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Wieso kommen direkte Anmachen bei Frauen nicht an?

Hallo Benjamin-29!

...
Direkt zu Fragen ist ja kein schlechter Charakterzug...
Ich denke, dass es kein guter Charakterzug ist, weil man damit viele Menschen vor den Kopf stößt.

...Andererseits ist eine direkte Frage zweifelsohne ehrlicher als wenn jemand sein eigentliches Anliegen hinter gesellschaftlich akzeptierten und taktisch geschickt formulierten Ritualen versteckt...
Ehrlichkeit kann eben auch verletzen. Ohne Not sollte man niemanden verletzen.

...wie sollte man Eigenschaften wie Charakter, Pflichtbewusstsein, Gewissen, etc. denn erkennen, wenn man jemanden gerade erst anspricht? Das geht nicht. Wenn man ehrlich ist, wird im ersten Moment immer ein oberflächlicher Eindruck dahinter stecken, wenn man jemanden anziehend findet...
Ganz richtig. Man braucht eben Zeit, um einen anderen Menschen richtig einschätzen und würdigen zu können. Überspringt man diese Zeitspanne und konzentriert man sich gleich auf die minderwertigen Äusserlichkeiten und die Triebbefriedigung, so ignoriert man die (mögliche) Würde des anderen, die in ihrer Totalität nicht nur aus sexuellen Reizen besteht.

Der Erste Eindruck...
Ich halte auch viel vom ersten Eindruck. Allerdings sollte man sich Zeit nehmen, um diesen ersten Eindruck zu überprüfen.

...Um einen Menschen richtig kennen zu lernen, braucht man übrigens in der Regel zwei Jahre...
Das erscheint mir doch etwas zu lange. Zwei längere Begegnungen an zwei unterschiedlichen Tagen dürften meines Erachtens ausreichen.

...Man kann aber nicht sagen, dass eine direkte Kontaktaufnahme verwerflich, respektlos oder primitiv wäre.
Meines Erachtens treffen alle drei Eigenschaften zu.
 
Mir gings darum, dass direktes Ansprechen durchaus funktioniert - und dass man es nicht als etwas an sich Verwerfliches sehen muss.
Ich habe das keineswegs als verwerflich angesehen.
(die missbilligende Reaktion kam, wenn ich mich richtig erinnere, von EUFrank)
Eher als möglicherweise nicht unbedingt erfolgversprechend, wenn man sich über gewisse Rituale dabei hinwegsetzt oder es nicht in einer für die Angemachte erkennbar selbstironischen, witzigen, neckenden Weise aufzieht, so wie es die von Dir zitierten PUAs ausprobiert haben.
Drei Pickuper aus Süddeutschland -ich glaub aus Wiesbaden- ...
Offenbar kommst Du auch von diesseits des Weißwurstäquators, denn die jenseits davon würden Wiesbaden wohl kaum in Süddeutschland verorten.🙄
Der Unterschied zu einer plumpen Anmache ist die Haltung. Die Jungs wollen eine gute Zeit haben - und zwar nicht auf Kosten der Mädels, sondern mit den Mädels zusammen. Da die Jungs sich selbst auf die Schippe nehmen, fühlen sich die Mädels auch kaum unangenehm angebaggert. Wie bei dem guten Freund von saphyr lassen sie sich von einem Korb keinesfalls den Abend verderben. Interessant ist dabei, dass Mädels die zunächst abweisend reagierten, im Laufe des Abends durchaus aufgeschlossen werden - nachdem sie sehen, dass sich andere Mädels mit den dreien königlich amüsieren.

Man glaubt nicht, dass es funktioniert...
Doch, ich kann mir das sehr gut vorstellen, solange es eben nicht zwanghaft und plump wirkt und eine bestimmte Grenze dabei nicht überschritten wird. Dafür bedarf es wohl eines bisschen Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen.
Möglicherweise ist es aber auch eine Generationenfrage (Du erwähnst ja selbst die Studentenparty), zumindest was Auftreten und Wahl der Accessoirs angeht (ich würde mich damit vermutlich nur lächerlich machen, aber auch die Bereitschaft dazu soll ja zuweilen schon die Akzeptanz dieser Form der Anmache bei manchen Damen erhöhen).
 
