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Mein Leben in der Emigration oder die innere Heimat

Niemand ist der Herr im eigenen Haus.

Das schreibst Du selber anders : "man könnte auch sagen, wir kreieren unsere eigene Welt" - Du schaffst selber Teile Deiner Welt. Und hast Einfluss auf diese Dinge.
Und was ist "Psychisch krank"? Nur das Ettikettieren für die Ärzte und für die unsere moderne Gesellschaft,

Da stimme ich Dir im Großen und Ganzen zu.
die wollte jeden Menschen in die herzlose und die seelenlose LeistungsMaschine zu verwandeln.

Das sehe ich anders. Weil jemanden bewusst in etwas herzlose verwanden zu wollen, setzt bestimmte Motive usw. voraus; und auch wenn es miese Docs gibt, und schwarze Schafe, so denke ich, dass es ebensoviele ( oder sogar mehr) gute Menschen gibt.
Und alle diese Theras ....sie gehen an der Sache vorbei. Sie sind nicht imstande unsere blutende Seelen zu reparieren, denn wir sind und bleiben keine Autos oder PC, wir sind keine Dinge, die man reparieren kann.

Hier möchte ich Dir widersprechen, denn das würde bedeuten, dass jeder Schmerz und jede Krankheit unheilbar wären.

Wenn Du bestimmte Krankheiten hast, sind manche unheilbar. Es gibt ebenso Krankheiten (seelisch wie körperlich), wo Fortschritte gemacht werden. Wo sogar eine Gesundung eintritt. Oder zumindest eine Linderung des Leidens.


Der Mensch ist und bleibt mehr, als alle teile zusammen. Er ist die Brücke... Zum Göttlichem oder zum Teuflichen jeder entscheidet für sich selbst.
LG.
Igor.

Richtig. jeder entscheidet selbst - wie Du schon geschrieben hast: "wir kreieren unsere eigene Welt"
 
Nach deinen Worten bleibt mir nichts anders übrig, als mich von deinem Thread zu verabschieden, Igor. Wahrscheinlich erwartest und brauchst du du etwas anderes als meine Reaktionen und meine Gedanken zu deinen Schicksal und deinem Leid. Das hast du mir deutlich zu spüren gegeben.

Und ja - du hast recht: deine oft sehr "dunkle" und teils verachtende Art das Leben, die Menschen und dich selbst uns darzustellen, tut mir nicht gut. Und wenn ich darauf hier nicht ausgleichend reagieren darf, dann muss ich mich eben distanzieren, sonst könnte ich es nicht ertragen.

Ich wünsche dir alles Gute.
Lenja


Und das wäre schade, Lena, ich bin nicht so schlecht oder verdorben, ich leide das Leben lang unter sehr schlimmen Depressionen. Und das Licht, das du hier mir schickst, war mir nur zu gute.
Über die verachtende Art....Ich bin nur der harter Realist und habe keine rosa Brille.
Aber ich habe doch das Gute und das Licht gesucht, leider ich hatte Pech. Würde mich trotzdem freuen, dich hier weiter zu lesen. Ich denke, du hast mich missverstanden.
Die echte Wahrheit, Lena, liegt nicht in der verscheidenen Meinungen, sondern im feurigen Abgründen von unseren Herzen.
Und, schliesslich, meine Einstellungungen sind das Ergebnis von meinen Leben-Zuständen. Ich war jahrelang in der Schule fast jeden tag zusammengeschlagen. Wegen meiner Nationalität. Das prägt, Lena. Und ich war immer allein, der einsame Wolf, wie mich die Leute hier ernannten, als ich die Ausbildung machte. Ich meine, Lena, du hast echt in so vielen Aspekten mich missdeutet. Schliesslich, ich schildere meine innere Zustände, meine intime Gefühle, und nur dann wie ich dazu stehe.
Das ist der Innere Zustand, was ich im mir erlebe, und das ist keine meine Schuld, denn ich sage alles nur offen.
LG.
Igor.
 
Hat Dir jemals ein Doc gesagt, oder gezeigt, welche Dinge du tun kannst, um dem "Dreck" zu entkommen? Oder dich vor dem Dreck zu schützen, und vorzubeugen?

