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Wieder Sonntag Nacht und keine Lust auf die neue Arbeitswoche

  • Starter*in Starter*in Paulj
  • Datum Start Datum Start
Wenn ich mir einen Beruf backen dürfte, dann müsste dieser Beruf abwechslungsreich sein, sollte an unterschiedlichen Orten stattfinden, mit Menschen (am besten verschiedener Nationen) zu tun haben und könnte auch sehr gern kulturelle Aspekte beinhalten.

Krankenpfleger 😉 .. machste dann freiberuflich, dann haste auch verschiedene Orte, auf verschiedene Menschen, mit verschiedenen Kulturen triffste dann zuhauf und im Rahmen einer individuellen Pflege musst du dann natürlich auch kulturelle Aspekte beachten. Problem gelöst. 😀
 
Ich spüre förmlich ein aufgeregtes Kribbeln in mir, wenn ich mir so einen Job vorstelle...

Aktuell stelle ich mir nur noch einen Sechser mit Zusatzzahl, vor! Das würde mir so einiges erleichtern! Ansonsten bin ich einfach in jede Richtung Antriebslos. Wenn das so bleibt, höre ich mit 55 auf zu arbeiten. Dann lasse ich mich vom Staat ernähren bis zur Rente. Dann habe ich wenigstens im Leben auch mal beide Seiten kennengelernt.
 
@ Portion: ist das dein voller Ernst ?

Aber eigentlich muss man schon drüber nachdenken, was bietet mir das Leben, was ist erschwinglich und was nicht und was brauche ich? Vielleicht bin ich mit einem normalen Job der mir einigermaßen geregelte Zeiten bietet glücklicher, wenn ich dann Freitag Nachmittags mal am See liegen kann und an die Menschen denke die zwar mehr verdienen, aber noch bis 8 ackern müssen inkl. Samstags. Was ist mehr davon wert, das ist eine gute Frage.

Man könnte fast schon sagen man muss sich für Karriere oder Otto-Normaldasein entscheiden, denn billiger wirds eher nicht. Ich weiß nur eins: das Schicksal hält so manche Überraschung bereit und wenn ich irgendwann krank werden sollte, dann habe ich mein Leben lang malocht aber nicht gelebt. Und dieses eigentlich gesunde Verhältnis von Leben und Arbeit passt nicht. Was bringt dir denn ein 12-Stunden Tag mit viel Kohle wenn du zu nichts mehr kommst ?
 
Man könnte fast schon sagen man muss sich für Karriere oder Otto-Normaldasein entscheiden, denn billiger wirds eher nicht.

Sagen wir so: solang ich in meinem jetzigen, eher ungeliebten Beruf festhänge, habe ich kein Interesse an Karriere, denn das würde nur bedeuten, länger arbeiten und sich mehr reinknien zu müssen.

Bei einer anderen Aufgabenstellung in einem anderen beruflichen Umfeld könnte ich es mir durchaus vorstellen, mich richtig reinzuhängen und zu engagieren, um vorwärts zu kommen. Wichtig ist mir vor allem, dass ich mich mit meiner Arbeit identifizieren kann und eine von innen kommende Motivation verspüre.

Beispielsweise habe ich solche Motivationsschübe in meinen Sprachkursen erlebt, wo ich voller Lust und Freude dabei gewesen war und jedesmal überrascht und enttäuscht war, weil die drei Stunden des Kurses so rasch vorüber waren...
 
ja, Knuddel, aber ich frage dich nochmals: wieviele Deutsche gehen morgens zur Arbeit und denken sich abends "huch schade schon wieder rum" 🙂
 
@ Portion: ist das dein voller Ernst ?

Ja, irgendwie schon. Momentan habe ich keinen Antrieb. Und der Job ist eigentlich sinnlos und absolut unproduktiv.
Und so fühlt man sich dann irgendwann zwangsläufig.

Und die Idee mit dem Job schmeissen ab spätestens Ende 50 habe ich mir aufgrund unserer tollen Regierungsentscheidungen ausgedacht. Als ich ins berufsleben eingestiegen bin, war das offizielle Renteneintrittsalter 60 Jahre, dann 62, 65 und jetzt 67.
Und je häufiger sie das noch nach oben korrigieren umso leichter fällt mir die Trotzreaktion, dagegen zu gehen und bei dieser Rentenkürzungsabzocke nicht mitzuspielen. Dementsprechend noch früher das Handtuch zu werfen.
 
Und wie willst du das anstellen? Klar kann man von der Rente heute nicht mehr leben obwohl man über 40 Jahre lang eingezahlt hat, aber ist das was du meinst eine Alternative ? Viel mehr hast dann sicher auch nicht.

BTW In Frankreich gibts jetzt wohl wieder die Rente mit 60
 
Zuletzt bearbeitet:
Und wie willst du das anstellen?

Mal sehen. Hab ja noch ein paar Jahre Zeit zum planen. ^^
Meine gesamten Habseligkeiten laufen bis dahin auf meine Lebensgefährtin. Offiziell werde ich nichtmal mehr mit ihr zusammen sein, um keine Hartz IV einbußen zu erhalten. Das heisst ich habe dann irgendwo eine kleine Wohnung die kaum Nebenkosten produziert, die vom Amt bezahlt wird und ich nur mal vorbeischaue um die Post zu holen.
Meine Ersparnisse werden allesamt unter dem Kopfkissen gelagert. Diese werden mir zusätzlich zur Verfügung stehen.