EUFrank meinte:
Benjamin meinte:
Direkt zu Fragen ist ja kein schlechter Charakterzug...
EUFrank meinte:
Benjamin meinte:

Ich denke, dass es kein guter Charakterzug ist, weil man damit viele Menschen vor den Kopf stößt.

Ich glaube kaum, dass sich die direkt Angemachte vor den Kopf gestossen fühlt, allenfalls genervt, wenn der Anmachende zu unraffiniert direkt vorgegangen ist.
Vor den Kopf gestossen fühlt man sich dadurch wohl eher in einem Alter, in dem Kontakte üblicherweise ohnehin nicht mehr primär der Anbahnung sexueller Beziehungen wegen gesucht werden.
EUFrank meinte:
Benjamin meinte:
...Andererseits ist eine direkte Frage zweifelsohne ehrlicher als wenn jemand sein eigentliches Anliegen hinter gesellschaftlich akzeptierten und taktisch geschickt formulierten Ritualen versteckt...
Ehrlichkeit kann eben auch verletzen. Ohne Not sollte man niemanden verletzen.
Ich würde sagen, dass der sexuelle Drang in dem Alter, in dem sich die hier über Anmachformen Austauschenden vermutlich befinden, durchaus eine Ehrlichkeit vertragende Not darstellt.
EUFrank meinte:
Benjamin meinte:
...wie sollte man Eigenschaften wie Charakter, Pflichtbewusstsein, Gewissen, etc. denn erkennen, wenn man jemanden gerade erst anspricht? Das geht nicht. Wenn man ehrlich ist, wird im ersten Moment immer ein oberflächlicher Eindruck dahinter stecken, wenn man jemanden anziehend findet...
Ganz richtig. Man braucht eben Zeit, um einen anderen Menschen richtig einschätzen und würdigen zu können. Überspringt man diese Zeitspanne und konzentriert man sich gleich auf die minderwertigen Äusserlichkeiten und die Triebbefriedigung, so ignoriert man die (mögliche) Würde des anderen, die in ihrer Totalität nicht nur aus sexuellen Reizen besteht.

Ich bitte Dich, Äusserlichkeiten und Triebbefriedigung sind in einem gewissen Alter keineswegs minderwertig.
Und den feinen Charakter kann man ja - wie Benjamin richtig schrieb - durchaus noch zu einem Zeitpunkt im Anderen entdecken, nachdem diese Anfangshürden genommen sind.
EUFrank meinte:
Benjamin meinte:
..Um einen Menschen richtig kennen zu lernen, braucht man übrigens in der Regel zwei Jahre...

Das erscheint mir doch etwas zu lange. Zwei längere Begegnungen an zwei unterschiedlichen Tagen dürften meines Erachtens ausreichen.
Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor.
Benjamin meinte ja wohl nicht, dass man sich zwei Jahre mit der Erforschung des Charakters Zeit nehmen sollte, ehe man sich auf die minderwertigeren Aspekte der Paarbildung einließe.
Allerdings soll es auch Paare geben, die selbst nach lebenslanger Partnerschaft einander immer noch nicht richtig kennen,
so dass in diesen Fällen selbst die zwei Jahrefrist recht sportlich angesetzt sein dürfte.
 
Hallo!

Ich denke, die "direkte Anmache" kommt nicht an, weil kein Mensch gerne benutzt wird. Anmachen bedeutet nach meiner Interpretation auch immer, dass der Anmachende ein Interesse beim Gegenüber erzeugen will, das eigentlich gar nicht da ist. Daher das verzweifelte Gebalze.
Wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, die sich gegenseitig sexuell attraktiv und angenehm finden, muss gar niemand "anmachen", da ja beide interessiert sind.
Männer, die direkt anmachen, haben es anscheinend sehr nötig. Keine Frau will ein schneller Notnagel sein, weil das Geld zum Besuch einer Professionellen nicht reicht...

