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Wieder Sonntag Nacht und keine Lust auf die neue Arbeitswoche

  • Starter*in Starter*in Paulj
  • Datum Start Datum Start
Deshalb ja wohl auch dieser Thread, weil der TE erkannt hat, dass man im Prinzip arbeitet und arbeitet, aber viel zu wenig vom Leben hat. So sehe ich das auch, dann habe ich mit etwas weniger Geld lieber mehr Zeit für mich und das was wirklich erfüllt im Leben, als dass mein Konto immer weiter anwächst und ich um 10 abends überlege wann ich es eigentlich ausgeben kann.

Am meisten ärgert es mich, dass man häufig auch dann wenig dagegen tun kann, wenn man es selbst für sich erkannt hat, dass weniger manchmal mehr ist, und man eigentlich lieber kürzertreten würde. Denn viele Arbeitgeber lassen ein Kürzertreten nicht zu. Da gibts leider häufig nur die "Ganz-oder-garnicht"-Variante: entweder, man läuft im Hamsterrad mit bis man umkippt, oder man steigt ganz aus und lebt von Hartz-4...

Übrigens: auch ich bin schon mal fünf Wochen lang in einer Klinik gewesen, weil ich wegen des Jobs in eine tiefe Depression gerutscht war... Kurzzeitig hilft das zwar, aber danach fängt das Hamsterrad wieder an sich zu drehen...
 
Leider wahr, es läuft bald darauf hinaus dass man entweder Bleifuß fährt und sich verausgabt oder dann eben finanziell rumkrabst. 4-Tage Woche ist auch schön, nur wenn ich dadurch dann so wenig Geld zur Verfügung habe, dass es schon sehr eng wird ist das leider auch nicht das Wahre. Daran krankt es ja, böse Zungen behaupten dass wir Zustände wie in Amerika bekommen wo neben dem Vollzeitjob noch 400-EUR Stellen angenommen werden um sein bisheriges Niveau halten zu können.
 
Finanziell könnte ich eine 4-Tage-Woche schon verkraften, da ich schon auf ein Auto verzichte und in einer kleinen Genossenschaftswohnung wohne, die nicht allzu teuer ist.

Dennoch: 4-Tage-Woche gibts nicht, wenn man nicht mindestens einen Herzinfarkt hatte (so wie ein Kollege von mir, dem deswegen ein Teilzeitvertrag zugestanden wurde), oder Mutter mit kleinen Kindern ist...

Bei uns muss man wirklich erstmal einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall bekommen, bevor man die Stunden reduzieren darf... Vorbeugung ist nicht möglich...
 
@ all

ihr habt zwischenzeitlich nur wahres gepostet. Ausnahmslos!
Leider! ^^


- deine Partnerin muss das mitmachen
- dass beide die gleiche Schiene fahren geht dann kaum oder ?
- und ganz wichtig: was wenn dir die Frau wegläuft ?


Hehe, du hast recht! *lach*
Ich wurde auf diese Problematik schon häufiger angesprochen!
Es gibt Dinge, die müssen sich erst noch weisen. Natürlich bleibt auch letztendlich die Frage offen, ob ich das wirklich so knallhart durchziehen kann, wenn meine deadline gekommen ist! 🙂
Man bedenke, ich war noch nie einen Tag arbeitslos oder habe Geld vom Staat bezogen. Das ist auch sicherlich nicht jedermanns Sache und absolut ungewohnt. Ich meine jetzt in dem Fall, in welchem man es sich ( in meinem Beispiel ) selbst aussuchen könnte. Den Job von heute auf morgen an die Wand fahren ( vorsätzlich wohlgemerkt ) um dieses Ding durchzuziehen welches von anderen in meinem Freundeskreis auch noch mit Argwohn oder Ungläubig betrachtet wird, dürfte schon nicht so einfach werden.
Wer weiss, vielleicht fühle ich mich mit 57 absolut wohl, meine Freundin möchte auch noch ein paar Jahre arbeiten gehen und ich sage mir dann :"alla hopp, dann lasse ich nochmal 3-5 Jahre vergehen"!

Aber mein Leben habe ich in der letzten Zeit definitiv darauf vorbereitet! Hier ging auch letztens der Versicherungsmakler rund und hat mit jedem AN Termine wahrgenommen bezüglich Versicherungen. Hauptsächlich die allseits beliebte betriebliche Altersvorsorge (BAV).
Diese wird sogar bei uns vom Chef zusätzlich subventioniert. Und durch die Verringerung des Bruttos und der nachgelagerten Besteuerung sicherlich nicht uninteressant.

