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Wie viele Kontakte habt ihr im Real Life ?

Bemerkenswert, wie erfolgreich Threads dieser Art sind, und wie sehr in ihnen die Emotionen aufwallen. Dieser hier war für mich sehr aufschlußreich gewesen. Der andere von Lila erwähnte, der geschlossen worden ist, der ist so unter die Haut gegangen, dass es teilweise zu emotionalen Ausbrüchen kam. Es gibt mir zu denken.

Ich weiß was Du meinst hilaria, Deine Aussagen über die Verwandten. Die Dir ja übel genommen wurden, aber ich habe sie anders aufgefasst, muss ich Dir sagen. Du hast für mich nicht kalt oder bösartig geklungen, sondern sehr tief verletzt und traurig. Und manchmal sollten Worte nicht auf die Goldwaage gelegt werden, wenn einen das Leid packt und schüttelt, manchmal fallen dann aus einem nicht die nettesten Worte heraus. Ich habe verstanden, wie Du es meintest, wohl eher, wie Du es fühltest.
Und ja, ich muss Dir mal wieder zustimmen: Dieser Thread war aufschlussreich, der andere ging sehr unter die Haut, eine arge Steigerung. Besser kann man es nicht ausdrücken.
Schön übrigens, dass ihr hier hergefunden habt. 🙂 Ich werde sicher auch wieder meinen Senf dazu geben, auch noch auf das ein oder andere aus dem anderen Thread hier eingehen, wenn die Schreiblaune wiederkehrt, ich bin etwas gedämpft was das angeht derzeit.

und dazu gehört auch, mir zu überlegen, ob viele Kontakte eigentlich wirklich glücklich machen und ob Freundschaften so wichtig sind, wie die Gesellschaft es oft suggeriert.

Wobei das zwei ganz unterschiedliche Fragen sind, und ich würde erstere deutlich mit nein und letztere klar mit ja beantworten.
 
(...), sondern sehr tief verletzt und traurig. Und manchmal sollten Worte nicht auf die Goldwaage gelegt werden, wenn einen das Leid packt und schüttelt, manchmal fallen dann aus einem nicht die nettesten Worte heraus. Ich habe verstanden, (...)

Ich auch hilaria...

Danke Dir lila Eule, dass Du mich hergelockt hast 🙂. Ich bin derzeit auch mal wieder "schreibunfähig".
 
Freunde habe ich so richtig keine. Einige bessere Bekannte, das ja. Die so ziemlich im Überfluss.
Meine Familie, besonders zu meiner Oma habe ich regelmässigen Kontakt. Bei meinen Eltern ist es so durchwachsen, aber besser als gar nicht, da wir zwischendurch auch keinerlei kontakt hatten (Streitigkeiten)
Zur weiteren Verwandschaft besteht ebenfalls nur ein sporadischer Kontakt.
Aber Familie sind keine Freunde.
Keine Ahnung warum das so ist. Ich bemühe mich Freundschaften (im Real Leben) aufzubauen aber irgendwie magelt es an Interesse. Machmal von mir aus, aber überwiegend geht das von anderen aus.

Oft erlebe ich auch die Situation das alle aus dem näheren Bekanntenkreis zur Feier eingeladen werden aber ich und mein Mann.. wir werden übergangen, noch nicht einmal gefragt.
Aber wahrscheinlich bin ich nicht gut oder "lustig" genug. Mit sowas wie mir feiert man doch nicht...

Um aber Kastanien aus dem Feuer zu holen, d.h. in irgendeiner Form zu helfen wenn Hilfe gebraucht wird, dafür sind wir, mein Mann und ich, immer gut genug...Und dann heucheln die Leute einem noch ins Gesicht...
Ich muss sogar aufpassen wem ich was erzähle, sonst macht das die Runde und wird rumgetratscht...
Traurig aber wahr.

Mittlerweile habe ich es aufgegeben mich darüber zu ärgern. Ich habe die Bereitschaft für jeden und alles da zu sein gehörig eingeschränkt. Es bringt nichts. Um hinterher sowieso nur nen "Arschtritt" zu bekommen, nein danke.

Ich bin froh das ich hier im Forum sein kann, wo ich vieles einfach mal loswerden und aber auch Spass haben kann wenn ich mag..


Liebe Grüße
SchwarzeSeele

PS: Falls Buchstaben fehlen, meine Tastatur spinnt gerade etwas.
 