Es ist wichtig, dass Du gut zu Dir selber bist.


Lieber Level, wie bestehen auch aus Dreck. Unsere Eingedarme sind enorm lang. Das habe ich studiert.
Aber das ist mein Muster... Immer, wenn ich etwas zu viel wünsche, ich tappe daneben. Ich wollte die Deutschland erobern, das gute Geld verdienen, aber jetzt ich sitze mit den enormen Rückenschmerten, kann mich kaum gut konzentrieren, und ich habe dem einzigen Menschen, der zu mir steht, das immense Leid angetan.
Und dann du sagst, ich sollte gut zu mir selbst sein? Geht nicht, per Befehl geht nicht.
LG.
 
Sich selber verzeihen zu können, gehört auch zu den Stärken. Das Du dir selber Deine Fehler eingestehst; und Dich so annimmst, wie Du bist.

Leider, mein Lieber, ich war immer der Perfektionist. Und wer alles wollte, der bekommt Nichts, wie singt ein russischer Bard.

Wenn Du deine Fehler ablehnst, und Dir selber böse deswegen bist, dann wirst Du unter Deinen Fehlern leiden. Solange, bis Du dir selber verzeihen kannst.
Einige Dinge ich kann mir niemals verzeihen. Oder ich solllte es mir vormachen?


Wieso geht das Leben jetzt zuende?

Weil ich es so empfinde, und die absolute Verzweiflung ist mein Begleiter. Aber ich habe immerlich das Leben als der Traum wahrgenommen. Und ich war meistens der Clown.
Bei C.Castaneda gibt es eine Geschichte. Man kommt zu Doc und sagt, dass er nicht leben wollte. "Hey", sagt der Arzt, "Haben Sie diesen Komiker gesehen? Er gastroliert jetzt bei uns. Sogar die Tiesche beben von Lachen. Glauben Sie mir, Sie werden geheilt." Der Mensch schweigt einige Zeit und dann sagt: "Das ich bin, Doktor".
Das Lachen durch das Tränen, oder ein Auge lacht, das andere weint, das ist unseres Leben.


Dann ist es jetzt wohl okay, keine Antwort zu finden. Was ist schlimm daran, wenn Du mal ein paar Tage, oder Jahre ohne eine Antwort lebst? Geniesse das, was jetzt ist. Auch ohne Antwort des "warum" oder "wozu".

Wenn Du diese Gelassenheit entwickeln könntest, wärst Du von Deinen Qualen geheilt. Weil Du das Leben annehmen könntest, wie es jetzt gerade ist. Du hast gerade keine Antwort im Leben - na und? Was ist so schlimm daran?

Wenn Du unbedingt eine Antwort haben willst, dann leidest Du, weil Du gerade keine hast.

Aber wer zwingt Dich von Aussen ( ausser Dir selbst) dazu, eine Antwort zu finden?


Das ist echt gut formuliert. Aber der Mensch ist so geschaffen, dass er nach dem Letztem Sinn trachtet. Natürlich, das Leben per se ist sinnlos, aber echt im guzem Sinne. Das ist das Spiel, Lila, die Show, die Gott träumt. Es ist so wie bei dem klienem Kind, das sandburge baut und dann sie zerstört. Keinen Sinn, aber es bereitet ihm einfach das Spass.

Das schreibst Du selber anders : "man könnte auch sagen, wir kreieren unsere eigene Welt" - Du schaffst selber Teile Deiner Welt. Und hast Einfluss auf diese Dinge.
Den Einfluss? Ich denke eher, wir leben wie in der Matrix. Jeder lebt im eigenen Tunnel der "Realität", die einzige Realität existiert nicht, denn der Zustand des Beobachter beeinflusst diese "Realität" Es schient mir, dass wir alle wie die Puppen auf der Bühne, aber, trotzdem, wir sollten uns bestimmte Rollen gut spielen.

Das sehe ich anders. Weil jemanden bewusst in etwas herzlose verwanden zu wollen, setzt bestimmte Motive usw. voraus; und auch wenn es miese Docs gibt, und schwarze Schafe, so denke ich, dass es ebensoviele ( oder sogar mehr) gute Menschen gibt.

