Ich hab mit N. gesprochen. Musste das Thema schwänzen gar nicht selbst ansprechen, weil sie sowieso damit auf mich zukommen wollte und da hat sie meine Fragen auch gleich beantwortet, ohne dass sie wusste, dass ich sie das sowieso fragen wollte.
Also... Ihr habt mir alle nicht geglaubt, aber es ist tatsächlich so - ich habe eine Schulpflicht von
12 Jahren. Die gilt bei mir also noch bis zu den Sommerferien. Und ob ich zur Schule gehe oder nicht ist egal, denn sobald ich bei der Schule angemeldet bin, erfülle ich automatisch die Schulpflicht. Allerdings sind die (unentschuldigten) Fehltage/-stunden das Problem und irgendwann meldet die Schule das dem Jugendamt und das JA leitet das weiter zum Schul- und Sportamt, weil das zuständig ist für Schulversäumnisse. Und dann bekäme ich ein Bußgeld - welches ich aber auch in Sozialstunden umwandeln könnte. Und wenn man weder Bußgeld bezahlt noch Sozialstunden ableistet, dann droht sogar Arrest.
Um das zu vermeiden muss ich mich jetzt bei meinem Psychiater krankschreiben lassen. Da haben wir nächste Woche Donnerstag einen Termin gemacht. Allerdings hat er jetzt die Bedingung gestellt, dass er mich nur krankschreibt, wenn ich statt Schule in der Zeit eine Schulersatzmaßnahme mache, was dann auch über die Schule versichert ist - also ein Praktikum z.B...
Ich finde das schwierig... Die Idee ist ja, mir den Stress und die Belastung jetzt erstmal zu nehmen, aber in der Schule hab ich wenigstens die Sicherheit und weiß, was mich erwartet und das dann jetzt kurzfristig mit einem Praktikumsplatz zu ersetzen, wo ich ganz viele neue Eindrücke hab usw. ist eigentlich ja sogar noch mehr Stress und Belastung. Ich weiß nicht ob ich das gerade will und kann... aber mir bleibt ja nichts anderes übrig, wenn das die Bedingung ist mich krankzuschreiben.
😵
Die Überlegung Praktikum hatten wir ja schon, aber nach den Sommerferien und nicht
jetzt direkt ins Nächste stürzen...
Zudem ist noch ein Punkt das Kindergeld. Würde ich jetzt erstmal Pause machen wollen und mich nur auf meine Gesundheit konzentrieren und ein Jahr nichts schulisches/berufliches machen, dann hätte ich keinen Anspruch mehr auf Kindergeld.
Ihr seht, das ist alles nicht so einfach. Ich kann nicht einfach Pause machen und alles hinlegen und mich nur auf's gesund werden usw. konzentrieren, ohne das Konsequenzen folgen.
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Zu euren Antworten: Ich schreibe jetzt nur noch zu den Punkten etwas, wozu ich mich noch nicht geäußert habe, sonst doppelt sich das.
@grisou
Danke für deine Einwände zum Job als Autor*in. Das ist interessant. Bestärkt mich noch mehr darin, da als Zukunftsperspektive eher ein Hobby zu sehen....
(allerdings warte ich trotzdem noch, ob dazu noch eine Beantwortung meiner Fragen von @Styx.85 kommt, da er ja angab da die größte Chance für mich drin zu sehen (?))
Und auch danke für das Teilen deiner eigenen Erfahrungen und aus Gesprächen mit anderen Menschen.
Ich nehme daraus auf jeden Fall mit, ...
... es ist okay Umwege zu gehen.
... man darf auch scheitern.
... es ist wichtig seinem Herzen zu folgen.
... man muss seine Träume nicht von anderen begrenzen lassen, nur weil sie meinen, dass man etwas nicht könne.
... man kann sich auch mit fortgeschrittenem Alter noch neu orientieren.
universal kann ich sagen, jede genesung ist ein individueller weg. hör auf dein herz. hör darauf, was deine seele braucht. alles andere sind anregungen, ideen. hör auf niemanden außer deiner seele, nicht auf mich, nicht auf die leute, die in einer kranken gesellschaft funktionieren.
Es ist für mich sooo schwierig. Du sagst, ich soll auf mein Herz und meine Seele hören, aber ich weiß nicht wie. Ich weiß nicht, was ich will... was ich brauche. Ich höre mein Herz nicht. Die anderen Stimmen sind soo viel lauter.
Ich richte mich nach anderen - schon immer. Ich durfte nie selbst entscheiden und auf eigene Bedürfnisse hören. Habe ich nicht gelernt. Wie soll ich das jetzt können? Und ehrlich, wenn ich hier schreibe, dann weiß ich auch nicht, ob ICH dahinter stehe oder ob das voll automatisch der Teil in mir macht, der schon immer nur darauf ausgerichtet war/ist zu funktionieren... zu "leben" wie andere es von mir verlangen... wie die Gesellschaft es vorgibt... wie meine Eltern es wollen... wie es von mir erwartet wird.
