Ich gehe mal davon aus, dass Du Dir einen Partner wünschst, welcher mit Dir den Alltag mit guten und schlechten Momenten bewerkstelligt.
Welcher mit beiden Beinen im Leben steht und sowohl zu Dir als auch zu seinem Kind steht.
Ein Partner auf welchen Du zählen kannst, der warmherzig, liebevoll und aufmerksam ist.
Augenscheinlich erfüllt Dein Ex-Freund diese und noch andere Komponenten nicht.
Für einen Moment, eine gewisse Zeit dachtest Du dass er dies erfüllen könnte, er der Mann wäre mit dem Du eine Familie gründen könntest, ein Leben führen, gemeinsam alt zu werden.
Nun hat sich heraus gestellt dass dem nicht so ist.
Das tut weh, Du fühlst Dich ENT- TÄUSCHT.
Es ist vielleicht nicht Dein Fehler, nicht seiner - möglich dass ihr einfach nicht kompatibel seid.
WAS genau meinst Du an ihm zu lieben? kannst Du dies erläutern?
Wie lange kanntest Du ihn bevor ihr euch entschlossen habt ein Kind zu bekommen und zu heiraten?
Verzeih falls diese Fragen bereits beantwortet wurden, ich habe den Thread nicht vollumfänglich zu Ende gelesen.
Fakt ist, nur die Zeit wird helfen dass Du Dich ENT-Lieben kannst. Dass Du den Schmerz und die Enttäuschung vergessen und vergeben kannst.
Bisher machst Du alles richtig. Du lenkst Dich ab und Du hast Dein Kind welches Deine Aufmerksamkeit braucht und auch erhält.
Man kann keinen Rat geben, Manch einer schüttelt sich wie ein nasser Hund und geht über in die nächste Beziehung, andere knabbern ewig und drei Donnerstage an so einer gescheiterten Geschichte.
Zumal Antworten fehlen. Dinge die nicht verstanden werden, sind immer schlechter zu verarbeiten
Naja, mein Mann hat die Komponenten ja mal erfüllt ... und ich denke, er könnte es wieder - wenn er seine psychischen Probelme bewältigen würde. Aber sie sind ihm nicht bewusst, er ignoriert sie - sucht die schuld für das, was in seinem Leben nicht gelingt, bei anderen. Und das wurmt mich so. Dass er sich quasi dafür entschieden hat, sein Leben zu ruinieren.
Also - für mich spielt da immer noch Folgendes mit rein: niemand steht immer mit beiden Beinen im Leben. Und so wie ich von meinem Partner erwarte, dass er durch schwere Zeiten mit mir geht - so sollte ich es umgekehrt auch tun. Das Problem daran: wir haben beide gerade eine schwere Zeit - und beiden fehlt die Kraft, da beim anderen was auszugleichen ... und das Vertrauen ist sowieso völlig kaputt - auf beiden Seiten.
Ich selbst rappele mich gut wieder auf, ich bin stark ... ich bekomm das hin ... ich bewältige auch den Schmerz mit der Zeit - und kann mit dem, was fehlt, halbwegs leben ... bzw. eben dafür arbeiten, dass ich es anderweitig ersetze.
Aber er vegetiert nur vor sich hin. Das ist schwer für mich - dass er seine Fähigkeiten nicht ausschöpft - und wir in der Ehe unsere auch nicht ausschöpfen konnten ... weil er so zeitig schon einen Rückzieher gemacht hat. Weil er vor so vielen Dingen so übermenschlich große Angst hat, verpasst er sein eigenes Leben - und das seines Kindes. Das wurmt mich.
Wir kannten uns nicht lange, bevor wir geheiratet haben ...