Hier, Level, ich meine unsere moderne Gesellschaft, die Wahre Liebe ins Ware verwandelt. Und wir schätzen den konkreten Menschen nach seinen Leistungen ein. Dann wir sind wie die Autos. Die Produkte. Vergiss nicht, ich komme doch von ehemaligen SU.


Das habe ich schon häufiger gelesen, gehört und teils auch selbst erlebt. Wenn der Mensch auf die Vergangenheit gestossen wird, dann bekommt er meist Rückenschmerzen; und oft unterhalb eines Schulterblattes ( ich meine, es müsste oft die rechte Seite sein).
Das schrieb C.Castaneda, dass der Tod immer unter linkem Schulter lauert. Und ich empfinde es so, der Tod wollte mir etwas sagen.

Bin echt müde, vielen Dank für deine Teilnahme, Level. Und guten neuen Jahr!
LG.
Igor.
 
Lieber Level, wie bestehen auch aus Dreck. Unsere Eingedarme sind enorm lang. Das habe ich studiert.
Aber das ist mein Muster... Immer, wenn ich etwas zu viel wünsche, ich tappe daneben. Ich wollte die Deutschland erobern, das gute Geld verdienen, aber jetzt ich sitze mit den enormen Rückenschmerten, kann mich kaum gut konzentrieren, und ich habe dem einzigen Menschen, der zu mir steht, das immense Leid angetan.
Und dann du sagst, ich sollte gut zu mir selbst sein? Geht nicht, per Befehl geht nicht.
LG.

Hallo Igor,

per Befehl etwas zu tun, ist unmöglich; ich weiss das.

Ich meine es so, wenn Du selber für Dein Leben verantwortlich ja bist. Was Du gutes getan hast, und wo Du eben Fehler auch gemacht hast.

Beides bist Du selbst, verstehst Du?

Und wenn Du einen Teil von Dir ablehnst, weil Du deine Fehler Dir selbst unverzeihlich findest, dann lehnst Du einen Teil von Dir ab.

Und ich meine es so: was ist schlimmes daran, wenn Du probierst, zu Dir selber gnädig zu sein?

Wenn Du dir selber Fehler erlaubst, was ist daran unmöglich?

Per Befehl geht sowas schlecht. Aber wenn Du das Verständnis von Dir hast, mit Deinen Stärken und Schwächen ( Fehlern) , dann könntest Du aus Deinem eigenen Wissen über Dich selbst, Dir vergeben können - oder meinst Du; selbst wenn Du weisst, wie Du bist - Du hasst Dich immer weiter?

Wer soll Dich dann erreichen können; wer soll Dir vergeben können? Letztlich kannst nur Du das tun, weil der Schmerz in Dir selber entstanden ist.

Jemand kann Dich vielleicht in den Arm nehmen, von Aussen; aber seelischer Schmerz kannst Du von Aussen schlecht erreichen. Denn er ist mit Deiner Person, Deinem Wesen, Deinem Verständnis von Richtig und Falsch verbunden.

Es ist somit ein Spießrutenlauf - wenn Du jmd. im Aussen fragst : "Bitte heile mich, ich habe mir selber weh getan..." - wie soll das gehen?

Es ist von Dir selber verursacht worden; und wie soll Dir jemand etwas gutmachen, was Du in Dir selber verletzt hast?

-----

Deswegen meine ich, dass Du die Chance nutzen könntest, Dir selber gut gegenüber zu sein.


- Wem hilft es, wenn Du dich selber unverzeihlich findest ( was Deine Fehler angeht)`?

Wer hat davon einen Vorteil?

Wem tut das gut?

____

- Und wem schadet es, wenn Du dich selber unverzeihlich findest ( was Deine Fehler angeht) ?

- Wer hat darunter zu leiden?

- wem schadet das auf Dauer?

_____

Wenn Du dir selber auch sagen kannst, dass Du selber den größten Schaden von Deiner inneren Einstellung hast ( ich kann mir meine Fehler unmöglich verzeihen), dann weisst Du schon, dass Du unter Deinen Fehlern leidest.