Liebe Grüße

Monarose
 
In der Diskussion hier vermischen sich grad zwei Fragen:

Die ursprüngliche Frage war, wieso "direkte Anmache nicht funktioniert".

Eine neue Frage, die sich dazu mischt, ist ob direkte "Anmache" etwas Verwerfliches ist.

Das Eine hat mit dem Anderen aber nichts zu tun. Ob etwas funktioniert oder nicht, ist unabhängig davon ob es verwerflich ist oder nicht. (Ausser es funktioniert nur darum nicht, weil es für verwerflich gehalten wird.)

Was haltet ihr davon, wenn wir die beiden Fragen erstmal unabhängig voneinander klären? Gerade bei unseren beiden Argumentation, EuFrank könnte man eine spezielle Klärungsmethode anwenden - nennt sich Wertequadrat. Das wäre sicher interessant. Was haltet ihr davon, dafür einem extra Thread aufzumachen?
 
Wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, die sich gegenseitig sexuell attraktiv und angenehm finden, muss gar niemand "anmachen", da ja beide interessiert sind.

Das klingt logisch. Es gibt aber ein Problem dabei: Etwa 90 % aller Frauen finden die gleichen 10 % aller Männer sexuell attraktiv und angenehm. Deshalb dieses "verzweifelte Gebalze" der Männer, die an keine Frau rankommen und andererseits die vielen unglücklich verliebten Frauen....
 
@springer: Deine 90-10 finde ich übertrieben dargestellt. vllt. sind 75-25, und das ist andersrum doch genauso. Ausserdem reicht kurzes Kennenlernen um nen Menschen attraktiver oder wesentlich hässlicher zu empfinden.
 
Bei Männern ist das ganz anders. Sie finden natürlich auch nur etwa 20 % der Frauen super vom Aussehen, gehen aber trotzdem eine Beziehung mit nicht so attraktiven Frauen ein, wenn sie keine der Superfrauen abbekommen.

Frauen bleiben lieber Single wenn sie ihren Traummann nicht bekommen.

Ich habe gerade beruflich mit einer Jugendgruppe zu tun. Da gibt es einen Jungen, in den alle Mädchen der Gruppe verliebt sind. Jedes mal, wenn ich mit der Gruppe arbeite, hat er eine neue "Freundin". Obwohl die Mädchen genau wissen, dass er sich nie länger als 2 bis 3 Wochen mit einer abgibt, hat er überhaupt kein Problem, die nächst zu bekommen. Die anderen Jungen der Gruppe werden von den Mädchen überhaupt nicht beachtet.

Das ist gewiss ein extremes Beispiel, aber in etwa so läuft es leider auch oft genug bei Erwachsenen.
 
Ist doch Quatsch. Für ne Beziehung suchen sich Frauen im durchschnitt andere Kerle, nicht die Schönlinge.
Hab ich letztens erst von ner Kollegin gehört, die meinen Mentor abblitzen liess, als er mit Sekt vor der Tür stand, obwohl sie ihn interessant fand, wegen der vielen Geschichten vom "schönen Ralf[*] von der ITS".

Und wenn ich die Anzahl meiner näheren Bekanntschaften mit dem Durchschnitt vergleiche, bin ich vermutlich auch eher nen Frauentyp, aber das ist nicht unbedingt hilfreich wenn man ernsthaft unterwegs ist. Es gibt ja teils Geschichten aus unernsteren Tagen, dann bekommt man ständig unterstellt dicke fäuste hinter den Ohren zu haben.
Ich hatte sicher mehr Kontakte als der Durchschnittstyp in meinem Alter (bin aber kein Schlamp! da reichen noch 2 Hände wenn man Petting nicht rechnet), aber zusammengerechnet mit ner höheren Wahrscheinlichkeit nicht so lange Zeit in Beziehungen verbracht.

