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Wie lenkt man sich ab, wenn das Herz zerbricht?

Hallo,atemlos,verfolge Deine Worte schon,seit ich mich hier registriert habe,Wie fing denn Dein Problem an ?Ich selber habe irgendwann eine "midlifecrisis" entwickelt. Naja,Mein Job wuchs mir immer mehr über den Kopf,meine Frau und mein Kind haben immer mehr genervt.Ich bekam Depressionen und nach gut einemJahr haben mein Kind und meine Frau mich verlassen.Jetzt,nach langer Krankheit und vielen Sitzungen bei meiner Psychologin weiß ich ,daß es an meiner Kindheit,Job,etc. lag ,daß ich nicht in der Lage war,die beiden wirklich zu lieben.Meine Frau hat mich wirklich geliebt und viel Mühe gegeben,doch jetzt ,wo ich weiß,wie sehr ich sie liebe,ist alles zu spät,sie hat jemanden gefunden....Wie war das bei Dir?Was war da los?Würde mich über eine Antwort sehr freuen.🙂

Hallo Revolverheld!
(Kommst Du aus Bremen??😉)

Ach, ich könnte soviel schreiben. Angefangen hat es vor gut einem Jahr, als ich mich jemandem näherte...leider ein Kollege...wir hatten ein tolles Verhältnis, haben viel Vertrautes geteilt, viel Zeit miteinander verbracht, und dann habe ich mich in ihn verliebt. Offen gesagt habe ich ihm das aber erst Anfang Dezember. Leider beruhte die Liebe nicht auf Gegenseitigkeit, aber er möchte mich als Freundin nicht verlieren.
Seitdem habe ich mich zurückgezogen. Eine Freundschaft funktioniert im Moment nicht. Und wie gesagt, wir arbeiten zusammen. Wir können uns also nicht mal aus dem Weg gehen.

Diese ganze Situation brachte mein ganzes Leben ins Wanken. Aufgrund der Zurückweisung stellte ich alles in Frage: Mich und mein Leben, d.h. mein Aussehen, meinen Charakter, meine Denkweise, meine Gedanken, meine Gefühle, meinen Job und die Art, wie ich mein Leben führe. Wenn plötzlich kein Stein mehr auf dem anderen steht, man den Boden unter den Füßen verliert, ist alles egal.
Ich habe mich nur wenigen anvertraut, das Forum hier hat mir zusätzlich geholfen. Mittlerweile weiß ich, daß ich sehr gut bin in Selbstreflexion, und so konnte ich den Gedanken, daß ich mich nicht allein aus dem Sumpf ziehen kann, denken und dann auch akzeptieren. Das war schon schwer genug für mich - das erste Mal in meinem Leben das Gefühl, mir nicht selbst helfen zu können...

Seit Anfang Januar bin ich bei einer Therapeutin, hatte bis jetzt drei Gespräche, die mir gut getan haben. Aber es wird noch eine Weile dauern...wir sind ja noch in der "Bearbeitung" der IST-Situation, weil da leider noch ständig viel passiert...mit ihm, mit dem Job, mit anderen Kollegen, neue Gedanken über mich und zu meinem Leben. Hm...der Mensch ist doch sehr komplex!😉

Wie geht es DIR heute? Deine Geschichte liest sich leider sehr traurig...es ist schlimm, die Menschen zu verlieren, die man liebt. Da bleibt die Frage, wie lange man Kraft und Hoffnung hat...ich hoffe, Du hast in Deiner Psychologin und Freunden eine gute Stütze! Du kannst mir gern mehr schreiben, wenn Du magst.

