 2 Monate keinen Kontakt zu ihm zu haben - bis Ende Juli noch. Ständig bin ich in Versuchung, ihn zu kontaktieren - obwohl ich so gelitten habe, unter der Beziehung. Heute kam ein Schreiben für ihn, dass ein Nachsendeauftrag für ihn vorliegt. Das hat mich wieder so tief getroffen. Ich weiß nicht, warum. Er hat hier niegewohnt und nie Post hinschicken lassen ... eigentlich gibts also keinen Grund für so einen Auftrag. Ich hab ihn bhlöderweise per Mail kontaktiert, obwohl ich das ja eigentlich gar nicht mehr wollte. Hab ihn informiert, dass diese Auftragsbestätigung hier angekommen ist.

Du hast Dich getrennt, willst bis Ende Juli keinen Kontakt zu ihm, bist aber hin- und hergerissen ihn doch zu kontaktieren ( so lese ich das - 4. Fakt)
Er hat die ganze Zeit viel Geld für sich ausgegeben ... aber ich musste hier alles alleine stemmen ... auch die Erstausstattung fürs Kind - Unterhalt zahlt er auch nicht, das läuft nun übers Jugendamt. Irgendwie verkrafte ich das alles nicht ... ich hoffe immer, dasss ich irgendwann aufwache - und alles gut ist. Aber ich weiß, dass es nicht passieren wird. Nur wünscht mein Herz es sich so sehr. Diesersinnlose Nachsendeauftrag ist wieder rausgeworfenes Geld ...
Nun geht es um den Unterhalt - auch den zahlt er nicht ( 5. Fakt)
Er hat mich die ganze Zeit übergangen, auf mein Befinden keine Rücksicht genommen ... Ständig kommt das wieder hoch.

Jeden Tag sehe ich meinen Mann in unserem gemeinsamen Sohn. Und ich sehe, wie er uns von Anfang an im Stich gelassen hat - mich seit der Hochzeit - das Kind auch schon vor seiner Geburt.

Wie kann ich lernen, zu akzeptieren, wie es ist? Wann wird es aufhören, dass ich ständig weinen muss, wenn ich (mit dem Kind) allein bin?
Deine Belange wurden die ganze Zeit von ihm ignoriert & der Sohn ähnelt ihm optisch ( 6.Fakt)


Hallo ImmerMeer,

bevor ich die Antwort zu Deiner Frage
Wie kann ich lernen, zu akzeptieren, wie es ist? Wann wird es aufhören, dass ich ständig weinen muss, wenn ich (mit dem Kind) allein bin?
schreibe, fasse ich zunächst meine ersten Teilantworten zusammen:

1. Fakt: Gemeinsame Wohnung gewesen, in die Dein Mann nicht eingezogen ist.
2. Fakt: Ein schwangeres Kind - der Wunsch, dass er ein Kind mit Dir wollte war vorhanden - er zog sich aber zurück
3. Fakt: Er sitzt an Hausarbeiten, aber bringt diese nicht zuende; eine Hausarbeit schriebst Du für ihn
4. Fakt: Du hast Dich getrennt, willst bis Ende Juli keinen Kontakt zu ihm, bist aber hin- und hergerissen ihn doch zu kontaktieren
5. Fakt: Nun geht es um den Unterhalt - auch den zahlt er nicht
6. Fakt: Deine Belange wurden die ganze Zeit von ihm ignoriert & der Sohn ähnelt ihm optisch

Wenn ich nun Antwort gebe, wie Du lernen kannst, zu akzeptieren wie es ist - ...

dann schaue Dir zunächst erstmal das an, was die Fakten sind.

Dein Mann hat nicht die Wohnung bezogen, sich zurückgezogen, sein eigenes Leben ( Hausarbeiten) scheinbar schlecht im Griff, verweigert den Unterhalt für das Kind und ignoriert Deine Belange...

Du hast Dich selbst getrennt, willst bis Juli warten.

Was soll sich bei ihm bis dahin ändern?

