Du triffst es ganz prima - das hätten meine Worte sein können.
Mit ihm umgehen ... ja ... das ist eben das Schwierige ... wenn cih mit ihm wie mit einem Kind umgehe (er sagte manchmal sogar, dass er gern Kind bleiben will, usw.), dann findet er das doof und wird wütend - also - er wollte immer alles allein entscheiden, alle Rechte, die ein Erwachsener hat - aber eben nicht die Pflichten eines Erwachsenen.
Ich hätte es also so weiterlaufen lassen können: er ist das verwöhnte Kind, das sorglos vor sich hin lebt, Geld in Massen ausgibt (für seinen Luxus) und große Sprüche klopft - und ich kümmere mich als Mama um alles, was zu klären ist, verdiene das Geld für die ganze Familie, fange seinen Frust ab, beuge mich seinen Wünschen und stelle meine eigenen Bedürfnisse ganz hinten an. Aber das ist das, was ich nicht länger kann, was ich nicht mehr ertrage. Er ist mir schon lange kein Gegenüber mehr gewesen ... in sehr guten Momenten hat er manchmal gezeigt, dass die Kompetenzen in ihm stecken, wie ein Erwachsener mit Situationen umzugehen - aber wahrscheinlich kam dann wieder die Angst, überwog das Gefühl, dass das alles zu anstrengend ist und er es auf Dauer eh nicht schaffen würde - und dann ließ er sich wieder fallen.
In guten Momenten hat er auch seine "Fehler" reflektiert - also z.B., dass es rücksichtslos und unsozial von ihm war, mich auf der Miete sitzen zu lassen und sich nicht ums Baby zu kümmern usw. Aber dabei bleibt es dann auch ... das wird schnell wieder verdrängt - und nichts geändert. Er hat dann, wenn cih mit ihm über sowas sprechen wollte, nur noch rumgebrüllt und mich runtergeputzt - und ist abgehauen bzw. hat eben das Gespräch beendet. Das hat mir gezeigt, dass ich nicht hoffen kann, dass sich da was tut ... er hat zu große Angst vor Veränderungen. Zwar sagt er, dass er auch damit unzufrieden ist, wie es ist ... aber es blieb eben immer bei den Worten.
Für ihn ist das, was er hat, unbefriedigend, aber er kennt es wenigstens - und bei dem, was er haben könnte, denkt er, dass es auch unbefriedigend werden würde - und er kennt es nicht und hat deshalb große Angst davor und testet es nicht einmal aus.
Z.B. Hab ich ihm auch angeboten, dass wir einfach mal testweise einen Monat zusammenleben ... aber schon das war ihm zu viel - er will nichts Neues ausprobieren - ich denke, er ist auch stark bindungsängstlich und -ambivalent ... also - er hat serlbst davor Angst, dass ihm das Neue gefallen könnte ...
Er sagte mal etwas ähnliches - dass er sich auf schöne Erlebnisse mit mir immer gefreut hat - aber gleichzeitig auch Angst davor hatte, dass er dann zu sehr an mir hängen würde ... oder so. Genau kann ichs nicht mehr wiedergeben. Jedenfalls ist der Grundtenor in seinem Leben Angst und Unsicherheit - er ist immer hin und her gerissen, kann sich nicht entscheiden, weiß nciht, was er will.
Mein Psychologe hat mir früher Tipps in die Richtung gegeben, auch die kleinen Fortschritte zu würdigen, seine Kompetenzen zu betonen, ihn gerade nicht wie ein Kind zu behandeln, sondern quasi das zu stärken, wo er sich erwachsen verhält - und ihn wie einen Erwachsenen zu behandeln ... aber das konnte ich nur unzureichend, weil ich in meinem eigenen Leiden und in der Überforderung so feststeckte. Ich denke, ich könnte es jetzt ein wenig besser - aber es würde mir immer noch sehr schwerfallen.