Zu Soundso:
In Verbindung mit seinem Vorsatz hat Gott vorherbestimmt, er kann es und er tut es, wenn es ihm recht erscheint, aber er tut es nicht allgemein. So gebe ich dir teilweise recht, aus meinem Verständnis der Dinge. Aber das sind ja alles Themen, die hier nicht reingehören und die wir eigentlich privat besprechen müssten/sollten/könnten. ?
Was die Blutfrage betrifft, hast du dir ja reichlich Mühe gemacht.
Soviel ich weiß, haben die Zeugen hier auch wieder ein paar Argumente, die ihre Ansicht stützen. Das Blutverbot war ja schon gegeben worden, bevor die ganzen jüdischen Gesetze in Kraft traten, also schon als nach der biblischen Sintflut eine neue Welt begann und noch kein Volk Israel gegründet war und kein Gesetz. Aber ich kann nicht alles wissen, darum der Hinweis, auf die Zeugen selbst. Mich besucht nebenbeigesagt auch keiner 😉, da haben wir ja was gemeinsames.
Ach, da fällt mir ein, man sagt, dass gemäß einem Text in 1.Mo. 9:4 das Blut für das Leben steht und dass hinter dem Gebot somit ein sittliches Gebot des Respekts steht und nicht nur eine Ernährungsvorschrift der Israeliten, darum wurde es zu Beginn der neuen Menschheitsgeschichte gegeben (Noah) und nicht erst mit den vielen Geboten des spätern Gesetzesbundes. Aber auch das ist wohl ein Thema, was diesen Thread überfordert.
Zu Deiner Aussage:
"man sagt, dass gemäß einem Text in 1.Mo. 9:4 das Blut für das Leben steht und dass hinter dem Gebot somit ein sittliches Gebot des Respekts steht"
Ich hatte das aber auch so erklärt, als ich u.a. schrieb:
"...vielmehr sollte die Heiligkeit des Lebens und Achtung vor dem Leben beachtet werden, die mit dem Blut in Verbindung steht."
Genau das war ja -wie ich auch geschrieben hatte - bei den heidnischen Völkern um Israel
nicht gegeben. Du hast 1.Mo 9,4 genannt:
"Nur Fleisch, das noch seine Seele (oder: Lebenskraft), nämlich sein Blut, in sich hat, dürft ihr nicht essen."
Daß Seele dabei nicht die Bedeutung von Geist hat (also nach dem Tod des Körpers lebendig bleibt), sondern die Einheit zwischen Körper und Geist, also das lebendige Wesen/Person darstellt, das ist ja einige Beiträge vorher schon besprochen und erklärt worden (vor allem für die anderen, die das jetzt lesen).
Wie Du siehst, deckt sich die Aussage aus 1.Mo 9,4 mit dem bereits von mir erwähnten.
Du schreibst wie erwähnt:
"man sagt, dass gemäß einem Text in 1.Mo. 9:4 das Blut für das Leben steht und dass hinter dem Gebot somit ein sittliches Gebot des Respekts steht"
Ein Gebot des Respekts vor dem Leben also! Das ist korrekt!
Wenn Blut Leben darstellt (und wir Respekt/Achtung vor dem Leben haben sollen), weshalb soll es dann verboten sein, mit einer Bluttransfusion Leben zu retten, bzw. alles dafür zu tun, daß dies geschieht?????
Zeugt es nicht vielmehr von
fehlendem Respekt vor dem Leben, wenn dies nicht geschieht? Ich sage nicht: Fehlendem Respekt des einzelnen Zeugen, sondern fehlendem Respekt der (offenbar irreführenden) Argumentation der Zeugen(-führung), die von anderen leichtgläubig übernommen wurde, und vor deren Missachtung sie sich nun
offenbar unbegründet fürchten.
Wir wissen schließlich, daß Gott es uns
nicht verboten hat, die uns zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, wenn sie nicht anderes Leben dafür aufs Spiel setzen oder missachten.
Soweit ich weiß haben die Zeugen
keine weiteren Argumente. Das dürfte auch schwer fallen, weil sich alles in das Gebot integriert:
"Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
Würden sie sagen es sei trotzdem gültig, dann würden sie behaupten, daß Jesus (und damit Gott, der ihm alles zu Reden aufgetragen hat) ein Lügner sei. Denn dieser hat dies verkündigt.
Wenn Gebote Noah gegeben wurden, dann sind sie in der Bibel zu finden. Alles was dort steht, wird aber (wie erwähnt) im Gebot der Nächstenliebe zusammengefasst. Das gilt für alles, was Gott an Geboten gab. Ob zu Mose, zu Noah oder irgendwem sonst.
Es ist klar von Jesus selbst als eines der beiden höchsten Gebote definiert (Mt 22,35-40) und auch klar so definiert, daß alles darin zusammenläuft (Mt 7,12). Wie gesagt ist auch das Gebot Gott zu lieben mit diesem Gebot erfüllt. Denn wer den Nächsten liebt, der liebt Gott, denn er ehrt ihn und erfüllt seinen Willen, behandelt Gott liebevoll.
"Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
(Galater 5,14)
"Seid niemand irgend etwas schuldig, als nur einander zu lieben! Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt.
Denn das: »Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren«, und wenn es ein anderes Gebot <gibt>, ist in diesem Wort zusammengefaßt: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.«
Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Die Erfüllung des Gesetzes ist also die Liebe."
(Römer 13,8-10)
Stützen die Zeugen sich auf ausserbiblische Argumente, so handelt es sich nicht um biblische Argumente (logisch) und sind deshalb für Christen ungültig und wertlos.
Wir sollten das aber hier argumentieren, denn es gehört ja explizit in die Kategorie "Zeugen Jehovas". Wenn sie Argumente hätten (die gegen die genannten bestehen können) dann wäre es angebracht, die auch vorzutragen. Ansonsten muß ich annehmen, daß sie keine haben. Bitte erwecke auch Du nicht den Anschein sie hätten welche, wenn Du sie nicht vortragen kannst oder willst. Dann sage lieber: "Mir sind keine bekannt, die dagegen bestehen können."
Du schreibst: "In Verbindung mit seinem Vorsatz hat Gott vorherbestimmt, er kann es und er tut es, wenn es ihm recht erscheint, aber er tut es nicht allgemein."
Das müsstest Du aber besser auch mal hier aus der Bibel begründen, wenn Du die Behauptung hier aufstellst. Ansonsten führt das naturgemäß beim Leser zu Irritationen. Er weiß ja gar nicht, ob es nun stimmt oder nicht.
Ansonsten habe ich aber gar nichts dagegen, daß wir uns mal privat unterhalten. Gerne. 🙂 Nur wie gesagt: Behauptungen die hier aufgestellt werden, müssten bitte auch hier begründet werden.
Noch etwas: Du hattest ja meine Anfrage, ob Du Zeuge bist, nicht verneint....wollte ich nur nochmal erwähnen....deshalb bist Du für mich persönlich auch Zeuge. Aber ich habe nichts gegen Zeugen (wie Du vielleicht schon gemerkt hast) denn sonst hätte ich auch was gegen (andersdenkende) Menschen. Was mich immer beeindruckt ist, wenn Menschen sich gut in der Bibel auskennen und auch danach handeln. Wer mich nach der Bibel überzeugen kann, hat klar gewonnen.
Leider musste ich feststellen, daß die Zeugen doch manchen Irrtümern aufgesessen sind. Ich nennen mal welche, die mir offensichtlich erscheinen: Name Gottes, Ewige Strafe (nach den Zeugen ja nicht, womit sie nicht Gott glauben, sondern Charles Taze Russel, ihrem Mitbegründer); Irrlehre zur Blutübertragung; falsche Prophetien; etc..
Es wäre für einen aufrichtigen Zeugen an der Zeit, solche Lehren entweder klar als korrekt nachzuweisen (eben auch bei solchen, die sich zur Abwechslung mal etwas in der Bibel auskennen), oder sie sich selbst als Irrlehre, der man (oftmals aus Unwissenheit!) nachgefolgt ist, einzugestehen. Gott ist barmherzig mit jedem, der aus Unwissenheit gehandelt hat!
Gott ist Wahrheit. Und wer Gott treu sein will, der muß sich 100%ig nach der Wahrheit ausstrecken, d.h. nach ihr forschen (in der Bibel) und sie tun wollen. Dazu gehört auch selbstkritisches Hinterfragen und (wenn erforderlich) Eingeständnisse, und die entsprechende Verkündigung. Wer das nicht tut, darf sich nicht als Christ bezeichnen. Das gilt für alle und jeden, ob Zeuge oder nicht.
Die Rettung des einzelnen erfolgt nicht, wenn er seiner (menschlichen) Führung treu ist, sondern wenn er Gott treu ist. Denn dieser trifft die Entscheidung, richtet, und gibt Segen. Und was Gottes Wille ist, das lässt sich zweifelsfrei nachlesen. Dazu ist es sicher hilfreich, auch andere Übersetzungen zum Vergleich zu nutzen, was ja auch die Zeugen tun, wenn ihre interne Spezialübersetzung "neue Welt" nicht vorliegt.
Fakt ist, es gibt ein biblisches Gebot, die Zeugen verstehen es wohl so und halten sich daran, aber nicht blindlings alles medizinische ablehnend. Diese Art der Argumentation ist polemisch, wenn sie jemand fortführt.
Ihr Verständnis ist nun mal so und sie nehmen das nicht leicht und lassen auch nicht gewissenlos ihre Kinder sterben. Ich möchte wissen, wieviele Bevölkerungskreise sich bei weitem nicht soviel Gedanken um ihre Kinder machen als die Zeugen. Über all das spricht aber keiner. Wenn es ein Falschverständnis ist, muss ich den Zeugen diesen Fehler zugestehen, bei soviel Gewissenhaftigkeit in der Kindererziehung an anderen Stellen.
