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Wie fühlen sch Angehörige, wenn sie vom ritzen einer Freundin erfahren???

@Sonnenfinsternis:

stimmt wenn die Eltern bescheuert drauf sind lieber an anderweitige Personen wenden, eine Lebensberatung oder Therapeuten. hatte ich ja bereits geschrieben.
Und falls die Eltern bescheuert und ggf. auch ihre Tochter gefährdend drauf sind sollte sie nicht warten dort zu verschwinden, sondern es sofort tun.

Was deine Haltung ggü deiner Freundin angeht...echt hart durch Erpressung per Selbstmorddrohung von ihr Schweigen und Verhalten in deinem Sinne zu verlangen...sehr ichzentriert, egoistisch. Die Ärmste..wie muss sie sich gefühlt haben? Bei sowas hatte sie ja an sich keine Wahl...wurde an die Wand gedrückt. Ich hoffe zumindest dass du deine Freundin mittlerweile nicht mehr so überstrapazierst oder als Therapeutin missbrauchst (womit sie gewiss überfordert wäre) und selber hart daran arbeitest deine Depressionen mit suizidalen Anteilen so gut in den Griff zu kriegen, dass du nie wieder akut wirst und es gar nicht mehr in eine solche Situation kommt dass deine Freundin dich beackern muss??...Bitte auf deine Eigenverantwortung und die Gefahr der Funktionalisierung der Krankheit achten und die Geduld deiner Freunde nicht überstrapazieren! Sei froh dass du eine so geduldige Freundin hast...aber überspann den Bogen nicht!
Psychisch Kranke neigen manchmal dazu die Eigenverantwortung (für die eigene Gesundheit und ARBEIT in Hinsicht auf Herstellung einer gesunden Psyche) auf andere abzuschieben...immer daran denken: du hast die Verantwortung für deine Depressionen...! Gegen Depressionen kann man an sich sehr gut und leicht therapeutisch angehen...und auch per gesundem Lebenstil etc. stabilisieren. Die Disposition bleibt lebenslang..man muss halt lernen sich zu arrangieren und anzupassen und dementsprechend zu leben.

Ein Arbeitskollege von mir war schwerstdepressiv und hat seiner Familie eine zeitlang (bzw. zu lange) ähnlich wie du sehr viel zugemutet...als dann seine Familie zu Recht (weil er Therapien verweigerte, sich nur immer leid tat, Mitleid und überkandidelte Aufmerksamkeit forderte etc verlangte dass sich die family um einen Akuten kümmert, was heißt ihn 24 Stunden zu beaufsichtigen etc...)ihn vor die Türe setzen wollte wurde er wach und fing an sein Päckchen auf seine Schultern zu nehmen wie es sich gehört, hat in den Therapien mustergültig mitgearbeitet und war innerhalb eines Jahres stabil...seit mittlerweile fast einem Jahrzehnt nicht mehr akut und selbstmordgefährdet...Er hat dazu harte Arbeit an sich selber geleistet, ist immer noch dabei..wie sieht es mit dir aus?

Juristischer Kram ist eine Sache...aber sowas wie Ethik oder Menschlichkeit, würdige Menschlichkeit, Gerechtigkeitsempfinden, ein vernünftiges Sozialverhalten eine ganz andere Sache....Wenn dir jemand hilft solltest du das immer nur als Hilfe zur Selbsthilfe ansehen ...denn im Grunde bist allein du es die dir selber helfen muss und auch am besten selber durch das richtige Verhalten helfen kann damit du deine Depressionen (und damit verbundenen Selbstmordabsichten etc.) nachhaltig in den Griff bekommst.

Ich hoffe für dich und auch deine Freunde/Freundinnen (insbesondere die ebenfalls psychisch angeknaxten Depressiven) du findest deinen Weg in ähnliche Richtung wie mein Arbeitskollege den ich sehr für seine -wenn auch späte- Einsicht zur Eigenverantwortung bewundere.
Wie ich gelesen habe machst du mittlerweile auch Therapie, bist also schonmal ansatzweise auf dem Weg in die Eigenverantwortung. Klar jedoch dass es allein mit ein paar Therapiesitzungen nicht getan ist...man braucht bei deinem krankheitsbild einige Jahre auch ambulante Kombitherapie und muss engagiert mitarbeiten, sein Leben oft in einigen Punkten grundlegend ändern um weitere Akutzustände zu meiden.

Dabei viel Erfolg!