Es liest sich durch die Aussagen von Dir so, als hätte er sich von Dir distanziert. Das er ein ganz anderer Mensch werden wird ( bis Ende Juli) scheint mir sehr zweifelhaft zu sein. Wenn ich die Fakten 1-6 zusammenziehe...

Das Leid, welches Du empfindest, kommt evtl. daher, dass Du in ihm das Potenzial siehst, dass er die gemeinsame Wohnung bezieht, den Unterhalt zahlt, Deine Belange wahrnimmt und ernst nimmt, und er sich auch für sein eigenes Leben verantwortlich einsetzt.

Das ist allerdings alles nicht geschehen.

Was hält Dich davon ab, Deine selbst erwähnten Fakten als Realität anzuerkennen?

Das Forum hier kann viele subjektive Meinungen wiederspiegeln. Wie es in Dir selbst aussieht oder aussehen mag, wirst nur Du wissen.

Ich kann zumindest sagen, dass eine Trennung leichter fällt, wenn sich konkret angeschaut wird, was gut läuft oder schlecht läuft.

Bei den Fakten ist die Sache für mich klar.

Die Bewusstwerdung der Tatsachen wird Dir helfen, damit besser umgehen zu lernen. Wenn Du immer wieder das Ideal in ihm sehen willst, wirst Du jedesmal leiden; sobald er sich anders verhält als Deine Idealvorstellung von ihm als Ehemann...
 
Hallo ImmerMeer,

bevor ich die Antwort zu Deiner Frage schreibe, fasse ich zunächst meine ersten Teilantworten zusammen:

1. Fakt: Gemeinsame Wohnung gewesen, in die Dein Mann nicht eingezogen ist.
2. Fakt: Ein schwangeres Kind - der Wunsch, dass er ein Kind mit Dir wollte war vorhanden - er zog sich aber zurück
3. Fakt: Er sitzt an Hausarbeiten, aber bringt diese nicht zuende; eine Hausarbeit schriebst Du für ihn
4. Fakt: Du hast Dich getrennt, willst bis Ende Juli keinen Kontakt zu ihm, bist aber hin- und hergerissen ihn doch zu kontaktieren
5. Fakt: Nun geht es um den Unterhalt - auch den zahlt er nicht
6. Fakt: Deine Belange wurden die ganze Zeit von ihm ignoriert & der Sohn ähnelt ihm optisch

Wenn ich nun Antwort gebe, wie Du lernen kannst, zu akzeptieren wie es ist - ...

dann schaue Dir zunächst erstmal das an, was die Fakten sind.

Dein Mann hat nicht die Wohnung bezogen, sich zurückgezogen, sein eigenes Leben ( Hausarbeiten) scheinbar schlecht im Griff, verweigert den Unterhalt für das Kind und ignoriert Deine Belange...

Du hast Dich selbst getrennt, willst bis Juli warten.

Was soll sich bei ihm bis dahin ändern?

Es liest sich durch die Aussagen von Dir so, als hätte er sich von Dir distanziert. Das er ein ganz anderer Mensch werden wird ( bis Ende Juli) scheint mir sehr zweifelhaft zu sein. Wenn ich die Fakten 1-6 zusammenziehe...

Das Leid, welches Du empfindest, kommt evtl. daher, dass Du in ihm das Potenzial siehst, dass er die gemeinsame Wohnung bezieht, den Unterhalt zahlt, Deine Belange wahrnimmt und ernst nimmt, und er sich auch für sein eigenes Leben verantwortlich einsetzt.

Das ist allerdings alles nicht geschehen.

Was hält Dich davon ab, Deine selbst erwähnten Fakten als Realität anzuerkennen?

Das Forum hier kann viele subjektive Meinungen wiederspiegeln. Wie es in Dir selbst aussieht oder aussehen mag, wirst nur Du wissen.

Ich kann zumindest sagen, dass eine Trennung leichter fällt, wenn sich konkret angeschaut wird, was gut läuft oder schlecht läuft.

Bei den Fakten ist die Sache für mich klar.