Was ich an ihm liebe? Seine lockere Art, sein Aussehen, wie er ist, wenn er gute Zeiten hat ... also - wie wir schöne Dinge erleben konnten - wie süß er mit dem Kleinen umgegangen ist ... Ich liebe an ihm, dass er viele Dinge gut kann, die ich nicht so gut kann - und umgekehrt. Und dass er schlau und begeisterungsfähig ist. Dass er eine harte Schale und einen weichen Kern hat. Ich liebe die Person, die er vor unserer Hochzeit war. Da konnten wir gut miteinander reden, da konnte ich ihn mitreißen zu allen möglichen Aktivitäten, da hatten wir gemeinsame Ziele ... da hat er Dinge einfach angepackt ... aber der Mensch ist er eben nicht mehr. Der Mensch, der er jetzt ist, den liebe ich nicht mehr.
Mit der Hintergrundgeschichte meinst du vielleicht dein Eingangsbeitrag.
Da stehen aber keine Gründe ,weshalb er dich ignorierte..
Es gibt auch Männer ,welche die Partnerin ignorieren aus Gründen, welche nix mit der Frau direkt zu tun haben..
Weisst du etwas über seine tatsächlichen Gründe ?
Was hat er zu dir gesagt um sein Verhalten zu begründen...?
Er hat dich geheiratet.....also müsstest du für ihn sehr wichtig gewesen sein.
Die Hintergrundgeschichte steht nicht in vollem Umfang im Anfangspost - sie ist sehr umfangreich. Er ignoriert mich und das Kind, weil er eben mit sich selbst emhr als genug zu tun hat - und weil er überfordert ist - mit Beziehungen, mit den unterschiedlichen Wünschen und Bedürfnissen von mir und ihm selbst, die Kompromisse fordern würden - für die er zu schwach ist. Er ist überfordert damit, für sein eigenes Leben Verantwortung zu übernehmen - und kann es somit erst recht nicht für eine Familie.
Sein Verhalten kann er nicht begründen - außer eben damit, dass er Angst hat. Er ist psychisch krank.
Dass er mich geheiratet hat, war, weil er eine Bindungsstörung hat - einerseits hat er Angst vor enger Bindung, andererseits wünscht er sie sich und hat starke Verlustängste. Er wollte sich damit Sicherheit verschaffen.
Verhalten ist ja etwas, was durch Gedanken und Gefühle geprägt ist ( meine Ansicht).
Und um den Umgang mit dem "nicht zurückgeliebt werden" zu verbessern, ist es wichtig sich die Gedanken bei Dir anzuschauen.
Dein Mann und Du : ihr seid getrennt.
Jeder hat nun ein eigenes Leben.
Die Gedanken mit einer Vorstellung, dass er sich gerade ein gutes Leben mit anderen Frauen macht, entstehen in Dir.
Kannst Du sicher sein, dass dem wirklich so ist ? ( Hinterfragen wäre z.B. eine Möglichkeit, um möglichen Negativphantasien auf die Schliche zu kommen)
Auf Dich gemünzt ist auch eine Lösungsmöglichkeit: Wenn er sich ein tolles Leben macht - dann mache Dir auch ein tolles Leben ( mit anderen Männern ggf. ).
Das wäre dann der Ausgleich für die (mögliche) Negativphantasie in Deinem Kopf.
Ich vermute allerdings, Du idealisierst immer noch die Vorstellung, dass er ein toller Mann gewesen ist; der aus unterschiedlichsten Gründen sich so verhalten hat, wie er es Dir gegenüber getan hatte.
Das er ja immer dies oder jenes tun wollte, aber nicht konnte. Durch die Art solch ( möglicher) Sichtweisen bekommt die Sichtweise auf diesen Mann eine verklärende Wirkung.
Im Sinne : "er wollte ja dies tun... aber er konnte nicht.." - dadurch kann es sich so anfühlen, als ob Du ihn in Schutz nimmst ( die Verantwortung übernimmst, durch Verständnis ), dass er ja der beste Mann weit und breit ist; nur eben nicht besser gerade konnte... evtl. noch wann anders doch könnte?
- Wenn eine Trennung eher das Verständnisvolle hat, statt die Wut, dann ist zu Beginn einer Trennung immer noch gefühlte Verbundenheit vorhanden.
Es wird Dir dadurch zunächst schwer sein, damit umzugehen.