Tyra

und mal ehrlich: seit wann ist "Schlafentzugstherapie" gut gegen Depressionen??..sie ist eher gut dafür ne neue akute Depression auszulösen 😉
 
Zuletzt bearbeitet:
@Tyra:

Zunächst
beackern muss??...
Soll heißen, dass sie mich vollgelabert hat, bis ich nachgegeben habe und nicht das, was vielleicht der eine oder andere Schelm darunter verstehen könnte...😱

Schlafentzugstherapie sorgt dafür, dass ich erst zu müde bin, um mir noch etwas anzutun und später dafür, dass ich einmal durchschlafen kann (Schlafstörungen). Danach geht es mir erstmal wieder etwas besser.

im Grunde bist allein du es die dir selber helfen muss
Ich bin ein Männchen und habe nicht vor zu wechseln...😎

Was deine Haltung ggü deiner Freundin angeht...echt hart durch Erpressung per Selbstmorddrohung von ihr Schweigen und Verhalten in deinem Sinne zu verlangen...
Das hast Du falsch verstanden: Sie schweigt von sich aus, weil sie es selbst als Verrat ansehen würde, wenn sie mich einfach einweisen lässt... Mittlerweile droht sie mir jedoch, mich einzuweisen, weil sie mich nicht verlieren will...

Um das Missverständnis aufzulösen, jetzt doch meine derzeitige Lage. Ich wollte sie nicht schildern, als ich ins Forum kam, sondern vielmehr sehen, ob andere ähnliche Probleme haben und wie sie diese lösen, aber jetzt muss ich wohl doch auspacken, damit man mich besser versteht:

Die Eltern sind bis heute die Hölle:
Von Anfang an wurde ich von Kindern gemobbt. Meine Eltern haben nicht nur nichts getan, sondern sogar noch oben draufgehauen. Wenn mir jmd. etwas weggenommen hatte, war ich auf einmal Schuld, dass mich die anderen ärgern. Statt mir zu helfen, wurde ich von den Eltern angeschrien, fertig gemacht. Meine Schwester war 19 als ich zur Welt kam. Ich wuchs somit als Einzelkind auf, denn sie hat sich auch bald abgekapselt, sich einen Mann geschnappt und ist ausgezogen. Ich war also auf mich allein gestellt. Sie hatte in ihrer Kindheit nur Mist gebaut und ich durfte es dann ausbaden. Ich sollte anders werden als meine Schwester. Ich sollte funktionieren. Als Prestige-/ und Vorzeigeobjekt sollte ich Bestleistungen erbringen und nach außen hin wurde immer die heile Welt vorgetäuscht. In Wirklichkeit wurde ich geschlagen, wenn ich z.B. in Mathe eine Aufgabe nicht gleich verstanden habe. Brachte ich eine 1 nach Hause und fand sich auch nur ein Fehler angestrichen, so nörgelte die Mutter sofort rum und machte die 1 schlecht. Ich wurde zur Schule geschleust und wieder nach Hause in das kleine Kaff-Dorf, wo ich niemanden kenne. Soziale Kontakte waren daher nicht knüpfbar/aufrechtzuerhalten. Ich galt als Streber, war der Liebling aller Lehrer und wurde ausgegrenzt. Man wollte mich absägen wo es nur ging, weil man auf meine Noten neidisch war. Die Mitschüler haben mich nur ausgenutzt. Allerdings hatte ich in der Schule wegen der guten Verbindung zu den Lehrern viel Macht. Auch konnte ich wegen meiner geistigen Überlegenheit Rache an jedem üben, indem ich ihn z.B. einfach falsche Lösungen abschreiben ließ, damit er durchfällt. In der Kollegstufe wurden alle plötzlich ganz freundlich zu mir, da sie von mir abhängig wurden. Jeder wollte mich bei Gruppenarbeiten dabei haben, da ich ja immer alles alleine löste und sie fürs Nichtstun ebenfalls eine gute Note erhielten.
Dann kam die Wende in mir. Ich hatte in der 11. Klasse eine Mandeloperation und anschließend einen Blutsturz, an dem ich fast gestorben wäre. In dieser Zeit (ca. fünf Wochen) wurde ich von den Eltern ebenfalls fertig gemacht. Ich konnte nicht sprechen und hatte ein schmerzverzerrtes Gesicht. Sie hingegen waren der Ansicht, ich würde blöd tun und drohten mich zu schlagen, wenn ich mich nicht normal aufführe. Toll, ich konnte vor Schmerz kaum reden, sollte aber ein fröhliches Gesicht ziehen und erzählen, wie ich Tag für Tag schön die weiße Krankenhauswand anstarre. In dieser Zeit habe ich auf mein Leben zurückgeblickt. Ich stellte fest, dass ich zwar sehr viel Macht hatte, jedoch war diese auch nötig, um mich gegen meine Feinde wehren zu können. Für Schlägereien bin ich zu schwach, sodass ich mich eben mit anderen Mitteln behaupten muss. Ich sah, dass ich also gehasst wurde und mittels Macht mich tagtäglich gegen Widersacher zu erwehren hatte. Folglich war klar, dass Macht und Geld (Eltern sind reich) nicht glücklich macht. Schließlich sah ich schon vor mir, dass ich für immer im Elternhaus festgehalten werden würde und dass ich diese Hölle nicht mehr länger ertragen könnte. Bis heute werde ich wie ein Kind behandelt (werde 22). Mein Leben wurde sinnlos und seitdem hatte ich schwere Depressionen. In der zwölften Klasse kam ein Mädchen zurück, dass ein Austauschjahr in den USA durchgeführt hatte. Vorher (bis zur 10. Klasse) schien sie Interesse an mir zu haben, was ich aufgrund meines jungen Alters damals nicht erkannte. Ich konnte mit Frauen noch nichts anfangen. Es gab daher Missverständnisse (Sie: "Du siehst gut aus." Ich: "Aha", und gehe unbeeindruckt weiter. Sie: "Du Ar***." Ich: "Hä? Was ist jetzt los?"...), weil ich mit ihren Zuneigungsbekundungen nichts anfangen konnte. Ende der 10. Klasse ging sie in Hass in die USA und ich war froh, dass ich die gestörte Tussi endlich los war. Während des Krankenhausaufenthalts in der 11. Klasse wurde mir erst bewusst, was sie wollte und welche Chance ich vergeigt hatte. In der 12. kam sie eben wieder zurück und sie viel mir gleich um den Hals. Ich war erfreut und wollte nun alles besser machen. Ferner dachte ich, bislang nichts erreicht zu haben und sie sollte daher der einzige, mir noch verbliebene Lebenssinn sein. In der 13. Klasse musste ich jedoch unter Gelächter zweier Mitschüler von selbigen erfahren, dass sie eine Nymphomanin ist und derzeit vergeben ist. Das stürzte mich in schwere Depressionen. Ich redete schließlich mit ihr, fiel vor ihr auf die Knie und flehte sie an, bei mir zu bleiben. Sie nahm mich in den Arm, sagte, dass sie mich auch liebt und meinte, dass ich ihr bester Freund sein sollte. Eine Beziehung sei nicht möglich. Daraufhin habe ich einige Suizidversuche begangen. Einmal wurde ich erwischt und in die Psychiatrie eingewiesen. Nach zwei Tagen kam ich wieder heraus. Die Eltern zerissen das Rezept für ein Antidepressivum und ließen eine psychologische Behandlung nicht zu, da sie meinten, dass es Schwachsinn sei und ich dies nicht bräuchte. Auch in der Psychiatrie drohten sie mir noch am Tag meiner Einlieferung mit Schläge. Anschließend war Abitur und die Uni begann. Ein Neuanfang. Die alten Verräter weit weg, das Mädchen ebenfalls. Stattdessen eine neue Stadt, neuer Wirkungskreis, neue Leute. Die Eltern zwingen mich bis heute, drei Stunden täglich zu pendeln, aber wenigstens sah/sehe ich sie nur noch am Wochenende und am Abend-/Morgentisch. Ich dachte mir, dass ich nun alles ändern könnte und mit den gesammelten Erfahrungen offen den Menschen (und den Frauen) gegenüber treten könne.

