Hallo zusammen,
habe mal mitgelesen, da ich selber eine lange Beziehung/Ehe hinter mir habe und seit letztes Jahr Juni getrennt/ geschieden lebe.
Da ich ein " weibliches Wesen" bin kann ich demjenigen der geschrieben hatte, dass man gerne nach der Trennung idealisiert nur zustimmen.
Man schaut sich Vorstellungsbilder an, Schmerz taucht auf und man heult, die weniger schönen Situationen lässt man gar nicht zu.
Manchmal meine ich - Trennung tut deshalb so weh, weil Liebe manchmal wie Nikotin wirkt und erst eine andere Sichtweise und Einstellung bringen uns aus dem tiefen Tränental. Der Mensch der einem jahrelang zu Seite stand, hat eben andere Bedürfnisse und möchte sein Leben anders gestalten. Das muss man akzeptieren, so weh auch tut. In meinem Fall, hat sich mein Exmann in eine andere Frau verliebt und mich auch deswegen verlassen. Leider hatte er nicht den Mut mir das direkt zu sagen, habe es erst später erfahren, dass er bei Ihr eingezogen ist. Dieser Verrat, Betrug tut sehr weh, aber hassen werde ich ihn nie deswegen, er war ja nicht mein Eigentum.
Die Enttäuschung einer Liebe bereitet sehr viel Schmerz, führt in tiefe Täler und manchmal so geht es mir , ein Lied läuft was mich an Ihn erinnert und der Schmerz taucht ungewohlt auf, ich heule bzw. bekomme feuchte Augen.
Kürzlich fragte mich ein Bekannter - na ist das Trauerjahr vorbei. Ich sagte ihm, dass ich solange ich nicht allein glücklich sein kann, auch mit niemanden anderen glücklich werden kann. Solange dieser Schatten eines Bildes noch in meinem Herzen und Geist herumstöbert, solange wird es für mich keinen anderen Mann geben.
Klar lächle ich die Menschen nicht an, verschenke meine Liebe, aber eine neue Beziehung ist für mich unvorstellbar. Ich wünschte mir, ich würde morgen aufwachen und kein Schmerz würde mich mehr lähmen, keine Erinnerung, kein Bild taucht mehr auf. Leider ist das Leben kein Wunschkonzert.
Was ich ehrlich gemerkt habe ist bei mir, dass ich Probleme habe mein Leben auszufüllen, ein Ziel für mich zu finden, etwas für mich zu tun, daher dauert der Prozess des wirklichen Loslassen auch länger.
Ich bin richtig denkfaul geworden, höre oft Musik und drifte einfach weg und heule.
Aber langsam scheint auch eine Kraft in mir aufzutreten, die sagt, los - löse dich- sei frei und lebe dein Leben, sei dein Drehbuchautor, mach was aus deinem Leben. Sag ja, fang an.
Ehrlichkeit zu sich selbst, Liebe hilft - im Endeffekt ist Leben eine Entwicklung, mit Phasen der Zweisamkeit, des Alleinseins. Auch sehe ich Liebe nicht als einen Ausdruck der nur in einer Partnerschaft von statten geht, sondern man kann sehr viel lieben. Ich liebe Wind der mich umstreichelt, eine schöne Aussicht, eine Katze die schnurrt in meinen Armen, ein liebevoller Blick eines mir Fremden, ein tolles Lied im Radio, der Duft einer Blume, der Blick in den Spiegel.......
Mir hat mal jemand gesagt: Hasse und liebe dich gleichzeitig und du bist auf dem besten Wege ganz zu werden.
MfG
Gast