AW: Vergewaltigung oder wie behandle ich eine Frau im Bett?
Zunächst mal ist es mir schmerzlich bewusst, dass auch Jungen und Männer Opfer sexueller Gewalt werden können.
Gut, dass der Aspekt hier eingebracht wurde. Tatsächlich ist es für Jungen/Männer oft noch sehr viel mehr mit Scham besetzt, sodass sie noch eher schweigen als Frauen und sie bekommen noch weniger Verständnis.
Im anderen Thread wurde geschrieben, die Frau war sexuell erregt, dann kann es keine Vergewaltigung sein. Männern geht es in der Regel so, dass sie sexuell erregt sind. Nach dieser Definition könnte man einen Mann gar nicht vergewaltigen und tatsächlich wird ihnen das oft abgesprochen.
Mir geht es hier aber um einen anderen Aspekt. Aus der Tradition heraus hat man viele Übergriffe gegen Frauen sehr lange gar nicht als Vergewaltigung gesehen.
Vergewaltigung einer Prostituierten - undenkbar! Gab es nicht. Die hat eh für jeden die Beine breit gemacht.
Vergewaltigung in der Ehe - undenkbar! Frau war (und ist?) Eigentum des Mannes. Es gab ja die eheliche Pflicht.
Manchmal habe ich so das Gefühl, dieses Denken ist immer noch in den Köpfen der Leute drin.
Frau und kurzer Rock = willige Schlampe
Frau geht mit Mann in Wohnung = die will auf jeden Fall Sex
Und es fielen ja in diesem Forum die Worte: "Wenn eine Frau nein sagt, meint sie eigentlich ja."
Ist das wirklich noch so in den Köpfen der Leute drin? Findet ihr so eine Denke gut?
Ein schöner thread.
Ich habe mich geirrt.
Er ist wirklich sinnspendend.
Danke.
Bitte gerne. Vielleicht beteiligst du dich ja daran, ihn sinnspendend zu machen?
Weißt du, Mona, ich lese in diesem Forum oft einfühlsame, durchdachte Beiträge, in denen du den Menschen mit Respekt begegnest.
Wenn es dann aber um das Thema Opfer geht, geraten wir immer wieder aneinander. Da empfinde ich deinen Ton manchmal als kalt und ungeduldig. Dann lese ich Sachen von dir wie "stell dich nicht so an", "du bist hysterisch". Und dein Danke findet sich unter vielen Beiträgen, die der Frau absprechen, vergewaltigt worden zu sein.
Dann ist jetzt hier deine Chance, deine Sicht der Dinge zu schreiben.
Du plädierst für respektvollen Umgang miteinander.
Nun haben wir einen Fall, in der eine Frau während des Akts mehrmals Nein sagt. Du kennst dich im BDSM Bereich aus, weißt, was ein Code-Wort ist und du weißt, es gibt Doms, die das Stop-Wort durchaus ernst nehmen und dass Männer in der Lage sind, auch mitten im Akt aufzuhören und ihre Lust in den Griff zu bekommen.
So wie du argumentierst, verstehe ich dich so, dass dieser Respekt Frauen gegenüber nichts selbstverständliches ist. Wenn die Frau erst mal den Slip aus hat, hat der Mann das Recht, die Sache bis zum bitteren Ende durchzuziehen.
Ist das deine Meinung oder was verstehe ich da nicht?
Für mich ist es völlig selbstverständlich, dass auch während dem schönsten, tollsten Pärchensex ganz plötzlich etwas für einen der beiden kippen kann und sobald der Stopp sagt, ist die Sache beendet.
Wir beiden hatten dieses Thema schon mal und ich hab bis heute nicht verstanden, wie du auf dieses (für mich) schmale Brett kommst. Aus deinen Beiträgen habe ich gelesen, dass du die Meinung vertrittst, ein Mann kann alles durchziehen, bis eine Frau Nein sagt. Habe ich dich da richtig verstanden?
Ich bin der Meinung, wenn ich Lust habe, ist es selbstverständlich, dass ich frage. Das muss nicht mit Worten sein. Aber ich achte doch darauf, wie mein Gegenüber reagiert. Dreht der sich weg? Erwidert er meine Zärtlichkeiten? Wenn nicht, ist das für mich das Zeichen, hier frage ich lieber mal genauer nach. Wenn jemand dann gar Nein sagt, gibt es keine Diskussion darüber, dass an der Stelle für mich Schluss ist. Vielleicht bettle ich, vielleicht bin ich zärtlich, vielleicht versuche ich anzumachen, aber ich ziehe auf keinen Fall den Geschlechtsakt durch.
Für mich ist das normales Verhalten und wenn ich sehe, dass diese Grenze überschritten wurde, ist das für mich ein Akt der Gewalt.
Wo liegen wir da in unseren Meinungen auseinander?
Ich gebe zu bedenken, dass in einer Beziehung seitens einer Frau auch andere Dinge möglich sind. Dass sie an ihrem Partner, der sie vielleicht betrogen hat, Rache nehmen will. So was kommt vor! Eifersucht und Rache treibt bei manchen Frauen die tollsten Blüten.
Ich kenne keine Zahlen, aber ich denke, man kann mit Sicherheit sagen, dass die Anzahl der Frauen, die tatsächlich vergewaltigt wurden, um so vieles größer ist als die Zahl jener Frauen, die Männern eins reinwürgen wollen.
Ich gebe auch zu bedenken, dass ganz viele Frauen die Anzeige zurückziehen, weil sie massiv unter Druck gesetzt wurden und die landen dann auch alle in der Statistik "Rache".
Es gibt diese Fälle und darunter leiden fast alle Frauen, die eine Anzeige wegen Vergewaltigung machen. Findest du DAS fair?
Für ein Opfer ist es immens wichtig, dass ihm geglaubt wird, dass das Leid anerkannt wird.
Ich habe es nach den Angaben der TE beurteilt.
Und wenn sie dies offiziell genauso schildert, dann ist die Suppe ziemlich dünn.
Man kann sich an einer Hand ausrechnen was der Beschuldigte erwidern wird.
Die TE würde im Regen stehen. Und sogar eine Gegenklage wegen Verleumdung seitens des Mannes riskieren
Das hättest du genau so sagen können und ihr raten können, einen Anwalt hinzuziehen. Das hätte ich sofort unterschrieben. Du aber hast der Frau geraten, keine Anzeige zu machen. Und das, ohne die Fakten zu kennen. Es kann doch auch sein, dass der Typ bereits vorbestraft ist.
Der ist nicht irgendwie ein bisschen frech geworden, der hat ein mehrmaliges Nein ignoriert. Der sucht ganz bewusst nach Frauen, die ihre Grenzen nicht klar ziehen können. Solche Männer verlieren manchmal die Kontrolle, werden von mal zu mal brutaler, bis dann Schlimmeres als eine Vergewaltigung passiert. Würde sie zur Polizei gehen, wäre er aktenkundig. Mir persönlich wäre da die Verantwortung zu groß, am Ende dafür gesorgt zu haben, dass es eben diese Anzeige nicht gibt.
Ich denke mir immer, es gibt nur einen Weg: Beratung vor Ort durch einen Anwalt. Selbsternannte Rechtsexperten aus dem HR-Forum finde ich keine gute Unterstützung.