So viel zur Vorgeschichte. Nun zu meiner Freundin:
Das erste und zweite Semester war toll. Erfolge, alles neu, ein Platz am Lehrstuhl für Zivilrecht mit Forschungsauftrag für die KBSt beim BMI (googelt, dann wisst ihr, um was es geht) und ein kleiner Freundeskreis mit Leuten, die alle genauso "seltsam" sind wie ich und ebenfalls eine schlechte Vergangenheit hatten. Darunter meine Freundin. Alles gut...bis zur vorlesungsfreien Zeit am Ende des zweiten Semesters. Meine Eltern fuhren in Urlaub. VIER WOCHEN!!!! Ich muss immer mit, egal ob ich will oder nicht. Es war die Hölle. Ich verfiel erneut in Depressionen wie in der 13. Klasse. Zu Beginn des dritten Semesters wollte sich meine Freundin um mich kümmern und ich vertraute mich ihr an. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits in sie verliebt, aber es war noch nicht Liebe (Liebe/verliebt sein sind zweierlei). Ich bat sie, an meinem Geburtstag nicht zu gratulieren und nichts zu schenken. Unter Tränen verstieß se dagegen. Das war das Missverständnis: Ich dachte nämlich, ihre Gefühle verletzt zu haben, dass sie mich also womöglich liebt und ich nun etwas falsch gemacht hätte. Ich nahm sie in den Arm, wir hielten Händchen, ich beruhigte sie, ich hakte mich bei ihr ein und wir spazierten ein wenig, um sie zu beruhigen. Zwei Tage später wollte ich wieder ihre Hand halten, als ich nun dachte, sie würde mich lieben, aber sie zog eiskalt zurück und reagierte verärgert. Ich verstand die Welt nicht mehr und begann noch am selben Abend wieder einen Suizidversuch nach über 1,5 Jahren. Nach dem Wochenende beichtete sie mir, dass sie Berührungsängste und Näheprobleme hätte, so eine Art Menschenphobie oder ähnliches. Sie könne nicht einmal die Nähe ihrer Eltern ertragen. Dass sie zuvor drei Monate lang täglich Umarmungen zuließ lag daran, dass sie versuchte "sich normal zu geben". Da gestand ich ihr meine Liebe zu ihr und sie brach fast zusammen. Sie könne nicht lieben, weil sie es überhaupt nicht könne. Es läge nicht an mir, sondern sie hat keine Empfindunge/Gefühle für irgendwas. Vor Jahren soll sie schon einmal geliebt worden sein und sie habe sich genauso verhalten, sodass er litt und sie die Freundschaft völlig kündigte, da es nicht mehr ging.
Es liegt also zwischen meiner Freundin und mir ein Fall unerwiderter Liebe vor. Seitdem wollte ich definitiv wieder nur noch sterben bis heute. Sie hingegen wollte es auf keinen Fall zulassen.

