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Wie gesundes Liebes- und Sexualverständnis entwickeln?

  • Starter*in Starter*in lededo96
  • Datum Start Datum Start
Ist doch nett, dass die Dame noch mal geschrieben hat.
Jetzt hast du Klarheit. Es ist eben kein Funke ueber gesprungen.
 
Gerade ne Antwort von der einen Frau bekommen, mit der ich mich vor Kurzem getroffen habe und dir mir dann nicht mehr geschrieben hat:

"Hi Daniel, sorry, dass ich mich erst jetzt melde. War die Tage weg. Ich muss dir leider sagen, dass bei mir mehr als Sympathie nicht aufgekommen ist. Sorry. Bist ein super Typ und ich wünsche dir noch viel Glück"


Wie geht es dir mit dieser Antwort; wie stehst du dazu?
 
Um zur Ausgangsfrage zurückzukommen: räum die Beziehung zu deiner Mutter auf.
Ich weiß, das wußtest du eigentlich schon...

Ich weiß, dass ich das tun muss, aber ich weiß nicht, wie das gehen soll. Das mit dem Brief an meine Mutter habe ich probiert aber das hat mich emotional total kalt gelassen - da ist mir nichts über mich selbst klar geworden, da hat sich nicht plötzlich meine Definition von Liebe geändert oder sonst was. Leider, wäre ja eigentlich richtig schön gewesen, wenn das so einfach geklappt hätte.

Ich meine ich bin meiner Mutter gegenüber auch nicht wütend oder etwas Ähnliches - es ist da nur so eine Art Interesselosigkeit. Ich habe die letzten Jahre immer versucht, Kontakt mit ihr zu halten und ihr zu sagen, dass es okay ist, wenn sie mir schreibt, auch wenn sie Angst hat als "die Helikoptermutter rüberzukommen". Ich habe ihr das in den letzten Jahren schon soooo oft gesagt aber mit ihr Kontakt zu halten oder überhaupt ehrlich mit meiner Mutter über irgendetwas reden zu können, keine Chance.

Mittlerweile ist mir die Beziehung zu meiner Mutter leider auch einfach sehr gleichgültig geworden: Sie meldet sich nie bei mir, ich melde mich nur noch alle paar Monate - weil der Kontakt dann eh immer wieder abbricht, sie kein Interesse am Schreiben oder Telefonieren zeigt - und über Weihnachten fahr ich dann halt mal wieder heim. Aber auch nur aus einer Art schlechtem Gewissen und nicht, weil ich sie vermisse. Da war noch nie eine enge Bindung und die kann ich jetzt leider auch nicht mehr erzwingen - ich habe da schon wirklich viel probiert.

Ob in der Hinsicht also was zu retten ist, keine Ahnung. Das Thema ist für mich dann doch irgendwo schon gegessen.

Wie geht es dir mit dieser Antwort; wie stehst du dazu?

Natürlich ist es super nett, dass sie mir das wenigstens schreibt und ich habe ihr auch noch mal freundlich zurückbeantwortet. Von wegen "Freut mich, dass du dich noch mal gemeldet hast. Schade, dass auf deiner Seite nicht mehr war. Das Treffen hat aber trotzdem viel Spaß gemacht. Und dir auch noch viel Glück auf der Suche!"

Ist ja wirklich okay, wenn eine Sache so endet und ich dann wenigstens Klarheit habe .. aber wenn ich ehrlich bin, hat mich das im ersten Moment schon getroffen. Einfach weil ich das Date wirklich schön fand und mir eben auch sicher war, dass sie ne Menge Spaß gehabt hat. Und wenn ich dann lese "mehr als Sympathie war da nicht" oder "du bist ein toller Kerl" dann stimmt mich das schon auch ein wenig Ratlos .. denn was soll ich denn anders machen?

Ein paar schöne Stunden zusammen verbringen, mein Interesse zeigen, ein bisschen Flirten .. ich meine das war ein erstes Date und da wird dann von mir erwartet, dass ich nicht einfach nur sympathisch bin und wir beide eine tolle Zeit haben, sondern? Dass ich jetzt auch noch irgendwie die perfekte Magie in den Raum bringe? Ich bin da einfach ratlos .. in meiner Jugend, als ich noch extrem schüchtern war, wurde mir auch immer gesagt: "Du bist ein echt toller Kerl und irgendwann wirst du eine Frau unglaublich glücklich machen. Aber mein Typ bist du eben nicht." Und das zieht sich jetzt ins Erwachsenenalter weiter?