Die Bewusstwerdung der Tatsachen wird Dir helfen, damit besser umgehen zu lernen. Wenn Du immer wieder das Ideal in ihm sehen willst, wirst Du jedesmal leiden; sobald er sich anders verhält als Deine Idealvorstellung von ihm als Ehemann...

Hallo Quo Vadis,

Ja, mein Problem ist, dass ich tatsächlich viel Potenzial in ihm sehe - weil ich ihn ja auich anders erlebt hab. Als ich vor der Ehe schwach war, hat er mich gestützt ... und wir hatten auch viele schöne gemeinsame Erlebnisse.

Und ich kann die Fakten schlecht als Realität anerkennen, weil mein Mann immer und immer wieder betont hat, dass er das doch alles auch so will wie ich ... dass er nur noch etwas Zeit braucht ... oder ihn irgendwas grad hindert ... usw.

Also - tatsächlich vermisse ich ihn. Mein Wunsch war, dass wir das Gute, was wir haben, ausbauen. Er sagte, er will das auch - tat aber immer etwas anderes. Ich weiß also nicht, woran ich bin. Wenn er mir gesagt hätte: "Ich will dich nicht, und ich will mich nicht um das Kind kümmern.", dann hätte ich etwas, womit ich umgehen könnte. Er sagte aber immer das Gegenteil, tat es nur nicht.

Ich versuche schon, mich mehr auf seine Taten zu besinnen und mich daran zu orientieren - und ich bin nun schon weit weniger enttäuscht ... aber ich hab so lange so viel Kraft in diese Beziehung gesteckt ... irgendwie möchte ich es vom Gefühl her nicht alles hinschmeißen, obwohl mein Verstand sagt, dass das das einzig Richtige für mich und das Baby ist.

Zur Frage, was sich bis Juli ändern sollte (aber sicher nicht wird): wenn er einfach nur beginnen würde, fairen Kontakt zu mir bzw. eher zu unserem Kind zu haben, wäre ich zufrieden ... kleine Schritte in Richtung "Verantwortung für das eigene Kind übernehmen" ... Aber ich weiß aus meiner Erfahrung, dass sich da nichts tun wird ... vielleicht in ein paar Jahren ... vielleicht ist er zur Einschulung dann wenigstens dabei. Es tut weh, dass er diese schöne Zeit mit dem Kleinen verpasst. Aber es ist seine Entscheidung ... daran bin ich nicht schuld, dafür bin ich nicht verantwortlich.


Vielleicht kann ich die Realität auch schwer akzeptieren, weil ich bisher immer meine Ziele erreicht habe ... weil das das erste Mal in meinem Leben wäre, wo ich mich damit zufrieden geben müsste, dass jemand anderes mein Leben zu einem großen Teil bestimmt hat - und es in eine Richtung gelenkt, in die ich es nicht führen wollte.
 
Hallo Quo Vadis,

Ja, mein Problem ist, dass ich tatsächlich viel Potenzial in ihm sehe - weil ich ihn ja auich anders erlebt hab. Als ich vor der Ehe schwach war, hat er mich gestützt ... und wir hatten auch viele schöne gemeinsame Erlebnisse.

Und ich kann die Fakten schlecht als Realität anerkennen, weil mein Mann immer und immer wieder betont hat, dass er das doch alles auch so will wie ich ... dass er nur noch etwas Zeit braucht ... oder ihn irgendwas grad hindert ... usw.

Das sind zunächst entweder Gründe, oder Ausreden, was seine Verhaltensweisen angeht. Da kannst Du maximal/ hättest Du maximal nachfragen ( können), was genau ihn hindert.

Und wenn er die Hinderungsgründe genannt hat, und Du ihn dabei unterstützen konntest , und es passiert immer noch nichts... nun... dann frage Dich besser, wie Du das sehen sollst, was er sagt...
Also - tatsächlich vermisse ich ihn. Mein Wunsch war, dass wir das Gute, was wir haben, ausbauen. Er sagte, er will das auch - tat aber immer etwas anderes. Ich weiß also nicht, woran ich bin. Wenn er mir gesagt hätte: "Ich will dich nicht, und ich will mich nicht um das Kind kümmern.", dann hätte ich etwas, womit ich umgehen könnte. Er sagte aber immer das Gegenteil, tat es nur nicht.