So, jetzt erst zu Deinem Kommentar, Tyra:
Ich wollte unabhängig von ihr sterben. Ich habe sie nicht erpresst. Sie jedoch will mich nicht verlieren. Wenn ich einen Suizidversuch begangen habe und sie mich dabei erwischte, versuchte sie mit Worten mich von der Vollendung abzuhalten und mich zu beruhigen. Wir haben das ganze dritte Semester lang nur geweint. Es war schrecklich. Sie hat mich dazu gezwungen, weiterzuleben. Ich bot ihr gleich zu Beginn an, sich von mir völlig zu trennen, d.h. keine Freundschaft zu haben, sondern sich wie Luft zu behandeln. Ich habe ihr gesagt, wie es laufen wird und das sie nur psychischen Schaden nehmen wird. Ich habe sie somit angebettelt, mich fallen zu lassen, was sie jedoch nicht tat. Sie meinte, Berührungen würden negative Gefühle in ihr erzeugen und Hass ohne das sie das wollte. Sie könne es nicht steuern. Genau dies ist bei mir der Fall, wenn man mich zwingt zu existieren, ohne sich um mich zu kümmern und die Verantwortung zu übernehmen die vorliegt, wenn man jmd. zum Leben zwingt. Ich zog also Parallelen, um ihr zu zeigen, was sie damit erreicht, wenn sie mich zwingt zu leben und sich dafür nichts ändert, nämlich dass ich anfangen würde, sie zu hassen. Es hat sich daher folgendermaßen weiterentwickelt: Sie lässt nun Umarmungen zu und hält auch manchmal meine Hand. Sie ist glücklich, weil sie nun auch ihre besten Freundinnen umarmen könne. Sie weiß jetzt erst, wo man welchen Arm hintun muss, wenn man jmd. umarmt, etc. Sie wollte Nähe zulassen und nach ca. einem Jahr klappt dies nun sehr gut. Sie versucht für mich da zu sein und äußerlich verhält sie sich so, wie ich mir eine Beziehung vorstelle: Gegenseitige Hilfe, Zweisamkeit in Maßen, körperliche Nähe entwickelt sich langsam aber stetig (alles außer küssen und Sex, weil ich bei diesen Dingen selber Berührungsängste und Näheprobleme bekomme), man kann über alles reden, vertrauen.
Alles, was jetzt noch fehlt, ist Liebe bei ihr. Das sie also meine Gefühle erwidert. Meine Definition von Liebe/Beziehung: Die geistig/seelisch/psychische Ebene von Gefühlen und Empfindungen der Sehnsucht nach dem anderen, der Freude und Glücksgefühle, wenn man ihn wiedersieht, des Schmerzes, wenn er länger weg ist, der Geborgenheit, des Schutzes, des Vertrauens, des Bedürfnisses diese psychische Liebe durch Worte und Zärtlichkeiten (kein küssen, kein Sex) zum Ausdruck zu bringen.
Ich habe nämlich krankhafte Verlustängste. Ich befürchte, dass sie sich in irgend so einen Idioten verlieben könnte oder dass nach dem Studium sich die Wege trennen und man sich aus den Augen verliert, wie es mit den Mitschülern auch war. Wenn sie jedoch genauso empfände wie ich, so bräuchte ich diese Ängste nicht mehr zu haben. Ich habe ihr auch schon gesagt, dass sie niemals von Freundschaft reden sollte oder dass ich ihr Freund sei, da es so etwas nicht gibt und sie mich damit verletzt. Dieses "lass uns lieber nur Freunde sein" sehe ich als Verar***ung. Freundschaft ist bei mir schlimmer als Feindschaft. Ein Feind sagt: "Dich mache ich kalt." Ein Freund sagt: "Du bist ganz nett", was aber bedeutet: "Ich mache Dich kalt." Feindschaft ist ehrlich, Freundschaft ist hinterhältig (mir viel kein besseres Beispiel ein, ohne dass es Seiten füllen würde). Es gibt Zweckgemeinschaften (z.B. selbes Studium, selbes Problem => kooperieren) oder Liebe. Dazwischen gibt es nichts. Jedenfalls redet sie jetzt von einem Band, dass uns verbindet und sie sagt, dass sie für mich die tiefsten Gefühle hat, die sie zu empfinden imstande sei. Einmal redete sie auch von freundschaftlicher Liebe.
Es gibt mit den Eltern Probleme, das Jurastudium ist hart und frustrierend (allgemein, nicht nur für mich), und ich habe Verlustängste. Nun habe ich zusehendst Angst bekommen, dass sie sich etwas antun könnte, wenn ich Suizid begehe. Sie war auch einmal zusammengebrochen. Eine ihrer Freundinnen landete vor zwei Monaten auf der Intensivstation als diese sich fast totgehungert hatte. Derzeit steht meine Freundin unter einer Dreifachbelastung, da sie insgesamt drei Suizidenten um sich herum hat, um die sie kämpft. Ich denke, dass ich Verantwortung für sie trage und mir deshalb nichts antun darf. Deswegen habe ich auch seit Monaten nichts mehr angestellt. Ferner hat sie ihren Ton (leider) gewechselt. Sie erteilt jetzt mehr oder weniger Befehle, statt liebevoll zu sein, wenn ich an Suizid denke. Ich habe ihr bereits klar gemacht, dass sie mich damit in den Tod treibt. Sie hat es verstanden und wendet nun einen Mix aus Befehl und Fürsorge an. Daher habe ich mich nun an das Studentenwerk gewandt. Ich bekomme einen Platz im Studentenwohnheim, der Psychologe bietet Sprechstunden an, von der ich bereits einmal Gebrauch gemacht habe (ich ging mit meiner Freundin dort hin), ich werde in meiner Fakultät das Hausrecht ausüben und die Eltern festnehmen lassen, falls sie der Aufforderung, zu gehen, nicht Folge leisten sollten. Die Profin. und andere sind informiert, die Justizwache, die sonst während der Examina anwesend ist, wird daher wohl auch in der Fakultät sein, sobald der "Umzug" erfolgt (verschwinden von zuhause und nie mehr zurückkehren. Die Eltern wissen noch von nichts.).
Meine Freundin ist stolz auf mich und blüht langsam wieder auf. Gegen Ende des dritten Semesters kam ich übrigens auf die Idee ob wir nicht eine Beziehung auf Kurzdistanz versuchen sollten, falls ich jemals umzöge, d.h. zusammensein, aber nicht zusammen wohnen. Ihr gefiel die Idee gut. Jetzt fragte ich sie, ob sie uns eine Chance geben würde und sie meinte, "das sehen wir dann, wenn es soweit ist". Sie schließt nichts mehr aus, aber sie kann es auch nicht versprechen. Die Entwicklung hat ihr jedoch gezeigt, dass sie zu schnell gesagt hatte, dass dies und das nie klappen würde, woraus nun aber doch etwas geworden ist, sodass wir beide nun hoffnungsvoller sind. Allerdings bin ich bemüht, nun an Medikamente zu kommen. Die Psychiatres nützen mir noch nichts, da ich für Geschwafel nicht empfänglich bin. Zudem ist die derzeitige Situation (vorlesungsfreie Zeit zuhause bei den Eltern ohne meine Freundin) eine Belastungsprobe. Hoffentlich überstehe ich dies, notfalls mit Medikamenten, die mich solange sedieren, bis es soweit ist, dass hier herauskomme.

