Von Fritzie:
@Dr. Rock, was du als verbindendes soziales Element beschreibst: lustig, zu ähnlichen Schlußfolgerungen bin ich auch gekommen, hab aber in den letzten Tagen mit jemandem korrespondiert (weiß nicht, ob er einverstanden wäre, wenn ich ihn hier zitiere) der mir erläutert hat, daß es nicht ausreichend ist, sich als soziale Gemeinschaft auf den gemeinsamen Kochtopf oder die Vorliebe für Rassekaninchen zu einigen - die sind anfällig, weil diese Art von gemeinsamen Interessen veränderbar sind. Erst die übergeordnete Instanz - hier also Gott - als Autorität, die von allen anerkannt wird - bilde das verbindende und dauerhafte Glied (hoffentlich hab ich das richtig verstanden und wiedergegeben).
Huch, war das zufällig jemand von hier, mit dem du korrespondiert hast? Kommt mir so bekannt vor...😛
DieFaktoren, die unsere Entwicklung beeinflussten, wurden sowieso immer verändert, sei es durch klimatische Bedingungen, dem Einfluss anderer Gruppen oder weiß der Kuckuck was. Gerade eben DURCH ständige Veränderungen wurden unsere Vorfahren immer aufs Neue „herausgefordert“ und zur Anpassung gezwungen. Ohne Veränderungen wären wir wohl nicht so weit gekommen und wohl ehr irgendwo stehen geblieben. Oder sogar schon ausgestorben.
Und mein kleiner Einwand an deinen „Korrespondenz-Partner“ lautet ganz einfach, dass in Frühzeiten erst Recht kein einheitliches Bild eines Gottes bzw. der Götter existierte, du weißt ja, Polytheismus...jeder hat einen anderen Gott angejault, es soll sogar eigene Hausgötter gegeben haben und so einen Unsinn. „Götter“ waren also kein verbindendes Element, sondern ehr etwas, weswegen man sich die Köpfe einschlug...ist ja heute noch oft so. Religionen führen zu Missgunst und spalten die Menschheit, da beisst die Maus keinen Faden ab.
Wobei...kurzer Einschub...ich mir vorstellen kann dass einige Zeitgenossen auch heute noch an ihren eigenen privaten Hausgott glauben... 😀
Was das Beten angeht, ich hatte zuvor mal kurz geschrieben, dass man es eigentlich auch mit „Autosuggestion“ oder „Affirmation“ gleichsetzen könnte, nicht, um zwanghaft das Wort „Gebet“ zu vermeiden, sonder einfach nur um darauf hinzuweisen dass wir auch im Alltag durchaus so eine „Praxis“ anwenden (sofern erforderlich), um uns auf etwas zu besinnen oder uns klar zu machen, etc...und es daher nix mit einem Dialog mit einem höheren Wesen zu tun hat.
Von Mike:
Sag ich ja. Entweder ich glaube - oder nicht. Wenn ich ernsthaft in diesen Zwiespalt käme: Ich bete, weil es Gott geben könnte - dann würde ich bei mir eine Krankheit vermuten.
Deswegen hatte ich mal von „Verfolgungswahn“ geschrieben.
Außerdem ist das nichts weiter als Heuchelei. (die wir überall sehen können ) Und wenn man dann "Gott" auch noch als allwissend und allmächtig bezeicnet - dann muß einem eigentlich auch klar sein, daß allwissend auch heißt: Freund, ich durchschaue Deine Heuchelei.
Ist bestimmt nicht einfach, in so einem Zwiespalt zu leben, den man selbst nicht merkt. „Es könnte einen Gott geben, wenn ja, dann muss ich mich auch dementsprechend moralisch verhalten, in der Hoffnung, dass Gott denkt, ich würde es aus freien Stücken tun...“ 😕
Mich erinnert das Ganze irgendwie ein wenig an die bescheuerte Pascalsche Wette a la: „Es kann nicht schaden, an Gott zu glauben, denn wenn es ihn gibt und du glaubst nicht, bist du am A****, wenn es ihn aber nicht gibt, du aber geglaubt hast, hast du ja nix verloren.“
Was nix weiter ist als eine unverschämte Höllendrohung...und eine Lüge, denn selbstverständlich verliere ich etwas, wenn ich an Gott glaube und es gibt ihn nicht, Zeit, meine Integrität und vielleicht sogar Geld, je nach Art des Götzenkultes...
So, mir reicht das jetzt, ich muss nachher noch packen...viel Spaß noch! 🙂