Wenn Du dir selber ebenfalls sagen kannst, dass es keinen Vorteil für Dich hat, wenn Du dir böse bist, dann kannst Du überlegen, ob es sinnvoll ist, Deine Fehler Dir selber weiterhin unverzeihlich zu finden.

Ich mein, wenn Du leiden willst, dann sei selber weiter hart zu Dir - da wird Dir kein Mensch von Aussen was anderes erzählen können ( wenn Du es ablehnst, die Worte von anderen Menschen an Dich heran zu lassen).

Ich denke mir nur, Du wirkst so, als ob Du dir selber verzeihen können möchtest. Als ob Du genug gelitten hast.

Und da frage ich mich dann:

- welchen Vorteil hat das ständige Leid in Deinem Leben?

Es könnte eine Prüfung sein, ob Du dich so annehmen kannst, wie Du bist.

- und welchen Nachteil hat das innere Leiden?

Du bist hart zu Dir selber; Deine Gesundheit leidet darunter. Du verurteilst Dich ständig wg. Deiner Fehler.

Aber:

Kein Mensch ist perfekt. Jeder hat Fehler und Stärken.

Und wenn Du weniger leiden willst, dann probiere mal, Dich etwas besser selbst zu nehmen, wie Du bist.

------

wünsche Dir auch ein schönes, neues Jahr 🙂
 
Das sehe ich anders. Weil jemanden bewusst in etwas herzlose verwanden zu wollen, setzt bestimmte Motive usw. voraus; und auch wenn es miese Docs gibt, und schwarze Schafe, so denke ich, dass es ebensoviele ( oder sogar mehr) gute Menschen gibt.

Hier, Level, ich meine unsere moderne Gesellschaft, die Wahre Liebe ins Ware verwandelt. Und wir schätzen den konkreten Menschen nach seinen Leistungen ein. Dann wir sind wie die Autos. Die Produkte. Vergiss nicht, ich komme doch von ehemaligen SU.

Klar. Du hast Deine Wurzeln in der SU. Das verstehe ich schon. Ich sage mir nur; Deutschland ist in manchen Dingen anders, als die SU. Und ich finde, in manchen Dingen ist Deutschland sogar besser als die SU.

Und auch wenn Du Deine Wurzeln in der SU hast, so sage ich mir, schaue Dir Deutschland ruhig genauer an - hier gibt es sicherlich manche Dinge, welche Du auch positiv erfahren wirst.

Es wird vielleicht Zeit brauchen, bis Du es annehmen kannst, dass hier manches anders ist, als in der SU; aber ich bin optimistisch, dass Du es schaffen wirst 🙂
 
Das ist der Innere Zustand, was ich im mir erlebe, und das ist keine meine Schuld, denn ich sage alles nur offen.

Ja, und genauso tue ich es auch, Igor: zeige dir offen meine inneren Zustände, die als Reaktionen auf deine Schilderungen entstehen - und trage deshalb auch keine Schuld. Doch manchmal merke ich, dass deine inneren Zustände etwas abwehrendes gegenüber meinen Schilderungen ausstrahlen. Das verunsichert mich und ich frage mich und dich dann, ob sie von dir erwünscht und dir nützlich sind?

Nun schreibst du aber, manches davon tut dir gut und du möchtest von mir weiter hier lesen.

Dann möchte ich es auch noch mal versuchen. Auch deshalb, weil dieser Satz von dir: "Die echte Wahrheit, Lena, liegt nicht in der verscheidenen Meinungen, sondern im feurigen Abgründen von unseren Herzen." mich sehr anspricht.

Liebe Grüße
Lena
 
Einige Dinge ich kann mir niemals verzeihen. Oder ich solllte es mir vormachen?

Ich glaube, ich beginne es zu verstehen, Igor...

Die Schuld für eine Verletzung für ein Leid des anderen, die wir (mit)verusacht haben, können wir nicht weg wischen und ungeschehen machen - sie bleibt bei uns. Sie wird zu einem Teil von uns, den wir annehmen und mit dem wir leben müssen und sollen. Wenn wir unsere Schuld verleugnen, spalten wir ein Stück von uns selbst ab. Wir verursachen auch, dass die Beziehung zu diesem Menschen nicht wahrhaft gelebt werden kann, und dass sich sogar ein Teil unserer Schuld auf diesen Menschen übertragen könnte...