Kurz:
Ich habe meine Freundin nicht erpresst. Sie will, dass ich lebe, also soll sie für mich da sein. Schafft sie das nicht, sterbe ich. Das liegt nicht nur an ihr, sondern auch an den sonstigen Belastungen. Sollte ich mal psychisch grausam zu ihr sein, dann liegt es daran, dass sie mich zum Leben zwingt, sich dann jedoch nicht der damit verbundenen Verantwortung stellt und sie somit in mir die unbewusst entstehenden negativen Gefühle erzeugt. Ich habe ihr oft angeboten "auszusteigen", was sie nicht wollte. Ich funktionalisiere meine Krankheit nicht. Derzeit sind die entscheidenden Schritte dank der Fürsorge meiner Freundin gemacht und ich kann jetzt nur abwarten, bis die Stichtage näher kommen. Auch wegen der zunehmenden Angst, dass meine Freundin wegen mir Suizid begehen könnte (oder wegen mir und ihrer Freundinnen), erfülle ich jetzt ihre Wünsche und habe diese Schritte getan. Sie hat mein nötiges Vertrauen mittlerweile erhalten und ich hoffe, dass sie mich nicht enttäuschen wird. Zum Abschied (man sieht sich erst zu Beginn der Vorlesungen Mitte Oktober wieder) meinte sie, dass ich viel erreicht hätte und sie lediglich eine Figur am Wegesrand sei. Da habe ich versucht ihr nochmals klar zu machen, dass sie diejenige ist, die das erreicht hat, dass sie nicht eine Randfigur ist, sondern die starke Frau, die ich mir als Lebensgefährtin an meiner Seite wünsche und dass es mich verletzt, wenn sie immer noch nicht kapiert hat, wie wichtig sie mir ist, dass ich das ohne sie nicht geschafft hätte und dass ich sie auch weiterhin an meiner Seite brauche und haben möchte. Scheinbar beginnt sie allmählich zu kapieren. Langsam aber sicher.

So, das war viel, jedoch nötig, um Fehleindrücke auszuräumen. Derzeit benötige ich keine Hilfe, da bereits genug angelaufen ist und nun seine Wirkung entfalten muss. Ich werde mir ähnliche Threads ansehen, mir Gedanken machen und ggf. meinen Senf dazugeben, wie bisher auch.
 
oh langer Text Sonnefinsternis....habe wohl einen empfindlichen Nerv getroffen.
Was deine Schlafentzugstherapie nochmals angeht: wurde die fachärztlich verordnet? Sieht nicht sehr professionell aus...sondern eher nach Art Teufel mit dem Beelzebub austreiben....also recht dumm irgendwo.

Aaachso du bist ein Mann....dann kann ich diese Unvernunft natürlich besser nachvollziehen 😀😀
Und klar schmeichelt es deinem männlichen EGO die Püppis mal um dich rumtanzen zu lassen und dich von ihnen pflegen zu lassen wenn du akut krank bist..aber unterm Strich bleibt dass du da zu viel erwartest und eine solche Haltung freundschaftsfeindlich ist.

Was issn des für ne pervertierte Freundschaft oder Ansicht dass man es als Verrat ansieht wenn man jemanden der selbstgefährdend ist einweisen will..was ihm das Leben retten könnte.?
Ich sehe es als Verrat an sich selber und auch ggü einem Freund an wenn jemand, der null fachärztliche Kenntnisse hat sich anmaßt nen aktut suizidal Depressiven zu Hause therapieren zu können, also NICHT einzuweisen....kopfschüttel...ihr seidt mir ja ein Verein...

Meine Kindheit war auch die Hölle...na und? Dagegen muss man dann halt was tun...ich habe aus der Hölle ein kleines Paradies für mich gemacht..indem ich sehr früh anfing mein Leben aktiv selber zu gestalten..was dass allerbeste Mittel gegen Depressionen ist.

Du hast dir sehr viele Fehlannahmen geleistet und viel Aberglauben...bist echt schräg draufgekommen wie man es selten erlebt...
Was diese Geschichte mit der Nyphomanin angeht..ist die wirklich echt? Lies mal bitte schleunigst das Buch: Anleitung zum Unglücklichsein von Watzlawick..du könntest an sich mit solchen Dingern Mitautor sein. Will sagen: dein gesamter Ansatz ist nicht in Ordnung...Es war extrem unreif und kindlich deine inneren Konflikte und nachdem du nicht bekommen wolltest was du wolltest (die Tusse) mit Selbstmord zu reagieren....riecht stark nach Erpressung...du erwartest dass die Welt sich nach dir und deinen Wünschen richtet ansonsten scheisst du auf die Welt und zeigst es ihr so richtig als Jesus indem du dich ans Kreuz nagelst..aber immer nur soweit dass du überlebst dabei...sehr ungesunde (und eher kranke narzißtische) und auch unsoziale Konfliktbewältigungsstrategie.
Mach dir klar dass es dir wenig bringt wenn du keine Krankheit (Depression mit narzißtischen, suizidalen Anteilen, ggf. auch Schizophrenie?) funktionalisierst und Freunde nur mit Erpressung aufrecht erhältst...Du scheinst dem Aberglauben verfallen zu sein dass dich niemand wirklich lieben kann den du nicht schlecht behandelst und erpressen kannst.