Ich halt einfach auch nicht mehr, was ich machen soll.. So wie ich jetzt bin - und offensichtlich ist es vollkommen egal, wie extrem ich mich die letzten Jahre verändert habe - bin ich nicht genug.. also werde ich etwas ganz radikal ändern müssen, aber was? Und kommt mir bitte nicht mit "suche einfach nicht, dann wird das schon" weil das auch nie geklappt hat..
 
So wie ich jetzt bin - und offensichtlich ist es vollkommen egal, wie extrem ich mich die letzten Jahre verändert habe - bin ich nicht genug..

Genau dieses Gefühl, was du hier beschreibst, ist für mich der Dreh- und Angelpunkt. Ich glaube nicht, dass das ein neues Gefühl bei dir ist. Ich denke, es ist bereits in deiner Kindheit und Jugenzeit zu finden. Du fühltest dich von deiner Mutter nicht geliebt ("ich bin nicht genug"). Diese Sehnsucht und unerfüllte Liebe fandest du dann in allen deinen bisherigen Erfahrungen mit Frauen wieder, oder? Da liegt für mich der Zusammenhang. Und so hast du bisher immer diese schmerzhafte Enttäuschung gefunden.
 
Dieses Gefühl, was du hier beschreibst, ist für mich der Dreh- und Angelpunkt. Ich glaube nicht, dass das ein neues Gefühl bei dir ist. Ich denke, es ist bereits in deiner Kindheit und Jugenzeit zu finden. Du fühltest dich von deiner Mutter nicht geliebt ("ich bin nicht genug"). Diese Sehnsucht und unerfüllte Liebe fandest du in allen deinen bisherigen Erfahrungen mit Frauen, oder? Da liegt für mich der Zusammenhang. Und so hast du bisher immer diese schmerzhafte Enttäuschung gefunden.

Genau darin liegt sicherlich das Problem.

Dummerweise kommt eben genau auf diese Realisation meistens der Vorschlag, dass ich mich doch einfach erst mal selbst lieben soll. Sicherlich steckt da ganz viel dahinter und vielleicht ist das die Lösung meines Problems .. aber praktisch konnte ich mein ganzes Leben noch nicht mit diesem freundlichen Hinweis anfangen. Wie schaffe ich es denn, mich selbst zu akzeptieren und zu lieben? Und darauf gibts leider nie eine Antwort..

Und ist es wirklich so falsch, dass ich nach positiven Erfahrungen suche? Dass ich eine Frau suche, die mich akzeptiert und liebt wie ich bin? Ist es nicht eigentlich genau das, was ich machen sollte, damit ich all den negativen Erfahrungen meines Lebens endlich etwas Positives entgegensetzen kann?
 
Diese Sehnsucht und unerfüllte Liebe fandest du dann in allen deinen bisherigen Erfahrungen mit Frauen wieder, oder? Da liegt für mich der Zusammenhang. Und so hast du bisher immer diese schmerzhafte Enttäuschung gefunden.

Und ich meine mir wird doch immer und überall gezeigt, dass ich nicht genug bin. Egal ob das jetzt bei den Frauen oder eben auch in anderen Bereichen - wie der eigenen Familie, dem Studium, den Freunden, der Arbeit, etc. - so ist. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal ein: "Ich bin stolz auf dich.", "Das hast du gut gemacht." oder von mir auch aus: "Hat alles nicht so ganz geklappt, aber du bist mir trotzdem noch wichtig!" gehört habe.

Mein ganzes Leben war bisher ganz einfach: Mach einen Fehler und du wirst bestraft. Punkt.

Und bei den Frauen ist das jetzt eben auch nicht anders: Wenn du nicht perfekt bist, dann hol' ich mir eben einen der anderen Typen, die auf mich warten.
 