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Ich weiß was Du meinst hilaria, Deine Aussagen über die Verwandten. Die Dir ja übel genommen wurden, aber ich habe sie anders aufgefasst, muss ich Dir sagen. Du hast für mich nicht kalt oder bösartig geklungen, sondern sehr tief verletzt und traurig. Und manchmal sollten Worte nicht auf die Goldwaage gelegt werden, wenn einen das Leid packt und schüttelt, manchmal fallen dann aus einem nicht die nettesten Worte heraus. Ich habe verstanden, wie Du es meintest, wohl eher, wie Du es fühltest.
Und ja, ich muss Dir mal wieder zustimmen: Dieser Thread war aufschlussreich, der andere ging sehr unter die Haut, eine arge Steigerung. Besser kann man es nicht ausdrücken.
Schön übrigens, dass ihr hier hergefunden habt. 🙂 Ich werde sicher auch wieder meinen Senf dazu geben, auch noch auf das ein oder andere aus dem anderen Thread hier eingehen, wenn die Schreiblaune wiederkehrt, ich bin etwas gedämpft was das angeht derzeit.



Wobei das zwei ganz unterschiedliche Fragen sind, und ich würde erstere deutlich mit nein und letztere klar mit ja beantworten.

Danke, Lila, dass du mir gezeigt, dass es immerhin noch Leute gibt, die sowas verstehen. Ich habe unter diesem Elend Jahrzehnte gelitten und bin fast zerbrochen daran, das macht mich heute noch kaputt. Dieser Zeitgenosse hat mir in den ganzen Jahren alle Kontakte im Familienkreis unterbunden, indem er sofort lautstark dazwischen ging, sobald ich was sagte. Ich habe mich wirklich nie, nie auf einer Familienfeier einbringen können, konnte in all den Jahren kein einziges Mal etwas erzählen, mich auch nie mit einem anderen Familienmitglied unterhalten.
Mit dem Schwager und der Schwägerin in meinem Alter hätte ich so gerne einen Kontakt aufgebaut, das war unmöglich, dieser Mensch ging immer dazwischen und unterband das. Er selber redete rund um die Uhr. Ich fühle mich noch heute wie von innen zermahlen durch diese Qual und dieses Unrecht, was aber in der Familie keiner versteht. Und es war für mich einfach ein Gefühl der Erleichterung, als dieser Mann starb. Das heißt nun nicht, dass ich jemandem den Tod wünsche, oder jemandem den Tod wünsche, weil er gelacht hat. Das ist so unsinnig.
Da ist ein Riesenproblem (nicht der Mann war das Problem, sondern sein Verhalten) von mir abgefallen.

Ich frage mich bis heute, warum versteht keiner, wie schlimm das für mich war? Warum sehen die Leute in dem Verzweiflungsschmerz einfach nur Bosheit?
 
Dem kann ich nur zustimmen. Auch ich habe aus diesen Threads schon einiges mitgenommen. Hier kann man sich einfach viel freier austauschen als im Alltagsleben (dort haben ja leider auch oft nur oberflächliche Gesprächsthemen Platz oder scheinen angemessen). Ich bin gerade in einer sehr nachdenklichen "Phase" (ich mag das Wort nicht sonderlich, daher die Anführungszeichen) und dazu gehört auch, mir zu überlegen, ob viele Kontakte eigentlich wirklich glücklich machen und ob Freundschaften so wichtig sind, wie die Gesellschaft es oft suggeriert.

Ich kenne das auch, Anythingbutme. Ich bin in der Jugend auch "Freundschaften" eingegeangen, weil das von der Umwelt erwartet wurde und das hat mir alles andere als gut getan. Die Eltern erwarteten, dass ich mich total verbiege, um diesen anderen Leuten zu gefallen und mein wahres Wesen total zu verleugnen hatte. Für mich war das wie eine Vergewaltigung der Seele. Es hat mich krank gemacht, es belastet mich noch immer.

In einer Freundschaft muss man man selbst sein dürfen, sonst ist es keine. Falsche Freunde sind schlechter als gar keine. Von der Umwelt unter Druck gesetzt zu werden, das ist grausam. Es ist Unrecht.
 
Und das ist für mich großes weiteres Problem, dass Schmerz über gewisse Dinge, welcher aus mir irgendwann herausbricht, mir immer als Bösartigkeit ausgelegt wird. Wenn man dann erst einmal als bösartiger Mensch dasteht, ist die Isolation perfekt.