Ja, es gibt viele, sehr viele, die Irrtümern aufsitzen, das bekannteste Beispiel ist wohl der Apostel Paulus, der die Christen erst gnadenlos verfolgte, und Gefallen an der Steinigung eines solchen hatte. Wie wir wissen hat Gott auch ihm vergeben und ihn stattdessen mit Erkenntnis und Weisheit beschenkt.
Ein anderes Beispiel ist zum Beispiel dieser, ein ehemaliger katholischer Pfarrer der kath. Kirche,
Balthasar Hubmaier. Siehe sein
Zeugnis.
In dieser Zeit gab es auch andere Pfarrer, etwa
Jörg Blaurock. Beide haben dafür ihr Leben gelassen.
Gottes Wort sagt uns deutlich, daß wir nicht den Irrlehren glauben müssen, sondern die
Wahrheit erkennen können, wenn die Liebe zur Wahrheit in uns ist. Denn das bedeutet wie erwähnt, daß wir mit
ganzem Herzen nach ihr suchen. Tun wir das, so wird Gott diese Suche segnen, mit Erfolg krönen und uns Verständnis schenken.
Kein Zeuge hat nebenbeigesagt, irgendeinen Toten der letzten Kriege einschl. des 2. Weltkrieges zu verantworten. Das sind die Dinge, die mich ärgern, die man nicht sieht, wenn man die Zeugen als menschenverachtende Monster hinstellt, weil es mal einen Fall gibt, wo viell. ein Transfusion wirklich mehr geholfen als geschadet hat und wo alternative Methoden nicht möglich gewesen wären.
Den Katholiken wird ja der Fehler, sich in Kriegen gegenseitig hingeschlachtet zu haben auch vergeben, von solchen Anklägern, weil die haben ja auch genügned Argumente, warum das alles völlig normal gewesen sein soll.
Du hast recht damit, daß z.B. die katholische Kirche, die ganz sicher den negativen Sinn (verführend, irreführend) des Begriffs "Sekte" erfüllt, als "Volkskirche" und "Kirche Jesu" dargestellt wird (und sich selbst darstellt), während man den Zeugen ihre Fehler (und auch manches ungerechtfertigte) offen und deutlich zur Last legt und anprangert.
Auch die lutherische Kirche erfüllt den negativen Sinn des Begriffs Sekte, und sie verhält sich ebenso, sonnt sich im schönen Schein einer angeblich "christlichen" Kirche. Davon gibt es viele Beispiele.
Alle gegenüber den grossen Kirchen geübte Rechtfertigung und Beschwichtigung bedeutet aber nicht, daß diese korrekt ist. Sie ist
grundfalsch, da Gottes Wort dazu auffordert, Missstände aufzudecken (
Eph 5,11-13) und sich als Christ von Irrlehrern (und ihnen anhängenden Menschen)
klar zu distanzieren. (Apg 19,8-9; 5.Mo 13,6; Mt 18,17; 1.Kor 5,13 etc.)
Da die Beschwichtigung für die grossen Kirchen falsch ist, ist sie ebenso für die Zeugen falsch. Auch hier ist es angebracht, Irrlehren aufzudecken, ihre Änderung einzufordern, und wenn dies nicht erfolgt, sich klar von den daran festhaltenden Mitgliedern zu distanzieren. Nur so können wir Gott treu bleiben, denn Gott ist rein und heilig und vollkommen.
Bei ihm gibt es keine Unwahrheit,
jegliche Irrlehre stammt nicht von ihm , genausowenig von seinem Sohn, und hat in seiner Nähe nichts zu suchen. Das wäre, als wollten wir im Wasser
etwas Feuer einschmuggeln oder beibehalten.
Soundso, das letztre sage ich allgemein, es ist nicht auf dich gemünzt, der wohl, nicht so eingestellt, ist, loszuschlagen, nur weil es sich so schön schlägt.
Das bin ich tatsächlich nicht, habe ich auch nicht so von Dir verstanden. Es ist nett, daß Du das auch erwähnst.
Ich bin nur für Wahrheit und Direktheit. Nichts anderes hat Jesus ja auch getan. Er hat nichts "hinterm Berg" gelassen oder nicht "auf den Punkt gebracht." Zu den Pharisäern und Schriftgelehrten hat er klar gesagt, was sie überwiegend waren: Heuchler.
Aber nicht um sie abzuschrecken, sondern um einige doch noch zur Umkehr zu bewegen. Aus Liebe hat er das getan. Ein ganzes Kapitel hat er ihnen gewidmet (Mt 23). Demzufolge bin ich für Offenheit gegenüber den Grosskirchen,
genauso wie gegenüber den Zeugen.
Über deine Argumentation wegen des Götzenfleisches, werde ich mir mal Gedanken machen, trotzdem ist das Blutgesetz unabhängig davon und auf anderen Füßen.
Es ist zusammengefasst im Gebot der Nächstenliebe, das Blutgesetz. Bitte verstehe das, bitte forsche nach.
Gruetzi Soundso
🙂