Ich finde den Satz gar nicht schlecht!
Denn der Gedanke hat mich, unter anderem, gehindert mich selbst zu töten!
Ich bin nicht zu feige zum Leben! Denn Leben bedarf mehr Mut als aufzugeben!
Ne, im Prinzip ist das egal/neutral/was auch immer - es ist lediglich die subjektive Ansicht jedes einzelnen. Meine Meinung (die ich hier nur indirekt geäußert habe) als auch deine sowie andere dazwischen. Es ist eine Frage der Sichtweise. Jede Sicht hat Gültigkeit & Berechtigung. Nur wird die die den Tod befürwortet in dieser Gesellschaft nicht geachtet/zugelassen.
Mies finde ich dabei - immer wird überall betont wie offen und tolerant die westlichen Länder sind - aber sie sind es nur in Dingen die Kaptial bringen. In dieser Sache ist alles wie überall - keine Toleranz, das ganze ein Tabu, es wird versucht das ganze totzuschweigen als obs dann weg wäre - was richtig zu sein hat wird und aufgedrückt und alle findens gut. Eine Religion die aber z.B. bestimmte dies betreffende Maximen beinhaltet wird von der Masse abgelehnt. Ich glaube niemals war der Gesellschaftliche Zwiespalt so groß wie heute. Nicht nur das Thema Suizid betreffend.
Ich weiß nicht ob es hier war oder wo anders - ich seh den Suizid nicht so: "Ich versuche mir das Leben zu nehmen" sondern so: "Ich befreie mich von meinem Körper". Die erste eigentlich immer überall benutzten Worte enthalten auch eine Aussage und werten, somit hinterlassen sie einen unbewussten Eindruck.
Wenn ich z.B. sage: "Fette Leute sind auch oft sympathisch" - dann impliziere ich das man davon ausgehen könnte es sei nicht normal. Fett hat nichts damit zu tun ob ich normal bin. Es ist so. Niemand sagt "dünne Leute sind ja doch meistens sehr sympatisch." Sowas ist total panne - beides ist Tatsache und muss nicht erwähnt werden.
Die Aussage "Ich NEHME mir das Leben" auch. Sie impliziert etwas negatives.
Neutraler wäre z.B. "Ich beende mein Leben". Oder etwas wie: "Ich verlasse diese Welt".
Niemand sagt " Er ging uns voraus" - sondern "Er ging von uns". Wahrnehmung ist oft auch eine Frage der Wortwahl. Nur weil die Worte an sich neutral sind, so sind sie es nicht mehr nachdem wir ihnen einen uns anerzogenen Wert geben, auch unbewusst. In manchen Kulturen (abgesehn vom Suizid) ist die Farbe der Trauer Weiß. Auch weil man es für den Verstorbenen nicht so sehr als Übel ansieht, sondern sich für ihn freut das er nun auf einem höheren Weg ist. Das setzt aber wieder einen Glauben vorraus. Extrathema. Sonst haben wir hier noch eine neue Debatte über Religion...
PS: Die Frage ob das und was nun feige ist oder nicht: Das ist eine Aussage die jeder für sich wenden kann. Völlig unrelevant. Eine viel wichtigere Frage ist ob man das für die die man zurücklässt verantworten kann/will. Das muss aber dann der Suizidant selbst wissen, genauso wie alle anderen wirklich bedeutsamen Aussagen und Fragen.
PPS: Ein Mensch ohne Mut vermag weder zu sterben (durch eigene Hand) noch richtig zu leben. Nichts braucht mehr Mut, sondern beides gleich viel.
So gesehn kann man mir Feigheit an den Kopf werfen - denn den Weg zu gehen den ich wähle vermag ich nicht, weder den einen noch den anderen. Zumindest nicht allein. Nur wird mir beim sterben keiner helfen. und hilfe will ich so oder so nicht. Auch nicht zum leben.