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Wieder Sonntag Nacht und keine Lust auf die neue Arbeitswoche

  • Starter*in Starter*in Paulj
  • Datum Start Datum Start
Das ist ja auch Sinn der Sache Schlaf zu reduzieren um so zu leben wie es eigentlich sein sollte. Es geht ja nicht direkt um arbeiten wollen oder nicht wollen, nur so wie ich das sehe ist man fast nur noch am arbeiten, bzw. es nimmt so einen großen Teil ein, dass das Leben ansich fast schon auch stressig wird weil man in der wenigen Zeit dann noch möglichst viel unterbringen will.
 
...bzw. es nimmt so einen großen Teil ein, dass das Leben ansich fast schon auch stressig wird weil man in der wenigen Zeit dann noch möglichst viel unterbringen will.

Ja, leider, so ist das bei mir auch... Aber momentan sehe ich keinen naheliegenden Weg, um dies in absehbarer Zeit ändern zu können...

Dazu kommt dann noch die Verständnislosigkeit vieler Mitmenschen, denen man noch zusätzlich vorgaukeln muss, man würde für die Arbeit leben und Befriedigung daraus ziehen.
 
Ich denke das ist die moderne Zeit. Arbeiten, arbeiten, arbeiten. Höher, schneller, weiter. Wichtige und teils kostenlose Dinge im Leben rücken in den Hintergrund. Ich sehe keinen Sinn in der Arbeit wenn ich nicht durch sie auch die Möglichkeit habe mir mein Leben entsprechend zu gestalten.

Ein guter Freund von mir (Frau und Kind) ist Fililalleiter einer großen Einkaufskette, das heißt morgens um halb 5 aufstehen, abends nicht selten nach 8 nach Hause kommen inkl. Samstag. Er verdient 1000 EUR mehr als ich, sieht seine Tochter aber unter der Woche nur noch beim schlafen, und am Wochenende ist er teilweise so genervt weil dann logischerweise seine Familie was von ihm haben will, er aber total geschafft ist.

Und da stimmt was nicht, wenn man sich heutzutage ganz der Arbeit verschreiben muss um sich mit Kindern noch einen gewissen Lebensstandard zu halten. Denn trete ich kürzer um mehr Freizeit zu haben reicht sehr wahrscheinlich das Geld nicht mehr oder ich müsste mich anderweitig einschränken.
 
Er verdient 1000 EUR mehr als ich, sieht seine Tochter aber unter der Woche nur noch beim schlafen, und am Wochenende ist er teilweise so genervt weil dann logischerweise seine Familie was von ihm haben will, er aber total geschafft ist.

Ich muss zugeben, trotz des guten Verdienstes wäre so ein Leben der totale Alptraum für mich. Denn mir ist es sehr wichtig, Zeit für mich zu haben, und nicht alles meinem Arbeitgeber opfern zu müssen.

Vor einigen Jahren hatte ich mich versehentlich mal kurzzeitig in die Hände einer solch einnehmenden Firma begeben, und mir ging es innerhalb weniger Wochen so schlecht, dass ich ernsthaft krank geworden war. In dieser Firma (Typ: modernes Software-Unternehmen) wurde erwartet, dass man jeden Abend "Open End" arbeitete, um dann nach getaner Arbeit noch im firmeneigenen Café gemeinsam mit den Kollegen ein Bierchen zu trinken. Klar, dass man natürlich auch "freiwillig" seine Wochenenden und Feiertage opfern sollte.

Alle machten das so, und mir war es ein Rätsel, wann die Kollegen eigentlich noch einkauften, Wäsche wuschen oder ihre Familie zu Gesicht bekamen.

Ich fühlte mich dort jedenfalls wie in einem Gefängnis, und ich konnte damals glücklicherweise relativ rasch wieder aussteigen...
 
Im Prinzip muss das jeder selber wissen. Ich jedenfalls habe erkannt dass es mir nichts bringt. Ich würde müde, ausgelaugt, bekäme depressive Verstimmungen weil einfach nicht Ausgleich genug geschaffen wird.

Vielleicht sollte ein Wochenende auch einfach drei Tage haben. Wie gesagt, samstags bin ich wenn ich nicht arbeiten muss fast den ganzen Tag immer mit Haushalt, einkaufen etc. beschäftigt, so dass ich abends schon wieder müde bin. Und gerade dann ist ja oft mal was geplant weil es der einzige Tag ist an dem man ausgehen kann. Also schon wieder eine gewisse Zeitspanne wann man aus dem Haus geht.

Sonntags ist dann quasi der einzige Tag wo man auch tagsüber mal was machen kann, aber auch hier bin ich manchmal einfach nur müde und gammelig und habe fast schon keine Lust auf den "Stress" jetzt schon wieder da oder da hinzumüssen weil die Zeit knapp ist. Erholung bedeuten die Wochenenden somit für mich fast kaum...
 
Vielleicht sollte ein Wochenende auch einfach drei Tage haben.

Genau, sowas hatte ich ja mit meinem Versuch mit der 4-Tage-Woche auch vorgehabt. Vier Tage arbeiten, drei Tage frei, das wäre genau das Richtige für mich.

Derzeit löse ich das meistens so, dass ich (leider) am Samstag meine Haushaltspflichten ein wenig vernachlässige, und den Tag lieber für schöne Aktivitäten nutze (Ausflüge, Wandern, Ausstellung, an den See fahren, etc.).
 
ich kenne die Situation gut, außerhalb tätig zu sein. Das mag anfangs auch spaßig sein, neue Umgebung kennenlernen, vllt. in einer Großstadt, wenn man auf dem Dorfe wohnt,
aber irgendwann vermisst man die gewohnten vier Wände, die Familie und dazu die nervigen Zwischenfahrten:
Sonntag abends los, Freitag schnell auf oder in die Bahn.

und glückerlicherweise hatte ich in meiner Firma auf Jahre gesehen die Gelegenheit, verschiedenartige Jobs auszuüben.
Darunter einige, die mit erheblichen Überstunden und unendlichen persönlichen Einsatz verbunden waren, das es mich nicht wundert, das viele in vergleichbaren Situationen über Burn-out klagen.

Daher bin ich eigentlich froh, jetzt einen geruhsameren Bürojob zu haben

und aus der Konsequenz des Ablebens meines Vaters und die damit verbundene Frage, welche Dinge im Leben wichtig sind, da alles doch zu endlich ist,
habe ich meine finanzielle Situation durchleuchtet, meine tatsächlich erforderlichen Bedürfnisse festgestellt, folglich meine Arbeitszeit reduziert, um die gewonnene Zeit sinnbringend zu verbringen.

Ich weiß, nicht jeder hat diese Möglichkeiten, daher müsste ich mich hier Klagen zurückhalten😱
 
Stimmt, das Problem mit dem geringeren Einkommen muss natürlich gelöst werden.

Ich hätte versucht, die verbleibenden vier Arbeitstage möglichst lang zu arbeiten, um nicht 20% zu verlieren, sondern weniger (vielleicht 10%). Diese 10% hätte ich versucht an anderer Stelle einzusparen.
 
Ich freue mich an dieser Stelle über den klugen und so wichtigen Beitrag von Peter!
 

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