Schau dich doch mal auf der Strasse um mit was für Hackfressen teils richtige Modell-Typen rumrennen. Frauen achten nicht so sehr aufs Aussehen, die achten mehr auf Status, auf Intellekt, ob ein Mann was aus sich machen will, ob er den Kindern nen gutes Nest bauen könnte (so wählt ne Frau für ne Beziehung, auch wenn sie eikntlich noch keine Kurzhalsmonster will).

Teils trennen das Frauen ja geschickt in Partner und Liebhaber. Liebhaber sein, aber selbst kaum Beziehungen zu haben, ist auch nicht der Hit.

[*]Name von der Redaktion geändert.
 
Das erscheint mir doch etwas zu lange. Zwei längere Begegnungen an zwei unterschiedlichen Tagen dürften meines Erachtens ausreichen.
Wenn man sich verliebt, dann verliebt man sich nie in den wirklichen Menschen, sondern in ein Idealbild dieses Menschen. Es dauert bei den meisten Paaren zwei Jahre, bis man die Unterschiede zwischen dem Idealbild und dem wirklichen Menschen zum größten Teil erkannt hat. Dann zeigt sich, ob man die Beziehung auch mit dem wirklichen Menschen weiter führen will und kann - oder ob Wirklichkeit und Ideal zu weit auseinander gehen.



Ich habe das keineswegs als verwerflich angesehen.
Hab ich von dir auch nicht behauptet.😛😉🙂

Offenbar kommst Du auch von diesseits des Weißwurstäquators, denn die jenseits davon würden Wiesbaden wohl kaum in Süddeutschland verorten.🙄
Jap, voll erwischt. Halt südlich von dort wo ich wohne.😱

Dafür bedarf es wohl eines bisschen Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen.
Möglicherweise ist es aber auch eine Generationenfrage (Du erwähnst ja selbst die Studentenparty), zumindest was Auftreten und Wahl der Accessoirs angeht (ich würde mich damit vermutlich nur lächerlich machen, aber auch die Bereitschaft dazu soll ja zuweilen schon die Akzeptanz dieser Form der Anmache bei manchen Damen erhöhen).
Ja, Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen sind sehr wichtig - sonst kann so etwas fürchterlich nach hinten losgehen.🙂
Für genauso wichtig halte ich die Bereitschaft das Risiko einzugehen, sich selbst lächerlich zu machen - so wie du es beschreibst. Die Jungs zeigen ja keinerlei Angst vor Zurückweisung - weder durch die Gruppe, noch durch die Frauen, die sie ansprechen. Sie machen sich vielmehr ihre eigenen Regeln. Das sind zwei weitere Eigenschaften, die auf die meisten Frauen anziehend wirken - zumindest auf unbewusster Ebene: Das Einfühlungsvermögen stellt Vertrauen her und die Fähigkeit nach eigenen Regeln zu leben erzeugt Anziehung.



Ich habe gerade beruflich mit einer Jugendgruppe zu tun. Da gibt es einen Jungen, in den alle Mädchen der Gruppe verliebt sind. Jedes mal, wenn ich mit der Gruppe arbeite, hat er eine neue "Freundin". Obwohl die Mädchen genau wissen, dass er sich nie länger als 2 bis 3 Wochen mit einer abgibt, hat er überhaupt kein Problem, die nächst zu bekommen. Die anderen Jungen der Gruppe werden von den Mädchen überhaupt nicht beachtet.

Das ist gewiss ein extremes Beispiel, aber in etwa so läuft es leider auch oft genug bei Erwachsenen.
Könnte man es nicht auch so sehen, dass die Gruppe so funktioniert, weil nur ein Alphamännchen und viele Betaweibchen im Spiel sind? Würde es zusätzlich auch ein Alphaweibchen geben, dann wären die beiden Alphas wahrscheinlich dauerhaft verbändelt.
Genauso wäre es sicher anders, wenn es mehrere Alphamännchen geben würde, die miteinander konkurrieren - oder wenn es nur ein Alphaweibchen und viele Betamännchen geben würde.
 

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