Das wiederholt den gerade beschriebenen Abschnitt: Worte und Taten sind hier sehr unterschiedlich - von ihm.

Messe den Menschen lieber an seinen Taten, statt seinen Worten.
Ich versuche schon, mich mehr auf seine Taten zu besinnen und mich daran zu orientieren - und ich bin nun schon weit weniger enttäuscht ... aber ich hab so lange so viel Kraft in diese Beziehung gesteckt ... irgendwie möchte ich es vom Gefühl her nicht alles hinschmeißen, obwohl mein Verstand sagt, dass das das einzig Richtige für mich und das Baby ist.

Das Chaos dauert noch länger an, in Dir. Wer gibt schon leichtfertig eine schöne Illusion auf, und zieht Bilanz, dass unter dem Strich die Beziehung anders verlaufen ist, als die schöne Illusion?
Zur Frage, was sich bis Juli ändern sollte (aber sicher nicht wird): wenn er einfach nur beginnen würde, fairen Kontakt zu mir bzw. eher zu unserem Kind zu haben, wäre ich zufrieden ... kleine Schritte in Richtung "Verantwortung für das eigene Kind übernehmen" ... Aber ich weiß aus meiner Erfahrung, dass sich da nichts tun wird ... vielleicht in ein paar Jahren ... vielleicht ist er zur Einschulung dann wenigstens dabei. Es tut weh, dass er diese schöne Zeit mit dem Kleinen verpasst. Aber es ist seine Entscheidung ... daran bin ich nicht schuld, dafür bin ich nicht verantwortlich.

Scheint mir ein bisschen so, als würdest Du dein Handeln hinterfragen, so in der Art: "Wenn ich ihm nur noch eine weitere, kleine Chance gebe; wenn ich ihm und seinen Worten nur noch einmal vertrauen werde... dann ändert er sich vielleicht... und alles war nicht ganz umsonst..."

Sollte das so sein, dann siehst Du die Verantwortung für das bisherige Beziehungsergebnis stark bei Dir. Da es auf Dich ankommt, dass Du ihm immer wieder Chancen gibst.

Da Du selbst betonst, dass es seine Entscheidung sei, hast Du zumindest auch die Erkenntnis in Dir, dass es nicht so stark auf Dich ankommt, wie Du dir teils wünschen würdest.

Die Beziehung ist immer ein Produkt von 2 Menschen und deren Verhaltensmustern. Und diese sind oft durch das Elternhaus und ihre Vergangenheit geprägt.

Fakt ist aber nach wie vor: ganz gleich welche Vergangenheit jmd. hatte - wenn in Deinem Fall das Ergebnis so aussieht, dass er sich nicht ändert, dann ist es so. Und ob die Vergangenheit schön oder weniger schön war, nützt für das Ergebnis aktuell nichts.

Gäb noch die Möglichkeit Verständnis für seine Vergangenheit ( evtl. sofern diese schlimm gewesen wäre) zu haben; das würde dazu führen können, dass Du ihm noch mehr Zeit einräumst & noch mehr warten würdest. Ändert aber immer noch nichts daran, dass er selbstverantwortlich bleibt.

Und an dem bisherigen Ergebnis Eurer Beziehung ändert sich auch nichts, wenn Du innerlich Verständnis für seine Vergangenheit hast.

Fakt ist: es sind Deine Interessen auf der Strecke geblieben. Das sollte klar sein und bleiben. Alles andere führt Dich von Deinen Interessen weg.

Die Vorstellung "wenn er dies... das..ändern würde, dann..." sind die Idealvorstellungen Deiner Interessen. Aber die Realität ist ganz anders. Das sollte Dir klar bleiben.

Vielleicht kann ich die Realität auch schwer akzeptieren, weil ich bisher immer meine Ziele erreicht habe ... weil das das erste Mal in meinem Leben wäre, wo ich mich damit zufrieden geben müsste, dass jemand anderes mein Leben zu einem großen Teil bestimmt hat - und es in eine Richtung gelenkt, in die ich es nicht führen wollte.

