Hallo einfach frau, so einfach ist es leider in vielen Fällen nicht ... allein die Beibringung von Werten reicht nicht, dass Eltern voraussehen können, wie einmal der Umgang Eltern - Kinder sich gestaltet.
Gänseblümchen hat es gesagt, jede Geschichte ist eine eigene (wobei die von Gänseblümchen sehr extrem ist ... ), aber es gibt genügend Fälle, wo es nicht einfach Dinge beim Namen zu nennen reicht, da passieren schlimme Sachen innerhalb von Familien, die überhaupt nicht zur vorherigen Erziehung passen ... Wenn es doch so einfach wäre ...
Lg Eisherz
Wollte so ähnlich kommentieren,Eisherz,Du bist mir zuvor gekommen,DANKE!
Auch ich dachte ich hätte meine Tochter so erzogen,das sie die Werte einer Familie zu schätzen weiß.
Ich selbst komme aus einer Famiie,in der Gewalt kein Fremdwort war.
Mein Vater Alkoholiker und meine Mutter schwach,mein Vater hat mit 60 Jahren das trinken aufgehört,aber verbal hatte er es noch gut drauf.Trotzdem war ich bis zum Schluss für meine Eltern da.Ich habe meinen Vater 3 Jahre vor seinem Tod erst richtig kennengelernt,er erzählte,als er mit 16 Jahren in den Krieg musste und in Kriegsgefangenschaft war,Ich fing an,meinen Vater mit anderen Augen zu sehen.Meine Mutter hat auch schreckliches erlebt,sie wurde jahrelang von ihrem Stiefvater missbraucht.Therapie,wenn es das damals schon gab,kam nicht in Frage,denn man war ja nicht verrückt und nach aussen hinsollte ja alles intakt sein.
Ich habe mit 17 Jahren geheiratet um aus meinem Elternhaus zu entfliehen,mit 18 war ich Mutter.Heute sagt man,mit 18 ist man ein Kind,ich fühlte mich schon reif.Mein Mann war mit 26 Jahren Frührentner und verstarb mit 34 Jahren,mein Kind war 12 Jahre und ich hatte von Anfang an für den Lebensunterhalt aufkommen müssen,im Schichtdienst.Wenn ich morgens ging,lag mein Kind noch im Bett und wenn ich abends kam war sie schon im Bett.
Da mein Mann mir gegenüber auch gewaltätig war,war ich für jede Überstunde dankbar....nur nicht zu Hause sein.Zu unserem Kind war er gut,darum machte ich mir keine Gedanken.
Ich habe meinem Mann mehrmals den Tod gewünscht und als er starb fühlte ich mich schuldig.Ich kam mit seinem Tod nicht zurecht und merkte nicht,das mein Kind mich brauchte.Meiner Arbeit ging ich weiter nach,weiter mit Schichtdienst,vielleicht hätte ich Sozialhilfe in Anspruch nehmen sollen,aber das kam für mich nicht in Frage.
Als ich meiner Tochter in der Pubertät grenzen setzte,kamen Sprüche "wer weiß,warum dich Papa geschlagen hat,du bist ja auch ein Biest"oder "Du wärst besser gestorben als Papa."
Eine unglückliche Liebe und die Äusserungen meiner Tochter,stellte sich bei mir die Frage:warum lebe ich eigentlich noch und habe angefangen mir mehrmals die Arme aufzuschneiden,auch Tabletten habe ich genommen,3x Landeskrankenhaus und 5x Intensivstation,bis ich eine Therapie gemacht habe.
So,das ist die Zeit,die ich mir vorwerfe,mein Kind hätte mich gebraucht und ich war nicht da,noch nicht einmal für mich.
Mit meinem 2.Mann und als ich Oma wurde vor 16 Jahren,hat sich mein Leben geändert.Ich habe versucht,die Mutter und Oma zu sein,die,wie ich sie mir selbst vorgestellt hätte.
Meine Enkeltochter war sehr oft und gerne bei mir,aber jetzt,wo sie selbständiger ist und mein Kind keinen mehr zum aufpassen braucht,holt sie die Vergangenheit zurück und kommt mit Gemeinheiten.
Ich habe jahrelang unter Selbstzweifel gelitten,mein Vater und mein 1.Mann haben mir immer vermittelt,ich sei nichts Wert und nun mein Kind?Als der Kontakt noch bestand und ich was erzählte,kam immer der Spruch:"Mama,du nervst",da kann ich drauf verzichten.
Ich komme aus einem sozialen Beruf und kenne auch die Bücher von Alice Miller u.a.,aber Erziehung geht nicht nach Lehrbüchern,vielleicht kann man sich Anregungen holen,aber nicht so,das wäre zu einfach!!!
Noch ein Spruch:
Ein Kind nach den Anleitungen eines Buches zu erziehen,
ist gut,
nur braucht man für jedes Kind ein anderes Buch.
Zitat:unbekannt