Andreas900
Sehr aktives Mitglied
Ich denke, man kann niemanden vorwerfen, Grundsicherung zu beziehen, denn Grundsicherbezieher sind Rentner bzw. arbeitsunfähig.Was die Kunden euch jetzt als Floristin nicht zahlen, können sie wenigstens später abdrücken. Hab ich mir als Übersetzer auch gesagt, gut ihr beutet mich jetzt aus (und als Selbstständiger gibt es noch nicht mal Mindestlohn), dann beschwert euch nicht, wenn ihr mir später die Grundsicherung zahlen müsst.
Man kann allerdings jedem Menschen nur empfehlen nicht in soziale System zu rutschen, so wie @Black es ja sagt:
Nicht alleine des Geldes wegen sondern als Teil der Selbstidentifikation und Selbstachtung.en vom Bürgergeld leben und das hat mich echt an meine Grenzen gebracht.
Arbeit ist wichtig für einen selbst! Das beginnt bereits dabei wie man mit anderen Menschen sozial umgeht. Geh mal auf ein Date und sag "Ich lebe von der Stütze". Menschen, die lange aus dem Arbeitsmarkt raus sind, sind oft komisch. Manche leben gerade zu in Parallelwelten, manchen fehlen soziale Kontakte oder sie haben keinen geregelten Tagesablauf mehr.
Ja, es kann blöd sein um 6 Uhr Morgen für die Arbeit aufstehen zu müssen aber ich stelle oft fest, dass ich an einem freien Urlaubstag weniger privat schaffe als an einem Arbeitstag, weil Struktur und Selbstdisziplin flöten gehen.
Klar, Struktur kann auch auch Familie schaffen oder ein Studium. Man muss nicht einer klassischen Lohntätigkeit nachgehen, allerdings gehört mich mich zum Leben Arbeit und sich selbst zu unterhalten zum absoluten Kern meiner Selbstachtung. Umgekehrt achte ich Menschen mehr, die lange im Leben gearbeitet haben. Das sind Menschen, die für sich aber auch der Gesellschaft einen großen Nutzen erbracht haben.
Und ich finde das muss man in heutigen Zeiten immer mal wieder betonen: Man lebt nicht alleine auf der Welt. Man ist Teil einer sozialen Gemeinschaft zu der ein Geben und Nehmen gehört. Und das Geben ist etwas, auf das man stolz sein darf - egal ob man Übersetzer, Verkäufer, Manager, Pilot oder sonstwas ist.