Tyra
Sehr aktives Mitglied
Hallo,
ich leide seit ich ein kleines Kind bin an einer Sozial Phobie.
Am Anfang war diese Phobie noch kein so extremes Problem,
doch mit der Zeit wurde es immer schlimmer und schlimmer.
Jetzt bin ich 16 Jahre alt, und kann kaum noch das Haus verlassen.
Die Schule habe ich auch abgebrochen, weil ich diese ständige
Konfrontation mit anderen Menschen nichtmehr ausgehalten habe
nachdem es an einer Schule dann auch zu einer Mobbing-Attacke
gegen mich kam. Ich kann mich einfach nichtmehr frei bewegen.
Die Angst nagt zu sehr an mir.
Wenn ich das Haus dann doch mal verlasse, was extrem selten
vorkommt, verkrampfe ich mich komplett. Ich habe keine Ahnung
wie ich mich verhalten soll. Ich habe vorher schon oft Stunden
bevor ich das Haus verlassen soll Bauchschmerzen bzw Magen-
schmerzen vor Angst. Langsam verfalle ich immer mehr in eine
Depression, ich fühle mich oft wie schwer behindert weil das
in meinen Augen einfach kein Leben mehr ist.
Ich soll meinen Abschluss diesen Sommer machen und im
September eine Ausbildung beginnen, doch auch
davor habe ich so extreme Angst, dass ich mich garnicht erst
traue zu meinen Schulbüchern zu greifen geschweigedenn mich
irgendwo zu bewerben. Ich weiss einfach nichtmehr weiter,
alle versuche aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen
sind bisher gescheitert. Eine Therapie hat bisher auch nicht
viel an meinem Zustand geändert.
Vielleicht befinden sich in diesem Forum ja ein paar Leute
die bereits mit dieser Problematik zu kämpfen hatten.
Oder auch einfach Leute die mir Tipps geben könnten :/
Danke schonmal im vorraus!
Angst gehört zum Leben dazu und ist dazu da dass du lernst sie in den Griff zu kriegen.
Therapie ist nur so gut wie stark dein Wille ist deine Angst zu überwinden. Es ist letztlich deine Entscheidung ob du den Weg des geringsten Widerstandes gehst und dich angstvoll wie ein Kaninchen versteckst ober Mensch bist, also ein Wesen dass willens und in der Lage ist gut mit seinen Ängsten um zu gehen.
Geh sinnvollen Beschäftigungen nach, vermeide Alleinsein und Grübeleien. Mach Sport...Und weiter Therapie, Verhaltenstherapie wäre gut für dich. Und geh z.B Reiten.
Ich war als Kind auch ein ängstlicher Typ aber mir half das Reiten damals, in deinem Alter führte ich eigenständig mit meiner Freundin einen kleinen Reitstall. Mit wachsendem Selbstbewusstsein schwindet die Angst von allein.
Vermeide Genuckel an der medialen Titte wie ich es ausdrücke, also zu starke Abhängigkeit von PC- und TV-Konsum, damit kannst du dein Selbstbewusstsein nicht ausreichend aufbauen. Wichtig sind reale Kontakte vor Ort, also Leute mit denen du dich triffst und austauschst. Medienjunkies sind Flatliner, also bewegen sich zweidimensional durch Raum und Zeit...leben ein Leben ohne Tiefen und Höhen. Fantasie ist dazu da sie z.B künstlerisch aus zu leben. Im Beruf, in der Partnerschaft oder Ähnlichem. Menschen sind an sich mehrdimensional und nicht nur Flatliner aber für einige ist es bequemer sich auf einer Linie hin und her zu bewegen aus Angst vor Höhen und Tiefen.
Vermeide starke Schwarz-Weiss Sicht und Gedanken dass du total anders bist als andere Menschen. Es gibt kein entweder-oder auch kein entweder individuell oder Standard. Die Wahrheit liegt in der Mitte und du du bist sowohl Jedermann als auch gleichzeitig individuell/einzigartig. Dir nutzt aber deine Individualität gar nix wenn du sie nicht mit einbringst in die soziale Gemeinschaft. Individualität ist dazu da dass sie eine soziale Gemeinschaft bereichert und farbiger gestaltet und nicht dazu im stillen Kämmerlein zu verrotten und zu verstauben.