Damit wird Dir vielleicht schon etwas mehr klar.

Wenn Du sagst, dass jmd. anderes Dein Leben zu einem großen Teil bestimmt hat ( nicht mitbestimmt, sondern bestimmt schreibst Du), dann hast Du die ganze Zeit (vermutlich) Deine eigenen Interessen nicht gelebt.

Das es Dir da schwerfallen dürfte, Dir selbst einzugestehen, dass Deine eigenen Interessen für die Zeit x auf der Strecke blieben, leuchtet mir ein.

Die Erkenntnis, dass Du es zugelassen hast, dass er da so seine Sichtweisen und Verhaltensweisen eingebracht hat; und Deine Interessen auf der Strecke geblieben sind, ist sicherlich unangenehm.

-> Die Alternative zu diesen Sichtweisen und Erkenntnissen ist das Bedauern und das Hoffen, und "nur noch eine Chance" geben.

Inhaltlich werde immer wieder ähnliches schreiben, bei ähnlichem Inhalt Deinerseits.

Das allerdings er Dein Leben mitbestimmen konnte, wird daran liegen, dass Du es zugelassen hast. Das ist eben auch ein Eingeständnis. Es kann ja nur jmd. Macht über einen anderen haben, wenn dieser es zulässt.

Auch dieses Eingeständnis, dass es Deine Eigenverantwortung gewesen ist, die Du ihm gegenüber dann aufgegeben hast, wird keine schöne Erkenntnis sein.

Anderenfalls, wenn Du diese Erkenntnis nicht für Dich annimmst, rennst Du permanent im Kreis ( gedanklich).

Dann läg es an ihm, dass er soviel Macht in der Beziehung hatte. Du wärst ohnmächtig gewesen, und kannst es alles nicht fassen. Es würde nun nur noch an ihm liegen, dass es Dir etwas besser ginge.

Sobald Du anerkennst, dass Du selber Deinen Eigenanteil in der Beziehung hattest, ihm die Macht zu geben in Deinem Leben zu bestimmen, wird es Dir später besser gehen können.

Weil es dann ein Eingeständnis ist, dass Du die Verantwortung für die Beziehung übernimmst, in der Form, dass es Deine Entscheidung war: ihm die Macht zu bestimmen zu geben.

Und sobald Du innerlich wieder zu der Sichtweise kommen kannst, dass Du etwas in der Beziehung auch selbst entschieden hast ( die Verantwortung ihm zu übertragen, wie ich das lese), kommst Du auch wieder zu dem Bewusstsein, dass Du die Verantwortung und Entscheidung in Deinem Leben jetzt auch - nach wie vor- selbstständig tragen und entscheiden kannst.

Und das gänzlich , ohne auf ihn und seine Taten zu warten.
 
Hm, ja, es ist nicht nur die schöne Illusion, die ich aufgeben muss, es ist eben das, was mir im Leben eigentlich am wichtigsten ist: Gemeinschaft, Nähe zu anderen Menschen ... und mit einem Partner ist das so schön exklusiv ;-).

Und es ist die Tatsache, dass ich jeden Tag merke, was mir fehlt, um völlig glücklich zu sein. Das Leben mit Kind ist wunderschön - aber auch anstrengend. Ich kann den Kleinen nur schwer mal abgeben, niemand teilt regelmäßig die schönen Erlebnisse, die rapide Entwicklung mit uns. Das wäre mit einem Partner anders.

Nein, ich vertraue seinen Worten schon lange nicht mehr - und würde es auch nicht wieder tun, außer, es ändert sich wirklich grundlegend etwas an seiner Einstellung. Und nein - ich weiß, dass er sich nicht dadurch ändert, dass ich ihm Chancen gebe - deshalb geb ich ihm ja auch aktiv keine mehr. Und nein - umsonst war es sowieso nicht. Ich habe ein tolles Baby, ich habe viele schöne Erlebnisse mit meinem Mann gehabt ... ich gehe um einige Erfahrungen reicher aus dieser Ehe ... ich denke, ich würde mich nicht gegen diesen Weg entscheiden, wenn ich die Wahl hätte. Anders gemacht hätte ich in der Beziehung sicherlich ein paar Dinge. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, ob ich lieber nicht geheiratet und nicht mein baby bekommen hätte - und stattdessen allein weiter mein Leben von vor der Ehe gelebt hätte - würde meine Antwort Nein lauten.