Zum Erstaunen aller, habe ich mir hingegen die Verzichtserklärung vorlegen lassen und unterschrieben.
Passt nicht zu meiner Lebensplanung. Wenn ich die früheste Auszahlung mit 60 bzw. ab jetzt mit 62 erhalten kann ist das für mich unrelevant da ich zu dieser Zeit voraussichtlich Hartz IV beziehen werde.

zur info:
Die Ansparphase ist Hartz IV geschützt. Ich müsste diese BAV nicht kündigen, respektive stillegen!
Aber wenn ich später tatsächlich Sozialleistungen beziehe, gehört die BAV natürlich zum Einkommen und wird somit meinen Hartz IV Anspruch mindern!

Weshalb sollte ich heute, wenn auch nur zum Teil, von meinem Geld eine Vorsorge bestreiten, welche sich später nicht zusätzlich für mich auswirkt da ich eben als H4 Empfänger auch nur H4 habe, und sonst dann nichts auf der Soll Seite?!

Das habe ich natürlich nicht den Kollegen erzählt. 😀
Du siehst, mein Konzept steht und wartet in rund 20 Jahren auf dessen Durchführung! Ich bin selbst gespannt, ob es in rund 20 Jahren so kommen wird!
Dem Staat muss ich eins reinwürgen, das geht eigentlich gar nicht anders. Das hat er sich redlich verdient.
 
Ich sage immer abgerechnet wird am Schluss.

Was in 20 Jahren ist, bzw. bei mir in 30 Jahren, kann kein Mensch vorhersagen, vielleicht ist die Rente bis dahin abgeschafft 🙂. Meine private Vorsorge (für die ich jeden Monat Betrag x weglege) schrumpft auch regelmäßig weil sie den "Gegebenheiten" angepasst werden muss. Man versucht auf der einen Seite ein mögliches Loch zu stopfen während auf der anderen wieder eins aufeißt. Und das Schlimme an der Sache ist dass man quasi jetzt schon sparen muss WEIL man später in die "Rentnerarmut" kommt, und fast schon nicht mehr um sich seinen Lebensabend angenehm zu gestalten. Hat man dann bisschen was auf der Seite wird es irgendwann heißen verbrauch das erstmal dann sehen wir weiter.
 
seufz - ja klar! ich bin einer dieser "glücklichen" beamten und mein arbeitstag sieht so aus: mo - fr 6 uhr aufstehen, 17 uhr nach hause, 41-stunden-woche, kein weihnachtsgeld, kein urlaubsgeld, nichts. wenn ich nicht zufällig sehr dicht an meiner arbeit wohnen würde, käme zeitlich noch das pendeln hinzu, aber immerhin bleibt mir das erspart.

Jepp... So ähnlich ist es hier auch. Mo. - Fr. 5 Uhr aufstehen, weil es dem Bürgermeister irgendwann mal in den Sinn kam, Bürger-Sprechzeit ab 7 Uhr einzuführen... 42-Stunden Woche, morgens und nachmittags je 1/2 Stunde pendeln durch den Stau, jeden 2. Samstag Trauungen, weil man dem Trend ja hinterherhecheln muss...

Politisch brav das Lied des jeweiligen Dienstherrn singen...

der einzige wirkliche beamtenvorteil ist doch nur noch der eines sicheren jobs. ansonsten könnte ich auch in irgendeiner firma im büro sitzen, bei den gleichen konditionen.. wahrscheinlich würde ich da wenigstens noch weihnachts- und/oder urlaubsgeld bekommen.

obwohl ich natürlich zugeben muss, dass die unkündbarkeit einen schon ziemlich beruhigt. man kann langfristiger planen und hat nicht die krassen zukunftsängste... naja 🙂
 
Das Thema erinnert mich an den ersten Thread, den ich hier überhaupt eröffnet hatte: Thema: Wie schafft man eine funktionierende Work-Life-Balance? Das war (und ist teilweise) also auch mein persönliches Problem.

Nun ist es einerseits so, dass ich einen meiner Traumjobs (Medienbereich) habe. Ich mag den Job. Was ich mit 18/19 aber auch nicht wirklich bedacht habe: Es ist ein Job, der sozusagen vom und mit dem Stress lebt. Aktuell umplanen, Pläne kippen, neue machen - sich dreimal am Tag neu erfinden - das ist Alltag in meinem Beruf. Mancher hier, der schreibt, dass seine tägliche Routine ihn nervt, würde sich über soviel Abwechslung freuen. So ist das wohl: Man sucht immer das, was man nicht (oder gefühlt zu wenig) hat. Wer keinen Job findet, versteht nicht, wieso man über zuviel Arbeit klagen kann. Wer ständig 12 und mehr Stunden unterwegs ist und nur noch zum Abendessen und Schlafen nach Hause kommt, will mehr Freizeit.