Das ist aus meiner Sicht genau der Punkt: warum brauchst du von aussen diese Bestätigung? Bist du nicht zufrieden mit dir, wenn dir nicht jemand anderes sagt, dass du was gut gemacht hast? Dass jemand stolz auf dich ist? Im wahren Leben, sagen wir mal im Beruf bekommt man das auch nicht täglich zu hören. Man macht die Arbeit zur Zufriedenheit und man ist ja auch kein Kind mehr, dass man ständig eine Belohnung erwartet.

Was ich von online-dating halte, habe ich schon geschrieben und dass du da kein Einzelfall sein wirst, der nicht zum Zuge kommt.

Was willst du denn an Lob im Studium? Und wie wirst du bestraft?

Warum sehnst du dich so nach Anerkennung? Wenn du das Daten als Bestätigung suchst, machst du etwas falsch. Dann ist die Frau nur Mittel zum Zweck.

Deine Mutter war lieblos und sie hat dich mit Nichtbeachtung und Lieblosigkeit bestraft, wobei ich das so verstehe, dass du ja ihr nichts recht machen konntest, sondern sie ist einfach zu liebevollem Umgang nicht fähig.

Ich bleibe dabei, dass diese Beziehung den Ausschlag gibt für deine Probleme. Egal was du tust, für sie hat es nicht gereicht, dass sie dich liebt. Und das projizierst du auf die fremden Frauen, von denen du Liebe erwartet.

Dass das mit dem Brief dir nichts bringt ist schade. Du empfindest deiner Mutter gegenüber eine Gleichgültigkeit, daher ist das Aufzählen der Verletzung durch sie nicht therapeutisch für dich. Das solltest du aber in der Therapie unbedingt aufarbeiten. Du kannst auch ein Tagebuch schreiben.

Was ist positiv in deinem leben? Kannst du das mal aufschreiben? Denn ich denke, du bist im Moment komplett fixiert auf Probleme, dass du das positive gar nicht sehen kannst.

Wie immer: das ist meine persoenliche Interpretation nach lesen deiner Beiträge.
 
Das ist aus meiner Sicht genau der Punkt: warum brauchst du von aussen diese Bestätigung? Bist du nicht zufrieden mit dir, wenn dir nicht jemand anderes sagt, dass du was gut gemacht hast? Dass jemand stolz auf dich ist? Im wahren Leben, sagen wir mal im Beruf bekommt man das auch nicht täglich zu hören. Man macht die Arbeit zur Zufriedenheit und man ist ja auch kein Kind mehr, dass man ständig eine Belohnung erwartet.


Ich suche doch gar nicht nach einem Menschen, der mir für Alles, was ich mache, auf den Kopf tätschelt und mir eine Belohnung gibt - wie so ein kleiner Hund oder eben ein kleines Baby. Aber es gibt doch einen großen Unterschied zwischen 'von einem Menschen akzeptiert und geliebt werden' und für Alles Belohnungen erwarten.


Was willst du denn an Lob im Studium? Und wie wirst du bestraft?


Ich hab' mir meine Antworten noch mal durchgelesen und weiß wirklich nicht, wie du darauf kommst, dass ich immer und überall lob will. Mir geht es darum, nicht immer perfekt sein zu müssen, sondern mit 22 Jahren auch mal Fehler machen und noch etwas lernen zu dürfen.


Zu erklären, welche 'Strafe' Fehler in meinem Studium haben, ist ein wenig sehr schwer zu erklären. Ums kurz zusammenzufassen: Der Umgang unter den Kommilitonen ist sehr feindseelig. Jeder Fehler wird damit bestraft, dass Freundeskreise zerbrechen, Falschwarheiten über einen Verbreitet werden oder man systematisch ausgegrenzt wird - sowohl von Kommilitonen, als auch Dozenten. Von knapp 500 Bewerbern werden hier pro Semester eben nur 15 angenommen und dann wird eben auch die Welt von einem erwartet. Da ist dann auch egal, dass man eigentlich immer Alles richtig macht: Wenn man einen dummen Fehler macht - und mein Gott, auf 3,5 Jahre Studium passiert sowas schon mal - dann hat das studientechnische, berufliche und auch soziale Kosequenzen.


Ich bin übrigens nicht der Einzige, dem es hier so geht. Wir sind Alle froh, wenn das Studium endlich vorbei ist.


