Hallo Jun - danke für Deinen Post *wink*
ich hab mich etwas eingelesen und bekomme das Gefühl, dass Du auf der Stelle herum trittst. Deine "Beziehung" zu deinem Kollegen hat Dir gezeigt, was Du möchtest, was Du vermisst, was in deinem Leben auch ausgelebt werden möchte. Sind wir uns soweit einig? Du weißt welcher Teil in Dir entdeckt und ausgelebt werden möchte. Mit deinem Kollegen war das plötzlich möglich. Es kommt mir vor, als wäre dieser Teil aus der Wüste heraus in eine kleine Oase gekommen. Ich habe den Eindruck, dass Du selbst keine Chance siehst, ihn in deiner jetzigen Beziehung (Wüste?) auszuleben. Gleichzeit sehnst Du dich nach der "Oase" (deinem Kollegen) und übersiehst, dass es Dir darum geht vollständig zu leben?
Die bildliche Darstellung mit Wüste und Oase ist sehr passend gewählt
😉 Und ja, ich trete definitiv auf der Stelle
🙁 Aber das Problem ist auch, ich weiß nicht bewusst, was es ist, das ich vermisse
😕 Der Kollege hat auf jeden Fall etwas in mir wachgerüttelt, aber ich kann es nicht genau definieren. Der Sex war Leidenschaftlich, mit ihm fühlte ich mich lebendig, aber ist das nicht normal, dass alles was neu ist sich aufregend und lebendig anfühlt? Objektiv würde das sexuelle sicherlich auch mit der Zeit einschlafen, wie bei meinem Mann. Und wenn es nur das sexuelle wär, dann würde mich das doch nicht so beschäftigen?!?
Was passiert, wenn Du dich bewusst aus beiden Beziehungen heraus nimmst. Was möchtest Du noch entdecken und ausleben, wenn Du dich bewusst auf dich besinnst und zurück ziehst? Sei ehrlich zu Dir selbst, auch wenn Du Angst hast. Findest Du mit deinem Mann, in deinen Freundschaften Raum für deine gesamte Persönlichkeit? Wenn Du das weißt, dann kannst Du deinen Mann einladen. Ich möchte .. . Ich wünsche mir .. . Ich will ausprobieren .. . Ich möchte mit dir erfahren ... . Und ich möchte wissen, was Du vom Leben erwartest, dir vorstellen kannst, ausleben möchtest. Gehen wir zusammen?
Ich habe mich und meine Persönlichkeit immer mehr zurückgenommen, als das ich sie entfaltet habe, von daher fällt mir Selbstreflektion schwer. Ich bin ein Harmoniemensch und mache es gerne allen Recht. Das führt oft dazu, dass ich, auch wenn mich etwas ärgert/kränkt, den ersten Schritt mache. Mir ist wichtig, was andere von mir denken, obwohl es das nicht sollte. Ich habe erst spät gelernt auch mal nein zu sagen. Von meinen Eltern habe ich nie die Anerkennung bekommen, die ich mir erhofft habe und habe noch bis Mitte 20 immer um ihre Gunst/Anerkennung gebuhlt. Ich hatte vor kurzen mal ein Gespräch mit einer Psychologin, sie meinte aus meinen Schilderungen Verlustangst herauszuhören?!
Ich habe das Gefühl, als müsste ich mit Anfang 30 ersteinmal mich selbst finden. Derzeit bin ich schon dabei Dinge zu tun, die ich schon immer machen wollte, aber dennoch ist danach dieses Gefühl der Leere in mir.
Und zu meinem Mann und meinen Freunden kann ich sagen, dass es oft vorkommt, dass ich mich in ihrer Gegenwart als austauschbar/unwichtig empfinde. In meinem engen Freundeskreis haben alle studiert. Ich merke, wenn bestimmte Themen angesprochen werden, dass ich mich zurückziehe, weil ich eh nicht mitreden kann bzw. in der Gruppe meine Worte kein Gehör finden. So gesehen ist der Raum zur Entfaltung meiner Persönlichkeit bei meinem Mann sowie bei meinen Freunden nicht wirklich gegeben, oder ich habe nur zu viel Angst es zuzulassen.
Ich denke dein Kollege ist nur der Aufhänger. Viel wichtiger ist, was es über dich selbst aussagt. Was hat er berührt und wie gehst Du damit jetzt um. Da war es wieder "Verantwortung für sich selbst" 😉
Ich gebe Dir Recht, dass der Kollege nur der Aufhänger war. Jedoch möchte ich den Staub, den er aufgewühlt hat, nicht einfach wieder zur Ruhe kommen lassen, ich möchte etwas ändern! Nur fehlt mir bisher ein Lösungsansatz...