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Kein Ausweg aus Isolation

  • Starter*in Starter*in Kräuterhexe
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@ Andreas7

Ich kenne eine Person, die mir schon sehr oft geholfen hat und von der ich weiß, dass ich mich auf sie verlassen kann.

Aber diese Person ist nicht bereit mich an die Hand zu nehmen als wäre ich ein kleines Kind...

Ich weiß es geht Dir nicht um Sammeln von Bekannten, nur menschl. Kontakte (um so mehr, um so besser) werden Deine Ängste vertreiben. Nimmst Du Medis gegen Deine Gefühle? Wie schlimm bewertest Du selbst Deine Sozialen Ängste (1-10)? Bist Du, oder warst Du in Behandlung? Wenn ja, welche wie oft?
 
Hallo Kräuterhexe!

Wie lebt ein Mensch, der schon bei bloßer Anwesenheit anderer Panik bekommt, Herzklopfen, Übelkeit, Schwindel? Wie kommt ein solcher Mensch durchs Leben? Wie sichert der sich seinen Lebensunterhalt? Wieviele Menschen kennt er? Hat er Freunde und wenn ja, wieviele wären das wohl?

Das hört sich ziemlich schlimm an. Angst kann einen Menschen so sehr lähmen, dass er gar nichts mehr machen kann.

Erkläre es mir doch bitte mal, sodass auch ich es verstehe. Was geht bei dir und was geht nicht? Wo fangen deine Probleme an? Es scheint nicht nur die Suche nach Freunden und Bekannten zu sein, hast du auch Probleme bei den grundsätzlichen Tätigkeiten die man zum Überleben braucht? Gehst du arbeiten?

Hier mit vollkommen fremden Menschen kannst du wunderbar schreiben und du kannst auch über deine Probleme reden. Das ist doch schon mal sehr gut. Aber warum gerätst du in Panik nur wen eine Person in deiner Nähe ist?

Ach ja, das mit „an die Hand nehmen“ habe ich mehr bildlich gemeint, nicht so ganz wörtlich. 😉

Liebe Grüße
Andreas
 
Da du bist heute am Leben bist trotz (vermutlich) reichlichem
Kontakt mit anderen Menschen vermute ich, deine Panik hat
keinen realen Grund, sondern basiert auf Einbildung (die dir
natürlich sehr "real" vorkommt).

Nein, da irrst du dich. Wie ich schon erwähnte, geht es mir auch gar nicht darum, soviel Kontakte wie möglich zu haben. Und ich hatte, wenn ich zurückschaue, noch nie "reichlich" Kontakte. Ich kenne einen einzigen Menschen, mit dem ich seit vielen Jahren von Angesicht zu Angesicht sprechen kann, ohne dabei von der Angst überwältigt zu werden.

Ich kann dir nur raten, mit Hilfe eines Therapeuten oder für
dich allein eine Desensibilisierung zu machen und dich den
Auslösern für deine Panik zu stellen, damit dein Unbewuss-
tes realisiert, dass sie unbegründet ist.

Auch wenn das für dich nicht vergleichbar sein mag - ich
hatte seit meiner Kindheit panische Angst vor Spinnen (ich
musste da immer in den Keller und da hingen diese Tiere
an der Decke). Als wir dann ein Gartenhaus kauften und es
renovierten, mussten wir schätzungsweise 300 davon ent-
fernen. Ich habe jede einzelne mit einem Glas gefangen und
sie nach draußen entlassen. Das hat mich massiv desensibi-
lisiert und auch wenn ich heute in den Keller gehe, schaue
ich absichtlich nach ihnen und erschrecke nicht mehr, auch
wenn ich sie nicht schön finde.

Deshalb: geh' auf deine Panikauslöser zu statt vor ihnen
zurückzuweichen - du wirst sehen: es ist wie beim Zwerg
und dem Schatten - je mehr du absichtlich (aus eigenem
aktiven Antrieb) die Anwesenheit anderer Menschen suchst,
desto realistischer wird dein Inneres sie einschätzen und
nicht mehr ohne Anlass Panikreaktionen starten, die ja
wirklich nur für Ausnahmesituationen sinnvoll sind.

Auf meine Panikauslöser zuzugehen habe ich ja vor und ich versuche es auch immer wieder, und das schon seit Jahren.
Mein letzter Erfolg bestand darin, zum Zahnarzt zu gehen (diesen Termin schob ich 2 Jahre vor mir her). Zwei Tage später lag ich mit Fieber im Bett; der Stress in Bezug auf diesen Termin hatte mich auch körperlich krank gemacht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich weiß es geht Dir nicht um Sammeln von Bekannten, nur menschl. Kontakte (um so mehr, um so besser) werden Deine Ängste vertreiben. Nimmst Du Medis gegen Deine Gefühle? Wie schlimm bewertest Du selbst Deine Sozialen Ängste (1-10)? Bist Du, oder warst Du in Behandlung? Wenn ja, welche wie oft?

Ich habe mal Medikamente genommen, aber das hat nur den Antrieb gesteigert, ohne die Angst zu lösen, sodass ich wegen der Nervösität und dem Herzklopfen nicht mehr schlafen konnte. 3 Monate schlief ich ohne Tiefschlaf.. die Depressionen und Ängste verstärkten sich und deshalb setzte ich sie wieder ab. Das ist 1 Jahr her. Seitdem geht es mir wieder besser.
Ich war 2 Mal bei zwei unterschiedlichen Therapeuten. Einen weiteren finde ich nicht; ich wurde nichtmal auf die Warteliste gesetzt.
 