Deine Mutter war lieblos und sie hat dich mit Nichtbeachtung und Lieblosigkeit bestraft, wobei ich das so verstehe, dass du ja ihr nichts recht machen konntest, sondern sie ist einfach zu liebevollem Umgang nicht fähig.


Dass das mit dem Brief dir nichts bringt ist schade. Du empfindest deiner Mutter gegenüber eine Gleichgültigkeit, daher ist das Aufzählen der Verletzung durch sie nicht therapeutisch für dich. Das solltest du aber in der Therapie unbedingt aufarbeiten. Du kannst auch ein Tagebuch schreiben.


Ich habe den Brief gestern morgen geschrieben und ich muss ganz ehrlich sagen, dass gestern Abend - auch im weiteren PN Kontakt mit einer Nutzerin hier im Forum - noch mal ganz viel hochgekommen ist. Also wirklich ganz, ganz viel! Ich weiß z.B. nicht, wann meine Mutter das letzte Mal "Ich liebe dich", "Ich bin stolz auf dich" oder gar "Danke" gesagt hat .. selbst als ich ihr vor einem Monat den ganzen Umzug organisiert und Alles für sie gemacht habe. Da hat sie mich dann auch nur dumm angemotzt, wenn ich - als Kreativer - nicht spontan wusste, wie man jetzt eigentlich eine Küche montiert.


Ich glaube auch, dass meine Probleme tatsächlich von dieser ungesunden Beziehung zu meiner Mutter kommen. Von ihr habe ich eben nie Liebe und Akzeptanz bekommen. Und in meiner Familie gibt es da eben noch ein paar mehr Fälle:


Mein Vater hat mich vor meiner Geburt verlassen und den einzigen Kontakt, den ich mit ihm habe, ist über Anwaltsschreiben. Mein Stiefvater hat mich nach der Geburt meiner kleinen Schwester - damals war ich 6 - psychisch als auch physisch etwas misshandelt. Meine Großmutter hat mich immer als 'Schwarzes Schaf' bezeichnet und mir prophezeit, dass ich in die Hölle kommen werde, weil ich mich von der Kirche abgemeldet und Tattoos habe. etc. etc.


Deswegen war es mir mit 19 dann auch so wichtig, dass ich für mein Studium GANZ WEIT aus meiner Heimat wegziehe. Aktuell knapp 500km aber bald dann über 1000km.


Was ist positiv in deinem leben? Kannst du das mal aufschreiben? Denn ich denke, du bist im Moment komplett fixiert auf Probleme, dass du das positive gar nicht sehen kannst.


Ich versuche das mal! Vielleicht jeden Abend einfach aufschreiben, für was ich dankbar bin oder so. Mal sehen, was da am Besten in meinen Tag passt.
 
Ich weiß z.B. nicht, wann meine Mutter das letzte Mal "Ich liebe dich", "Ich bin stolz auf dich" oder gar "Danke" gesagt hat .. selbst als ich ihr vor einem Monat den ganzen Umzug organisiert und Alles für sie gemacht habe. Da hat sie mich dann auch nur dumm angemotzt, wenn ich - als Kreativer - nicht spontan wusste, wie man jetzt eigentlich eine Küche montiert.

Warum machst du das denn?
Da bist du ja schon wieder in der "Falle" drin - du machst das für sie, in der Hoffnung, dafür etwas Liebe/Anerkennung zu bekommen. Merkst du das...?
Dieser Frau hätte ich mit Sicherheit den Umzug organisiert und die Küche montiert 🙄
Vielleicht hättest du sie hängen lassen sollen...
Vor der Liebe steht manchmal auch.... der Respekt. Und warum sollte deine Mutter Respekt vor dir haben, wenn du ihr - offenbar trotz fehlender Gegenleistung und Dankbarkeit - die Küche montierst? Das hätte ich nicht gemacht. So sieht sie ja, dass du alles für sie tust.
Aber ich sehe, das ist halt das Muster, in dem du drin bist, da bin ich ganz bei Lalelu.
Das musst unbedingt therapeuthisch aufarbeiten (lassen); anders wird es nicht gehen.
 
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