Das ist aus meiner Sicht genau der Punkt: warum brauchst du von aussen diese Bestätigung? Bist du nicht zufrieden mit dir, wenn dir nicht jemand anderes sagt, dass du was gut gemacht hast? Dass jemand stolz auf dich ist? Im wahren Leben, sagen wir mal im Beruf bekommt man das auch nicht täglich zu hören. Man macht die Arbeit zur Zufriedenheit und man ist ja auch kein Kind mehr, dass man ständig eine Belohnung erwartet.
Ich suche doch gar nicht nach einem Menschen, der mir für Alles, was ich mache, auf den Kopf tätschelt und mir eine Belohnung gibt - wie so ein kleiner Hund oder eben ein kleines Baby. Aber es gibt doch einen großen Unterschied zwischen 'von einem Menschen akzeptiert und geliebt werden' und für Alles Belohnungen erwarten.
Was willst du denn an Lob im Studium? Und wie wirst du bestraft?
Ich hab' mir meine Antworten noch mal durchgelesen und weiß wirklich nicht, wie du darauf kommst, dass ich immer und überall lob will. Mir geht es darum, nicht immer perfekt sein zu müssen, sondern mit 22 Jahren auch mal Fehler machen und noch etwas lernen zu dürfen.
Zu erklären, welche 'Strafe' Fehler in meinem Studium haben, ist ein wenig sehr schwer zu erklären. Ums kurz zusammenzufassen: Der Umgang unter den Kommilitonen ist sehr feindseelig. Jeder Fehler wird damit bestraft, dass Freundeskreise zerbrechen, Falschwarheiten über einen Verbreitet werden oder man systematisch ausgegrenzt wird - sowohl von Kommilitonen, als auch Dozenten. Von knapp 500 Bewerbern werden hier pro Semester eben nur 15 angenommen und dann wird eben auch die Welt von einem erwartet. Da ist dann auch egal, dass man eigentlich immer Alles richtig macht: Wenn man einen dummen Fehler macht - und mein Gott, auf 3,5 Jahre Studium passiert sowas schon mal - dann hat das studientechnische, berufliche und auch soziale Kosequenzen.
Ich bin übrigens nicht der Einzige, dem es hier so geht. Wir sind Alle froh, wenn das Studium endlich vorbei ist.
Deine Mutter war lieblos und sie hat dich mit Nichtbeachtung und Lieblosigkeit bestraft, wobei ich das so verstehe, dass du ja ihr nichts recht machen konntest, sondern sie ist einfach zu liebevollem Umgang nicht fähig.
Dass das mit dem Brief dir nichts bringt ist schade. Du empfindest deiner Mutter gegenüber eine Gleichgültigkeit, daher ist das Aufzählen der Verletzung durch sie nicht therapeutisch für dich. Das solltest du aber in der Therapie unbedingt aufarbeiten. Du kannst auch ein Tagebuch schreiben.
Ich habe den Brief gestern morgen geschrieben und ich muss ganz ehrlich sagen, dass gestern Abend - auch im weiteren PN Kontakt mit einer Nutzerin hier im Forum - noch mal ganz viel hochgekommen ist. Also wirklich ganz, ganz viel! Ich weiß z.B. nicht, wann meine Mutter das letzte Mal "Ich liebe dich", "Ich bin stolz auf dich" oder gar "Danke" gesagt hat .. selbst als ich ihr vor einem Monat den ganzen Umzug organisiert und Alles für sie gemacht habe. Da hat sie mich dann auch nur dumm angemotzt, wenn ich - als Kreativer - nicht spontan wusste, wie man jetzt eigentlich eine Küche montiert.
Ich glaube auch, dass meine Probleme tatsächlich von dieser ungesunden Beziehung zu meiner Mutter kommen. Von ihr habe ich eben nie Liebe und Akzeptanz bekommen. Und in meiner Familie gibt es da eben noch ein paar mehr Fälle:
Mein Vater hat mich vor meiner Geburt verlassen und den einzigen Kontakt, den ich mit ihm habe, ist über Anwaltsschreiben. Mein Stiefvater hat mich nach der Geburt meiner kleinen Schwester - damals war ich 6 - psychisch als auch physisch etwas misshandelt. Meine Großmutter hat mich immer als 'Schwarzes Schaf' bezeichnet und mir prophezeit, dass ich in die Hölle kommen werde, weil ich mich von der Kirche abgemeldet und Tattoos habe. etc. etc.
Deswegen war es mir mit 19 dann auch so wichtig, dass ich für mein Studium GANZ WEIT aus meiner Heimat wegziehe. Aktuell knapp 500km aber bald dann über 1000km.
Was ist positiv in deinem leben? Kannst du das mal aufschreiben? Denn ich denke, du bist im Moment komplett fixiert auf Probleme, dass du das positive gar nicht sehen kannst.
Ich versuche das mal! Vielleicht jeden Abend einfach aufschreiben, für was ich dankbar bin oder so. Mal sehen, was da am Besten in meinen Tag passt.