Sich selbst zu verzeihen kann all das verursachen - wenn wir dabei versuchen, uns zu ent-schuldigen.

Vielleicht soll deshalb dieses Verzeihen eher das Gegenteil, das heißt - ein Annehmen der Schuld bedeuten? Ich stimme ihr also zu und bin bereit sie zu tragen. Ich glaube, in diesem Moment söhne ich mich mit mir selbst aus und mein innerer Kämpf hört auf, meine Zerissenheit... Denn diese meine Schlud ist schon geschehen. Ich kann in Bezug auf sie nichts mehr tun. Diese Erkenntnis kann vielleicht sogar zum inneren Freiden führen, oder..?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo, Level. Mir bereitet das Vergnügen, dich zu lesen. Aber zuerst über Deutschland. Ich meinte nicht eigens Deitschland, ich meinte die moderne Gesellschaft. Deutschland mag ich. Ich lebe in Bergstarsse, hier ist sehr milde Klima und die wunderschöne natur. Und die Menschen sind meistens offen und freudig.
Ach, so... Habe gestern einiges nicht bemerkt... Hatte sehr schlimme Vergiftung bekommen. Wollte den inneren Schmerz mit den Süssigkeiten aus dem russischen Geschäft unterdrücken. Sehr oft ich frage mich, wenn ich meistens so hasse, wo dann finde ich die Kraft weiter zu leben? Und wie es sehr gut V.Frankl bemerkt, es geht nicht um warum , es geht um wozu.

Dann ist Deine Depression evtl. umfassender. Es ist neben dem Gefühl von Heimatlosigkeit ( was Du manchmal oder häufiger hast), wohl auch irgendwas, was mit Dir damals in der Ukraine passiert ist.

So ist meine Vermutung. Das Dich dieses Leiden von damals noch verfolgt, und nach einer anderen Sichtweise, nach einer Er-lösung sucht.

Kann einiges erklären, Level. Ich war sehr schüchternes, ängstliches Kind. Und schon als ich 5 oder 6 war, immer erniedrigt wegen meiner Nationalität. Die Eltern haben mich sehr umsorgt, ich war zum realem Leben mit seinen Lasten nicht vorbereitet. Das war schon der Nährboden. Und wenn ich mich verabscheute, ich suchte immer die Erlösung in der Selbst-bestraffung und der Selbst-Auslöschung. Das war der Teufelkreis, der mich in die absolute Sackgasse führte.

Hast Du dich schonmal nach eine Therapie erkundigt, die sich speziell an Menschen mit einer Depression richtet?
Bei Dir scheint irgendwas sehr stark zu Leiden. Ist es der Verlust der Heimat, der so unermeßlich schmerzt?

Habe alle mögliche Therapien ausprobiert. Das ist der Verlust der eigenen oder der inneren Identität, Level. Das ist der innere Verrat. An was du glaubst. Das ist nicht meine Bandscheibenforfälle schmerzen, das schemrzt mein Gewissen.


Was vermisst Du besonders, seitdem Du ausgewandert bist?

Das waren meine Kulturelle Wurzeln, Level. Meine Mutter war die Lehrerin der russischen Literatur. Ich las L.Tolstoy als ich 5 war, stell dir vor, " Krieg und Frieden." Ich vermisse....Mich selbst. Ich habe bis zum letzten tag gearbeitet, ich habe mich selbst beachtet. Mich wertgeschätzt. Hier ich mich meistens verabscheue. Meine es innerlich.

Vielleicht zwingst Du dich selbst, Dich für ein Land richtig zu entscheiden?

Nee, ich habe schon erwähnt, das war die Notlösung. Wegen der Zukunft unseren Sohnes. Die Ratten verlasssen das sinkende Schiff... *schmunzeln*.


Und in Bezug auf die Identifikation: was bedeutet Dir der Begriff "Heimat" oder "Heimatlosigkeit" ? Wo fühlst Du dich mehr hingezogen; oder sind die Begriffe gleichwertig für Dich?

