Hallo Sigi!
Dazu würde ich auch gerne etwas sagen.
Ich persönlich leite Religiosität nicht von einer Schrift ab, sondern von der Vernunft. Die Menschen in vorchristlicher Zeit mußten auch ohne die Bibel auskommen.
Aber ich möchte dennoch allen, die die Bibel verehren, entgegenkommen. Im Lichte der Vernunft gelesen und von der Vernunft her interpretiert, ist die Bibel in ihrer Grundaussage voll OK. Die Bibel thematisiert ja im Grunde hauptsächlich den Gedanken der guten Verbundenheit zwischen Gott und Mensch. Und das ist in Ordnung. Ganz zu schweigen von dem hohen kulturellen Wert der Bibel. Die Sprache der Bibel, ihre Bilder, Analogien, Erklärungsmuster, Beispiele etc. sind in ihrer Fülle schon herausragend. Welcher Roman kommt da schon ran? Und welches Sachbuch aus den Bereichen Philosophie, Soziologie und Psychologie? Mir fallen spontan nur sehr wenige Konkurrenten ein. Dieselben entbehren aber der quantitativen Fülle der Bibel.
Meine Bibelauslegung hat sich also meiner Vernunft zu unterwerfen. Ich erkenne nur die Gedanken der Bibel an, die den Filter meiner Vernunft passiert haben. Und das sind sehr viele Inhalte der Bibel.
Was man nicht machen darf: seine eigene Vernunft einer anderen Schrift oder anderen Denkern zu unterwerfen. Dieses missliche Verhalten nehme ich im wesentlichen bei US-amerikanischen BibelFundamentalisten wahr, die buchstabengetreu alles wörtlich verstehen wollen etc.