Du bist ein krasser Egoist wenn du dich als was Besseres oder Schlechteres siehst. Finde die Mitte und dein Gleichgewicht.
Sozialphobie ist im Grunde Angst vor sich selbst die es zu überwinden gilt.
Ich war recht früh auch recht reif und hatte mit 16 Freundinnen die über 30 Jahre alt waren aber auch gleichaltrige Freundinnen. Es gibt immer auch Menschen die ähnlich drauf sind und Gemeinsamkeiten findet man überall...sofern man richtig hinschaut also nicht nur mit Flatlinerschisshasenblick.
Ich gucke grad hier mal in die Beiträge und lese dass einige Nachts um drei posten.....ich prognostiziere dass all diejenigen die das über längeren Zeitraum tun hirnschräg drauf kommen da das Gehirn um diese Zeit an sich in einem anderen Zustand sein sollte...Tiefschlaf oder REM...zur Reorganisation. Kopfgesundheit, sprich ein Systemzustand des Hirns der in Ordnung ist ist kein Zufall sondern Ergebnis von Pflege.
Angst hat was mit der Biochemie des Hirns zu tun. Zu starke Angst entsteht durch etliche innere und äußere Auslöser.....jeder produziert sich seine eigene Angst auf gewisse Weise selbst und sehr viele durch ungesunde Lebensweise....die schlaueren merken das natürlich relativ flott.
Das mit der Konfrontationstherapie erkannte ich mit 13...es war eine gute Zeit mit vielen Herausforderungen. Neben dem Reiten habe ich Langlauf gemacht..ist super fürs Hirn mit dem Input an Glückshormonen und bringt Selbstbewusstsein, es machte vor allem Spass zusammen mit Gleichgesinnten zu trainieren.
Ich wäre an ich weniger auf die Idee gekommen mit Coladosen die man Pfiffi nennt rum zu rennen....finde ich eher kontraproduktiv und welcher Mensch hat die Zeit sich a) sowas aus zu denken und b) so was um zu setzen? Ich habe stattdessen nen Pferdestall ausgemistet und Geld damit verdient. Finde ich irgendwie eleganter und intelligenter muss ich ehrlich sagen 😀 aber nix für ungut.
Gesellschaftliche Regeln sind auf gewisse Weise wichtig, sonst würde alles in Krieg und chaos untergehen. Aber es ist natürlich nicht gut dass diese Regeln zu starr werden und zu dogmatischen Normen od.ä. In einer Massenpopulation ist dies jedoch ggf schwer umgänglich. Es bringt wenig von Idealzuständen zu träumen, jeder hat die Freiheit für sich einen Bereich auf zu bauen in dem er die Zustände die er haben will in einem gewissen Rahmen verwirklichen kann...das reicht an sich auch schon. Zu hohe und unrealistische Erwartungshaltung bringt nur Frust, Depression und Phobien....Wir leben im totalen Luxus und in friedlichen geregelten Zeiten und sollten nicht zu viel klagen und meckern....und jeder Luxus hat halt seinen Preis. Wer drauf verzichten will dem steht es frei in die Anden zu gehen oder in der Mongolei Schafe hüten oder nach Neuseeland Lachse züchten oder sowas.
Was einem hierzulande oft begegnet sind Painbodyfetischisten.
Zum Begriff hier Infos:
The pain body by Eckhart Tolle
Eltern sind auch nur Eltern und ab der Pubertät nicht mehr so wichtig. Meine Eltern waren teilweise recht krass. Mein Vater gewalttätig, meine Mutter auf gewisse Weise durch Ignoranz ebenfalls. Da half nix anderes als neue Grundregeln ein zu führen und durch zu setzen. Mit genügend Willen, Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen geht das an sich recht gut. Dort wo kaum Moral und Sozialsinn herrscht wird er halt eingeführt und Orte an denen Sozialsinn wenig keimt und wächst meidet man.