Alles Liebe:blume:, atemlos
 
Da bin ich mal wieder - war ein paar Tage nur im Bett und komm einfach nicht mehr klar. Ständig diese Gedanken die um mich kreisen. Ich halte es nicht aus. Ich werde wahnsinnig vor schmerz. Jeden morgen verfluche ich wenn ich aufwache und den Tag von neuem erleben muss und jeden Abend wünsche ich mir von ganzem Herzen das es mein letzter ist. Aber so einfach scheint es nicht zu sein mit dem wünschen. Ich weiß nicht wie das weiter gehen soll. Der Gedanke nie mehr eine Beziehung mit der Person zuhaben legt mein komplettes Leben lahm. Ich hatte mal Ziele und die in der Partnerschaft sehr angestrebt und verfolgt aber seit dem alles vorbei ist habe ich keine Ziele mehr. Ich probier es dann hin und wieder aber dann merke ich schon recht schnell das es kein sinn hat. ich frage mich dann was es bringt wenn ich die person sowieso nicht zurück bekomme. ich kann mich einfach an nichts erfreuen. ich würde gerne mit jemand privat darüber reden um einzelne situation die mich so in die verzweiflung bringen zu bereden. wär lust hat kann mich einfach anschreiben. danke schön
 
an sich kann und sollte man was gegen die Traurigkeit und Lethargie tun....sich also nicht zu sehr gehen lassen sodass man in eine Depression reinrutscht.

Ein gesunder Alltag ist grad in Krisenzeiten wichtig.

Natürlich gibt es leider auch immer wieder Menschen die im Leid versacken und keine Haltung zeigen....die in Selbstmitleid versinken....auf Dauer macht das natürlich krank und die Frage ist dann auch unter Umständen wer diese Kosten ständig trägt? Muss dann die soziale Gemeinschaft dafür herhalten dass einige nicht willens und in der Lage sind sich in Krisenzeiten zu helfen?
Klar ist es eine zeitlang in Ordnung...aber übertreiben sollte man es damit natürlich nicht...es geht hier ja um die Liebe zu sich selbst und zur Gemeinschaft in der man lebt und mit all seinem Kram eng verwoben ist...auch wenn es sich für viele ggf anders anfühlt und sie sich eher isoliert fühlen...Gefühle können täuschen....alles ist miteinander verbunden.

Den Weg über ein Privatgespräch finde ich sehr gut aber ich bin ein wenig skeptisch ob ein anonymes Hilfeforum der richtige Weg ist. Vor Ort Menschen ansprechen die man persönlich kennt wäre ggf günstiger. Aber ggf hat man hier auch ein wenig Glück. Ich persönlich würde es mit mehreren Optionen probieren.

Im Fall von Depressionen oder psychischen Störungen sind sehr viele User dieses Forums, i.d.R. Hilfesuchende überfordert und es wäre sinnvoll sich dazu einen Therapeuten zu suchen mit dem man einmal oder zweimal die Woche redet. Ein Forum ersetzt eine ggf notwendige Therapie in Hinsicht auf eine depressive Episode oder Erkrankung natürlich nicht.

Kreisende Gedanken, Grübelkaspar etc ist nicht gut fürs Hirn....viel rausgehen ist wichtig, auch unter die Leute gehen, ggf zum Facharzt (Psychiater) bei vorliegender Depression. Für jeden Gedanken einen Spaziergangschritt oder Sport etc...

Ich hatte Ende letzten Jahres ebenfalls eine Krise und bin mit der Methode: arbeiten, sich aufraffen, viel raus etc. sehr gut weg gekommen. Klar gibt es traurige Momente...die läßt man durch sich durchlaufen...ohne Anhaften...Loslassen können von der Trauer ist gut und zwischendrin auch Kontrastprogramm...also auch mal ein wenig unter die Leute und lachen können etc.
Das Leben ist nicht so konzipiert dass es Garantien auf lebenslange Liebe zu einer Person geben kann,...es bietet aber zumindest die Möglichkeit wieder einen neuen Partner zu finden und sich irgendwann neu zu verlieben....und das ist sehr viel...

Also nicht immer nur auf das was fehlt gucken sondern auch auf das was vorhanden ist.

