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Gott bitten?

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Angelo meinte:
Für mich gilt:
Man kann an Gott glauben ohne wirklich zu wissen ob er existiert.
Weil ich ein Mensch bin, der einer Heilsbotschaft bedarf, die Kraft und Mut gibt, schon im hier und jetzt zu bestehen. Es ist die Hoffnung, dass es Gott gibt, dass es Jesus gegeben hat mit seiner Heilsbotschaft, die mich diese Welt, die tagtäglichen Belastungen immer wieder ertragen lässt, weil es diese eine christliche Hoffnung gibt.

Ich brauche die Hoffnung, das es ein Weiterleben nach dem Tod gibt, die Halt und Kraft gibt, die Tatsache des Todes von lieben Menschen, die Tatsache des eigenen Todes irgendwann anzunehmen, weil ich weiß, dass es eine grundgütige Kraft - ich als Christ sage Gott/Jesus - gibt, deren Liebe stärker ist als der Tod.
Ja, ich möchte aber etwas modifizieren:

Das Wort "brauche" klingt mir zu sehr nach Abhängigkeit. Ich würde eher sagen: ich entscheide mich für die Hoffnung, weil sie die einzig tragfähige Grundlage meines Lebens (auch über den Tod hinaus) ist. Hinzu kommt, dass mich meine Vernunft geradezu zur Annahme dieser Hoffnung (heraus)fordert.

Ich formuliere es mal noch volkstümlicher: der Mensch ist dazu erschaffen, ein Optimist (Hoffender) zu sein.
 

Hallo EuFrank,

schau mal hier: Gott bitten?. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo fritzie!

Ist nicht OT, finde ich, gehört ja zum Thema, ob Beten Sinn macht - und es macht Sinn, wenn ich davon ausgehe, daß es eine göttliche Macht gibt, so wie es auch Sinn macht, wenn ich nicht an Gott glaube.

Meine Antwort bezieht EuFranks Antwort an mich mit ein - seine Bemerkung, daß ich mir meine Frage schon selbst beantwortet habe. Der Meinung bin ich nicht, weil:

es ist schon ein Unterschied, ob ich sage, daß ich moralische Werte erkenne, auch anerkenne und zwar weil ich sie für gut, sozialverträglich und richtig empfinde als Ergebnis meiner Überlegungen dazu, oder ob ich sage: ich glaube an eine göttliche Macht, und deswegen müssen deren moralischen Werte richtig sein.

Ne, drückt's noch nicht so ganz aus, was ich meine... noch ein Versuch: wenn ich sage, es ist BESSER wenn es Gott gibt, nach dessen Geboten wir Menschen uns richten können, dann heißt das noch nicht, daß ich auch an ihn glaube. Jepp. Das hat mir in den Jahren meiner Auseinandersetzung mit Gott so zu schaffen gemacht. Ich konnte nicht mehr an eine Wesenheit namens Gott und ein Leben nach dem Tod bei ihm, auch nicht an die Liebe dieses Gottes für uns Menschen usw. glauben. Ob ich dagegen die Notwendigkeit von Religionen und deren Ansprüche an uns Menschen für gut heiße oder nicht (da ändert sich meine Sichtweise derzeit oder richtiger: ist ins Wanken geraten, weil ich in den letzten Jahren der Auffassung war, daß Religionen mehr Schaden anrichten als nutzen - wäre aber ein anderes Thema) steht auf einem anderen Blatt.

Mist, schon wieder so verschwurbelt... also wenn ich an einen Gott GLAUBE, dann kann ich das, was er ist, ja nicht einfach nach Gusto meinen Bedürfnissen, dem Zeitgeist oder der Emanzipation der Frau zuliebe einfach anpassen - wenn es Gott gibt, dann IST der und würde uns was husten, wenn wir sagen: "Ey Gott, nu emanzipier dich mal, du bist nicht mehr zeitgemäß!"

Wenn ich aber sage: So schlecht ist es vielleicht gar nicht, wenn man sozusagen als Gedankenstütze einen Gott als vorhanden voraussetzt - dann hat das mit GLAUBEN an ihn weniger zu tun, und meine "Gebete" haben lediglich die (zweifellos auch wirksame) Qualität von - ja was? Placebo nennen's die einen, Kraft der eigenen Gedanken nenne ich's - wie auch immer.

Ich muss doch noch mal auf einen wichtigen Gedanken hinweisen, den ich schon öfters gebracht habe:

Ich betreibe nicht Moral, weil es ein Gott will (fremdbestimmte Unterwerfung unter eine Autorität = schlecht, im Prinzip unmoralisch; man kann niemanden dazu zwingen, ein guter Mensch zu sein. Moral muss aus einer inneren Freiheit und Zustimmung kommen, nicht durch Zwang).

Erst muss die Moral sein (autonom und selbstbestimmt in freier Entscheidung ohne Zwang) und auf der Basis dieser MoralPraxis sollte man zur Religion (ein sinnvoller Bonus sozusagen 🙂) fortschreiten. Man muss es nicht, aber ein ReligionsVerzicht ist eine missliche Sache.

Noch anders ausgedrückt: Moralische Handlungen verpflichten mich nicht dadurch, dass sie Gebote Gottes sind. Es ist umgekehrt: Es sind göttliche Gebote, weil ich innerlich (aus meiner freien autonomen Entscheidung heraus) zu ihnen innerlich verpflichtet bin.


Meine übliche Kurzfassung dazu:
Gut: Moral -> Religion
Schlecht: Religion -> Moral
(<- diese Form von Religion wird zurecht von vielen in diesem Forum angegriffen, weil sie auf Unterwerfung unter eine fremde Autorität beruht (Heteronomie))
 
Zitat:

Es gibt ihn nicht, es ist nicht bewiesen - gleichzeitig wird aber angenommen dass es ihn gibt, auch in einer Art Person - den man bitten kann - also bittet man eine Nichts um etwas und gibt einem Nichts Respekt - behandelt das Nichts wie etwas gegebenes reales und substanzielles und ......

dabei kann man nur ver-rückt werden!