Meine Eltern waren keine guten Gesprächspartner aber es gibt ja auch außerhalb des Elternhauses ein reichliches Angebot....Ab der Pubertät sollte man also so langsam abnabeln um los zu ziehen und außerhalb des Elternhauses reichlich an Erfahrungen zu sammeln. Und man wird überall erkennen: nichts ist perfekt und man findet überall immer was zu meckern...und auch Gutes...an sich hält sich das überall die Waage. In jeder näheren Begegnung lernt man Neues dazu.
Mit meinen Eltern ist es teilweise manchmal immer noch nicht leicht. Mein Vater ist recht stur und ichzentriert, meine Mutter hatte ihn bequemlicherweise im Stadium eines verzogenen Kindes belassen, was sich auf Dauer immer unvorteilhafter erwies.....aber das ist halt Sache und Entscheidung meiner Mutter die mit ihm zusammen lebt. Es wird nun ein wenig schwierig da er nun dement ist. Um mit ihm klar zu kommen muss man in der Rolle des gestrengen Erziehers erst einmal einnorden, also runterholen vom hohen Ross um dann auf einer Ebene kommunizieren zu können. Das gesamte Leben ist per se so eine Art Rollenspiel und man braucht überall hin und wieder gewisse Kriegerfertigkeiten....gekoppelt an eine Art Ehrenkodex versteht sich. Damit will ich sagen: man kann nicht erwarten dass man Gerechtigkeit und Frieden frei Haus serviert kriegt sondern muss beides mit Herz und Verstand immer wieder herstellen.
Noch ein Tipp: das Wort "Problem" aus dem Denken und Wortschaft weitgehend eliminieren ist vorteilhaft. Man sollte von Herausforderung reden. Herausforderungen an denen man lernen und wachsen darf.
Gruß
Tyra
noch was zum Leiden: Leiden = Aufgabe das Leiden zu überwinden. Sieh es wie ein PC-Spiel und eine Aufgabenstellung die du mit Herz und Verstand lösen sollst.
Angst ist dein Freund und nicht dein Feind. Du selbst bist dir der Feind indem du Angst vor der Angst hast.
Mir half damals ein altbewährtes REzept: zur Ruhe kommen, tief in sich gehen um dort den Ort der inneren Kraft zu finden und von dort heraus wirken = proaktiv handeln um das Leben zu gestalten. Mir half auch Selbstbeobachtung und Reflexion...man tritt aus sich heraus und guckt sich seine Angst an und merkt: o.k ich habe manchmal Schiss, aber das gehört halt dazu, ich bin diese Angst nicht, ich bin ein Wesen dass in der Lage ist innere Ängste im Griff zu haben um damit gut zu leben.
Auch wichtig: nachts um drei schlafen..tief und fest....und tags z.B. Terry Pratchett lesen, schöne Dinge tun etc.in der Freizeit...versteht sich. 😉
Aus dem Zitattext oben liest sich zu viel Passivität ab.
Depression ist Aggression gegen sich selbst und andere.
Buchtipp: Krankheit als Weg von Dethlevsen/Dahlke.
In Depression fällt nur der der sich fallen läßt. Die Erwartung dass andere den Job erledigen einen ständig auf zu fangen und zu sagen was man tun soll oder so ist unangemessen und ungünstig. Jeder ist sich selbst Freund oder Feind..und es ist die eigene Entscheidung ob man sich selbst Freund oder Feind ist. Diese Entscheidung kann einem letztlich niemand abnehmen.
Die Pharmaindustrie freut sich natürlich auf all die passiven Kandidaten und Painbodyfetischisten die mit Dauerdepressionen auf ihr Pillchen warten im Frührentenstadium auf dem Sofa sitzen und in ihren Flachbildschirm starren......Brave New World?
Du hast nur ein Leben, dieses Leben mach was draus!
Nochwas zur Pubertät: Hormonchaos bedeutet Mehrarbeit in Sachen STabilisierungsarbeit...sprich viel Sport machen und natürlich artgerecht leben..sprich...Freundin, erste Partnerschaftserfahrungen und auch Sexerfahrungen = Stoffaustausch auf dieser Ebene...Nicht nur zu stark verkopft leben...und für Ausgleich sorgen.