Ich denke, ich habe Verständnis für sein Tun - in Ansätzen ... und fühle mich damit auch nicht schlecht. Ich finde es okay, ihn nicht als durch und durch bösen Menschen in Erinnerung zu behalten - sondern eben als Menschen, der mir auch viel Gutes gegeben hat - der veilleicht sogar mehr geben wollte ... aber der eben seine Gründe hatte, warum er nicht anders konnte. Also - das Verständnis ändert nichts am Ausgang der Beziehung - aber es ändert etwas an meinem Fühlen.

Warten möchte ich nicht mehr. Warten passt nicht zu meiner Persönlichkeit ;-). Und es hat ja bisher nichts gebracht ... wieso sollte es das in Zukunft? Ich verliere da nur Zeit, die ich anderweitig nutzen könnte. So gestalte ich nun also mein Leben so, dass ich halbwegs zufrieden damit bin (abgesehen vom mangelnden Lebenspartner).

"Wenn Du sagst, dass jmd. anderes Dein Leben zu einem großen Teil bestimmt hat ( nicht mitbestimmt, sondern bestimmt schreibst Du), dann hast Du die ganze Zeit (vermutlich) Deine eigenen Interessen nicht gelebt." -> Ganz richtig - und das war für mich tatsächlich ein Fehler ...

"Das es Dir da schwerfallen dürfte, Dir selbst einzugestehen, dass Deine eigenen Interessen für die Zeit x auf der Strecke blieben, leuchtet mir ein." -> Das fällt mir nicht schwer, denke ich ... das ist mir schon lange klar ... und es macht mich auch nicht traurig. Ich habe meine Interessen ja bewusst zurückgestellt - weil ich dachte, es könnte helfen, dass wir gut miteinander leben können. Es hat nicht geholfen, hätte aber klappen können. Rückblickend bin ich froh, es getan zu haben - weil ich damit alle meine Möglichkeiten ausgeschöpft habe, an der Beziehung zu arbeiten. Und ich habe gemerkt, wo ich für mich die Grenze setzen muss. D.h., ich würde in der nächsten Beziehung wieder meine Bedürfnisse zu einem gewissen Grad zurückstellen, weil mir das grundsätzlich nicht schwer fällt, wenn ich jemanden liebe - weil meine Interessen nicht über alles gehen - und weil ich von meinem Partner auch erwarte, dass er teilweise seine Interessen zurückstellt, um mal auf mich zuzugehen - natürlich immer als Geben und Nehmen, möglichst im Gleichgewicht - aber ich weiß jetzt ganz gut, an welcher Stelle es zu weit geht und ich daran kaputtgehe.

"Das allerdings er Dein Leben mitbestimmen konnte, wird daran liegen, dass Du es zugelassen hast. Das ist eben auch ein Eingeständnis. Es kann ja nur jmd. Macht über einen anderen haben, wenn dieser es zulässt." -> Stimmt, und das ist etwas, was mir vor der Ehe nicht so bewusst war ... dass ich dazu neige, anderen im Ernstfall so viel macht über mich zu geben.

"Sobald Du anerkennst, dass Du selber Deinen Eigenanteil in der Beziehung hattest, ihm die Macht zu geben in Deinem Leben zu bestimmen, wird es Dir später besser gehen können." -> Das habe ich anerkannt - bzw. ich bin mitten in dem Prozess des Anerkennens ... seit der Trennung im Februar ... und es geht mir seitdem immer wieder ein Stück besser. Mal gibts Rückschläge ... aber insgesamt tut mir der offensive Umgang mit der Vergangenheit und dem, was ich nun daraus machen will, gut.
 

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