No-way-out-Situationen existieren an sich nicht real sondern eher im Kopf und sind ein ungünstiger Gedanke den man sich ersparen sollte. Es gibt nur eines: ständige Veränderung ohne Garantie dass immer alles toll ist und bleibt und die Welt oder die Menschen sich so verhält/verhalten, wie man es für sich wünscht oder erwartet. Allein das Leben selbst ist ein riesengroßes Geschenk dass man auch in Krisenzeiten in Ehren halten sollte....und natürlich nicht wegen Liebeskummer o.d.ä gefährden sollte. Sich absichtlich in Depris reinsteigern ist ein wenig...unreif, wie ein bockiges Kind dass sich gegen Veränderung und widrige Umstände auflehnt. Allerdings eine Auflehnung die sich gegen sich selbst richtet.....Es gibt glückliche Zeiten und auch mal traurige Zeiten...ich denke ein durchgängiges Bemühen sich (insbesondere auch in Krisenzeiten) um sein Glück zu kümmern ist eine gute Beschäftigung und auch Herausforderung die das Leben an jeden stellt.

Liebe zu sich selbst ist eh Basis um gut lieben zu können und Liebe zu sich selbst bedeutet ständig Ziele zu haben und wenn einige Ziele nicht erfüllbar sind loslassen und neue Ziele finden und drauf los gehen...das ist das Leben...lebendig, herausfordernd. Sich hinhocken und jammern, dass man wenn der Partner futsch ist keine Ziele mehr hat oder haben will....naja...wäre nix für mich. An sich bietet das Leben ja eine Fülle an Möglichkeiten und auch neuen Partnerschaftsmöglichkeiten.

Eine Person ist nur eine Person....und man selbst ist auch eine Person um die man sich kümmern muss..auch wenn eine geliebte andere Person gegangen ist. Wer über die Liebe zu einer Person hinaus den Sinn der Liebe begriffen hat und den Wert der Liebe an und für sich zu schätzen weiss der hält Krisenzeiten aus und lebt weiter, liebt sein Leben auch noch wenn es mal Rückschläge gibt und nicht alles so läuft wie man es sich wünscht und geplant hat.

Jeder verarbeitet natürlich anders...einige hängen eine zeitlang total down runter, einige werden sogar krank an ihrem Kummer, wieder andere stehen tapfer aufrecht und halten die STellung....so sind die Menschen sehr verschieden. Mit Verlusten einigermaßen gut klar zu kommen will auch erst einmal gelernt sein. Ganz hilfreich ist hier das An-die-Stelle-setzen...also nie nur einer Person Zugang zu sich geben sondern auch anderen die einem in Krisenzeiten ein wenig Aufmerksamkeit geben können.

Tyra

@Vogel-der-Nacht: eine Person zurückbekommen? Hmmm ein recht besitzergreifender Ausdruck..Personen kann man niemals bekommen...nie besitzen...Man begegnet sich, umtanzt sich wie Motten das Licht und manchmal bleibt man eine WEile zusammen, begleitet sich ein stückweit durch das Leben, manchmal driftet man wieder auseinander...das ist der normale Strom des Lebens und auch der Liebe. Auch Liebe zu einer Person ist manchmal vergänglich wie ein Mondschatten der durch die Nacht huscht. Aber eines ist unvergänglich;: die Liebe selbst..wie sieht es mit dir aus? Bist du überhaupt liebesfähig?....zu dir selbst?
Tja ich sage immer: wer liebt der schiebt manchmal...der schiebt sich an, grad in Zeiten der Herzlähmung....damit das Blut und der Lebenssaft nicht zu stark ins Stocken gerät was Körper und GEist nicht so gut tut.

Alles Gute!
Und ich hoffe du suchst nicht und verlierst dich an ungünstigen Orten in ewiger Suche sondern findest vor Ort konkrete Hilfe und jemanden mit dem du reden kannst.
 
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