Du zeigst null Achtung vor dir selber und auch vor anderen indem du ihren Willen (auch mal Nein zu dir zu sagen, dich nicht als Freund haben zu wollen etc.) nicht achtest und versuchst sie dafür mit einem Suizidversuch zu bestrafen. mag sein dass du es auf Verzweiflung tust...allerdings ist diese Art schlicht krank und du solltest Himmel und Hölle in Bewegung setzen um von dieser schrägen Kiste für immer runterzukommen.

Du allein bist der Architekt deines Lebens und voll verantwortlich für das was du erlebst und erleidest...voll verantwortlich für deine (sehr unwürdigen) Selbstmordversuche...also solltest zu zusehen eine bessere Haltung zu erlangen.

Was Liebe und Beziehungen angeht hast du noch viel zu lernen...du wirst wenn du nix dazulernst immer nur scheitern darin...auch deiner jetzigen Beziehung gebe ich nicht mehr lange...sowas hält man als normaler Mensch keine fünf Minuten aus und wenn man psychisch krank ist wie ihr beide auch nur über eine gewisse Zeit.

Die Beziehung zu deiner Freundin ist pervers, du ein Narziß und extrem unehrlich zu dir selber, sie ne Masochistin, die sich viel zu viel Mist bieten läßt und beide scheint ihr auf Dramen zu stehen, habt euch in einer sehr schrägen und unheilvollen Art und Weise aneinandergekettet...weil dir das Leben, die Liebe als Hölle wohl liegt oder zur liebgewonnen Gewohnheit geworden ist?

Ich habe nämlich krankhafte Verlustängste.

Kurz:
Ich habe meine Freundin nicht erpresst. Sie will, dass ich lebe, also soll sie für mich da sein. Schafft sie das nicht, sterbe ich. Das liegt nicht nur an ihr, sondern auch an den sonstigen Belastungen. Sollte ich mal psychisch grausam zu ihr sein, dann liegt es daran, dass sie mich zum Leben zwingt, sich dann jedoch nicht der damit verbundenen Verantwortung stellt und sie somit in mir die unbewusst entstehenden negativen Gefühle erzeugt.

klare Erpressung...entweder sie ist für dich da oder du begehst Selbstmord....echt die Härte..die Verantwortung einfach so auf deine Freundin schieben...die dadurch extrem überbelastet ist...sie ist Masochistin, du Sadist. Hübsches Pärchen! Meine Prognose: ihr bringt euch langsam gegenseitig um...
Aber egal was ihr da treibt..Fakt ist: du allein hast die Verantwortung für dein Leben und du allein bist verantwortlich für jeden Selbstmordversuch den du je unternommen hast oder noch begehen wirst...nicht die Welt ist Schuld daran..sie ist wie sie ist...aber du bist krank und auf nem kranken Verhaltenstripp!
Es ist extrem unwürdig die Verantworung fürs eigene Leben jemand anderem aufzuzwingen..ich frage mich wie dämlich oder krank jemand sein muss um sich sowas bieten zu lassen....da haben sich ja zwei Richtige gefunden scheint mir.

Anstatt ihr Trennung anzubieten hättest du einfach gehen sollen...aber du leidest ja an krankhaften Verlustängsten (gegen die du nix tust), willst gar nicht gehen und kettest dich per Erpressungsversuch (vgl oben Konstrukt: sie hat die Verantwortung für dein Leben und wenn sie sie verweigert bringst du dich um) an sie...

Mit Medikamenten allein wirst du aus dieser Nummer nicht rauskommen.

Wie auch immer: das Thema hat sich für mich erledigt..du zeigst null Einsicht und scheinst erst noch ganz ganz unten ankommen zu müssen (wo du meiner Ansicht nach psychisch und charakterlich bereits bist) bevor du vernünftig wirst....kann auch sein dass es niemals dazu kommt.

Wie auch immer: ich drück dir (und auch deiner Freundin) die Daumen und verabschiede mich aus diesem thread.

Alles Gute!

Tyra


Noch ein letzter Tipp: im Grunde weisst du ja wo es bei dir hakt..Dreh und Angelpunkt scheinen deine krankhaften Verlustängste zu sein..die musst du beackern...damit du dich aus solch schrägen Abhängigkeitskisten lösen kannst und ggf. eines Tages in den Genuss (Hochgenuss würde ich mal sagen...😉) einer normalen gesunden Beziehung kommst.

