Hier können auch mal "Kinder" schreiben deren kindheit vordergründig "schön" war, die aber subtil gelitten haben..
Zitat von Rascas:
"Oft lastet auf dem ... Kind viel Druck.
Eltern lieben es wenn es so ist wie die Eltern es haben wollen.. alle Wünsche sind auf das Kind projeziert.
Und irgendwann , ... realisiert das Kind das es niemals echt war. Es selbst sein durfte.
Wenn du das und das machst haben wir dich lieb.. und das geht ganz subtil.."
Mir fällt dazu eine Geschichte ein. Das ist die Geschichte einer Mutter, die immer nett zu ihrem Kind war und die eines
Tages aus heiterem Himmel für immer von ihrem Kind verlassen wurde.
Diese Geschichte spielt am Tage der Konfirmation eines 14jährigen Mädchens. In der Kirche passiert dem Mädchen
ein Mißgeschick: Beim Knien vor dem Altar geht es zu tief runter. Es setzt sich mit dem Hintern auf die Füße, anstatt
aufrecht zu knien, wie alle anderen das machen. Es bemerkt seinen Fehler sofort und wäre vor Scham am liebsten im
Boden versunken. Es glaubt, sich vor der gesamten Gemeinde, der gesamten Verwandtschaft, ja vor Gott blamiert zu
haben.
Nach der Kirchenzeremonie wird das Mädchen von allen Verwandten und Bekannten mit Glückwünschen überhäuft.
Keiner verliert ein Wort über das Mißgeschick. Bis auf die Mutter. Die sagt zu ihrer Tochter: "Du hast einen sehr netten
Eindruck gemacht. Die andere neben dir nicht. Die war so ein bißchen komisch. Die ging zuerst so tief runter. Aber du
nicht. Du warst ganz toll!" Das Mädchen steht hilflos da, bringt kein Wort raus und läßt sich von seiner Mutter umarmen.
Viele Jahre später versucht das Mädchen mit seiner Mutter darüber zu reden. Es klärt seine Mutter darüber auf, daß
nicht das andere Mädchen das komische war, sondern sie selber. Daraufhin lacht die Mutter: "Das eigene Kind nicht
erkannt! Was es nicht alles gibt!" Ha,ha,ha!
Ein paar Jahre später verläßt das Kind seine Mutter. Bleibt hinzuzufügen,
daß es viele weitere, ähnliche Szenen gegeben hat. Diese Geschichte steht stellvertretend für die Mutter-Tochter-Beziehung. Ist das wirklich so unverständlich, daß man da den Kontakt abbricht?
Auch ich (so wie alle anderen Eltern wohl auch) liebe mein Kind über alles
Diese Eltern haben ihre Kinder nicht geliebt und lieben sie auch heute nicht. Was sie geliebt haben und lieben, ist die
Vorstellung, die sie von ihren Kindern haben. Und sie merken es noch nicht einmal, daß das gar nicht ihr Kind ist.