Das ist etwas, was die Menschen nicht verstehen, dass da aus langem Leid heraus ein Schmerz ausbricht. Dieses Nichtverstehen ist grausam. Das habe ich auch bei vielen anderen Menschen beobachtet, dass die auf diese Weise in die Isolation geraten sind.

Warum verstehen die Menschen nicht, dass jemand Schmerz empfindet und vielleicht ein Leben lang gelitten hat?

Warum wird erwartet, dass jemand hinter anderen zurückzustehen hat und darunter auch nicht leiden darf?
 
Warum verstehen die Menschen nicht, dass jemand Schmerz empfindet und vielleicht ein Leben lang gelitten hat?

Warum wird erwartet, dass jemand hinter anderen zurückzustehen hat und darunter auch nicht leiden darf?
Die allermeisten Menschen wollen mit dem Leid anderer nichts zu tun haben. Vor allem wollen sie besser, erfolgreicher dastehen als andere.

Ich mache diese Erfahrung nicht nur im Freundeskreis, sondern auch immer wieder bei bestimmten Cousinen. Wie du weißt, stecke ich in einer ganz schwierigen Erbauseinandersetzung mit meiner psychisch kranken Schwester. Und es war schon zu Lebzeiten unserer Mutter eine unerträgliche Situation. Manchmal hat die pure Verzweiflung dazu geführt, dass ich meinen Cousinen den aktuellen Sachstand nebst meiner seelischen Belastung offenbart habe, weil es für mich kaum noch auszuhalten war. Von einer kamen dann wenigstens noch aufmunternde und mitfühlende Worte per Mail. Von der anderen zwei, drei oberflächliche Phrasen, kein Mitgefühl, weder Anerkennung noch Bestätigung dessen, was ich in dieser extrem belastenden Situation seit Jahren geleistet/ertragen habe und nach wie vor leisten/ertragen muss. Statt dessen nur Berichte nebst Fotos von ihrem ach so tollen Familienleben und der Harmonie, auf die sie sich so viel einbildet und die sie offenbar als ihr persönliches Verdienst ansieht, so als ob sie es "besser" gemacht hätte als ich.

Ich hasse das wie die Pest.:mad: Absolut taktlos, kein Feingefühl. So würde ich niemals mit einem Menschen umgehen, der ohnehin schon belastet genug ist. Oder glaubt sie im Ernst, ich würde mich darüber freuen, dass es ihr unverdienterweise viel besser geht als mir?! Täte sie im umgekehrten Fall doch auch nicht.

Aber das ist genau die Sorte Mensch, die sich mit ihrem Riesenfreundeskreis brüstet, der aus genauso oberflächlichen, vom Schicksal verwöhnten Menschen besteht, wie sie selbst es sind.🙄
 
Zuletzt bearbeitet:
Die allermeisten Menschen wollen mit dem Leid anderer nichts zu tun haben. Vor allem wollen sie besser, erfolgreicher dastehen als 🙄

Genau das sind die Leute, die einem, wenn man mit ihnen in Kontakt kommt, mehr schaden als nutzen. Diese Menschen interessieren sich nicht für den anderen, sie können oder wollen nicht verstehen, was ein anderer Mensch durchleidet. Die schieben den Schmerz weg und kommen mit Phrasen: Die Natur ist doch schön, wie kann man da nicht glücklich sein, ICH bin ein guter Naturfreund, ICH freue mich an der Welt, ICH gehe mein Leben besser an als du, und deshalb bin ich vom Glück geküßt worden und DU bist unglücklich.

Verzweifelt man vor Schmerz und Elend, ist das ein Beweis dafür, dass man ein schlechter, böser Mensch ist und die anderen selber die moralisch Überlegenen sind. Das ist eine der brutalsten Fallen, in die man im Leben geraten kann.

Solche "Freundschaften" sind nicht nur wertlos, sie sind in höchstem Maße destruktiv. Und wenn es in der Familie so läuft, dann gibt es kein Entkommen, dann gerät man ganz schnell an die alleräußersten Grenzen.

Das bersonders Perfide ist, dass Leute, die sich so verhalten, sich als hilfsbereit darstellen, sich als Held fühlen, wenn sie jemandem beim Tragen geholfen oder eine Tischdecke geliehen haben (nichts gegen diese Gesten und nichts gegen Hilfsbereitschaft im Alltag). Und jemand, der einem anderen einmal eine Tischdecke geliehen hat, ist so hilfsbereit und gut, dass man ihn nie im Leben mehr kritisieren darf...
 

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