Das hört sich ziemlich schlimm an. Angst kann einen Menschen so sehr lähmen, dass er gar nichts mehr machen kann.

Erkläre es mir doch bitte mal, sodass auch ich es verstehe. Was geht bei dir und was geht nicht? Wo fangen deine Probleme an? Es scheint nicht nur die Suche nach Freunden und Bekannten zu sein, hast du auch Probleme bei den grundsätzlichen Tätigkeiten die man zum Überleben braucht? Gehst du arbeiten?

Hier mit vollkommen fremden Menschen kannst du wunderbar schreiben und du kannst auch über deine Probleme reden. Das ist doch schon mal sehr gut. Aber warum gerätst du in Panik nur wen eine Person in deiner Nähe ist?

Ach ja, das mit „an die Hand nehmen“ habe ich mehr bildlich gemeint, nicht so ganz wörtlich. 😉

Liebe Grüße
Andreas

Ich kann einkaufen gehen.

Ich kann, wie schon erwähnt, einen Arzt- oder Therapeutentermin wahrnehmen (aber nicht regelmäßig).

Ich kann nicht allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Ich kann keinen Führerschein machen, aus Angst vor dem Fahrlehrer.

Ich kann mich nicht mit Menschen, die ich nicht kenne, unterhalten und sie näher kennenlernen. Da ich ohnehin nur einen einzigen Kontakt habe, lerne ich natürlich auch keine weiteren Menschen kennen.

Ich kann nicht an Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten teilnehmen, selbst, wenn diese im Familienkreis stattfinden.

Ich schaffe es nicht, mich für Kurse oder Vereine oder Selbsthilfegruppen anzumelden.

Ich kann nicht in eine Klinik gehen. Klinik = fremde Menschen = keine Luft zum Atmen
 
Ich kann einkaufen gehen.

Ich kann, wie schon erwähnt, einen Arzt- oder Therapeutentermin wahrnehmen (aber nicht regelmäßig).

Dazu hast du noch einen Menschen, mit dem es
klappt, dich ohne Panik zu unterhalten und zum
Zahnarzt ging es auch, wobei das Fieber ja nicht
unbedingt damit im Zusammenhang stehen muss.

Wieso gelingt es dir bei diesem einen Menschen -
da musst du irgend etwas anders machen oder
gemacht haben (das du vermutlich auch bei ande-
ren wiederholen kannst).
 
Hallo Kräuterhexe,

ok, verstehe. Zum Glück schaffst du das Minimum, was zum Leben notwendig ist. Ich vermute mal, dass du nicht arbeiten gehen kannst. Das größere Gruppen von Menschen dir Probleme bereiten könnte ich verstehen aber es sind auch einzelne Mensch (z. B. Fahrlehrer) die dir Probleme bereiten.

Kannst du beschreiben, wovor du genau Angst hast. Dass der Fahrlehrer handgreiflich wird oder das man dich auslacht, dich sonderbar findet oder was dankst du?

Was mich so überrascht, hier kannst du dich mit fremden Menschen austauschen, hier kann ich doch super mit dir reden und du gibst dir richtig Mühe mir alles zu erklären. Warum sollte das Angesicht zu Angesicht nicht funktionieren. Wieso hättest du dann Angst vor mir? Und wieso kannst du mit diesem einen Menschen reden, was ist an ihm besonders?

Liebe Grüße
Andreas
 
Dazu hast du noch einen Menschen, mit dem es
klappt, dich ohne Panik zu unterhalten und zum
Zahnarzt ging es auch, wobei das Fieber ja nicht
unbedingt damit im Zusammenhang stehen muss.

Wieso gelingt es dir bei diesem einen Menschen -
da musst du irgend etwas anders machen oder
gemacht haben (das du vermutlich auch bei ande-
ren wiederholen kannst).

Ich habe nichts anders gemacht. Diese Person wusste von Anfang an über meine Ängste bescheid. Es liegt an ihr, nicht an mir.
 
Ich bin Beobachter. Egal, wo ich mich aufhalte. Ich kann nicht anders.

Liebe Kräuterhexe, ich erlaube es mir, dem zu widersprechen. 🙂
Auch wenn du so denkst, fühlst und dich so verhältst, kannst du nicht nur Beobachter sein, denn du bist (auch wenn du es nicht mehr wahrnehmen kannst und es vergessen hast) stets mit allem und mit uns verbunden und im Austausch, - du bist alo auch ein Telnehmer.

Ich vermute, dass du vielleicht irgendwann aus irgenwelchem (unbewussten?) Grund diese Teilnahme emotional abgelehnt hattest und sie bis heute (auch unbewusst) verweigerst. Dadaurch wirken auf dich die anderen zunehmend fremd und dadurch bedrohlich.

Ich glaube, dass die soziale Fobie damit zu tun hat, dass wir uns in den anderen Menschen nicht genügend erkennen können, weil wir die natürliche Verbundenheit mit ihnen aus irgendwelchen Gründen verdrängen/verleugnen/ablehnen ..

Als Jugendliche habe ich teilweise auch darunter gelitten, und weiß, dass man daran arbeiten und es üben kann, sich bewusst mit dem, was das typisch Menschliche ist, immer mehr zu identifizieren, wie z.B. die Fußball -Weltmeisterschaft gerade, - auch darin ist sicherlich etwas zu finden, was dir entspricht.
Es ist, wie ein Prozess des Widerfindens - Schritt für Schritt - zum eigenen und gleichzeitig unserem gemeinsamen Menschsein.

Liebe Grüße von deiner Mitmenschin! 🙂
 
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