Man sollte sich bei den ganzen "Vernunftbegründungen" auch mal das vor Augen halten, was an anderer Stelle hier schon mal geschrieben worden ist:
Glaube ist ein Zufall! Man glaubt zumeist den Glauben, in den man hineingeboren wird. EU-Frank wäre also z.B. in Riad geboren sicherlich Moslem und würde seinen Glauben "vernünftig" finden - und den hiesigen vermutlich nicht. Und da es eine unbestimmte Anzahl verschiedenster Richtungen gibt.......
Insofern sind Begründungen für einen bestimmen Glauben ganz sicher woanders zu suchen.
Ich glaube nicht mehr den Glauben, in dem ich aufgewachsen bin. Der Mensch fängt irgendwann an zu hinterfragen, das ist doch normal. Vielen ist es aber auch im innersten relativ
egal, was sie glauben. Ihnen geht es nur um Traditionen, Bequemlichkeiten, familiäre Gepflogenheiten und Vorteile, u.s.w. Die werden dann möglicherweise nichts ändern. Warum sollten sie auch?
Sigi hat recht mit dem was er in einem seiner Beiträge sagte: Das Urchristentum -
das ist identisch mit der unverfälschten und unverformten Botschaft der Bibel-
musste an vielen Stellen anecken. Es war eben nicht
"abgeschliffen" und
"vorgewaschen", um sich an die weltlichen Umstände anzupassen. Jeder der Christus wirklich erkennen und kennenlernen will,
muss dorthin zurückkehren. Überall wo es abgeschliffen ist, dort sollte er gehen, dort findet er Christus nicht.
Jesus ist radikal, ungeteilt, vollkommen hinter Gott stehend, absolut auf
Fundamente (feste Grundlagen) bauend, er selbst wird auch "das Wort Gottes" genannt. Was ist er anderes als
Fundamentalist?
Diese Nachfolge fordert er auch von seinen Nachfolgern! Aber ohne jegliche Gewalt, ein Mann des Friedens ist er, wohlgemerkt.
Wer die Bibel liest, wird feststellen, daß dort von Verfolgung, Hass und Verachtung gegen
alle wahren Nachfolger gesprochen wird (
2.Tim 3,12), nicht etwa nur in manchen Ländern. Man beachte das, weil es nämlich vielen gar nicht wiederfährt!?!?! Das muß nicht physischer Natur sein, sondern kann auch Ausgrenzung, Verachtung und böse Nachrede sein.(
Mt 5,10-12)
Ob das Urchristentum nun speziell bei den Zeugen Jehovas zu finden ist, ist eine Frage, die ich aus mehreren Gründen kritisch sehe.
Vernunft...allein mit Vernunft ist Glaube ganz sicher
nicht zu begründen. Das wäre etwa, wenn man Gott beweisen könnte, und das jüngste Gericht, u.s.w. Dann würden alle "Glauben", aber es ist schon kein Glaube mehr. Es gibt gewisse Dinge, die für Gott sprechen. Wie gesagt etwa in Natur und Geschichte oder auch seinen biblischen Aussagen, die sich wiederholt erfüllen oder man als wahr erkennt, ist er auszumachen. Aber man muß ihn finden
wollen, ihn erkennen
wollen, ihn suchen.
Abgesehen von diesen "Indikatoren" (so nenne ich es mal), müssen wir auf das Vertrauen, was er uns in seinem Wort sagt.
Wenn wir das tun, erkennen wir immer mehr Dinge, die sich als wahr herausstellen, nach und nach. Wir merken auch, es ist tatsächlich wahr, was er sagt, er hilft uns, u.s.w.. Das Vertrauen
bestätigt sich also und wir erlangen dadurch grösseres Vertrauen, grössere Erkenntnis u.s.w. Auch das ist ein kontinuierlicher Prozess.
Einleiten können wir diesen Prozess, in dem wir selbst
mit ganzem Herzen Gott suchen und uns auf unser bestmögliches, zu diesem Zeitpunkt mögliches Vertrauen einlassen. Wir können auch um Vertrauen bitten! Bei manchen ist es mehr, bei manchen ist es weniger. Wenn Gott sagt: "Setze Deinen Verstand nicht über das Vertrauen zu mir, sondern bedenke stets meine Worte" (Sprüche 3,5-6 nach eigenen Worten) dann können wir das in diversen Situationen auch mit einem Grundvertrauen (das meistens gering ist) bereits tun.
Hm...ein Beispiel: Angenommen, wir sind in der SA oder SS (irgendwie hineingeraten, weil Papa es so wollte etc.) und man fordert uns auf, einen Juden zu erschiessen. Wir wissen: Wenn wir es nicht tun, drohen uns harte Konsequenzen. Unsere Freunde und Familie sind wir garantiert los, den Job vermutlich auch, vielleicht landen wir selbst im KZ.
Was tun wir? Gott sagt: "Du sollst nicht töten, liebe Deinen Nächsten, auch Deinen Feind." Der Verstand (auf den Satan Einfluß nimmt) sagt: Es wird für uns viel einfacher, wenn wir es tun, vielleicht droht uns sogar der Tod." Gott sagt: "Verlass Dich auf mich." Der Verstand sagt: "Wo sind die Sicherheiten, ich sehe Gott nicht."
Wir haben aber -ich hoffe das ist verständlich- auch hier bereits die Möglichkeit, uns auf den Glauben (Vertrauen zu Gott, Gottes Wort) einzulassen, und zu sagen: "Nicht mit mir. Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren." Aus einem Bericht weiß ich, daß so einer nur seinen Posten bei der SS los wurde. Vielleicht hat es andere Entscheidungen gegeben, denkbar.