Viel mehr hast dann sicher auch nicht.

Natürlich habe ich dann viel weniger und es ist sicherlich nicht schön, im Alter mit wenig Geld da zu stehen. Andererseits ist es für mich einfach keine alternative, so lange zu arbeiten bis ich vom Bürostuhl in den Sarg falle.

Viele möchten ja diesen Absprung gerne mit rund 60 Jahren machen. Bloß gehen diese Leute es meiner Meinung nach falsch an. Diese versuchen nämlich bis dahin so selbständig wie möglich zu sein, damit man nicht vom Staat abhängig ist und die Schäfchen im trockenen hat. Aber genau darauf zielt unsere Regierung ja ab. Die möchten ja gar nicht das wir bis 67 arbeiten. Sondern mit ernormen Abzügen vorher aufhören. Also kommen ihnen diese Leute wie gerufen. Ich hingegen habe ganz andere Pläne.
Ich mache dieser Denkweise einen Strich durch die Rechnung indem ich noch ein gutes Stück vorher aufhöre. Ich also noch keine Rente bekomme und dem Arbeitsmarkt offiziell mit 60 Jahren zur Verfügung stehe. Wer benötigt einen 60 Jährigen Buchhalter, der nie etwas anderes gelernt hat, mittlerweile Rückenschmerzen hat und den auch sicherlich niemand mehr in eine neue Software einarbeiten braucht?

Unser Staat reibt sich also schon die Hände weil er denkt, ich würde arbeiten gehen so lange ich kann und dann zwischen 63 und 67 endgültig das Handtuch werfe. Er rechnet sich aus, wie viel Rente er an mir spart und wieviel Lohnsteuer von mir im Gegenzug noch in die Kasse gespült wird.
Unterm Strich sieht es dann am Schluß anders aus! Ich zahle keine Lohnsteuer mehr ab vielleicht 57, beziehe einige Monate Arbeitslosengeld, anschließend Hartz IV. Der Staat zahlt meine Krankenversicherung und sogar einen minimalen Beitrag in die Rentenkasse. Mache dir mal einen Spass und rechne dir mit einem Standardgehalt aus, von welchen Summen wir hier dann sprechen.

Schön ist das nicht, ich hätte es auch gerne anders gehabt. Ich fand immer, das jemand der bis 60 durchgehend gearbeitet hat, auch endlich mal in Ruhe gelassen werden sollte. 60 empfand ich vom Bauchgefühl her, immer eine faire Grenze. Sowohl aus Sicht des Staates als auch aus persönlicher Sicht denn in diesem Alter kann man noch rüstig sein und den Lebensabend genießen. Aber bestimmt nicht mehr mit fast 70!

Wenn die Regierung also meint sie müsse mir meinen Lebensabend versalzen, ist das meine Retourkutsche! Abzüge habe ich ohnehin. Ob da jetzt noch ein paar hinzukommen oder nicht, pfff! Dagegen steht 15 Jahre faulenzen und meine Freizeit genießen. Geld haben mit 70? Ich sitze doch heute schon nur auf der Couch rum weil ich täglich 12 Stunden außer Haus und deshalb platt bin. Mit 70 bin ich wahrscheinlich froh, wenn ich überhaupt schmerzfrei aus dem Sessel komme. Soll ich dann etwa anfangen die Welt kennenzulernen? All das nachholen für das ich bislang keine Zeit hatte? Nö, was ich bis 70 nicht von der Welt gesehen habe, benötige ich dann auch nicht mehr. Ich möchte einfach nur meinen Lebensabend mit meiner Partnerin genießen. Ganz egal ob ein Urlaub auf den Malediven drin ist, oder nur ein romantischer Spaziergang über unsere heimischen Wiesen.
 
Das sind deutliche Worte, nur musst du eins berücksichtigen:

- deine Partnerin muss das mitmachen
- dass beide die gleiche Schiene fahren geht dann kaum oder ?
- und ganz wichtig: was wenn dir die Frau wegläuft ?

Also stell dir das nicht ganz so einfach vor 🙂

Ich stimme dir aber zu dass man eigentlich sein ganzes Vermögen irgendwo verbuddeln sollte, denn es kann nicht sein dass das mühsam erarbeitete Geld noch zu einem großen Teil vom Staat geschluckt wird, ich denke da z.B. auch an die Erbschaftssteuer wo schon Kinder das geerbte Haus verkaufen mussten weil so viel Steuer anfiel.

Insgesamt hast du mit deiner Theorie recht, und ich selber denke mir auch manchmal dass man doch eigentlich in jungen Jahren was sehen muss, was erleben muss. Deshalb ja wohl auch dieser Thread, weil der TE erkannt hat, dass man im Prinzip arbeitet und arbeitet, aber viel zu wenig vom Leben hat. So sehe ich das auch, dann habe ich mit etwas weniger Geld lieber mehr Zeit für mich und das was wirklich erfüllt im Leben, als dass mein Konto immer weiter anwächst und ich um 10 abends überlege wann ich es eigentlich ausgeben kann.

Übrigens: in meinem Bekanntenkreis arbeitet jemand als Vertriebler, ständig quer durch Deutschland auf Achse, immer unter Erfolgsdruck, den ganzen Tag nur am telefonieren - sogar Samstags wenn wir mal dort eingeladen waren immer wieder weg ans Telefon. Gestern erfuhr ich, dass er erstmal 4 Wochen in eine Klinik geht - BURN OUT !

Ist es das wert ?
 

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