Es gehört eben dazu, eine Trennung zu verarbeiten; indem Du mal wütend bist und mal verständnisvoll.
Und wenn dann die Phantasien dazukommen, dass er sich gerade bestens amüsiert... dann ist es immer noch so, dass ihr getrennt seid; und das er Deine Interessen ignoriert hatte.
Diese Muster von " er ist im Grunde ein toller Mann... er konnte gerade nicht auf mein Eingehen, weil... dies... das.." wiederholen sich inhaltlich im Kopf. Und werden durch solche Sichtweisen wie "mit anderen Frauen sich amüsieren" verstärkt.
Ich kann zumindest empfehlen, Dir hier wieder deutlich zu machen, wie Du unter ihm Dich zurückgestellt hast.
Das ist der Ausgleich für die negativen Phantasien. Damit aktivierst Du ein ganz anderes Bild über ihn im Kopf.
Und somit kannst Du dich besser und eher wieder auf dich selbst konzentrieren.
Ich soll mir ein schönes Leben mit anderen Männern machen? Find ich irgendwie unangebracht, solange ich noch verheiratet bin.
Zudem: ich habe ein kleines Baby und niemanden in der Nähe, dem ich den Kleinen mal geben kann - da ist es sehr, sehr schwer, jemanden kennenzulernen. Und die Ansprüche an diese Person wären ja unglaublich hoch ... zusätzlich zu den Ansprüchen, die ich selbst sowieso schon habe, kommt ja nun noch dazu, dass er sich auf ein fremdes Kind einlassen müsste ... und ich kann aus mehreren Gründen erstmal nicht umziehen - will aber auch keine Fernbeziehung ... hier in der Gegend gibt es aber kaum Arbeitsplätze ... also - ich seh da erstmal wenig Hoffnung ... das wird Jahre dauern, bis ich jemanden kennenlerne, der halbwegs passt.
Und genau das, macht mir auch immer wieder sehr zu schaffen. Allein mit einem Baby zu leben, ist für mich sehr hart ... weil ich eben vieles, was ich gern machen würde, nicht machen kann.
Ich denke nicht, dass ich ihn verkläre ... aber ich liebe ihn tatsächlich mit seinen Fehlern ... der einzige Fehler, mit dem ich nicht umgehen kann, ist eben seine Ignoranz - also - dass er keine Nähe will, keine Familie - und dass er mit sich selbst so unglücklich ist, aber dagegen nichts tun will.
Und mich ärgert es, dass er sich nicht einfach entscheidet ... also - wirklich entscheidet. Er hält sich ja immer noch alles offen - und lässt mich die endgültige Entscheidung allein treffen ... also - auch da muss ich alle Verantwortung tragen. Er sagt, er will mich nicht zurück - aber er will sich auch nicht scheiden lassen ... der Widerspruch in sich. Er liebt mich ja, meint er ... aber ich müsste mich eben ändern, damit es klappen würde ... also - er kehrt quasi meine Worte um - sein Grundsatz ist: Angriff ist die beste Verteidigung ... und darin steckt er fest. Da investiert er so viel Kraft - in einen völlig aussichtslosen und sinnlosen Krieg.
Jetzt hat er mich gefragt, ob ich die Hälfte der Kosten für einen Vaterschaftstest übernehmen würde - obwohl ER derjenig ist, der zweifelt. Er hat sich ausgedacht, dass das Kind nicht von ihm sein könnte. Als ich ablehnte, wurde er erst wieder wütend, dann sagte er, er hätte nicht das Geld dafür ... dann sagte er, er würde den Test machen wollen - und fragte nach meinem Einverständnis ... nun passiert wieder nichts mehr. Er wartet und wartet und wartet ... und denkt, er würde ja damit nichts Schlimmes tun ... "ich mach doch gar nichts" - dass Nichtstun auch Schaden verursachen kann (bei seinem Sohn, der immer älter wird - und dessen Leben er verpasst - zu dem er keine Beziehung aufbaut), geht nicht in seinen Kopf.