Ich fühle mich innerlich leer, verstehst du, Level? Ich habe mich immer als Heimatlos gefühlt. Nicht zu dieser Welt gehörig.

Ja. Weil die Einsamkeit von Innen kommt; und die kannst Du auch mit noch so viele Affären probieren zu lösen; aber wenn Dein Gefühl ein anderes ist, wird Dir kein Mensch von Aussen diese Einsamkeit nehmen können.

Mein Respekt, Level! Natürlich, die Einsamkeit man empfindet rein innerlich. Das Problem kann man niemals von aussen lösen, denn sie sreckt in dir. Keine Feste Umarmung, keine körperliche Verschmelzen kann es nicht lösen. Das ist Schrei in der Seele, der erstarter Schrei der Verzweiflung, kann ich es besser nicht ausdrücken.

Die Blicke der Kinder sind verschüchtert, oder leer.

Ja, Hitler hat die Hoffnungen und die Erwartungen dieser Kinder missbraucht. Und das war die enoeme innere Leere, die nach der Füllung suchte. Und sehr einfache Lösungen schienen das Richtige zu sein.

dann hat er den Nerv der Zeit damals ( leider) richtig getroffen. So konnte aus Deutschland, dem Land der Hoffnungslosigkeit damals, ein Land voller Hoffnung werden. Wie die Geschichte gezeigt hat, leider mit furchtbaren Menschenrechtsverletzungen und starker Zensur der Medien.

Wenn er nicht Russland eingegriffen hätte, wer weiss, was könnte doch passieren? Alle Diktatoren wollen mehr und mehr. Und das war der strategische Fehler.


Ich komme zurück zu Deinem Satz, den Du selber geschrieben hast : "wir kreieren unsere eigene Welt" - Du hast es in der Hand in Verzweiflung zu versinken, oder Dich Deinem Schmerz zu stellen; oder

wie Henry Ford gesagt hatte: "Ob Sie denken, dass sie es schaffen können, oder ob Sie denken, dass sie es nicht schaffen können - in beiden Fällen haben Sie Recht."

Leider ich fühle mich diesem inneren Dämon wie ausgeliefert. Und ich nehme an, ich habe keine freie Option. Aber nicht egal, eigentlich? Wie es so stark Henry Ford doch geschildert. Die Russsen sagen etwas anderes: " Du kannst so oder so machen, aber landest du sowieso im Dreck."

Hm. Scheint sich viel angestaut zu haben, in Dir.

Wenn der Schmerz die bestimmte Grenze überschreitet, dann du fühlst nicht. Du bist wie tot.
Sollte vorläufig Schluss zu machen.

Bin müde, einfach zu leben.
LG.
Igor.
 
Ich glaube, ich beginne es zu verstehen, Igor...

Die Schuld für eine Verletzung für ein Leid des anderen, die wir (mit)verusacht haben, können wir nicht weg wischen und ungeschehen machen - sie bleibt bei uns. Sie wird zu einem Teil von uns, den wir annehmen und mit dem wir leben müssen und sollen. Wenn wir unsere Schuld verleugnen, spalten wir ein Stück von uns selbst ab. Wir verursachen auch, dass die Beziehung zu diesem Menschen nicht wahrhaft gelebt werden kann, und dass sich sogar ein Teil unserer Schuld auf diesen Menschen übertragen könnte...

Sich selbst zu verzeihen kann all das verursachen - wenn wir dabei versuchen, uns zu ent-schuldigen.

Vielleicht soll deshalb dieses Verzeihen eher das Gegenteil, das heißt - ein Annehmen der Schuld bedeuten? Ich stimme ihr also zu und bin bereit sie zu tragen. Ich glaube, in diesem Moment söhne ich mich mit mir selbst aus und mein innerer Kämpf hört auf, meine Zerissenheit... Denn diese meine Schlud ist schon geschehen. Ich kann in Bezug auf sie nichts mehr tun. Diese Erkenntnis kann vielleicht sogar zum inneren Freiden führen, oder..?


Ich kann meine Niederträchtigkeit und die gemeinheit niemals akueptieren oder annnehmen, Lena. Aber du hast recht, damit sollte ich leben.
LG.
Igor.
 

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