Es fängt ja schon bei so kleinen Sachen wie Essen an. Wenn einem immer vorgegeben wurde, wann man satt zu sein hat und was man zu essen hat und die eigenen Bedürfnisse/Gefühle immer ignoriert wurden/werden - wie soll man da ein gesundes Verhältnis zu entwickeln?
Wie ein kleines Vögelchen was nie gelernt hat aus dem Nest zu hüpfen - vielleicht gerade mal nur über den Rand geschaut hat.
Und wenn ihr mir jetzt zuruft ich soll fliegen, dann guck ich euch mit großen, ängstlichen, fragenden Augen an und wackel vielleicht ein bisschen mit meinen Flügelchen hin und her. Wie geht fliegen? Ich kann ja nichtmal zum nächsten Ast hüpfen. 🐥
@alle
Stellt euch dieses Vögelchen vor, wenn ihr mir ratet ich soll ausziehen. Ich kann nicht aus meinem Nest fliegen... muss mich erstmal trauen ganz über den Rand zu schauen.... auf den nächstgelegenen Ast zu hüpfen... Muskeln aufbauen - Flügel stärken.
@Santino
Vielen Dank auch für deine Meinung dazu!
Ich hab eine Frage zur geschützten Ausbildung... Wie kommt man daran? Wo müsste man sich hinwenden?
Am wichtigsten fände ich, dass du dein Hauptaugenmerk auf eine Langzeittherapie legst, die es dir ermöglicht, in Zukunft besser mit deinen psychischen Erkrankungen umzugehen.
Mache ich. Habe gerade die Therapieform gewechselt und es startet jetzt eine analytische Therapie bei einer neuen Therapeutin.
@Hollunderzweig
Schön was du schreibst. Das geht auch in die Richtung von grisou's Beiträgen - den eigenen Wünschen und Träumen folgen.... Wege gehen und nicht die Angst davor haben zu scheitern.
Es gibt eine Art "Kleinhirnmodus" und einen anderen, der nicht so ist. Das eine sieht sich ständig mit Problemen konfrontiert, das andere fliegt locker darüber hinweg. Alleine das zu erkennen und zu wissen, macht doch Ende mit Fürchten, Grollen, Zaudern, Zittern. Das ist das Kleine, das so ist, mit dem darf man sich nicht identifizieren. Das ist ein Teil von uns, mit dem wir umzugehen lernen müssen, oder nicht? Beides gehört zum Leben dazu. Es schadet nicht, manchmal auf die Stufe des Ängstlichen zu gehen, dessen Regungen sehen und nachvollziehen zu können. Wie eine Mutter, die ihrem Kind zuhört und ihm hilft, mehr zu vertrauen.
So ist es.
Kampfmaus kann auch sehr "erwachsen" umgehen mit ihren Schwierigkeiten, nicht immer ist sie mit dem Blick des Kindes unterwegs, gelle, stimmts nicht Kampfmäusli?
Jaa.
😉
("Kampfmäusli" ist auch süß. *grins*
Ich bin immer wieder erstaunt, was euch so für Variationen meines Nicks einfallen. Ihr seid da alle echt manchmal kreativ. Bringt mich zum Schmunzeln. ^^)
@Juke
Danke auch dir. Ja, der Weg kommt mir bekannt vor - das nennt sich hier Berufsschule. Da habe ich auch drüber nachgedacht, allerdings glaube ich, dass mir das momentan zu viel wäre... also jetzt wieder Schule und dann auch noch zwei in einem - Praktika und Schule. Ist denke ich erstmal zu viel.
@dreampudelchen
Danke für deine Einschätzung.
In einer Gärtnerei sehe ich mich nicht. Ich hasse Gartenarbeit und das ist irgendwie so gar nicht mein Interessengebiet.
@Priamos
Danke dir.
Schritt für Schritt - okay.
Einfach ist nicht gleich leicht...
Natürlich sind die Ratschläge, bzgl. Abstand zu den Eltern, richtig und logische Konsequenz. Aber dafür muss die Zeit erreicht sein. Die Zeit bestimmt Kampfmaus, zu ihrer Zeit.
Es gibt m.E. so ungefähr 2 Kampfmäuse. Die eine ist stark und schafft es den Tag mit all seinen Anforderungen zu erledigen, sie kämpft. Die andere ist die sensible, verletzliche und ängstliche Kampfmaus. Die ab und an, wenn es ganz schlimm ist, die Oberhand gewinnt und am Liebsten schreien würde damit Alles aufhört. Die Welt wegschreien...
Nur die Beiden, zusammen, in der richtigen Waagestellung können diesen Schritt machen. Das denke ich.
Alles zu ihrer Zeit. Denn dann hat sie den Wille und vor Allem ein Ziel und somit die Kraft dazu.
100% - du sprichst mir aus der Seele, danke.