Das ist abhängiges und manipulatives Beziehungsverhalten, ähnlich wie bei Borderlinern. Wenn du darauf eingehst, wirst du daran zu Grunde gehen. Du kannst ihm nicht helfen, schon wegen deiner Lebensverhältnisse, mit Kind, nicht.
Deine Aufgabe wäre zu erforschen warum du dich so abhängig machst.
Meinst du sein oder mein beziehungsverhalten mit "ähnlich wie bei Borderlinern"?
Wenn du ihn meinst: Es ist eine Bindungsstörung ... ich habe ein Buch darüber gelesen - es passt perfekt - er will Nähe - aber wenn er sie hat, erdrückt sie ihn ...
Helfen will ich ihm auch nicht - das muss er selbst ... ich bin eben hin und hergerissen, ob ich ihm Zeit gebe - für das Lösen seiner Probleme ... er hat ja sooooo viele Baustellen ... und er ist depressiv - da geht nix voran.
Ja, die Frage, warum ich mich abhängig mache, habe ich mir auch schon gestellt - ich hab da wohl auch ein Problem mit meinem Selbstbewusstsein. Aber es ist auch ein sehr typisches Phänomen bei Partnern von Bindungsängstlichen - man geht nicht gern als Verlierer vom Feld - in einer Beziehung ... und Bindungsängstliche machen ja immer Hoffnung, dass man doch gewinnen könnte.
Also - ich hatte in meinem Leben viel Glück, mir ist sehr lange im Prinzip alles gelungen. Scheitern und machtlos sein habe ich demnach nicht gelernt. Außer im Zwischenmenschlichen - ich hab mich immer weniger be- und geliebt als meine Schwester gefühlt.
Aufzugeben und zu sagen, dass ich etwas nicht retten/kontrollieren/verändern kann, ist für mich schwer.
Zudem bin ich so geprägt, dass eine Ehe für mich viel wert ist - moralisch gesehen ... sie basiert für mich nicht nur auf einem gefühl, sondern vor allem auf einer Entscheidung ... eben - durch Gutes und Schlechtes zu gehen.
Das ist eine denkbar schlechte Vorraussetzung für eine Beziehung. Was denkst du denn muss geschehen, damit du ihm wieder vertraust und damit er dir wieder vertraut?
Was sagt er eigentlich zu eurem Kind? Bestreitet er immer noch, dass er der Vater ist? Will er für euer Kind da sein? Meinst du er kann es schaffen, für euer Kind ein guter Vater zu sein? Oder würde ein neuer Beziehungsversuch eurem Kind eher schaden? Wenn du über einen erneuten Beziehungsversuch nachdenkst, bedenke immer du bist nicht nur für dein Wohlbefinden verantwortlich , sondern auch für das deines Kindes. Wenn dein Mann nicht bereit ist, auch in dem Bereich Verantwortung zu übernehmen, kann das gar nichts werden.
Ja, die Voraussetzungen sind schlecht. Das kann ich nicht leugnen ... aber ich bin ja eh noch eine Weile mit ihm verheiratet - wegen dem Trennungsjahr - und ich finde es irgendwie fair, ihm (und mir) das zu geben ... Es gibt das ja auch nicht umsonst. Manchmal rappelt sich jemand auf. Eine Ehe schnell wegzuwerfen, passt nicht zu mir - und dem Kind zuliebe möchte ich hinterher auch sagen können - ich hab es wenigstens auf alle erdenklichen Arten versucht.
Aber ich merke eben, dass ich sehr, sehr gut auf mich aufpassen muss - und meinem Mann sein Verhalten spiegeln ... er hat so viel gelogen ... und viel Geld für sinnlose (sagt er selbst) Dinge ausgegeben - während ich ein sparsamer Mensch bin - und er mir die wenigen und nicht teuren Hobbys, die ich habe, schlechtgeredet hat, weil das doch überflüssig Geld kostet.
Ich denke, er muss merken, dass ich ihn nicht wegen seiner Schwächen verlasse, sondern zu ihm stehe - und vertraut mir dann vielleicht mehr. Er eiert seit einer ganzen Weile rum und sucht nach etwas, was ihn glücklich macht - und er sucht es in vielen Dingen, die viel Geld kosten ... ich hab ihm da immer mal Dinge versucht auszureden, die ihm aber eben wichtig waren - auszuprobieren ... ich wusste quasi schon vorher, dass er damit nicht glücklich wird - aber er wollte es selbst probieren und war verletzt.
Ich kann ihm mehr vertrauen, wenn er mit mir über seine Beweggründe spricht - und ehrlicher ist - und Kompromisse eingeht. Und wenn er Prioritäten ändert ... wenn ich und unser Sohn seine Kraft und Aufmerksamkeit bekommen - und nicht mehr in erster Linie nur seine Eskapaden ... er sucht sich selbst - ich versteh es - aber er ist dabei nicht fähig zu lieben, fühle ich.
Plötzlich sagte er, er will keinen Vaterschaftstest mehr ... aber ich kann schlecht einschätzen, ob er wirklich nicht mehr zweifelt ... er sagte, dass die Zweifel jetzt, wo wir wieder liebevoll miteinander reden können, weg sind. Es kann aber auch sein, dass es ihm zu teuer ist.
Mit dem Kind geht er, wenn er mal da ist, liebevoll um - meistens. Also - ich denke, das wäre gut. Ich traue ihm auch zu, sich zu einem guten Vater zu entwickeln ... er hatte anfangs zum Beispiel keine Hemmungen, ihn zu wickeln ... und hat ihn rumgetragen und ihm was erzählt ...
Verantwortung übernehmen kann und will er im Moment für sein Kind nicht - es wäre eben einfach nur ein Pflegen des Kontaktes ... schöne Momente haben, sich kennenlernen ... Ich finde das schon wichtig - auch für die spätere Beziehung. Ich möchte eigentlich, dass der Kleine so viel wie möglich von seinem Vater mitkriegt.
Aber mein Mann ist eben extrem unsicher - bei allem ... er hat Angst vor der Verantwortung für sein Kind. Und er verdrängt viel.
Enttäuschend könnte es später eben sein, wenn der Kleine wie ich mehr will - und mein Mann sich zurückzieht. Aber ich denke, so eine Vaterbeziehung ist besser als gar keine - oder?