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Sag ich ja. Entweder ich glaube - oder nicht. Wenn ich ernsthaft in diesen Zwiespalt käme: Ich bete, weil es Gott geben könnte - dann würde ich bei mir eine Krankheit vermuten.
Außerdem ist das nichts weiter als Heuchelei. ( die wir überall sehen können ) Und wenn man dann "Gott" auch noch als allwissend und allmächtig bezeicnet - dann muß einem eigentlich auch klar sein, daß allwissend auch heißt: Freund, ich durchschaue Deine Heuchelei.
 
Hallo EuFrank, deine Auffassung

Gut: Moral -> Religion
Schlecht: Religion -> Moral
(<- diese Form von Religion wird zurecht von vielen in diesem Forum angegriffen, weil sie auf Unterwerfung unter eine fremde Autorität beruht (Heteronomie))

habe ich schon beim ersten Mal gelesen und verstanden. Und ich teile sie nicht.

Du gehst von der positiven Annahme aus, daß Religion eine "positive" Größe ist. Ist sie aber nicht für alle, andernfalls würden wir ja nicht so konträr diskutieren. Wenn ich davon überzeugt wäre, daß der Weg hin zu Gott / Religion für alle der richtige Weg wäre, würde ich vielleicht ähnlich diskutieren wie du und versuchen, andere von der Richtigkeit dieses Weges zu überzeugen.

Ich kann davon aber schon alleine deshalb nicht überzeugt sein, weil gerade solche Überzeugungen zu oft schon zu Konflikten (wie hier im Kleinen) bis hin zu Blutvergießen und Völkermord im Großen geführt haben. Das widerspricht der angeblichen Grundaussage der christlichen Lehre, die ja eine Lehre der Liebe sein soll - und letzten Endes heißt das für mich: eine Religion kann nur so gut sein, wie die Menschen, die sie leben. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen oder so (weiß jetzt das korrekte Zitat nicht).
 


Ich betreibe nicht Moral, weil es ein Gott will (fremdbestimmte Unterwerfung unter eine Autorität = schlecht, im Prinzip
Erst muss die Moral sein (autonom und selbstbestimmt in freier Entscheidung ohne Zwang) und auf der Basis dieser MoralPraxis sollte man zur Religion (ein sinnvoller Bonus sozusagen 🙂) fortschreiten. Man muss es nicht, aber ein ReligionsVerzicht ist eine missliche Sache.


Genau hier liegt meiner Meinung nach der Hase im Pfeffer.
" Auf der Basis dieser Moralpraxis SOLLTE MAN zur Religion fortschreiten."
Wenn du das für dich so lebst, völlig ok.
Aber hier einen kategorischen Imperativ im Kant'schen Sinne aufstellen zu wollen, ist das was ich ( und vermutlich nicht nur ich) als anmaßend ansehe.
Und daß jemand, der in dieser Weise hier auftritt, heftigster Kritik ausgesetzt ist, ist denn auch nichts weiter als logisch.
Zumal die vielbeschworene Logik des TE auf wackligen Füßen steht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich sage auch ganz klar "ich brauche" das feste sichere Gefühl, daß es Gott und Jesus gibt, daß meine Verstorbenen immer bei mir sind, daß ich sie wiedersehe, daß ich Gott danken kann für jeden geschafften Tag, für alles eigentlich, das mir Gutes passiert.
Ich sage auch oft "bitte bitte bitte hilf mir, oder meiner Mutter, oder wem auch immer gerade..
Auch das brauche ich.

Ich rede viel mit Gott und Jesus, bekomme all meine Antworten von ihnen für mein Leben, um es weiterzuleben.
Man könnte auch sagen, ich setze mich lediglich mit mir auseinander, aber so empfinde ich es nicht. Ich habe nicht das Gefühl, daß ich mir meine Antworten selber gebe.
Mir ist es egal, ob andere glauben oder nicht, ich finde es nur häßlich, den Glauben, der für mich und andere wichtig ist, zu verhöhnen oder ins Lächerliche zu ziehen.
Ich gehe auch nicht hausieren damit, und im RL erlebe ich Gott sei Dank 🙂)) solche Diskussionen garnicht.

Mein Bruder ist Atheist, mein Vater hat alle Pfaffen (wie er sie nannte) gehaßt, meine Mutter steht hinter der katholischen Kirche, ich glaube, aber ohne Kirchengemeinde und Bibel..
Aber keiner von uns würde je den anderen wegen seiner Einstellung anfeinden,
hier in diesem Forum bekommen manche ziemlich häßliche Gesichter in den Glaubensthreads für mich durch ihre Intoleranz
 
Hallo fritzie!

eine Religion kann nur so gut sein, wie die Menschen, die sie leben. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen oder so (weiß jetzt das korrekte Zitat nicht).
Dazu nur eine kurze Anmerkung:

Ich beurteile Menschen nach ihrem Guten Willen, ihrer inneren Gesinnung und nicht danach, was dabei heraus kommt. Es genügt mir in religiösen und moralischen Fragen, wenn sich ein Mensch mit aller seiner Kraft engagiert, seinen Guten Willen umzusetzen, egal was dabei herauskommt.

Auf den Ertrag (was "hinten" rauskommt) schaue ich dagegen in "weltlichen" Dingen. Wenn ich mein Auto zB in die Werkstatt gebe, erwarte ich eine solide Arbeit und nicht nur maximales Bemühen der Mechaniker etc...
 
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