Also dein Freund hat ein Haus vom Vater geerbt in fragwürdigem Zustand ohne Heizungen sowie Geldvermögen
Er wohnt im Haus seiner Mutter, das er ggf. ebenfalls erbt.
Er verbraucht das Geldvermögen und hat sonst kein Einkommen, da er aufgrund negativer Erfahrungen nicht mehr arbeiten möchte. Seine Mutter erzielt nur ein geringes Einkommen. Die Mutter wird vermutlich nicht in der Lage sein, ihr Haus von ihrem geringen Einkommen zu unterhalten und Rücklagen für notwendige Reparaturen zu bilden. Dach, Leitungen, Heizungsreparatiren oder -erneuerungen sind teuer. Ohne Investitionen verliert das Haus an Wert. Oder Dein Freund finanziert das und zehrt damit sein Vermögen weiter auf.
Wenn Teile des Hauses vernachlässigt werden, verkommt das Haus und verliert weiter an Wert.
Dazu kommt, daß das Haus der Mutter im Fall der Pflegebedürftigkeit als Vermögen ggf. einzusetzen ist bevor staatliche Leistungen in Anspruch genommen werden. Auch das Vermögen des Sohnes ist in diesem Fall nicht umfassend geschützt, da meines Wissens nach zwar die Einkommensgrenzen unterhaltspflichtiger Kinder hinaufgesetzt wurden, aber Vermögen oberhalb bestimmter Grenzen herangezogen werden kann für den Elternunterhalt.
Was ist mit dem Haus Deines Freundes, daß er vom Vater geerbt hat? Wie wird Das unterhalten? Ist es vermietet?
Trägt es sich bzw. wird Gewinn erzielt? Bietet es sich als Sanierungsobjekt an? Kümmert Dein Freund sich darum, daß es unterhalten und saniert wird? Z.B. Heizungen eingebaut werden? Daß das Haus eine Wertsteigerung erfährt und damit höhere Mieten und einen besseren Verkaufserlös erzielt? Oder zu Eurem Traumhaus wird, in dem Ihr gut miteinander leben könnt?
Oder ist er ein Mann, der Zeit hat und trotzdem in der Hinsicht nichts unternimmt?
Wenn es tatsächlich so ist, daß er das Vermögen monatlich verbraucht, kein Einkommen erwirtschaftet und auch nichts aktiv zur Sanierung unternimmt, sondern sein Leben vorüberziehen läßt und blauäugig hofft, daß das Geld irgendwie reicht, ohne echten Plan, damn fände ich das sehe bedenklich. Du hörst Dich auch nicht so an, als ob Du Haussanierung, Vermögensverwaltung etc. für Euch alle nebenbei zu Deiner Volzeitberufstätigkeit stemmen möchtest.
Und ja, wenn das Vermögen verbraucht ist und Dein Ehemann nicht berufstätig ist, dann ist es an Dir, Euren Lebensunterhalt sicherzustellen. Das wäre dann die typische Hausfrauenehe nur mit vertauschten Rollen. Er kümmert sich um Haushalt. Du um Einkommenserzielung.
Das zu den finanziellen Aspekten.
Ich würde mich vielmehr fragen, kann ich auf Dauer mit einem passiven Partner leben? Kann ich jemanden achten, der blauäugig und faul sein Vermögen verbraucht? Der offenbar nicht bereit ist, sich einzusetzen und Verantwortung für sein Leben zu übernehmen
Auch die Situation im Haus der Mutter wäre ein No-Go für mich. Wenn er akzeptiert, daß Teile des Hauses verkommen, weil die Reinigung und Unterhaltung dieser Räume nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fallen, dann sagt das für mich viel. Bevor er aktiv wird, scheint er sich mit Unzulänglichkeiten und auch unhygienischen Zuständen abzufinden
Das ist doch nicht ernsthaft eine Option, in diese Lebensumstände dauerhaft einzuziehen, oder?
Für den Übergang, bis das andere Haus saniert ist oder dein Freund Arbeit hat oder Du Miete sparen willst mag das gehen
Aber als langfristige Perspektive?
Wenn Dein Freund Dich so sehr liebt wie Du ihn, dann mach ihm klar, daß Du gerne mit ihm zusammenzieht. Aber nicht in Muttis Haus. Nicht unter diesen Umständen. Davon kann ich nur abraten.
Sondern daß Du erwartest, daß auch er aktiv seinen Part dazu beiträgt, daß ihr langfristig ein gutes Leben in einem schönen Zuhause habt.
Wenn Ihr beide an einem Strang zieht und Euch beide aktiv für Eure gemeinsame Zukunft einsetzt, ist die Ausgangslage gar nicht soooo schlecht. Wenn er jedoch weiterhin passiv bleibt, wirst Du Dich damit auseinandersetzen müssen, daß Du in der Beziehung langfristig die Versorgerrolle übernehmen mußt und vermutlich auch aufgrund seiner Bequemlichkeit den Großteil der Alltagangelegenheiten organisieren mußt. Das kann man machen. Für mich persönlich käme das jedoch nicht in Frage.
Ich würde es schon nicht mögen, wenn sich jemand auf den Leistungen der Vorgeneration ausruht anstatt selbst kraftvoll ins eigenen Leben zu finden.
In deiner aktuellen Situation würde ich kläre Rahmenbedingungen für eine Beziehung und ggf. Zusammenziehen formulieren und schauen, ob seine Liebe groß genug ist, seine Passivität zu überwinden und aktiv zur Verbesserung beizutragen.