Ich gebe einigen Vorschreibern recht, die meinen: Ein Zwischending ist oft auch von den Unternehmen nicht gewollt. Bei uns arbeiten nur die Kollegen 3 oder 4 Tage in der Woche, die als "weniger gut" im Job gelten und die man so ein Stück aus der Verantwortung gezogen hat. Die sind auch aus den Wochenenddiensten raus🙄. Wer "gut" ist, soll gerne ganztägig da sein.

Für mich selber hat sich die Lage in den letzten 2 Jahren etwas entspannt. Ich bin zwar immer noch nie vor 19 Uhr zu Hause, aber mein Arbeitsumfeld ist weniger stressig und druckanfällig als es der vorherige Arbeitsbereich war. In den gehe ich zwar vertretungsbedingt ab und an mal für einige Wochen zurück - aber ein paar Wochen lassen sich dann schon aushalten.

Nun muss ich zugeben, dass ich ein Mensch ohne große Hobbys bin. Ich interessiere mich zwar für vieles, aber eher allgemein-oberflächlich und ohne tiefergehendes Engagement. Mehr als Lesen ist da nicht. Und das kann man ja auch mit knapper Freizeit noch. Es ist allerdings auch kein Wunder, dass in meiner Branche viele Leute keine Familien gründen. Mit meinen Arbeitszeiten könnte kein Kindergarten mithalten. Außerdem wäre ich abends zu "platt", um dann noch Nerven für Kind(er) zu haben. Mein Freund arbeitet in der selben Branche - dem ginge es genauso. Frauen, die es dennoch "wagen", reiben sich im Stress zwischen Job und Familie und dem aussichtslosen Kampf um die Ressource Zeit völlig auf.
 
Außerdem wäre ich abends zu "platt", um dann noch Nerven für Kind(er) zu haben. Mein Freund arbeitet in der selben Branche - dem ginge es genauso. Frauen, die es dennoch "wagen", reiben sich im Stress zwischen Job und Familie und dem aussichtslosen Kampf um die Ressource Zeit völlig auf.

Und das ist einfach nur noch TRAURIG ...

Die Menschheit wird sich irgendwann zu Tode arbeiten, und dadurch dass es überhaupt nicht mehr lukrativ ist Kinder in die Welt zu setzen wird die Gesellschaft immer älter...
Ist ja auch so, sollte meine jetztige Freundin einmal von mir Kinder haben will sie die auf jeden Fall in den ersten Jahren zuhause groß ziehen und nicht abschieben. Dem stimme ich zu. Nur wenn ich sehe wie das bei anderen um die 30 abläuft, die sich vorne und hinten einschränken müssen, dann muss man sich das schon gut überlegen.

Ist doch völlig klar, nehmen wir an ich hätte Frau und Kind, und mach riesen Karriere die mich Mo-SA von 5 bis 20 Uhr beansprucht, dann will ich vielleicht Sonntags eher meine Ruhe haben, aber dann hätte ich ja noch meine väterlichen Pflichten zu erfüllen. Wem wäre also damit geholfen? Wohl keinem.
 
Nun muss ich zugeben, dass ich ein Mensch ohne große Hobbys bin. Ich interessiere mich zwar für vieles, aber eher allgemein-oberflächlich und ohne tiefergehendes Engagement. Mehr als Lesen ist da nicht.

Das ist bei mir anders, was es noch schwieriger macht. Meine persönlichen Interessen sind mein Leben, sie machen mein Leben erst bunt und interessant... Nur blöd, wenn man kaum Zeit dafür hat, um sich drum zu kümmern...

Deshalb schlafe ich nur wenig, um wenigstens ein bisschen was von dem machen zu können, was ich am liebsten den ganzen Tag über tun würde...

Manchmal kommt mir meine Situation so ähnlich vor, als ob ich in einem Zimmer leben würde, in dem in der Mitte des Raumes ein großer Felsblock liegt (das ist der Job). Dieser Felsblock stabilisiert einerseits die Wohnung (ohne ihn würde das Haus zusammenbrechen), andererseits blockiert er aber mein Leben, weil ich nur in dem schmalen Bereich außen am Rand leben kann.
 

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