Meine Definition von Liebe gleicht deiner aber schließt das Köperliche mit ein..ist ganzheitlich. Anders geht es eh nicht, ist nur ideell, unpraktisch, leer = eine halbe Liebe...Liebe mit Leib und Seele finde ich wichtig und erfüllend. Anziehung sollte in allen Punkten da sein und in allen Punkten die Funken sprühen...finde ich jedenfalls...
 
Zuletzt bearbeitet:
Mh gute Frage, ich hab mich selbst mal gerritz und meine beste Freundin hats dann an den Verbändern erahnt.
Sie hat mir erklärt wie sie sich gefühlt hat, sie hatte große Angst und hätte fast geweint. Sie will nicht das ich mich selber verletze, sie möchte mir helfen und für mich da sein.

Deine Freundin fühlt sich wahrscheinlich für dich verantwortlich, möchte dir helfen und macht sich Sorgen um dich.


Falls du über das Ritzen reden möchtest, kannst dich jederzeit bei mir melden. Steh mit Rat und Tat zur Seite.
Ich habs ja selber gemacht, hatte Rückfälle und doch bin ich von alleine davon losgekommen.

liebe grüße
 
Ok, ich steige ebenfalls aus, da es um den Threadersteller gehen soll und nicht um mich. Bei Fragen bitte PN.
Nur noch so viel: Erpressung gem. § 253 I StGB ist mangels Bereicherungsabsicht im subjektiven Tatbestand nicht einschlägig. § 240 I StGB (Nötigung) ist mangels Nötigungsvorsatz im Zeitpunkt der Tat nicht (woher soll ich wissen, dass sie gerade um die Ecke kommt?), aber sogar schon bei der Frage nach dem Nötigungszweck nicht einschlägig. Bei "Wenn ich Suizid begehe, sofern sich an meiner Situation nichts ändert", ist nicht der Zweck damit verbunden, dass sie handelt. Die Situation ändert sich bereits wenn ich z.B. im Lotto gewinne. Die Angelegenheit ist eher ein zivilrechtliches "do ut des"-Verhältnis. "Du kannst mir helfen, wenn Du willst, aber wenn Du dies nicht tust und auch anderweitig keine Abhilfe geschaffen werden kann, so lebe ich eben irgendwann nicht mehr, egal wie sehr Du dies verhindern möchtest." Ich kündige den Vertrag einseitig auf. Aber naja, falls es jmd. wirklich interessiert, kann ich gerne versuchen, mich an den exakten Wortlaut zu erinnern und die gesamte Dogmatik der Rechtslehre inkl. Fußnoten per PN schicken. Derzeit erstelle ich jedoch ein Gutachten bzgl. der Vereinbarkeit einer "Solarsatzung" mit höherrangigem Recht. Es kann also zwei Monate dauern und ich werde mich nicht bemühen das Juristen-deutsch in Laiensprache zu übersetzen, sonst wird es dreimal so lang.

Ansonsten:
Mit Tyra stimme ich in manchen Punkten voll überein, andere Punkte sind Meinungen, welche nie richtig oder falsch, höchstens gut oder schlecht, begründet sein können, das mit der Nymphomanin stimmt tatsächlich (ich hatte wohl ein Brett vorm Kopf oder gar eine Holzhütte) und "Püppchen" ist falsch, denn ich konnte zwar beziehungstechnisch mit Frauen nichts anfangen, aber sonst habe ich mich immer mit ihnen abgegeben, sodass ich auch heute in Frauengruppen unterwegs bin und nicht in Männergruppen. Meine Krankheit dürfte Borderline sein. Die Psychiatrie meinte "schwere depressive Episode", der Psychologe "Traumatisierung", aber sie haben mich zu kurz untersucht, um genaueres sagen zu können. Den Rest schreibe ich nicht nochmals, da der PC abgestürzt ist und ich es nicht erneut runterschreiben möchte (und das Ding kurz vorher wieder abstürzt).
 
Ich habe selbst gerade von einer freundin erfahren, dass sie sich ritzt und ich hab totale angst um sie, da sie eben auch noch suizitgedanken hat. Ich fühle mich total hilflos und weiß wirklich nicht wie ich darauf reagieren soll, da es bei ihr inetwa genauso mit den eltern läuft wie bei dir. Es muss aber was passieren, sonst geht das ganze unter garantie nicht gut aus. Ich kann dir nur sagen, sprich über das was dich bedrückt und geh in eine Therapie. Nur Du und deine Freunde oder eventuell nur Du werden das Problem allein nicht lösen können, das bedarf professioneller Hilfe!
 

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