Hierzu mal eben ganz kurz die Frage: Was ist denn wenn ein minderjähriges Kind eines ZJ eine Bluttransfusion benötigt, die Eltern diese aber ablehnen weil die WTG (nicht die Bibel!) es ihnen so vorschreibt und das Kind dann stirbt?
Hierzu einige Gegenfragen:
- Muß ein Vater oder eine Mutter, deren Kind an Leukämie (Blutkrebs) erkrankt ist, sich künstlich befruchten lassen, um Stammzellen aus dem Nabelschnurblut des Kindes zu gewinnen
?
- Müssen Eltern ihre Eizellen bzw. Samenzellen zur Verfügung stellen, um im Reagenzglas per künstlicher Befruchtung vermehrt Embryonen zu gewinnen, und die auf diese Weise entstehende Überzahl der Embryonen (=werdende Menschen) zur Heilung eines anderen Menschen zu verwenden
?
- Muß ein Mensch seine Organe spenden, um irgendjemandem eine Leber oder ein Herz überlassen zu können, die oftmals abgestossen wird, hohe Dosen von Medikamenten benötigt, die das Immunsystem! unterdrücken (und damit andere Risiken wie Infektionen oder Krebs beinhalten), und meistens nur eine Prognose von 0-15 Jahren hat
? (z.B. Niere, stark von den Grunderkrankungen, Organ etc. abhängig)
- Muß eine Mutter ihr Kind abtreiben, um ihm ein Leben in Behinderung zu ersparen
?
- Müssen Firma Monsanto oder Firma Bayer sich genetisch veränderte Nutzpflanzen patentieren lassen, um damit angeblich bessere Ernten zu ermöglichen
?
Was sollte ein Mensch tun, und was und wo sind die Grenzen? Die Technik wird uns immer weitere (noch ungeahnte) Möglichkeiten schaffen, die aber deshalb ganz sicher
noch lange nicht alle gottgewollt sind.
Zunächst einmal scheidet alles aus, wo ein anderer Mensch (werdend oder behindert oder schon geboren) getötet wird oder seine Gesundheit klar beeinträchtigt oder geschädigt wird.
Dann scheidet alles aus, das bei genauerer Betrachtung vornehmlich dazu dient, die Gewinne von Menschen, eines Unternehmens oder einer Gesellschaft zu erhöhen, aber deren positiver gemeinschaftlicher Nutzen fragwürdig ist.
Was ist nun mit Blutspenden? Es ist eine Tatsache, daß sich HIV- und Hepatitisviren (Aids und Leberentzündung/Gelbsucht; als Beispiele für vieles Weiteres) nicht endgültig ausschliessen lassen. Aber das Risiko liegt hier etwa
statistisch bei 1: 1.000.000. (Hep.) bzw. 1: 16.000.000 (HIV).
Im Weiteren kommt die sichere Ausscheidung kontaminierter Blutspenden naturgemäß nur für die Erkrankungen in Frage, die auch schon bekannt sind, und nach denen entsprechend gesucht wird. Sofern neue aufkommen, die noch nicht offiziell registriert sind, und für die es noch keine Nachweismethoden gibt (wie HIV in den 80er Jahren), dann werden sie Zugang zu den Blutspenden haben, wenn (noch) keine erkennbaren Krankheitszeichen vorliegen, aber schon eine Infektion vorhanden ist. Siehe zu den Testmethoden:
DRK: Sicherheitstreppe etc.
Blutspendedienst HH Sicherheitsmethoden
Insbesondere bei Lebendspenden von Organen (eine von zwei Nieren z.B.) kann die Spende eine Gabe sein, die von Nächstenliebe motiviert ist und auch durchaus oftmals anderen Menschen helfen kann, wenigstens gewisse Lebensqualität schenkt, bei Blutspenden teilweise ebenso. Das ist dann sehr positiv. Trotzdem bleibt ein Risiko (bei Blutübertragung sehr gering), nicht nur für den Spender, sondern auch für den Empfänger. Aber man muß der Gerechtigkeit halber fragen: Wo gibt es dieses Risiko nicht?
Bei Transplantationen bleibt es oftmals bei einer Lebensverlängerung, die oftmals die Lebensqualität auch erhöht, aber immer mit hohen Gaben von (leider alles andere als nebenwirkungsarmen s.o.) Medikamenten verbunden ist.
Selbstverständlich ist die Operation mit Risiken verbunden, die aber durch Operationen in Fachzentren (die eine bestimmte Mindestzahl an OPs dieser Art durchführen müssen, also über reichlich Erfahrung verfügen) verringert werden können.
Die Lebensverlängerung wäre (sage ich) von Gott
sowieso erfolgt, denn über den Zeitpunkt des Todes (und ob er überhaupt stirbt) entscheidet nicht eine Organspende, nicht eine medizinische Leistung, sondern Gott. Gott nutzt nur (unter anderem) auch solche Möglichkeiten. Vgl.
Matth 10,29 etc.
Das wird dem gewöhnlichen Medizinisch- wissenschaftlich denkenden Menschen nicht plausibel erscheinen, es ist aber der Bibel klar so zu entnehmen, alles andere würde bedeuten, daß wir Wunder - und damit Gottes Vollmacht - ausschließen, der ja zu früheren Zeiten auch nicht mit Organtransplantationen, Dialyse, Blutplasmapräparaten, Impfungen, Chemotherapie und Bestrahlungen gearbeitet hat, sondern Lazarus auch ohne diverse solche Mittel zum Leben erweckte, als er bereits
gestunken hat.
🙄 Johannes 11,1-46 Ebenso hat Gott die Welt nicht mit Hyperbaugeräten und ausserirdischer Technologie, sondern folgendermassen entworfen:
"Es werde..."
Angesichts dieses Wissens um Gottes Vollmacht habe ich natürlich nach Anzeichen dafür gesucht und auch wiederholt gefunden. Beispiel: Mein eigener Schwiegervater hätte nach Prognose der Ärzte wegen seiner im Endstadium befindlichen Krebserkrankung schon mindestens 2 Jahre lang tot sein sollen....sein Zustand ist nahezu unverändert. Schlecht, im Endstadium, aber noch lange? nicht tot. Eben dann, wenn Gott es will.
Dürften wir nun einen Verband nicht anlegen, weil er (z.B. in Entwicklungsländern) Bakterien enthalten könnte, dürfen wir ein Medikament nicht geben, dürfen wir eine Bluttransfusion nicht geben, weil es Nebenwirkungen haben könnte
? Oder sollten wir es nicht tun, weil Gott
sowieso helfen kann
?
Für Gott zählt immer die Motivation, die Intention des Menschen: Ist er selbstlos und will er dem Nächsten Gutes tun, oder handelt er für eigene Zwecke oder ist ihm der Nächste egal, und setzt in der Folge bewusst dessen Leben aufs Spiel?
Dementsprechend zählt vor Gott auch die eigene Entscheidung des Menschen, die er
aufgrund seines Gewissens nach bestem Wissen trifft, denn dieses Gewissen stammt von Gott.
Trifft er die Entscheidung aber aufgrund religiöser Ideologien und Irrlehren, Einfluß diverser Medien, öffentlichen Meinungen, familieninternem Druck, eigener Ansichten etc. etc. etc., ohne das Gewissen (und Gottes Wort!) ernsthaft zu berücksichtigen, dann ist es eine Entscheidung, die Gott nicht zwangsläufig akzeptiert, und die ein Mensch vor ihm verantworten muß.
Dementsprechend bin ich dafür, die Entscheidung jedem Menschen selbst zu überlassen. Sie ist - in welche Richtung auch immer - mit Risiken verbunden, die in den eindeutig meisten Fällen, vor allem bei Bluttransfusionen, aber sehr gering im Gegensatz zum Nutzen sind.
Es muß aber darauf hingewiesen werden, daß derjenige, der einem Menschen (ob sich oder anderen, etwa dem Kind) eine Bluttransfusion verwehrt, ihm in manchen Fällen die menschlich mögliche Hilfe verwehrt.
Genauso bin ich deshalb für die freie Entscheidung des medizinischen Personals im Notfall, wenn ein bewusstloser Zeuge eingeliefert wird, oder sie Entscheidungen für das Wohl eines Kindes treffen müssen.
Ich bin mir aber sicher: Niemals wird Gott zulassen, daß ein Kind stirbt, weil seine Eltern ihm die Bluttransfusion verwehren. Gott wird seine (im Gegensatz zu uns Menschen unbeschränkten) Mittel nutzen. Es stirbt nur,
wenn Gott will, daß es stirbt. Die Verantwortung für das Handeln auch vor Gott, tragen dann selbstverständlich die Eltern, ebenso für die Versuchung des medizinischen Personals, denn auch dieses wird sich verantworten müssen, wenn es solche Anweisungen trägt.
Wenn es in der Bibel Stellen gäbe, die eindeutig die Aussage machen würden, (auch unter Berücksichtigung des Textzusammenhangs
!!!), daß es Sünde sei, Blut zu übertragen, dann würde ein Christ das bei seiner Gewissensentscheidung berücksichtigen müssen, und danach handeln.
Ich sage aber
wenn, denn mir sind solche Stellen nicht bekannt, die auch im Zusammenhang zur Nächstenliebe solche Rückschlüsse zulassen. Ich wäre aber an Informationen dazu interessiert (Sigi?), da ich mich damit noch nicht auseinandergesetzt habe.
🙂
Edit:
Es ist bei all dem zu beachten, daß Gott von einem jeden Menschen (der die Möglichkeit dazu hat) erwartet, daß er sein ganzes Wort liest und
gut kennt, das geht auch aus wiederholten Zitaten von Jesus hervor, etwa:
"Habt ihr denn nicht gelesen...?"
Tut ein Mensch dies nicht und hört deshalb auf Irrlehren, dann wird Gott
auch danach bewerten, ob er korrekt gehandelt hat und sein Handeln dementsprechend gerechtfertigt war.
Nach eingehender Beschäftigung damit bin ich zu den Schluß gekommen, daß es falsch ist, die Bluttransfusion abzulehnen, auch aus christlicher Sicht unmöglich, ohne Gottes Wort zu missbrauchen. Siehe mein nachfolgenden Beiträge.
Ein Christ muß sich am Gebot der Nächstenliebe orientieren (eines der beiden höchsten Gebote (vgl.
Mt 22,37-39) das die menschlich mögliche Hilfe einfordert, und andererseits wird in der Bibel klar ausgesagt, daß man Gott nicht versuchen (herausfordern) soll. (
Mt 4,5-7 nach 5.Mo 6,16), was also ein Auslassen der Hilfe mit den Verweis auf Gottes Allmacht ausschließt.